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from Kaffeediffusion

Manchmal fällt es mir schwer, mich auf den eigentlich zu vermittelnden Inhalt zu konzentrieren, wenn ich mich auf sozialen Plattformen im Netz bewege. Zu oft habe ich das Bedürfnis, mich mehr mit dem Rahmen, sprich: der Plattform an sich, auseinanderzusetzen und vergesse dann schnell, warum ich eigentlich dort bin. Sicherlich sind diese Gedanken dann nicht sinnlos, und doch kommt schnell eine gewisse Leere auf, immerhin beschäftigt man sich mit der Plattform und nutzt sie nicht nur als Werkzeug, um dritte Inhalte zu behandeln, einzubinden, zu anderen Themen zu schreiben.

Diese Dränge, die Neugier nach den Funktionsweisen der Plattformen in sich, konnte ich bei mir auch im Bezug auf das Fediverse feststellen. So habe ich immer wieder unterschiedliche Plattformen ausprobiert, mir deren Sinn und Zweck angelesen. Ja, das war schon sehr interessant, und doch kann ein soziales Netzwerk nicht überleben, wenn alle so an die Sache herangehen würden. Wenn sich ein soziales Netzwerk also immer nur mit sich selbst beschäftigen würde, würde es vermutlich untergehen – natürlich schreibe ich hier im Konjunktiv von dieser Vorstellung, da sie zum Glück gerade auf das Fediverse nicht zutrifft.

Insbesondere im Zuge des Twitter-Chaos in letzter Zeit hat das Fediverse einen nicht abstreitbaren Zulauf erhalten und bei mir wieder diese medientheoretische Neugier geweckt: Nachdem sich Neulinge kurz vorgestellt haben und erste Fragen geklärt waren, scheinen viele einfach so weiter gemacht zu haben, wie sie zuvor auf Twitter aufgehört haben. Während also neue Mastodon- und somit Fediverse-Nutzer die Plattform als Werkzeug für sich entdeckt haben, konnte ich gerade bei mir selbst feststellen, mich mehr damit zu beschäftigen, wie sich diese Nutzerentwicklung auf das dezentrale Netzwerk als ganzes auswirkt – mittlerweile ist mir bewusst geworden, dass mir das Fediverse irgendwie so sehr ans Herz gewachsen ist, dass ich die eigentliche Idee dahinter immer mehr verdrängt habe.

Für mich ist das Fediverse nicht mehr ein soziales Netzwerk, mit dem ich mich digital hätte vernetzen können – das Fediverse ist für mich zu einer Art Meta-Plattform (im Sinne von übergeordnete Plattform) geworden, weil es den Gedanken eines freien Internets oder auch Webs hochzuhalten scheint in einer Zeit, in der kommerzielle Webseiten und Dienste unseren Alltag prägen. Mittlerweile projiziere ich gewisse Hoffnungen in das Fediverse hinein, auch oder vielleicht auch weil ich mich, vor meiner Zeit im Fediverse, selbst nie richtig in ein soziales Netzwerk eingebunden habe, obwohl so viele im Netz irgendwie sehr auf ihr persönliches Netzwerk, ihre „guten Kontakte“ bedacht zu sein scheinen.

Demgegenüber kommen mir die sozialen Interaktionen im Fediverse immer sehr freundschaftlich vor, nicht so aggressiv, nicht so egozentrisch, wie auf anderen Diensten und Netzwerken durchaus üblich. Dem Fediverse hängt ein gewisser Grundgedanken von Freundlichkeit an, vermutlich weil es sich in der digitalen Nische bewegt. Und weil ich mich für diese digitale Nische so sehr interessiere, frage ich mich immer wieder, wie sie wohl von der zunehmenden Aufmerksamkeit beeinflusst werden könnte.

Die ursprüngliche Euphorie, das Fediverse könne nun die großen proprietären Dienste ablösen, muss ich für mich selbst hinterfragen: Das hieße nämlich auch, dass das Fediverse anders wäre, als bisher, zumindest, wenn man davon ausgeht, dass auch die Nutzerinnen und Nutzer selbst ihre Plattform beeinflussen. Wenn man davon ausgeht, dass die Nutzergemeinschaft selbst ein soziales Netzwerk ausmacht, setzt man eine nicht aufzuhaltende Unbeständigkeit des Netzwerks selbst voraus – und nein, das ist nicht so negativ gemeint, wie es sich vielleicht anhören mag. Immerhin hieße diese Annahme auch, dass ein soziales Netzwerk selbst grundlegend auf den Interessen der Nutzer basierte.

Die Frage ist aber, wie genau sich das in die bestehenden Landschaft der sozialen und weniger sozialen Dienste einfügen ließe. Große Plattformen bleiben nicht selten einfach nur groß, weil sie einmal groß geworden sind, immerhin „ist ja jeder dort“. Das schließt zwar keine Nutzerwanderungen aus – Mastodon und Twitter sind da das beste Beispiel – und doch bleibt abzuwarten, ob je der notwendige Kipppunkt erreicht werden kann. Die Frage ist vielleicht weniger, ob „wir“ wollen, dass dieser Wendepunkt erreicht wird; ich denke nicht, dass eine bestehende Nutzergemeinschaft einen wesentlichen Einfluss auf die Nutzerbewegungen anderer Plattformen haben kann.

Dabei möchte ich aber auch nicht behaupten, dass das Fediverse keinen Einfluss auf neue Nutzer haben könnte oder hat. Vielleicht können wir gemeinschaftlich den Grundgedanken der Freundlichkeit im Fediverse beibehalten – vermutlich aber nur, wenn wir Neulinge nett empfangen. Sicherlich scheint diese Schlussfolgerung zu logisch, als dass man sie dediziert erörtern müsste – und doch scheint mir Freundlichkeit gerade im digitalen Raum nicht selbstverständlich. Vielleicht können „wir“ das ändern, zumindest im Fediverse.

 
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from Star Trek Tagebuch

StarTrekTagebuch, 10. Eintrag TNG S01F11 (Haven): SpoilerAlert

Ok in dieser Folge gibt es zwei Handlungsstränge, die zunächst parallel laufen. Die Enterprise ist erstmal im Orbit von Haven, einem paradiesischen Planeten, dem nachgesagt wird, dass dort alle Krankheiten und Gebrechen geheilt werden. Als sie dort ankommen, erhält Deanna Troi die Nachricht, dass eine, für sie vor Jahren arrangierte, Hochzeit mit dem Menschen Wyatt Miller vollzogen werden soll.

Dafür werden Trois Mutter (eine reinblütige Betazoid) sowie Wyatt und seine Eltern an Bord der Enterprise gebeamt. Wyatt, dargestellt vom jungen Robert Knepper, erscheint zunächst schüchtern. Kaum zu glauben, dass aus ihm später mal ein sadistischer Mörder und Vergewaltiger wird (Prison Break).

Whatever. Weder er selbst, noch Troi und vor allem nicht Riker, der auch Gefühle für Troi hat, sind besonders glücklich damit. Wayne hat sich Troi ganz anders vorgestellt, er hat sogar Zeichnungen einer Frau dabei, die ihm im Traum erschienen ist und die er für Troi gehalten hat. Als wäre das noch nicht genug, ist Trois Mutter auch noch die Exzentrik in Person und hüpft fröhlich von einem Fettnäppchen ins andere.

Speaking of: Betazoids Eine gute Gelegenheit, mal diese humanoide Spezies näher zu betrachten. Betazoids sind mal wieder rein zufällig (und weil Kostüme teuer sind) äußerlich nicht von Menschen zu unterscheiden. Mir ist nur aufgefallen, das die Augen von Trois Mutter unnatürlich dunkel sind, kann aber auch sein, dass es nur bei ihr so ist. Jedenfalls ist der eigentliche Unterschied zu Menschen ihre telephatischen Fähigkeiten. Troi kann als halb Mensch, halb Betaziod wohl nur Gefühle und verschwommene Gedanken spüren und telephatisch kommunizieren. Ihre Mutter jedoch, als reinblütige Betazoid, liest die Gedanken anderer Wesen bis ins kleinste Detail, was in mir sofort Mitleid mit pubertierende-Teenagerin Deanna Troi hervorruft. So eine Mutter zu haben muss die Hölle gewesen sein.

Jedenfalls geht diese Fähigkeit von Trois Mutter auch mit einer großen Portion Arroganz gegenüber anderen Spezies einher. Wobei ich wieder nicht weiß, ob das bei allen reinblütigen Betazoids so ist oder nur bei Trois Mutter.

Zurück zur Folge. Während also die Hochzeitsvorbereitungen laufen und alle sich gegenseitig auf den Sack gehen, nähert sich ein weiteres Schiff dem Planeten Haven. Dabei handelt es sich um Schiff der Tarellianer, einer weiteren menschenähnlich Spezies, die, wie man geglaubt hat, ausgestorben sei. In deren Vergangenheit hatte es nämlich einen Konflikt zweier Großmächte gegeben, die sich gegenseitig mit Massenvernichtungswaffen ausgelöscht haben. Woran erinnert mich das bloß? 🤔 Jedenfalls handelte es sich dabei nicht um Atom- sondern um Biowaffen in Form einer vernichtenden Krankheit die auch andere Spezies befällt. Infolgedessen sind auch die, die das Massensterben auf ihrem Planeten überlebt haben und geflohen sind entweder auf anderen Planeten gestorben und haben dabei auch noch deren Bewohner angesteckt, oder wurden von anderen Spezies zur Strecke gebracht, die eine Ausbreitung verhindern wollten.

Picard steht jetzt vor einem Dilemma. Denn eigentlich sieht es das Protokoll der Starfleet vor, anderen Spezies in Not zu helfen. Auf der anderen Seite sehen sich natürlich auch die Bewohner von Haven bedroht und drängen auf die Zerstörung des Flüchtlingsschiffs.

Die Enterprise fängt das Schiff deshalb zunächst mit einem Traktorstrahl ein und stellt Kontakt her. Und wer befindet sich auf dem Schiff? Genau, die Frau aus Wyatts Träumen, mit der er, durch eine mysteriöse kosmische Kraft, verbunden zu sein scheint. Kurzentschlossen überwältigt Wyatt den Sicherheitsmann im Transporterraum und beamt sich und seine medizinische Ausrüstung auf das Schiff, im Wissen, dass es kein Zurück gibt.

Damit ist das Problem gelöst: Wyatt ist bei seiner Seelenverwandten und widmet sich der Arbeit an einem Heilmittel und Troi und Riker können weiter umeinander herum scharwenzeln.

