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    <title>FürAnfänger &amp;mdash; Aus Hypergrid und Umgebung</title>
    <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/tag:FürAnfänger</link>
    <description>Ein Blog über OpenSimulator und andere virtuelle Welten</description>
    <pubDate>Thu, 16 Apr 2026 03:30:24 +0200</pubDate>
    <item>
      <title>Alts: Ein Nutzer, mehrere Avatare</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/alts-ein-nutzer-mehrere-avatare</link>
      <description>&lt;![CDATA[Alts sind ein Phänomen, das es sehr häufig in Online-Spielen, -Diensten und -Welten gibt. „Alt“ steht für „alternate character“ oder „alternate account“ und meint in Online-Welten einen Alternativ-Avatar, also einen Avatar, den man zusätzlich zum schon existierenden anlegt. !--more--&#xA;&#xA;Schon in Second Life sind Alts weit davon entfernt, unüblich zu sein. Auch wenn das Ausstatten eines jeden Avatars normalerweise eine ziemliche Stange Echtgeld kostet, sind Alts so populär, daß Linden Labs immer wieder neue Methoden eingeführt hat, um die Alt-Flut unter Kontrolle zu bekommen. Und immer wieder aufs Neue wurden diese Methoden umgangen.&#xA;&#xA;In OpenSim sind Alts noch weiterverbreitet, denn jegliche Restriktionen in Second Life fehlen. Erstens kosten Avatare im allgemeinen kein Geld; man muß in einen neuen Avatar nur Zeit und Mühe investieren – und nicht noch zig Euro, bis er annehmbar aussieht. Zweitens schränkt wohl kein Grid die Zahl der Avatare ein, die man da pro Nase registrieren darf, auch wenn einige es nicht gern haben, wenn man Alts hat. Und drittens gibt’s ja mehr als nur ein Grid, so daß man sogar mehrere Avatare mit demselben Namen haben kann – im Prinzip einen pro Grid.&#xA;&#xA;Im allgemeinen kann man unterscheiden zwischen zwei Arten von Alts: Alts mit derselben Identität wie ein schon vorhandener Avatar und Alts mit einer völlig neuen Identität.&#xA;&#xA;Alts mit schon existierender Identität&#xA;&#xA;Die in OpenSim bekannteste Form des Alt ist die Kopie eines schon vorhandenen Avatars. Sie ist deswegen am bekanntesten, weil sie mit Abstand am leichtesten zu identifizieren ist.&#xA;&#xA;Es gibt sie praktisch – und unter Beibehaltung des exakt selben Namens tatsächlich – eben nur in OpenSim im Hypergrid, wo man denselben Namen ja einmal pro Grid verwenden kann. In Second Life ginge es nur mit einer leichten Variation des Vornamen. Sinnvoll wäre es nur, um irgendwelche persönlichen Sperren ohne Identitätsverlust umgehen zu können. In Second Life muß man ja auch keinen neuen Avatar anlegen, wenn man bei einer Heirat den Nachnamen des Partners angenommen hat, weil man seinen Anzeigenamen ändern kann.&#xA;&#xA;Grundsätzlich geht diese Art von Alt in OpenSim einher mit der Übernahme sowohl des Aussehens als auch des halben oder, noch häufiger, ganzen Namens des schon vorhandenen Avatars. Es gibt natürlich Nutzer, die ihre Alts unterschiedlich gestalten und trotzdem gleich nennen.&#xA;&#xA;Wenn der ganze Name übernommen wird, dann geht das einher mit einem Gridwechsel. Man kann ja keine mehreren Avatare mit demselben Namen im selben Grid haben. Aber man kann einen Avatar mit einem Namen, den man schon nutzt, in einem anderen Grid anlegen. In demselben Grid braucht man einen zumindest teilweise anderen Namen; das kommt am ehesten nach Hochzeiten vor.&#xA;&#xA;Aber warum?&#xA;&#xA;Und damit wären wir bei den Gründen, warum man einen neuen Avatar anlegt mit derselben Identität wie meistens der eigene Hauptavatar.&#xA;&#xA;Einer der Hauptgründe ist der Gridumzug. Sagen wir, das Grid, auf dem man bisher tätig war, gefällt einem nicht mehr. Die Admins fällen unschöne Entscheidungen. Oder sie haben den Laden nicht mehr im Griff. Das ganze Grid hat mehr und mehr Bugs, die obendrein nicht mal behoben werden. Irgendein Feature, das man bisher gern genutzt oder gar gebraucht hat, fällt weg. Man hat sich mit den Admins in die Wolle gekriegt. Die Sim-Miete, die schon unverschämt teuer war, wird unbezahlbar. Die Admins haben angekündigt, das Grid zu schließen. Oder es ist woanders ganz einfach schöner.&#xA;&#xA;Jetzt kann man aber nicht einfach mit einem ganzen Avatar von einem Grid in ein anderes umziehen. Man hat nur eine Möglichkeit: Man muß im neuen Grid einen ganz neuen Avatar anlegen. Dem kann man dann aber denselben Namen geben wie dem bisherigen Avatar. Nun muß man dem neuen Avatar „nur noch“ dasselbe Aussehen wie dem bisherigen geben, was meist im wesentlichen mit dem Weiterreichen von Inventarinhalten erledigt werden kann.&#xA;&#xA;Meistens endet dies damit, daß der neue Avatar zum neuen Hauptavatar erklärt und der bisherige zum Alt herabgestuft wird. Aber auch dann hat man einen Alt – außer wenn das bisherige Heimatgrid schließt. Übrigens sollte man vor einer Gridschließung beim betroffenen Avatar alle Freundschaften und Gruppenmitgliedschaften löschen. Die Freunde und Gruppen werden einen sonst, wenn das Grid erst weg ist, nicht wieder los. Natürlich sollte man, sofern sinnvoll, sie davor wiederum mit dem neuen Hauptavatar neu anlegen.&#xA;&#xA;Manche Nutzer haben Alts mit derselben Identität in etlichen Grids gleichzeitig. Das hat oft mit schlechten Erfahrungen beim Hypergridden zu tun, so daß sie lieber einen Avatar „vor Ort“ haben, als immer einen aus einem ganz anderen Grid zu holen. Oder sie betreiben Sims und/oder Shops in mehreren Grids und müssen daher da jeweils mit einem eigenen Avatar zugegen sein.&#xA;&#xA;Ein anderer Grund ist Redundanz: Falls das Grid, in dem man seinen Hauptavatar hat, mal offline sein oder andere technische Probleme haben sollte, hat man immer noch einen mehr oder weniger identischen Avatar in einem anderen Grid zur Verfügung. Man kann also weiterhin Events im Hypergrid besuchen, Freunde treffen usw. Außerdem kann man Eigenkreationen und andere essentielle, schwer wiederzubeschaffende Teile des Inventars als Kopien beim Alt lagern, sofern sie kopier- und transferierbar sind.&#xA;&#xA;Noch ein Grund wäre Tarnung: Alts haben ja nicht automatisch dieselbe Freundesliste. Mit einem Alt kann man online gehen und sich in Ruhe irgendwo herumtreiben, ohne daß die eigenen Freunde es bemerken. Man sollte diesen Alt natürlich vor ihnen geheim halten und vor allem sie nicht auch zu Freunden des Alt machen.&#xA;&#xA;Eine Variation ist „selber Vorname, selbe Identität, selbes Aussehen, anderer Nachname“. Das tritt nach Hochzeiten auf, wenn die eigene Identität diejenige ist, die den Nachnamen des Ehepartners annimmt – oder wenn man nach einer Scheidung einen neuen oder wieder seinen alten Nachnamen braucht. In Second Life würde man dafür einfach den Anzeigenamen ändern. In OpenSim geht das in den allermeisten Grids nicht, und man kann den Nachnamen nur mit einem ganz neuen Avatar ändern. Der aber kann in einem Grid residieren, in dem man schon einen Avatar mit ansonsten derselben Identität hat.