Vom Plot her, war das jetzt nicht wirkliche eine spektakuläre Folge, auch wenn mir der Einblick in die Kultur der Betazoids (die offenbar ein Fable für FKK haben) sehr gefallen hat. 🖖

 
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from Kaffeediffusion

Ja, ich habe hier neulich einen Text veröffentlicht, in dem ich mich selbst ermahnt habe, bis zur Veröffentlichung von Debian 12 “Bookworm” auf der stabilen Kubuntu-Plattform zu bleiben, und ja, Kubuntu hat nicht wirklich irgendwelche gravierenden Fehler gehabt, die mich zum Wechsel hätten bewegen können. Und doch wollte ich, gerade, weil der Debian-Freeze immer weiter voranschreitet, wieder zu Debian zurück. Bei mir läuft jetzt ein Debian Testing mit GNOME 43, ich bin gespannt, ob ich nicht doch den ein oder anderen Fehler melden kann und werde. Debian ist und bleibt meine Lieblingsdistribution. Auch während meinen Experimenten in der GNU/Linux-Welt ist Debian sowohl als Projekt als auch als Betriebssystem eine Größe, die ihresgleichen sucht. Sowohl philosophisch als auch auf technologischer Ebene kann ich am ehesten mit Debian mitgehen, die verschiedenen Zweige der Distribution machen sie noch einmal viel interessanter, je nach dem, wie und zu welchen Zeitpunkt man das eigene System wie auch immer einsetzen möchte. Vielleicht bleibe ich einfach bei Debian, vielleicht springe ich doch hin und wieder, denn natürlich haben auch andere Distributionen ihren Reiz. Da wäre beispielsweise Ubuntu MATE als eine unglaublich nutzerfreundliche Distribution, oder Linux Mint, oder auch: meine erste Distribution überhaupt. Und dann gibt es Projekte wie Siduction, wie wahnsinnig interessant und immer wieder einen Blick wert sind.

Gerade, weil ich mich auch gern tiefer mit GNU/Linux auseinandersetzen möchte und auseinandersetze — irgendwo hat jeder ein Hobby :D — fällt es mir schwer, einfach stehenzubleiben, auch wenn das, was zu einem gewissen Zeitpunkt auf der Platte ist in noch so vielen Punkten schlicht und ergreifend fantastisch funktioniert. Doch: Debian ist und bleibt meine Lieblingsdistribution. ;)

 
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from Kaffeediffusion

In letzter Zeit habe ich mich viel mit ablenkungsfreien Editoren oder Textverarbeitungsprogrammen beschäftigt. Beispiele für derartige Programme wären etwa der „FocusWriter“ oder der Markdown-Editor „Ghostwriter“ aus dem KDE-Umfeld. Doch während ich mich mit diesen Anwendungen beschäftigt habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich selbst durch die Funktionsweise, die ich ja erkunden wollte, ablenken lassen habe.

Diesen Text schreibe ich wieder in LibreOffice Writer, ja, hier gibt es zwar eine Vielzahl an Knöpfen mehr, die Frage, ob man diese braucht, stellt sich weiterhin. Aber: LibreOffice stellt für mich eine sehr vertraute Schreibumgebung dar, und gerade diese Vertrautheit hilft dabei, sich konzentrieren zu können. Jede Software braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit, jede Software möchte anfangs erkundet werden, doch wenn man diesen Prozess einmal hinter sich hat, ist es besonders leicht, einfach daran kleben zu bleiben.

LibreOffice ist für mich zu einem universalen Werkzeug geworden: Ich schreibe hier gerne Texte, bin für Präsentationen darauf angewiesen und nutze auch LibreOffice Draw für das Bearbeiten und Ergänzen von PDF-Dateien. LibreOffice ist eine richtige Büro-Suite und am Ende des Tages so vollständig, dass kaum Wünsche ausbleiben. Bevor ich GNU/Linux genutzt habe, habe ich Windows-bedingt auch Word benutzt, damit haben wir schon in der Grundschule einfache Dokumente verfasst, in der weiterführenden Schule ging es dann in dieser Richtung weiter. Doch als ich mich mit GNU/Linux auseinandergesetzt habe, viel mir der Übergang zu LibreOffice wirklich nicht schwer. Das ist eigentlich erstaunlich, gerade, wenn man die unterschiedliche Menüführung der einzelnen Büro-Suiten bedenkt.

Mittlerweile habe ich die standardmäßige Menüführung von LibreOffice derartige verinnerlicht, dass ich andere Anwendungen zu gern damit vergleiche. Word scheint mir mit seinen Registerkarten wahnsinnig umständlich. Hier mal ein Beispiel: Ich habe meinen Eltern ihr LibreOffice mit der Registerkarten-Ansicht konfiguriert, um ihnen den Einstieg ein bisschen zu erleichtern. Als ich dann aber gefragt wurde, wie man Sache XY umsetzt, habe ich mich schlicht und ergreifend selbst nicht reingefunden und schnell auf die Standardansicht zurückgestellt.

Mittlerweile bin ich so sehr an diese Ansicht gewöhnt, dass sie mich nicht mehr wirklich ablenkt. Mittlerweile weiß ich, wo die Funktionen sind, die ich tatsächliche brauche und welche ich dann doch ignorieren kann, sollte, aber nicht unbedingt muss. Libreoffice ist eben eine Textverarbeitungssoftware, und das ist auch kein Problem.

 
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from Kaffeediffusion

Über die Zeit, in der ich diesen kleinen Blog hier geschrieben habe, ist er mir mehr und mehr ans Herz gewachsen. Anders als auf anderen Plattformen oder Blogs, in denen ich mich gezwungen sehe, auch mal sinnvolle Texte zu schreiben, habe ich diesen Blog bisher immer gut als einen gewissen Ausgleichsfaktor nutzen können.

Gerade bei politischen Inhalten bin ich sehr vorsichtig geworden, bevor ich einen Text veröffentliche, schlicht und ergreifend weil viele politische Themen mittlerweile eine extrem differenzierte Auseinandersetzung zu fordern scheinen, die ich nicht immer gewährleisten kann, wenn ich mich aufrege, wütend, traurig, enttäuscht, hoffnungsvoll oder euphorisch bin.

Dieser Blog hier hingegen kommt mir wesentlich persönlicher vor, wesentlich ruhiger, viel entspannender. Die 'Kaffeediffusion' ist zu einem persönlichen Gedankentagebuch geworden. Doch obwohl, oder vielleicht gerade weil es so motivierend für mich sein kann, hier Texte zu veröffentlichen, Frage ich mich wieder und wieder, ob ich nicht doch die Fediverse-Föderation anschalten sollte, ich bin mir sehr sicher, dass die Texte hier dann tendenziell mehr Leuten angezeigt werden würden (da ich den Blog dann über mein Friendica-Profil spiegeln würde).

Die Frage ist aber: Will ich das wirklich? Möchte ich wirklich mehr gelesen werden? Momentan verlinke ich in meinem Mastodon- und Friendica-Profil auf den Blog, teile aber keine Beiträge, wodurch wesentlich weniger Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden dürfte — natürlich wären die Neuansichten auch mit einem solchen Teilen nicht wirklich viel höher, aber doch bemerkbar für mich.

Bevor ich auf diese Instanz umgezogen bin, habe ich meinen writefreely-Blog unter blog.fedi.tech auch föderiert und gespiegelt, und tatsächlich immer wieder Kommentare dazu bekommen. Mal abgesehen davon, dass diese ausnahmslos sehr nett und auf das Thema bezogen waren, frage ich mich, ob ich das mit diesem Blog hier wieder tun möchte.

Momentan denke ich, dass ich die Föderationsfunktion ersteinmal nicht anschalten, konkret also keine einzelnen Artikel über Micro- oder Macrobloggingdienste teilen werde. Am Ende des Tages ist das einfach nicht sonderlich wichtig für mich, ich benutze diesen Blog hier primär, um mir das von der Seele zu schreiben, was ich auf anderen Plattformen und Blogs nicht loswerden will oder kann — und dafür eignet sich das ruhige writefreely-Umfeld wirklich sehr gut.

Ich weiß nicht, ob es am integrierten Markdown-Editor, der Plattform an sich, der Gemeinschaft dahinter oder irgendeiner persönlichen Wahrnehmung liegt, aber: Wenn ich hier Texte schreibe, kann ich mich auf irgendeine Art und Weise entspannen und eine Auszeit nehmen von der Ernsthaftigkeit, die viele Teile des heutigen Webs einzunehmen scheint, die ich aber nicht immer adäquat ausfüllen kann und möchte.

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal ein großes Danke an Jan richten — danke für die erstklassige Moderation dieser writefreely-Instanz: Danke, dass ich hier in ruhe schreiben darf, und das nicht in mitten von Spamartikeln sondern zwischen interessanten anderen öffentlichen Blogeinträgen und Texten dieser Instanz. Auch dafür möchte ich mich bedanken, ich freue mich immer wieder über die Texte im Reader.

Danke also an alle Beteiligten. :)

 
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from Kaffeediffusion

Vor einiger Zeit habe ich hier einen Eintrag veröffentlicht, in dem ich beschrieben habe, in der kommenden, nunmehr vergangenen Zeit, weniger “micro-bloggen” zu wollen, und mich (wieder) mehr meinen längeren Texten widmen möchte. Dabei ist mir aufgefallen, wie sich mein Nutzungsverhalten von Mastodon mit der Zeit mehr und mehr gewandelt hat.

Für mich war Mastodon lange Zeit ein Weg zum Veröffentlichen von irgendwelchen Gedankenschnipseln, das passt ja auch irgendwie zum Konzept derartiger Kurznachrichtendienste.

Momentan fühlt sich Mastodon, zumindest für mich, mehr nach einer interaktiven Fragestunde an. Mal ein wenig nachfragen, unter fremden Beiträgen Interesse bekunden, schön und gut: So richtig veröffentlicht habe ich auf Mastodon aber seit längerem nicht so wirklich.

Stattdessen schreibe ich mal hier, mal dort einen etwas längeren Text, oftmals in Intervallen auch mal hier den ein oder anderen Eintrag. Dieses Vorgehen scheint mir entschleunigend zu wirken, der schnellen Natur weiter Teile des Webs entgegen.

Das ist auch mal interessant. :D

 
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from Toad Overload

Soziale Medien Digitale Medien haben das Leben der Menschen grundlegend verändert und ermöglichen heute einen grundlegenden Teil zwischenmenschlicher Kommunikation – Dabei liegt ein überwiegender Teil der Software in der Hand privater Unternehmen und somit Privatpersonen.