&#xA;&#xA;Alts mit neuer Identität&#xA;&#xA;Ein Alt mit neuer Identität ist keine „Kopie“ eines vorhandenen Avatars mit hinreichend geändertem oder gänzlich neuem Namen, sondern eine komplett neue Person mit eben komplett neuer Identität. Selbst das Geschlecht muß nicht vom Hauptavatar übernommen werden.&#xA;&#xA;Das ist übrigens noch ein Grund mehr, warum aus dem Geschlecht eines Avatars nicht immer ein sicherer Rückschluß auf das Geschlecht des Nutzers hinter dem Avatar gezogen werden kann: Ein weiblicher Avatar könnte ein Female Alt eines Mannes – oder einer Frau – mit männlichem Hauptavatar sein. Umgekehrt könnte ein männlicher Avatar ein Male Alt einer Frau – oder eines Mannes – mit weiblichem Hauptavatar sein.&#xA;&#xA;Je nachdem, warum man sich diese Art von Alt anlegt, kann man sich auch entscheiden, ob – und wenn ja, wie – man sein Umfeld wissen läßt, daß das ein Alt von einem selbst ist. Man kann es offen sagen, man kann es jedem unter die Nase reiben, man kann es ganz geheimhalten, oder man kann subtile Hinweise geben, damit die Leute es merken, ohne daß man es lautstark herausposaunt.&#xA;&#xA;Außerhalb des Hypergrid, also etwa in Second Life und anderen Online-Welten, aber auch in OpenSim-Grids, die nicht im Hypergrid sind, gibt es fast nur diese Sorte Alt.&#xA;&#xA;Sinn und Zweck des Ganzen&#xA;&#xA;Für einen Alt mit neuer Identität kann es einiges an Gründen geben.&#xA;&#xA;Einer der häufigsten Gründe ist auch hier wieder Tarnung, aber in größerem Maßstab: Man kann sich in-world bewegen, ohne daß jemand, den man kennt, es bemerkt. Es gab beispielsweise schon Fälle, wo jemand seinen In-World-Partner der Untreue verdächtigte und ihm mit einem Alt nachspionierte. Man kann sich auch an Orte begeben, wo der eigene Hauptavatar eine persona non grata ist. So etwas geht natürlich nur, wenn geheim bleibt, wessen Alt dieser Alt ist.&#xA;&#xA;Alts mit einem anderen Geschlecht als der Hauptavatar haben auch häufig experimentelle Gründe. Modeschöpfer, die sowohl Damen- als auch Herrenmode machen – so selten die in OpenSim auch sind –, haben beispielsweise häufig Avatare beiderlei Geschlechts, um ihre Kleidung testen zu können. Vielleicht will man aber auch generell ausprobieren, wie ein Avatar des anderen Geschlechts funktioniert, wie es ist, so einen Avatar zu bauen und auszustatten. Oder man möchte selbst sehen, wie ein Avatar des jeweils anderen Geschlechts bei anderen wirkt.&#xA;&#xA;Fallstricke bei der Trennung zwischen Hauptavatar und Alt&#xA;&#xA;Wie ich schon schrieb: Man kann offen zugeben, daß dieser Avatar ein Alt von einem selbst ist bzw. von welchem Avatar „man“ ein Alt ist. Man kann auch Hinweise darauf geben. Oftmals spielen die Leute um einen herum ja auch mit und behandeln die beiden Avatare wie separate Personen.&#xA;&#xA;Häufig aber will man aber beides nicht und statt dessen die Verknüpfung zum jeweils anderen Avatar geheimhalten. Und damit fangen die Schwierigkeiten an. Denn es gibt mehr Dinge, die einen Avatar als einen Alt eines bestimmten anderen Avatars erkennbar machen können, als man glaubt.&#xA;&#xA;Die Online-Zeiten der beiden Avatare scheinen in irgendeiner Verbindung zueinander zu stehen. Beispielsweise ist oft genau einer von beiden online, aber nie beide gleichzeitig.&#xA;&#xA;&#x9;Wenn ein Avatar z. B. fast jeden Abend online ist, aber genau an den Abenden, wenn er offline ist, ist „zufällig“ der andere Avatar online, dann fällt das auf. Oder wenn öfters einer der beiden Avatare online geht, und nur Sekunden oder maximal ein, zwei Minuten früher ist der jeweils andere gerade offline gegangen, dann fällt das auch auf.&#xA;&#xA;&#x9;Oder beide sind zur Abwechslung gleichzeitig online, aber beide sind fast gleichzeitig online gekommen und gehen am besten auch noch fast gleichzeitig offline.&#xA;&#xA;&#x9;In dem Augenblick, wo die beiden auch nur einen gemeinsamen Freund haben, wird es dafür einen Zeugen geben, dem das auffällt. Vielleicht nicht beim ersten Mal – beim fünften Mal in Folge aber sehr wohl.&#xA;&#xA;Die Namen der Avatare folgen demselben oder einem ähnlichen Schema.&#xA;&#xA;Die Avatare sind von der Machart sehr ähnlich. Vor allem haben sie beide gemeinsame Elemente, die sonst eher selten sind.&#xA;&#xA;&#x9;Das kann eine realistische Körpergröße sein. Das können eher obskure Meshbodys sein (besonders, wenn beide Meshbodys vom selben Schöpfer stammen oder gar beide den gleichen Body haben). Das können gewisse eher obskure oder unpopulärere Kleidungsstücke sein. Das können ähnliche Kleidungsstile sein, z. B. zwei weibliche Avatare, die beide gern längere Röcke tragen, obwohl man die nur ganz selten auf ganz wenigen Freebie-Sims findet. Das können stilistisch ähnliche Einträge im Profil sein. Das kann bei weiblichen Avataren der Verzicht auf die sonst üblichen aufgeblasenen Schlauchbootlippen in permanenter Kußstellung sein. Bei weiblichen Avataren kann das auch die häufige Anpassung der Fußstellung sein, statt die Füße einfach immer auf „high“ gestellt zu lassen.&#xA;&#xA;&#x9;Wenn beide Avatare gemeinsame Bekannte haben, also Dritte, die beide immer mal wieder sehen, dann könnten die es merken.&#xA;&#xA;Solche gemeinsamen Bekannten werden auch Verhaltensweisen bemerken, die beide Avatare gemeinsam haben, die auch eher selten sind.&#xA;&#xA;&#x9;Das kann eine ähnliche Schreibweise im Chat sein. Das kann sein, daß beide Avatare gern zu Fuß gehen, wenn sie auch teleportieren könnten. Das kann sein, daß beide Avatare auf Partys immer Tänze passend zur Musik auswählen. Das können Ähnlichkeiten im Einrichtungsstil des Hauses/der Parzelle/der Sim sein. Das kann sein, daß beide Avatare an Textilstränden nach dem Baden darauf bestehen, ihre Badesachen zu wechseln. Da gäbe es viel.&#xA;&#xA;    Wie heißt es so schön? „Am Gang erkennt man seine Schweine.“&#xA;&#xA;Gemeinsame Bekannte können auch feststellen, daß beide Avatare dieselben ungewöhnlichen Eigenheiten in der Rechtschreibung haben. Z. B. schreiben beide dasselbe Wort auf dieselbe Art und Weise, die man sonst noch nirgendwo gesehen hat, ständig falsch.&#xA;&#xA;Einer der beiden Avatare weiß etwas, was nur der jeweils andere wissen sollte.&#xA;&#xA;Zwei Avatare, die nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, besuchen zwar nicht unbedingt gleichzeitig, aber regelmäßig oder zumindest häufig kurz nacheinander dieselben Orte. Dafür muß man die beiden nicht einmal kennen – es reicht, wenn man auf mehreren Sims auf dem Besucherboard jeweils diese beiden Namen liest.&#xA;&#xA;Dafür muß man noch nicht einmal beide Avatare kennen: Ein weniger als eine Woche alter Avatar versucht, einen zu verführen.