Digitale Kommunikation eröffnet ganz neue Wege

Durch digitale Kommunikationen können Nachrichten ohne Verzögerung versendet und gelesen werden. Man kann zu allen Menschen auf der Welt in unmittelbarem Kontakt stehen und mit ihnen entweder synchron sprechen (in z.B. Videoübertragungen) oder asynchron kommunizieren (per Textnachrichten). Dadurch ist es so einfach wie nie, Freunde mit gleichen Interessen kennenzulernen oder mit bekannten Freunden in direktem Kontakt zu bleiben. Besonders Minderheiten profitieren davon, dass sie sich digital zusammenfinden und austauschen können. Die gesendeten Nachrichten bestehen im Gegensatz zur Kommunikation im echten Leben aus Text, Bildern, Audiodateien und Emoticon und imitieren so die eigenen Gefühle und Emotionen, da jene ansonsten nicht zum Ausdruck gebracht werden können. Dabei sind die wichtigsten Informationen sehr schnell in der Gesellschaft verbreitet und alle Menschen kennen den aktuellen Stand der Politik, die Erlebnisse von prominenten Persönlichkeiten oder einfache Naturereignisse. Zumal hat diese neue Informationswelt die Öffentlichkeitsarbeit von Politiker*innen revolutioniert, da sie nun einfach eine emotionale Bindung zu den Menschen aufbauen und somit dauerhaft für deren Stimme werben können.

Gefahren im digitalen Raum

Bei all den neuen Möglichkeiten, die Soziale Medien uns gegeben haben, werden uns viele Möglichkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation genommen: Es besteht die Gefahr, dass es zu Missverständnissen kommt, da Gestik und Mimik häufig nur sehr schwierig in digitalen Nachrichten übertragen werden kann. Beispielsweise kann das Auslassen von Emojis am Ende des Satzes bei einigen Menschen als negativ interpretiert werden und die Verkürzung von Sätzen und Wörtern kann zu einem Informationsverlust führen. Ein weiteres Problem ist der Datenschutz: Im Gegensatz zur Kommunikation im echten Leben wird hier jede Textnachricht gespeichert und ist auf einem Server abrufbar. Somit kann durch Datendiebstahl sehr einfach ein kompletter Chatverlauf, der seit mehreren Jahren besteht, angesehen und jede einzelne Nachricht abgerufen werden. Zusätzlich ist eine allgemeine Abhängigkeit von den digitalen Medien bemerkbar. Viele Menschen werden nervös und verspüren andere Entzugserscheinungen, wenn sie für eine längere Zeit nicht auf ihr Smartphone etc. schauen konnten. Das liegt einerseits daran, dass man selbst auf dem gleichen neusten Stand wie alle anderen Menschen sein will, und andererseits daran, dass andere Menschen von einem selbst erwarten, dass man ihnen schnell genug antwortet. Zudem besteht das Problem des Informationsüberflusses. Hierbei werden so viele Informationen über verschiedenste Themen geteilt, dass die wichtigsten Informationen als unwichtig erscheinen oder nicht als wichtig wahrgenommen werden. Dieses Phänomen verursacht gleichzeitig bei vielen Menschen ein generelles Misstrauen in sehr wissenschaftliche Themen wie z.B. den Klimawandel, da es in dieser Masse der Informationen schwierig ist zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden.

Macht

Wie du jetzt weißt, ist die Macht, die von sozialen Medien ausgeht, sehr groß. Einzelne Unternehmen wie Facebook haben mit Instagram, WhatsApp und Facebook eine sehr einflussreiche Kontrolle über globale Kommunikation und können diese Macht in Theorie frei ausnutzen: So bestimmen sie darüber, welche Informationen jeder Mensch erhält und welches Wissen er sich aneignet. Sie selbst entscheiden nach freiem Willen, welche Personen gesperrt werden sollten und welche Kommentare toleriert werden sollten und welche nicht. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Twitter-Account von Donald Trump, der nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt wurde. Doch als Elon Musk Twitter übernimmt, kommt es zu einem subjektiven Sinneswandel – und Donald Trump wird entsperrt.

Was lernen wir daraus?

Es besteht kein Zweifel, dass die Macht der Unternehmen hinter digitalen Medien zu groß ist. Auch wenn in Einzelfällen bestimmte Plattformen die richtige Entscheidung treffen, wenn sie extreme Politiker wie Donald Trump sperren, muss beachtet werden, dass sie durchaus auch falsche Entscheidungen treffen können. Deshalb sollte die Organisation von digitalen Medien gesetzlich und dezentral kontrolliert werden, da die digitalen Medien ein weltweit wichtiger Bestandteil der Gesellschaft geworden sind und diese deshalb nicht von einzelnen Personen kontrolliert werden sollten – und deshalb gibt es diesen Blog nur hier.

 
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from Star Trek Tagebuch

StarTrekTagebuch, 9. Eintrag TNG S01F10 (Hide and Q): SpoilerAlert

Es ist soweit, eines der mächtigsten und gleichzeitig unsympathischsten Wesen hat seinen zweiten Auftritt: Q

Bevor ich anfange, möchte ich noch betonen, dass der Schauspieler John de Lancie, der Q hier in seiner menschlichen Erscheinungsform darstellt, einen herausragenden Job macht, ich hab mich die ganze Zeit gefragt woher ich den kenne, weil mir seine Stimme so bekannt vorkam, aber ich trau mich nicht, weil ich vielleicht gespoilert werde. Er schafft es glaubwürdig ein omnipotentes Wesen zu verkörpern ohne dabei zu overacten Es macht einfach total Spaß zuzusehen, grandios!

OK, zurück zur Folge, die Enterprise ist auf dem Weg zu einem Planeten um Zivilisten nach einem Minenunfall zu helfen, als sie von Q und seinem riesigen Energiefeld aufgehalten werden. Q ist diesmal weniger an Picard, sondern an Riker interessiert, auch wenn erstmal nicht wirklich klar ist, was es (ich glaube nehme doch mal lieber dieses Pronomen für eine vergeistigte Entität) eigentlich von ihm will. Es beamt die komplette Brückenbesatzung, mit Ausnahme von Picard, auf einen fremden Planeten (bzw. erschafft einfach eine alternative Realität) auf dem sie Q (diesmal in schneidiger napoleanischer Uniform) zu einem “Spiel” drängt, bei dem sie von affenartigen Humanoiden (eigentlich eine Tautologie, wenn man drüber nachdenkt) – ebenfalls in Soldatenuniformen des 19. Jahrhunderts. – angegriffen werden. Nach Gewinnen des Spiels soll die Crew, bzw. Riker, ein Geschenk erhalten, welches “jenseits menschlicher Vorstellungskraft” liegen soll.

Q's eigentliches Ziel ist, sich das menschliche Streben nach Veränderung und Fortschritt, eine Eigenschaft die es fürchtet, zu eigen zu machen. Dazu will es Riker auf seine Seite ziehen und ihm die Macht des Q verleihen, wenn er im Gegenzug eins mit dem Q wird.

Speaking of: Q

In dieser Folge erfährt man einiges neues über Q. Zunächst einmal, dass es nicht unbedingt ein Individuum ist, sondern eher ein gemeinsam agierendes Kollegtiv. Ich weiß nicht, ob es bei Q überhaupt Sinn macht, diese Unterscheidung zu treffen. Jedenfalls scheint die physische Erscheinung (also John de Lancie) nur ein Teil des Kollegtivs zu sein, das sich abspaltet, um mit Wesen in unserer Dimension zu interagieren, zumindest lässt dies der Schluss vermuten. Was ich mich noch Frage: Q ist an dieser menschlichen Eigenschaft, dem Streben nach Veränderung interessiert. Aber warum? Hat es die nicht selbst? Wie ist es dann zu dem geworden, was es ist? Und wenn es fürchtet, dass die Menschen eines Tages so mächtig werden wie Q oder mächtiger, wäre es doch ein leichtes, sie einfach zu vernichten oder zu versklaven?

Zurück zur Folge:

Picard, der währenddessen allein auf der Enterprise ist, durchschaut Q und seine Ziele und wettet mit ihm, dass Riker sich nicht von Q verführen lässt. Als Wetteinsatz bietet er sein Kommando (was auch immer Q damit anfangen soll) gegen Q's Versprechen, die Menschheit in Zukunft in Ruhe zu lassen.

Q geht darauf ein. Nach einigem hin und her, rauf und wieder runterbeamen auf den fremden Planeten mit den Affensoldaten, sieht sich Riker schließlich gezwungen seine Macht einzusetzen, um die Crewmitglieder vor dem sicheren Tod zu retten und mit ihnen auf die Enterprise zurückzukehren. Die Rettungsmission wird fortgesetzt und Riker verspricht, seine Kräfte nicht einzusetzen (z.B. um ein bei dem Unglück gestorbenes Kind wiederzubeleben), wird aber Stück für Stück korumpiert und macht so verückte Sachen wie.. wait for it.. Captain Picard mit Vornamen anzusprechen 😱. Was für ein Bad Boy.

In der Schlussszene (mit Q, diesmal in Mönchskutte) will er schließlich seine Macht einsetzen um den Crewmitgliedern ihre sehnlichsten Wünsche zu erfüllen. Er macht Wesley erwachsen, La Forge sehend, Worf bekommt ne Klingonenfrau und er ist auch kurz davor Data in einen echten Jungen.. ähm ich meine in einen Menschen zu verwandeln. Dieser lehnt aber ab und auch die anderen sehen ein, dass die Dinge die wir uns wünschen und die Dinge die wir brauchen, oft nicht dieselben sind. Auch Riker sieht das schließlich ein und es folgt das bisher beste Zitat, der Serie wie ich finde:

Riker: “I feel like such an idiot.” Picard: “Quite right, so you should!” 🤣👌

Q hat damit seine Wette verloren und verschwindet (wahrscheinlich) auf nimmerwiedersehen.🖖

 
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from Admin notes

Hi everyone!

This instance has just been updated to the latest version of WriteFreely (v0.13.2) – it just took me 2 months & a mail from one of our users. 😪

Apperently the last big Mastodon update (v4) broke some compatability with WriteFreely – resulting that you could not follow new blogs from Mastodon instances. (You can read about it here, where other humans brought up the issue.)

Already followed blogs/follow relationships where not affacted, so I did not noticed the bug myself. Instead I got a mail from one of our users this morning, alerting me to this bug.

Long story short: fixed & updated to the latest version 🎉 If you wanna know what's new, have a look at the official changelog.

 
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from Aus Hypergrid und Umgebung

Ja, ich weiß. Eigentlich kommen Rückblicke aufs vergangene Jahr am Silvesterabend. Aber dann ist das Jahr ja noch nicht ganz vorbei, und in den schnellebigen virtuellen Welten kann dann immer noch etwas passieren.

Wie dem auch sei: 2022 ist vorbei, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, es Revue passieren zu lassen.

Das große Gridsterben

2022 könnte in die Geschichte von OpenSim eingehen als ein Jahr, in dem außergewöhnlich viele bekannte Grids verschwunden sind, darunter zwei der sechs ältesten Grids.

  • Am 25. Januar war auf einmal sang- und klanglos Anettes Welt verschwunden. Bis heute gibt es von der Inhaberin kein Statement. Man nimmt an, daß sie für OpenSim keine Zeit mehr hatte – also weder für eine Ankündigung noch für das Herausgeben von IARs und OARs noch auch nur für ein Statement bezüglich der Gridschließung.
  • Einen Tag später verschwand das ebenfalls deutsche Chimerus-Grid. Wie Anettes Welt war es leider technisch hoffnungslos veraltet, aber wie Anettes Welt hatte es interessante Freebies, die man sonst kaum oder nirgendwo fand.
  • Im Februar wurden binnen einer Woche zwei wichtige französische Grids durch technische Probleme dahingerafft, Virtual Dream durch eine irreparabel defekte Datenbank und das FrancoGrid, das fünftälteste Grid, durch den Tod der Serverhardware. Im April verschwanden zwei weitere französische Grids. Die französische Community brauchte ernsthaft das eine oder andere neue Grid.
  • Anfang April schloß das 3rd Life Grid. Die Ankündigung erreichte wohl nicht viele. Die Schließung wurde aber angekündigt, und einige Sims zogen vorher ins OSgrid um.
  • Außerdem wurde im April das Soloton-Grid mit seinem – leider überalterten – Weltraumbahnhof geschlossen; eine Rückkehr wurde angekündigt, hat aber noch nicht stattgefunden. Phaandoria lebt als Privatgrid weiter.
  • Im Mai schloß Roddie Macchi schon zum zweiten Mal sein Great Canadian Grid und wieder vor dem angekündigten Termin, aber nur einen Tag. Übrigens gibt es seit einiger Zeit wieder ein Great Canadian Grid unter Roddies Führung. Aber vom alten Grid ist, wie es aussieht, nur die Startsim übernommen worden.
  • Später angekündigt wurde, aber früher stattgefunden hat die Schließung der deutschen Nextlife-World aus gesundheitlichen Gründen.
  • Am 2. Juni wurde das deutsche Caledonia-Grid vom Techadmin abgeschaltet, nachdem der Gridvater Anfang des Jahres das Zeitliche gesegnet hatte. Damit verschwand leider sein Lebenswerk für immer.
  • Für Ende Juni wurde die Schließung des zweitältesten aller Grids angekündigt, des einstmals mächtigen deutschen Metropolis Metaversums. Die tatsächliche Schließung war am Vormittag des 5. Juli. Allerdings hatten die Admins schon lange vorher keine Zeit mehr für das Grid, das quasi als Zombie weiterlief. Kaum jemanden hat die Schließungsankündigung überrascht; eher hat man sich darüber gewundert, daß Metropolis bis dahin immer noch lief.

Metropolis war mit seiner großen Abschiedsparty in einer seit über drei Jahren ungenutzten Location wohl der Höhepunkt, aber auch das Ende des Gridsterbens. Was danach passierte, kann man als Teil der natürlichen Fluktuation insbesondere jüngerer Grids ansehen.

Auch das Soul-Grid macht weiter, obwohl Rudi Bakerly, eine Hälfte des Gridinhaberpaares, letzten Monat mehr als plötzlich verstarb.

Zusammenhalt und Zwistigkeit in der deutschsprachigen Community

2022 ging die deutschsprachige Community durch ein Wechselbad der Beziehungen. Auf der einen Seite standen spektakuläre Kooperationen, auf der anderen Seite aber ein regelrechter Gridkrieg.

Im Februar gab es in Nextlife-World einen epischen geskripteten Rosenmontagsumzug mit Festwagen, an denen sich etliche Erbauer aus etlichen Grids beteiligten. Etwas in solchen Dimensionen ist immer spektakulär, und wenn es in einer so großen Kooperation entsteht, sogar noch mehr. Die deutschsprachige Community zog zu großen Teilen an einem Strang.

Mit der Herrlichkeit war es aber wenig später vorbei, als es Kabbeleien um wöchentliche Veranstaltungen gab. Auf einmal machten Veranstaltungen einander gezielt Konkurrenz. Daraus entwickelte sich ein regelrechter Gridkrieg zwischen zwei Allianzen von Grids.

Neutral zu bleiben in diesem Konflikt, war fast unmöglich. Wenn man auf einer Veranstaltung von einer Seite gesehen wurde, behielt sich die jeweils andere Seite Sanktionen dagegen vor, weil man sich dem „Feind“ anbiederte. Der Freund meines Feindes ist mein Feind.

Wenn ganze Grids sich neutral und pazifistisch verhalten wollten, wurde ihnen mitunter auch das nicht gegönnt. Dann fielen auch mal etliche Besucher von einer Seite bei einer Veranstaltung ein. Nicht nur sah es dann so aus, als wäre das betreffende Grid einer Seite beigetreten, sondern es wurde sogar die andere Seite schlechtgemacht und damit um eine Allianz geworben.

Letztlich fiel der Gridkrieg allmählich in sich zusammen, als sich mehr und mehr zeigte, daß er angestachelt wurde von einigen wenigen toxischen, aggressiven Individuen. Die verloren sogar in ihren Heimatgrids den Rückhalt, und ehemals „alliierte“ Grids ließen sich nicht länger von diesen Leuten anstacheln. Und schon bald konnten sich wieder Leute von beiden Seiten auf derselben Veranstaltung sehen lassen.

Ich hoffe, daß alle oder zumindest möglichst viele aus dieser Situation gelernt haben. Die Lektion in diesem Fall sollte sein, nicht nur individuelle Störenfriede als solche zu erkennen und zu isolieren, statt ihnen blindlings gegen einen vermeintlichen Feind nachzulaufen, sondern auch, wer die notorischsten Störenfriede sind. Denn das hat sich 2022 deutlich gezeigt. Solche Leute sollten nun eigentlich nicht länger in der Lage sein, große Allianzen um sich herum aufzubauen für Attacken auf andere Individuen oder Grids.

Und tatsächlich zeigte sich inzwischen, daß viele einfach nicht mehr willens sind, sich in solche Streitereien hineinziehen zu lassen – oder auch nur zu tolerieren.

Allen alten und neuen Feindschaften zum Trotze liefen über das Jahr hinweg im Hintergrund die Arbeiten für ein weiteres gridübergreifendes Großprojekt: die Modenschau im Oktober.

Die Besonderheit dieses Projekts war, daß es diese Modenschau zuletzt 2016 gegeben hatte – und überhaupt noch nie mit Mesh. Die letzte Veranstaltung dieser Art war also schon lange her, auch wenn sie im wesentlichen von den selben Organisatoren wieder aufgezogen wurde, und die technischen Gegebenheiten hatten sich geändert. Es sollte also eine Premiere sein, eine regelrechte Pioniertat.

Ich hatte ja 2021 schon eine Modenschau im Alternate Metaverse gesehen, die lief aber komplett geskriptet ab. An dieser Modenschau war meine kleine In-world-Schwester Juno sowohl mit Outfits – allerdings nicht mit eigener Kleidung – als auch als Model beteiligt. Und im Gegensatz zur Modenschau im AMV sollten die Models hier nicht vollautomatisiert, sondern handgesteuert auftreten, noch dazu auf einem sehr viel größeren „Laufsteg“.

Das Aufgebot an Outfits, zu einem erheblichen Teil Mesh, strafte jeden Lügen, der behauptete, in OpenSim würde keine Kleidung hergestellt, und alles müßte illegal aus Second Life geholt werden. Die Zahl der Outfits mußte sogar noch auf maximal vier pro Model reduziert werden, um die Modenschau auf maximal eine Stunde begrenzen zu können; sie hätte durchaus noch sehr viel länger sein können.

Weil das ganze Konzept in so mancher Hinsicht Neuland betrat, mußte viel probiert und umgeplant werden. Mitunter mußte ins kalte Wasser gesprungen werden; es gab ja auch noch keine Erfahrungen mit einem Publikum, das fast durchweg Mesh trug, und wie es sich auf die Performance niederschlagen würde. Es konnte ja auch niemand einschätzen, wieviele Zuschauer letztlich kommen würden – und das waren am Ende gut 40.

Die waren aber begeistert und die Veranstaltung am Ende ein voller Erfolg.

OpenSim und der Ukraine-Krieg

Auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine machte sich in OpenSim bemerkbar. Es gab einiges an Solidaritätsaktionen von Artikeln in den ukrainischen Landesfarben über einzelne Konzerte bis hin zu einer ganzen Eventwoche, die in Dorenas World stattfand.

Allerdings gab es auch die andere Seite. Der Admin eines russischen Grid stellte sich offen auf die Seite Putins, dessen Propaganda er für bare Münze nahm. Er bezeichnete alle, die ihre Solidarität mit der Ukraine ausdrückten, als Nazi- und Terroristenunterstützer. Bis hin zu einzelnen Avataren, die Kleidung in den Farben der ukrainischen Flagge trugen.

Und er kündigte einen totalen, absoluten Vernichtungsfeldzug gegen sie alle an. Er führte sich auf wie ein Putin, der jede Person, jede Institution, jedes Land auf der Welt, das seine Sympathie mit der Ukraine bekundet hat, mit allen Mitteln vernichten wollte.

Letztlich passiert ist wenig. Nur die Newssite Hypergrid Business war aufgrund eines DDoS-Angriffs ein paar Tage nur schwer erreichbar.

Probleme gingen allerdings auch von denjenigen Russen aus, die sich nicht zu Putin bekannten, sowie in gewissen Fällen deren Online-Kollegen. Gegen den Krieg aussprechen konnten sie sich nicht, weil sonst das Risiko sehr groß gewesen wäre, daß die Russen unter ihnen von Speznas kassiert und ohne Gerichtsbeschluß auf unbestimmte Zeit weggeschlossen worden wären.

Die Probleme begannen nun an der Stelle, an der jeder, der sich nicht ganz klar gegen Putin und den Krieg positionierte, als Unterstützer Putins eingestuft wurde und mit allen Mitteln blockiert werden sollte. Dasselbe Schicksal blühte auch denjenigen, die solche Leute eben nicht mit allen Mitteln blockierten.