&#xA;&#xA;&#x9;Daß ein so neuer Avatar schon virtuellen Sex kennt, fällt an sich schon auf. Aber dann nimmt dieser Avatar einen mit ins – am besten noch nicht einmal so leicht zu findende – Privathaus eines ganz anderen Avatars, das nicht gleich in der Nähe steht.&#xA;&#xA;&#x9;Dabei geht es nicht einmal darum, daß Newbies häufig nicht wissen, daß es in OpenSim Privatgrundstücke gibt, auf denen sie nichts zu suchen haben. Viel eher muß man sich fragen: Woher weiß ein Newbie nach wenigen Tagen, daß auf dieser Sim ohne OpenSimWorld-Beacon in einem völlig anderen Grid dieses Haus steht mit Sexmobiliar drin?&#xA;&#xA;&#x9;Okay, daß er ein Alt ist, also nicht der erste und einzige Avatar eines totalen Anfängers, erkennt man schon daran, daß er weiß, wie virtueller Sex in OpenSim geht. Aber trotzdem – woher kennt er ausgerechnet genau dieses Haus so gut?&#xA;&#xA;Überhaupt ist ein Avatar auffallend häufig auf dem Land eines bestimmten völlig anderen Avatars zu sehen. Dabei ist der andere Avatar manchmal, aber nicht zwingend anwesend. Der Landeigentümer duldet den anderen Avatar also mindestens. Wenn man da immer wieder denselben Fremdavatar sieht, sind der und der Eigentümer entweder gute Freunde oder Alts voneinander.&#xA;&#xA;Man kommt eigentlich mit sehr viel davon, solange es genau niemanden gibt, der von der Existenz beider Avatare weiß. Sobald aber jemand die Möglichkeit hat, beide Avatare zu beobachten, muß man sehr aufpassen. Das trifft zu, wenn Hauptavatar und Alt unter Zeugen in-world aufeinandertreffen, z. B. auf einer Party.&#xA;&#xA;Das trifft aber auch zu, wenn Hauptavatar und Alt mindestens einen gemeinsamen Freund haben. Wenn man einen Avatar einloggt und dann sieht, daß der gemeinsame Freund online ist, sollte man den anderen Avatar nicht direkt danach auch einloggen. Umgekehrt, wenn man beide Avatare online hat, und ein gemeinsamer Freund ist online, sollte man nicht beide Avatare kurz nacheinander ausloggen.&#xA;&#xA;Es gibt noch mehr Dinge, die verraten können, daß ein Avatar ein Alt eines anderen ist, und die dann auftreten, wenn tatsächlich mal beide Avatare zur selben Zeit am selben Ort sind.&#xA;&#xA;Einer der beiden sagt etwas, und der andere antwortet extrem schnell darauf, als hätte er vorher gewußt, was der erste sagen wollte. Das ist um so gefährlicher, je schneller man tippen kann.&#xA;Auf Partys tanzen ausgerechnet diese beiden Avatare auffallend oft miteinander und selten bis nie mit jemand anderem, jedenfalls nicht, wenn beide anwesend sind. Das fällt zum einen auf, wenn es auch noch andere Hinweise gibt, und zum anderen, wenn einer der Avatare erst kürzlich erstmals aufgetaucht ist, aber trotzdem seitdem fast immer mit dem einen gewissen anderen Avatar tanzt.&#xA;Man sieht nie beide Avatare gleichzeitig laufen. Das kann nur bedeuten, daß eine und dieselbe Person beide Avatare über denselben Rechner steuert.&#xA;Man sieht beide Avatare gelegentlich gleichzeitig laufen, aber man stellt fest, daß das meistens in einer Art Abhängigkeit zueinander ist. Beispielsweise laufen auch mal beide gleichzeitig los, oder beide bleiben gleichzeitig stehen, vor allem, wenn nur einer stehenbleiben müßte. Oder häufig rennt einer der Avatare gegen ein Hindernis oder kommt anderweitig vom Weg ab. Das ist schon fortgeschrittene Handhabung zweier Avatare, und zwar mit zwei getrennten Rechnern. Aber auch wenn man zwei Avatare simultan steuern kann, so kann man trotzdem immer nur auf einen achtgeben.