Wer mit den falschen Leuten friedlich und diplomatisch umging, wurde schneller blockiert, als ihm lieb war. Generell lebten Pazifisten auf einmal gefährlich, denn die gefühlt einzige erlaubte Meinung war, die NATO müsse Rußland umgehend mit einem totalen, ultimativen Vernichtungskrieg überziehen. Wer anderer Meinung war, war praktisch selbst schon Kriegsverbrecher – auch wenn man gleichzeitig von den tatsächlichen Kriegsunterstützern als Terrorhelfer blockiert worden war, weil man die ukrainische Flagge irgendwo gezeigt hatte.

Im Content-Bereich hat sich meines Erachtens 2022 einiges getan.

Einerseits hat der Content-Diebstahl aus Second Life wieder Fahrt aufgenommen. Das betraf ganz besonders tatsächlich wieder Meshbodys und dazu passende Kleidung. Ich meine, geschätzte 99% der Mesh-Avatare da draußen tragen schon geklaute Bodys und ausschließlich passende geklaute Kleidung, aber die weit verbreiteten Bodys sind unterm Strich alle von Mitte der 2010er. Es kam wohl langsam wieder der Wunsch auf, in puncto Meshbodys mit Second Life gleichzuziehen und die dort populärsten Bodys zu klauen. Und weil die vorhandene Kleidung dazu nicht passen dürfte, hat man davon auch gleich einen gewissen Grundstock mitgenommen – auch nicht legal.

Es sind aber zwei Trends zu beobachten. Zum einen macht man sich nicht mehr die Mühe, die Bodys umzubenennen. Das tat man bei den neuen Köpfen für Athena (= Maitreya Lara) und Adonis (= Slink Physique Male) ja auch nicht mehr, als man die Bodys auf BoM umbaute. Inzwischen tut man das auch bei den Bodys selbst nicht mehr.

Zum anderen ist es inzwischen mehr die Regel als eine Ausnahme, daß neue Avatarausstattung nicht mehr full-perm angeboten wird. „Sharing is Caring“ – das eh nur dazu dienen sollte, die Wege der Artikel aus Second Life in die OpenSim-Freebie-Läden zu verschleiern, weil man vor DMCA-Klagen Angst hatte – scheint keine Rolle mehr zu spielen. Statt dessen scheinen Freebie-Store-Betreiber und die Grids, in denen sie zu Hause sind, auf No-Transfer-Exklusivartikel zu setzen, die man nur bei ihnen bekommt.

Neu ist auch, daß es nicht mehr den einen zentralen Ort gibt, von dem aus alle Meshbodys sich ausbreiten. Jeder Body hat einen anderen Ort, gar ein anderes Grid, über das er ins Hypergrid kommt.

Nun könnte man einwerfen: Vielleicht sind die Bodys gar nicht geklaut. Vielleicht sind sie mit dem Einverständnis der Schöpfer nach OpenSim gebracht worden, aber unter der Bedingung, daß sie nur von den Importeuren in deren Laden angeboten werden.

Das werde ich so lange für Blödsinn halten, bis mir das Gegenteil bewiesen wird. Denn:

Erstens sind mindestens einige dieser Bodys in Second Life absolute Verkaufsschlager, die aktuell populärsten Meshbodys überhaupt. Deren Schöpfer dürften sich daran dumm und dusselig verdienen. Die werden sicherlich nicht ausgerechnet jetzt einer Verteilung in OpenSim als Freebies zustimmen.

Zweitens sind Meshbodys heutzutage längst aufwendig geskriptet. Die kann man also nicht einfach aus Second Life holen und am nächsten Tag in OpenSim in einer Kiste an die Wand klatschen. Es ist also davon auszugehen, daß die Bodys alle schon vor längerer Zeit besorgt wurden, als der Hype um sie jeweils wohl noch größer war.

Drittens, wenn die Bodys tatsächlich im Einverständnis mit den Schöpfern nach OpenSim gekommen wären, dann sollten ihre Anbieter in OpenSim das eigentlich erwähnen, um alle Behauptungen widerlegen zu können, die Bodys seien geklaut. Das hat aber keiner je getan. Es werden ja nicht mal die eigentlichen Schöpfer genannt. Wer sich mit Second Life nicht auskennt, soll wohl glauben, diese Bodys seien in und für OpenSim gemacht.

Eigentlich bräuchte es Statements seitens der Schöpfer in Second Life, ob sie der kostenlosen Verbreitung ihrer Bodys durch Dritte in OpenSim zugestimmt haben. Ich vermute aber mal, daß sie davon noch gar nichts wissen. Und wenn sie davon erfahren sollten, besteht das Risiko, daß das passiert, von dem alle beruhigt ausgehen, daß es nie passieren wird: eine Urheberrechtsklage gegen das jeweilige Grid. Denn dadurch, daß alle Bodys bis auf einen nur über ein Grid verteilt werden, braucht man auch nur ein Grid auf Unterlassung verklagen und (noch) nicht hunderte.

Und viertens, gerade weil es noch nie zu einer Urheberrechtsklage aus Second Life gegen irgendwen in OpenSim gekommen ist und alle davon ausgehen, daß es auch nie dazu kommen wird, macht sich eh fast niemand die Mühe, um Erlaubnis zu fragen. Es ist einfacher, die Sachen im Marketplace zu kaufen und dann einfach so zu exportieren. Es ist noch einfacher, sie aus den Inventaren argloser Avatare zu copybotten oder von Sandboxen, wenn da jemand seine Neuerwerbungen auspackt, und vor allem billiger.

Es gibt sie übrigens sehr wohl, die ehrbaren Leute, die in Second Life um Erlaubnis fragen, bevor sie etwas exportieren, die auch nur mit erteilter Erlaubnis exportieren und sich dann an die Bedingungen seitens der Schöpfer halten. Sie sind wenige, aber es gibt sie.

Und es gibt auch weiterhin diejenigen, die Sachen in und für OpenSim bauen. Aaack Aardvark produziert immer noch ab und an Neues und veröffentlicht auch gelegentlich Updates für ältere Artikel. Gerade im letzteren Bereich wird wohl noch mehr kommen. Um seine Mitstreiterin Bibiana Bombinante ist es im letzten halben Jahr leider ziemlich ruhig geworden. Aber ihr Sortiment ist so schon umfassend.

Ja, es gibt auch neue Avatarausstattung, und das ist nicht nur Schmuck von der stets umtriebigen Marianna Monentes. Gerade Klarabella Karamell hat seit Ende 2021 derartig viel Neues an Meshkleidung abgeliefert, daß sie neue Läden bauen mußte, weil die vorhandenen Ladenflächen an den Grenzen ihrer Kapazität angekommen sind. Und sie liefert immer noch. Vor allem aber gehört sie zu den sehr wenigen, die Kleidung für die legalen, in und für OpenSim gemachten Meshbodys der Ruth2- und Roth2-Reihen macht. Und ja, sie macht auch Herrenkleidung. Nicht wenige ihrer Kreationen waren übrigens auf der Modenschau zu sehen.

Sogar das Thema Texturieren bekannten Altmaterials ist weiterhin aktuell, zumal es da viel gibt, was leicht kombiniert werden kann. Neu dabei ist Robin Ridley, die Kleidung auf Clutterfly-Basis in Catena di Isole anbietet. Auch Remmy Ravenhurst ist zurück, nachdem Tropicana Freebies mit ihrem sehr interessanten Laden geschlossen wurde. Sie hat inzwischen zwei Läden namens „Make Do And Mend“ auf Tropicana Lakes und Werbung dafür in der Ruth-and-Roth-Gruppe auf OpenSimWorld gemacht. In dutzendweisen Outfits kombiniert sie neu- oder umtexturierte Kleidung von Linda Kellie/Clutterfly, Damien Fate und anderen, teilweise auch mit Layerkleidung.

Last but not least ein bißchen Eigenwerbung: Wer sich in der oben verlinkten Gruppe umgesehen hat, wird feststellen, daß ich am Heiligabend 2022 endlich die schon länger in Arbeit befindlichen Nagellackboxen für Ruth2 v4 veröffentlicht habe.

Ausblick

Was wird uns nun 2023 bringen? Nun, zunächst will ich hoffen, daß das Gridsterben nicht wieder losgeht.

Daß der Gridkrieg von 2022 wieder aufflammt, das halte ich für unwahrscheinlich. Es ist ja inzwischen bekannt, wie der zustande kam. Wenn, dann werden eher die Hauptakteure des Krieges isoliert, wenn sie sich weiterhin nicht zusammenreißen können. Die Zeichen der Zeit dürften eher auf Verständigung und Kooperation stehen, wozu hoffentlich auch die Fortsetzung der monatlichen OpenTalk-Runden beitragen wird.

In puncto Content sehe ich die nächsten Jahre eher zwiegespalten. Daß die Eigenkreativität in OpenSim wieder nachläßt, ist wohl eher unwahrscheinlich. Bei einigen Schöpfern bin ich mir sicher, daß sie sogar wieder zurückkehren werden.

Andererseits wird aber 2023 noch viel mehr Avatarausstattung aus Second Life geklaut werden. Ich rechne mit einer großangelegten Kampagne, um alle etablierten Meshbodys zu ersetzen.

Und die käme nicht von ungefähr: Am gestrigen Neujahrstag ist die Marke Slink geschlossen worden. Mit Slink Physique Male stirbt auch Adonis, der populärste männliche Meshbody im Hypergrid, mit Slink Physique Hourglass sterben Decadence-HG und BBHG, und für diese Bodys dürfte nun auch keine neue Meshkleidung mehr produziert werden. Sie sind nun definitiv Sackgassen.

Aber auch Athena ist schlichtweg alt inzwischen. Auch die letztes Jahr geklauten EvoX-Köpfe, -Skins und -Tattoos können nicht darüber hinwegtäuschen. Sie ist und bleibt eine Maitreya Lara von 2014. Entweder werden nun so übertriebene Bodys wie die jüngst importierten zum Standard, so daß auch eine ganz normale Athena – oder auch eine Ruth2 v4 – nicht mehr als erwachsen durchgeht. Athena Petite gilt ja jetzt schon quasi als Preteen-Body, obwohl sie eigentlich realistisch ist.

Oder irgendein Laden auf irgendeinem Grid wird demnächst einen „normaleren“ neueren weiblichen Meshbody nebst Kleidung herausbringen. Dann wird sich zeigen, ob allgemein an Athena festgehalten oder auf den neuen Body umgestiegen wird. Das heißt, es soll wohl schon eine neue Version von Maitreya Lara im Hypergrid geben, aber unter neuem Namen.

Die durch No-Transfer künstlich generierte Exklusivität wird anfangs bei der Ausbreitung ganz neuer Bodys hinderlich sein, weil sie nicht in allen möglichen Freebie-Stores zu finden sind, sondern in jeweils nur einem Laden, den man erst finden muß. Aber ich rechne damit, daß Freebie-Store-Betreiber per God Mode die No-Transfer-Einschränkung einfach aushebeln und die Bodys dann in ihren eigenen Läden anbieten werden. Und Kleidung läßt sich einfach copybotten und ist dann eh full-perm.

Bis zum Frühjahr 2023 dürften die ersten Drittläden den einstmals exklusiven Content anbieten. Womögich sind alle neuen Bodys bis zum Sommer sogar noch weiter verbreitet als Ruth2 v4 und Roth2 v2, die sich ja auch langsam von einem neuen Freebie-Store zum nächsten weiterverbreiten. Jeder will sie dann haben.

2024 wird man dann alte Freebie-Sims daran erkennen, daß sie immer noch Bodys und Kleidung aus den 2010ern anbieten, also auch Athena nebst Kleidung – außer es breitet sich auch eine neue Version von Maitreya Lara im Hypergrid aus. So manch eine neue Freebie-Sim wird diese Sachen ebenso ablehnen, wie etliche Sims sich heute schon weigern, die alten Klamotto-Sachen anzubieten – oder generell alles, was nicht geklaut ist.

Alte und nicht mehr gepflegte Freebie-Sims erkennt man dann daran, daß sie die neuen Body- und Kleidungsboxen nicht haben. Athena 6 und Adonis 4 hat sich ja auch fast jeder in nullkommanix an die Wände gehängt, der sich überhaupt noch um seine Freebie-Sim gekümmert hat.

Legale Kreationen aus und für OpenSim wird es, wie gesagt, weiterhin geben. Die Frage wird eher sein, einen wie schweren Stand sie gegen eine neue Welle von Diebesgut und die damit zwingend verbundene massive Werbung haben werden.

Natürlich werden sie weiterhin „Boutique-Artikel“ bleiben, die – full-perm oder nicht – fast ausnahmslos nur in den Läden ihrer Schöpfer zu finden sein werden und nicht in den großen gemischten Freebie-Stores. Ruth2 v4 und Roth2 v2 werden die großen Ausnahmen bleiben. Das, oder sie werden aus so manch einem Laden wieder rausgeworfen, erstens, weil sie „alt“ sind, zweitens, weil der Ladenbetreiber nirgendwo in seinem Laden ausdrücklich für sie geriggte Kleidung findet, und drittens, weil der Ladenbetreiber Platz für neue geklaute Sachen braucht.

Aber um ehrlich zu sein, wäre ich nicht überrascht, wenn 2023 aus gleich mehreren Richtungen regelrechte Kampagnen gegen legalen Content, insbesondere gegen legale Avatarausstattung starten würden, um den „Exklusivanbietern“ neuer Meshbodys genau das Oligopol zu verschaffen, das in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre die Copybotting-Mafia gern als Monopol gehabt hätte.

Während „Never Buy In OpenSim“ weiter genutzt werden würde in einem Versuch, kommerzielle Anbieter aus dem Hypergrid zu vertreiben, würde „Sharing Is Caring“ zu Grabe getragen. Zum einen widerspricht es den Exklusivitätsgelüsten der Meshbody-Hehler. Zum anderen könnte man es prima nutzen, um Full-Perm-Content als „alt“ und „minderwertig“ abzustempeln. Das würde auch auf vieles Legales abzielen, das, obwohl es nur an einem oder wenigen Orten verfügbar ist, durchaus full-perm ist.

Ich sehe auch regelrechte Propaganda gegen legale Avatarausstattung aufkommen, die sie durchweg als „häßlich“ bezeichnet. Diese würde mit einer derartigen Intensität betrieben, daß hunderte, tausende Neuankömmlinge darauf ebenso hereinfallen werden wie auf „Sharing Is Caring“ und „Never Buy In OpenSim“, vor allem solche, die vorher keine Erfahrungen in Second Life sammeln konnten und nicht wissen, daß der weit überwiegende Teil allen Contents im Hypergrid illegal von ebenda bezogen wurde.

Möglicherweise wird es gar automatisierte Sperren gegen „alte“, „häßliche“ Avatare geben, entweder simweit oder gridweit, jedenfalls installiert von den neuen Hehlern oder deren engerem Freundeskreis. Entweder werden alle Avatare mit bestimmten Meshbodys – vor allem sämtlichen legalen Meshbodys – oder anderen Anhängseln ausgesperrt. Oder man läßt von vornherein nur Avatare durch, die von Kopf bis Fuß ausgestattet sind mit Sachen, die frühestens 2022 aus Second Life gekommen sind, um damit auch Athenas zum Umstieg auf neue Exklusivbodys zu zwingen.

Aktuell scheint der Trend langsam wegzugehen von reiner Werbung auf OpenSimWorld und hin zu Teleportbahnhöfen in-world. Aber schon da sehe ich ab und an eine totale Verweigerungshaltung gegenüber Sims, die legalen Content anbieten – derweil nur zu gern Teleporter eingerichtet werden für Sims, die ausschließlich Illegales anbieten.

Um etwas optimistischere Töne anzustimmen: Vielleicht haben wir ja Glück, und die Kreativen OpenSims und ihre Anhänger sagen sich angesichts einer neuen Schwemme illegalen Contents: „Jetzt erst recht“, vernetzen sich und sorgen so für mehr Bekanntheit ihrer selbst und ihrer Produkte. Vielleicht wird es die schon länger geplanten Sammel-Freebie-Sims für ausschließlich legale Sachen geben. Vielleicht wird es auch Teleportbahnhöfe geben, von denen aus man auf schon länger existierende Sims von OpenSim-eigenen Schöpfern gelangt.

Ich weiß seit dem letztjährigen Kitely-Geburtstag, daß Ruth2 und Roth2 in Weiterentwicklung sind. Leider findet das Ganze hinter halbwegs verschlossenen Türen statt; die Meshes werden von ganz neuen Leuten bearbeitet, organisiert wird alles auf Discord, und auch auf GitHub passiert praktisch überhaupt nichts. Vielleicht haben wir ja Glück, und 2023 gibt es eine neue Ruth2; zumindest einen Bugfix würde ich mir wünschen. Mit einem neuen Roth2 rechne ich nicht, der dürfte vor einer grundlegenden Umgestaltung des Mesh stehen, denn mit ihm war niemand je so ganz zufrieden.

In der deutschsprachigen Community ist die Dominanz des Diebesguts generell weniger extrem und wird auch so bleiben. Hier gibt es einiges an Kreativität, wie ja die Modenschau gezeigt hat. Die wird unterstützt und respektiert; auch diejenigen, die ihre eigenen Avatare mit absolut nichts Legalem ausgestattet haben, stehen der Eigenkreativität der OpenSim-Nutzer aufgeschlossen gegenüber oder würden sie sogar weiter fördern. Ich meine, bei der Modenschau liefen einige Athenas mit, die aber trotzdem Produkte aus OpenSim trugen.

Natürlich liegt das daran, daß viele überhaupt nichts von dem mitbekommen, was im englischsprachigen Bereich passiert. Aber generell ist die Attitüde hier anders, auch weil viele eben selbst Leute kennen, die kreativ tätig sind. Wer aktiv versucht, gegen diese Kreativität oder die Verbreitung ihrer Erzeugnisse vorzugehen, wird auch weiterhin keine Mehrheit um sich scharen können. Und jegliche Versuche, Diebesgut als Eigenkreation anzupreisen, haben gute Chancen, entlarvt zu werden – zumal genau das letztes Jahr auch schon passiert ist.

Eine weitere Frage, die sich für 2023 stellen wird, ist: Wie geht es mit OpenSimWorld weiter?

Die Website ist ja im Grunde das Nervenzentrum des Hypergrid und der primäre, zentrale Treffpunkt der ansonsten komplett dezentralen OpenSim-Community. Ihr mangelt es aber vor alem an dreierlei: erstens besseren Regeln für die Community und die eingetragenen Sims, zweitens Moderatoren, um diese Regeln durchzusetzen, und drittens folglich Moderation in jeglicher Form. Es gibt nicht einmal eine Netiquette.

Lange haben die User das so hingenommen, weil es keine Alternativen gab. Letzten Monat ist aber das Thema der Benutzerzahlen hochgekocht, die künstlich hochgetrieben werden mit entweder permanent anwesenden Avataren oder frisierten Beacons, die NPCs als Avatare ansehen. Noch dazu bleiben auch persönliche Angriffe, sogar mit nur zu offensichtlichen Sockenpuppen, ebenso völlig ungeahndet wie andere faule Tricks, die eigene Sim mehr ins Rampenlicht zu rücken.

Das führt dazu, daß mehr und mehr User von OpenSimWorld die Schnauze voll haben. Ganze Grids haben sich inzwischen von da zurückgezogen, in Bälde folgt wohl auch das neue I Love You Grid, das aus einer Anzahl an Sims auf ZetaWorlds hervorgegangen ist. Angeblich soll es schon Alternativen zu OpenSimWorld geben, aber zum einen sind mir immer noch keine bekannt, und zum anderen werden die nicht jetzt schon denselben Funktionsumfang haben.

Was nicht ist, kann sehr wohl noch werden. Die langsam, aber stetig steigende Anzahl an Teleportbahnhöfen könnte ein Zeichen dafür sein, daß man allgemein versucht, zumindest den Simkatalog-Teil von OpenSimWorld in Eigenregie zu ersetzen. Das ist zwar weit von den Möglichkeiten von OpenSimWorld entfernt, aber bevor es OpenSimWorld gab, waren Teleportbahnhöfe in Verbindung mit Landmarken probate Mittel der Bewegung durchs Hypergrid. Aber auch menügesteuerte Teleporter könnten durchaus fröhliche Urständ feiern.

All diese Lösungen haben wohlgemerkt denselben Nachteil: Es obliegt ihren Eigentümern, dafür zu sorgen, daß sie aktuell bleiben. Das heißt, die Eigentümer müssen von sich aus immer wieder testen, ob die eingetragenen Teleportziele noch da sind und noch so sind wie beschrieben. Wenn so etwas die Dimensionen von Spike Sols Weltraumbahnhof annimmt, ist praktisch unvermeidlich, daß es auch so schnell veraltet wie der Weltraumbahnhof, weil man einfach mit Überprüfen und Pflege nicht hinterherkommt. OpenSimWorld hatte immer den Vorteil, daß sich die Simbetreiber komplett selbst um ihre Einträge kümmern können.

Zu guter Letzt bietet sich als Treffpunkt der globalen Community das Fediverse an. Ein weiterer Trend, der 2022 begann und sich dieses Jahr sicherlich fortsetzen wird, ist dessen Wachstum, vor allem auf Mastodon. Nicht nur viele Second-Life-Nutzer tummeln sich da schon, sondern auch eine allmählich steigende Anzahl an OpenSim-Nutzern. Es gibt sogar eine eigene Mastodon-Instanz für OpenSim-Nutzer.

Alles in allem könnte 2023 auch für OpenSim ein Jahr des Aufbruchs und der Umwälzungen im positiven Sinne werden. Man darf gespannt bleiben.

#OpenSim #FürFortgeschrittene #Kolumne

 
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from Star Trek Tagebuch

StarTrekTagebuch, 8. Eintrag TNG S01F09 (The Battle): SpoilerAlert

In dieser Folge wird Captain Picard von seiner Vergangenheit eingeholt und wir treffen unsere liebsten Kapitalistenschweine wieder, die Ferengi.

Diese haben um ein Treffen mit der Enterprise gebeten und nachdem sie sie erstmal drei Tage haben warten lassen, treffen sich DaiMon Bok (der Captain der Ferengi) und seine Offiziere mit der Crew der Enterprise.

Als sie sich vorstellen, ist mir etwas ungewöhnliches aufgefallen: Riker wird von Picard als First Officer vorgestellt, also quasi sein Stellvertreter und dann aber Lt. Commander Data als “second” in command. Das hat mich verwirrt. Hätte nicht Riker das Kommando, wenn Picard irgendwas zustößt? Und wäre Data dann nicht “third” in command nach Picard und Riker? Whatever.

Es stellt sich heraus, dass die Ferengi das alte Schiff von Picard die “Stargazer” (btw, gleich mal den gleichnamigen Rainbow-Song anmachen, der ist echt gut) gefunden haben, welches nach einer Schlacht mit einem unbekannten Schiff evakuiert werden musste. Die Ferengi wollen es jetzt dem “Helden von Maxia” (gemeint ist Picard) zurückgeben. Picard hat, wie sich herausstellt, als Captain der Stargazer einst ein unidentifiziertes Raumschiff zerstört, welches ohne Ankündigung angriff und dabei zum ersten Mal das nach ihm benannte Picard-Manöver ausgeführt.

Dieses Raumschiff war von den Ferengi, wobei DaiMon Bok den Vorfall, als bedauerlichen Unfall abtut und nun das alte Schiff quasi als ein Friedensangebot als Geschenk (Schnappatmung bei den anderen Ferengi) übergeben will. Picard wird währenddessen immer wieder von starken Kopfschmerzen und Halluzinationen geplagt, die große Sorge bei Dr. Chrusher auslösen.

Speaking of Medizin in StarTrek:

In dieser Folge wird konkret über den mdeizinischen Fortschritt gesprochen, der in der Zukunft von StarTrek vorherrscht. Leichte Erkrankungen, wie ein grippaler Infekt, kommen so gut wie gar nicht mehr vor und auch Kopfschmerzen treten nicht einfach so auf, sondern haben eine ernste Ursache, weshalb Dr. Chrusher auch so besorgt ist.

Es gibt sofort wirkende Schmerzmittel und das Gehirn ist genau kartiert. Dennoch existieren immer noch bedrohliche Krankheiten, wie z.B. die, gegen die in einer früheren Folge (Code of Honor) ein Impfstoff besorgt werden musste und auch Protesen z.B. gegen die angeborene Blindheit von La Forge, sind nicht ohne Nebenwirkungen. Eine große Bedrohung bleiben auch unerforschte Dinge, wie die Gravitationseffekte in “The Naked Now” oder wie in dieser Folge, fremde Technologie zur Gedankenkontrolle.

Zurück zur Folge: Genau so eine Technologie wird nämlich von DaiMon Bok genutzt, der – surprise, surprise – nicht die besten Intentionen hatte, sondern seinen Sohn rächen will, der auf genau dem Schiff gewesen ist, dass von Picard zerstört wurde. Mit einer Art Kugel, die die Gehirnaktivität von Picard manipuliert, löst er nicht nur Kopfschmerzen aus, sondern bringt Picard dazu, sich auf die Stargazer zu beamen und gaukelt ihm vor, die Enterprise wäre das angreifende Ferengi-Schiff von damals. Als Picard das Picard-Manöver erneut ausführen will, rettet ma boy Data mal wieder den Tag.

So wie ich es verstanden habe, bedeutet das Picard-Manöver, dass man kurzzeitig auf hohe Warpgeschwindigkeit springt und dann vor dem feindlichen Schiff wieder auftaucht. Da die Sensoren dabei mit einer kleinen Verzögerung reagieren, erscheint das gesprungene Schiff wie an zwei Orten gleichzeitig und die Waffensysteme feuern auf den so erzeugten Decoy, statt auf das echte Schiff, was einem selbst Zeit zum feuern verschafft.

Da es bis dato keine Verteidigung dagegen gibt, da man nicht wissen könne, welches das Echte ist (wäre das nicht immer das, was näher am feindlichen Schiff ist? 🤔), lässt Data seine Prozessoren heiß laufen um fix eine Strategie zu entwickeln. Er kommt darauf, dass das echte Schiff durch seine Masse, eine Kompression der Spurengase im Vakuum auslöst, durch die man es identifizieren könne, wenn es auftaucht. Riker (der jetzt das Commando hat) nutzt diese Information natürlich nicht, um die Stargazer ins Vakuum zu ballern, sondern er fängt das Schiff mit einem gezielten Traktorstrahl ein. Picard schafft es danach, die Gedankenkontrolle zu überwinden und zerstört die Kugel, den “Thought Maker” mit seinem Phaser.

Der erste Offizier der Ferengi Kazago hat unterdessen DaiMon Bok das Kommando entzogen, da persönliche Blutrache bei den Ferengi offenbar nicht als profitabel angesehen wird. Damit wird der Tag mal wieder gerettet und wahrscheinlich geht jetzt neben dem Picard-Manöver auch die Data-Verteidigung in die Lehrbücher der Starfleet ein. 🖖

 
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from Star Trek Tagebuch

StarTrekTagebuch, 7. Eintrag TNG S01F08 (Justice): SpoilerAlert

Anders als ich erwartet habe geht es diesmal nicht mit den Antica und den Selay weiter. 🤷‍♂️

Stattdessen wird es wieder philosophisch. Nachdem die Enterprise einige Siedler auf einem Planeten abgesetzt hat, entdeckt die Crew einen weiteren Planeten im System, der allerdings schon bewohnt ist. Die Edo sind komischerweise (und weil Kostürme teuer sind) wieder sehr menschenähnlich.

Als die Delegation der Enterprise, bestehend aus Riker, Worf, Yar und Wesley, runterbeamt wird, begegnet ihnen diesmal kein Abriss des vorkolonialen Afrikas, sondern leichtbekleidete Hippie-Arier, die allem Anschein nach zu jeder Gelegenheit vögeln wie die Bonobos. Der Friede ist allerdings trügerisch, denn die Crew an Bord der Enterprise entdeckt eine Art sureale Raumstation im Orbit des Planeten, die von höher entwickelten und mehrdimensionalen Wesen (ähnlich dem Traveler) gesteuert wird und mit Data in Verbindung tritt und Informationen austauscht.

Auf der Oberfläche schlägt die paradiesische Stimmung bald um, als Wesley beim Spielen mit einheimischen Kindern über eine Barriere fällt und ein paar Pflanzen zerstört.

Wie sich herausstellt, ist der Preis für das friedliche Leben der Edo ein drakonisches Gesetz, nachdem jeden Tag in einem bestimmten Bereich des Planeten jedes Verbrechen mit dem Tod bestraft wird. Also egal ob du jemanden umbringst oder etwas stiehlst, zack Todesspritze, falsch geparkt, Todesspritze, alte Leute nicht gegrüßt, gues what: Todesspritze. Oder eben wie Wesley ein paar Blumen zertreten.

Statt die Gelegenheit zu nutzen, ein nerviges Kind weniger an Bord zu haben, versucht Picard natürlich sein möglichstes, um ihn zu retten. Dabei kommt er in Konflikt mit Dr. Crusher, die an ihrem Sohn zu hängen scheint, der Prime Directive, die es verbietet, sich über Gesetze einer fremden Spezies einfach hinwegzusetzen und schließlich auch mit der Überspezies im Orbit, die die Edo als Gott sehen und die jede Einmischung in die Entwicklung ihrer “Kinder” als Aggression auffasst.

Speaking of Hochentwickelte Spezies:

Gerade mal acht Folgen StarTrek und es sind schon etliche Spezies und Entitäten aufgetaucht, die wesentlich höher entwickelt und/oder mächtiger sind als die Menschen dieser fiktiven Zukunft.

Um nicht den Überblick zu verlieren, rekapituliere und zähle ich die hier mal auf und ordne sie mit meinem bisherigen Wissen ein. Am nützlichsten ist hierbei wohl die, nach einem russischen Astronomen benannte Kardaschow-Skala. Sie ordnet Zivilisationen nach dem Grad ihrer Energiegewinnung. Dabei wäre:

Stufe 1: Die Zivilisation kann die komplette verfügbare Energie ihres Planeten erschließen.

Stufe 2: Die Zivilisation hat komplette Kontrolle über die Energie ihres Sonnensystems (z.B. mit einer Dyson-Sphäre)

Stufe 3: Die Zivilisation hat Kontrolle über die komplette Energie ihrer Galaxis.

Carls Sagan hat die aktuelle Menschheit bei ca. 0,7 eingeordnet. Die Menschheit wie sie in StarTrek auftritt, bzw. die UFP schätze ich mal auf 1,5-1,8. Mehrdimensionale Wesen sind natürlich hier schwer einzuordnen, aber ich schätze jetzt einfach mal ein: In der Reihenfolge wie sie bisher aufgetaucht sind:

“Q” (>= 3): Unklar ob es sich dabei um ein einzelnes Wesen oder ein Kollektiv handelt, ist diese Entität die wohl bisher mächtigste. Müheloses interstellares Reisen, Gedankenkontrolle, scheinbar unbegrenzte Macht. Auch wenn nicht klar ist, woher Q seine Energie bezieht, defintiv ein 3er Kanditat.

Tkon (~2,3 auf der Höhe ihrer Macht): eine Zivilisation, die offenbar einst viele Sternensysteme beherrschte, über die allerdings sonst wenig bekannt ist.

Traveler (2-3): wie gesagt, schwer einzuschätzen, aber mit der Fähigkeit sogar über die Grenzen von Raum und Zeit zu reisen auch eher ein 3er Kandidat.

Energiewolke (~2): da dieses Wesen aus reiner Energie besteht, stellt sich natürlich die Frage, wie viel Energie genau? Mmn aber auf jeden Fall um 2 herum.

Edo Gods (>2): auch mehrdimensional und in Kontrolle über einen ganzen Sternencluster.

Zurück zur Folge:

Die Götter der Edo veranschaulichen in dieser Folge ein alternatives Verhalten, weniger entwickelten Spezies gegenüber. Im Gegensatz zur Prime Directive steuern sie die Entwicklung ihrer “Kinderspezies” und beschützen sie. Das heißt nicht, dass dieser Weg in irgendeiner Hinsicht besser oder schlechter wäre. Mit der Prime Directive sichert man zwar die Autonomie anderer Spezies, geht aber auch das Risiko ein, dass eine räuberische Spezies sich zu einer potentiellen Gefahr entwickelt.

Die Edo Götter herrschen natürlich paternalistisch, vermeiden aber so vielleicht viel unnötiges Leid. Man stelle sich die Frage, ob wir als Menschheit es akzeptieren würden, uns unter die Herrschaft einer hochentwickelten, wohlmeinenden Alien-Spezies zu stellen, wenn diese dafür Krieg, Hunger und Leid für immer beseitigt? Ich könnte das nicht auf die Schnelle entscheiden.

Zum Schluss gelingt es Picard und Riker, die Edo Götter zur Einsicht zu bewegen, dass Gesetze sich nie absolut setzen lassen und dass man Gesetze die man sich als Spezies oder Kollektiv gegeben hat, niemandem außerhalb aufzwingen sollte. Wesley wird gehen gelassen und Picard beschließt, die Menschen von der anderen Kolonie wegzuholen, um einen weiteren Konflikt zu vermeiden.🖖

 
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from El rincón más soleado.

Acabo de leer “Crimen y castigo”, de Dostoyevski, que me bajé al libro electrónico desde la web de Textos.info.

De vez en cuando me gusta meterme en la lectura de novelas enjundiosas, monumentos de la literatura universal, y también procuro salirme de la esfera literaria anglosajona, tan hegemónica, y a la que me resulta especialmente difícil sustraerme por ser aficionado a la ciencia ficción. Así que le llegó el turno a “Crimen y castigo”. Además la lectura tenía la pizca de morbo de leer literatura rusa en este tiempo de tambores de guerra.

La lectura fue exigente, puede que en parte porque la traducción era antigua (por eso estará en dominio público) y vete tu a saber si era una traducción directa del ruso al castellano, porque antiguamente era frecuente que la literatura rusa llegara a España traducida de traducciones francesas, lo que generaba cierto efecto de teléfono escacharrado.

A la historia le encontré la dificultad adicional de que Raskolnikoff, el protagonista, me caía bastante gordo, con esa mezcla de prepotencia y debilidad, un tipo bastante majarón, sin quitar el hecho de que cometa asesinato como si fuera una especie de experimento filosófico y que trate a la pobre Sonia de una manera completamente irrespetuosa, lo que quizá era una situación realista en el marco de las relaciones entre sexos en el siglo XIX. Cuando el protagonista de una novela me cae mal (como en las novelas de Evelyn Waugh) la lectura se me pone bastante cuesta arriba. Con Raskolnokoff me pasó un poco como con el protagonista de “El lobo estepario”, de Hermann Hesse, que era un chiflado de primera categoría, pero mientras que con “El lobo estepario” tiré la toalla abandonando la novela, “Crimen y castigo” me pareció suficientemente intesesante para persistir en su lectura a pesar de la antipatía que me generaba el protagonista y del lenguaje un tanto artificioso de la traducción.

Desde luego la novela tiene profundidad psicológica, los diálogos entre los personajes son sofisticados y la visión de las relaciones en la sociedad humana bastante descarnada pero compleja. Llama la atención que muchas reflexiones sobre la moral tienen bastantes puntos en común con el pensamiento de Nietzsche, pero esta novela es anterior al Nietzsche filósofo, de manera que probablemente eran ideas que flotaban en el ambiente de la cultura europea, que estaban en el zeitgeist, un poco la consecuencia de la caída o al menos cuestionamiento del marco moral del Antiguo Régimen, a consecuencia de la Revolución Francesa, las guerras napoleónicas y el desarrollo de la ciencia.

Concluyendo, la novela me supuso cierto esfuerzo y me exigió cierta persistencia para leerla, pero este tipo de lectura de monumentos literarios, aunque no sean siempre fáciles, suelen resultar fructíferas y satisfactorias, como quien escala una montaña.

 
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from Star Trek Tagebuch

StarTrekTagebuch, 6. Eintrag TNG S01F07 (Lonely Among Us): SpoilerAlert

Puh, über die Folge gibt es viel, was mir duch den Kopf schießt, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Also die Handlung beginnt damit, dass die Enterprise zwei Delegationen verfeindeter Spezies, die Antica und Selay, nach Paliarment (einen neutralen Planeten) bringen soll, da dort über einen Frieden und über die Aufnahme in die “United Federation of Planets” verhandelt werden soll, um die sich beide Spezies beworben haben.

Ich dachte bisher, die sog. “Starfleet” wäre die Bezeichnung für die Fraktion der Menschen und ihren Verbündeten, wobei die wahrscheinlich eher, wie der Name schon sagt, die Flotte oder Executive darstellt und die UFP den Planetenbund, also so etwas wie eine interstellare UN.

Die Antica und Selay bieten ein weiteres interessantes SciFi-Motiv: was passiert, wenn sich in einen Sonnensystem zwei intelligente Spezies unabhängig voneinander, aber zur selben Zeit entwickeln?

Man stelle sich vor, wir hätten mit Beginn der Weltraumforschung eine ähnliche Zivilisation wie die unsere auf dem Mars entdeckt. Wie hätten wir reagiert? Hätten die USA und Sowjetunion ihren Konflikt beigelegt, um gemeinsam Kontakt aufzunehmen? Hätte man sie als Bedrohung angesehen? Hätten sie uns als Bedrohung gesehen? Die Antica und Selay sahen sich offenbar gegenseitig als Bedrohung und sind beide wohl nicht wirklich zu einem Frieden bereit.

Abgesehen davon, eine andere kleine Sache, über die ich sehr positiv überracht war, war Rikers Reaktion auf die kulinarischen Gepflogenheiten der Antica, die verlangt haben, lebende Nutztiere an Bord zu beamen, um sie frisch zu schlachten. Um die Verwirrung Yars darüber zu erklären, sagt er nur:

“We no longer enslave animals for food purposes.”

Die Materie-Energie-Wandler, die zum Beamen genutzt werden, sind wohl auch in der Lage organische Rohstoffe in beliebige Nahrung zu verwandeln, ohne dass ein Tier dafür getötet werden muss. Natürlich haben wir heute noch nicht dieselbe Technik, aber wenn man sich Sachen wie Beyond Meat anschaut, bin ich optimistisch, dass auch wir es in naher Zukunft nicht mehr für notwenig halten müssen, Tiere für unser Essen zu töten. Um so erstaunter bin ich, dass schon für die Macher von StarTrek vor 40 Jahren, eine vegane Ernährung offenbar Teil ihres optimistischen Zukunftsbildes war.

Da ich TOS nicht geschaut habe, interessiert mich, ob dieses Thema schon vor TNG angesprochen wurde?

Zurück zur Handlung: Während die Crew der Enterprise damit beschäftigt ist, dass sich die beiden Delegationen nicht an die Gurgel gehen, durchfliegt das Schiff auf dem Weg nach Parliament eine eigenartige Energiewolke. Etwas davon scheint unbemerkt auf die Enterprise zu gelangen und von den Crewmitgliedern Besitz zu ergreifen. Als eine Art Kurzschluss springt es über die Sensoren erst auf Commander Worf, dann auf Dr. Crusher und noch auf andere, bis es schließlich Picard erreicht. Das Wesen scheint besonders an ihm interessiert, da auch es sich nach Wissen und Erkundung sehnt. Der besessene Picard lässt das Schiff wenden, lähmt die anderen Crewmitglieder und beamt sich in die Wolke, um sich mit ihr zu vereinigen.

Speaking of Beamen:

So wie ich es bisher mitbekommen habe, funktioniert der Transport über kurze Distanzen in StarTrek als eine Art der Teleportation. Da Materie und Energie im Grunde genommen dasselbe sind, zerlegt der Transporter beim Beamen eine Person (oder auch Essen) in ein Energie-Schema, welches sich per Lichtgeschwindigkeit übertragen und an einem anderen Ort wieder zusammensetzen lässt.

Zwei Sachen sind hierbei interessant: 1. Monismus bzw. Materialismus im Bezug auf das Bewusstsein. Sprich, eine Person besteht einzig und allein aus der Summe ihrer Moleküle, ein Bewusstsein ist direkt an die Materie des Körpers gebunden und eine davon unabhängige “Seele” existiert nicht. Das sehe ich übrigens genauso, nur weiß ich, dass die meisten anderen Menschen, gerade Religöse, dem wohl vehement widersprechen würden.

  1. Wie verhält es sich mit dem Energieschema, welches nun den gesamten “Bauplan” eines Menschen oder eines Gegenstandes speichert? Ist dieses Schema einzigartig und wird bei der Rematerialisierung quasi verbraucht oder ist es mit zusätzlichem Energieaufwand vielleicht sogar duplizierbar? Wenn man mehrere Picards materialisieren könnte, welcher wäre der “Echte”? (Ich bin mir fast schon sicher, dass wird in zukünftigen Folgen ein Thema)

In dieser Folge passiert beim Beamen etwas sehr interessantes: der besessene Picard beamt sich wie gesagt von der Enterprise in die Wolke, aber ohne sich dort wieder zu rematerialisieren, sondern nur als Energie-Schema. Die Vereinigung mit diesem Wesen (ich musste da übrigens die ganze Zeit an den intelligenten Ozean aus Stanislaw Lems Solaris denken) scheint nicht zu funktionieren und der Energie-Picard versucht nach ein paar Stunden wieder in das Schiff zu gelangen.

Die Rematerialisierung klappt auch, aber interessanterweise nur auf das letzte bekannte Schema, wie auf einen alten Speicherstand, bei dem der aktuelle Fortschritt verloren geht. Der rematerialiserte Picard hat also keine Erinnerung an die Zeit in der Wolke, technisch gesehen, war dieser Picard auch nie dort.

Also der Beamer bietet wohl das Potential einige paradoxe Geschehnisse auszulösen. Ich bin gespannt auf die weiteren Folgen und ob der Konflikt zwischen den Antica und den Selay vielleicht doch noch gelöst werden kann. 🖖

 
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