&#xA;Es ist oft genau einer der beiden unaufmerksam und reagiert nur sehr verzögert auf IMs, Freundschaftsanfragen oder dergleichen.&#xA;Beide Avatare haben exakt zeitgleich einen Computercrash. Dem kann man mit einem Rechner pro Avatar vorbeugen. Einen Internetausfall bei einem zu Hause, der auch beide Avatare betrifft, kann man damit aber nicht kaschieren.&#xA;&#xA;Gerade wenn beide im selben Grid bzw. in derselben Community sind, ist es andererseits kontraproduktiv, sie überhaupt nie oder nur sehr selten zusammen auftauchen zu lassen. Denn wenn eigentlich immer entweder der eine oder der andere von den beiden bei einem gewissen Event ist, aber praktisch nie beide gleichzeitig, dann fällt das auch auf. Da kann man dann auch gleich mitten während einer Party einen verschwinden lassen, und drei Minuten später taucht „zufällig“ der andere auf.&#xA;&#xA;Ganz wichtig: Wenn man zwei Avatare auf demselben Event hat und nicht sowieso klar ist, daß einer ein Alt des anderen ist, sollte man für beide jeweils einen Musikstream starten. Das verhindert, daß ein Avatar mehr als Streamhörer da sind. In einem Viewer kann man dann die Lautstärke des Stream auf null stellen.&#xA;&#xA;Wer einen Alt häufiger verwendet, sollte ein guter Schauspieler sein. Denn jede noch so gute Tarnung eines Alt fliegt auf, wenn der Alt dieselbe Persönlichkeit hat wie der Hauptavatar. Dann ist auch klar, wessen Alt der Alt ist. Statt dessen könnte man über Hauptavatar und Alt verschiedene Facetten der eigenen Persönlichkeit verteilen. Oder man spielt sich mit dem Hauptavatar im wesentlichen selbst und mit dem Alt eine komplett fiktive Rolle.&#xA;&#xA;Voice macht es extra schwierig: Wenn beide sich weigern zu voicen, dann ist das eine auffällige Gemeinsamkeit. Wenn einer bereitwillig voicet und der andere sich standhaft weigert, kann das auch verdächtig sein, wenngleich deutlich weniger. Aus offensichtlichen Gründen ist es natürlich keine Lösung, beide voicen zu lassen, es sei denn, man hat jemanden als „Synchronsprecher“ für den Alt. Und nein, Pitchshifter oder andere Stimmenverzerrer bringen da nichts.&#xA;&#xA;Fallstricke bei der Alt-Tarnung&#xA;&#xA;Aber auch der einzelne Alt ist leicht als Alt identifizierbar, solange er noch neu ist. Hinweise dafür wären:&#xA;&#xA;Der Avatar ist beispielsweise noch ziemlich neu, aber schon in mindestens vier, fünf, sechs Gruppen, im Hypergrid gar in Gruppen in mehreren verschiedenen Grids.&#xA;Der Avatar hat schon am ersten Tag ein ziemlich komplett ausgefülltes Profil.&#xA;Der brandneue Avatar hat schon lauter Bilder im Profil. Bonuspunkte, wenn deren Seitenverhältnisse nicht verzerrt sind.&#xA;Der Avatar ist erst wenige Tage alt, trägt aber schon einen Meshbody mit Meshkleidung, und es ist kein Startavatar.&#xA;Man sieht einen nagelneuen Avatar an mehreren Tagen in Folge, und jeden Tag trägt er ein anderes, gleichermaßen perfektes Outfit. Auch das sind keine bekannten Komplettoutfits.&#xA;Der Avatar ist flammneu, kann aber vom Fleck weg perfekt mit Tanzmaschinen umgehen. Es gibt Avatare, die schon fünf Jahre oder älter sind und den Clubmaster im Paartanz bis heute immer auf Automatik laufen haben. Mit „Umsteiger aus Second Life“ kann man das nicht begründen – den Clubmaster kann es in Second Life gar nicht geben, weil da die technischen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind.&#xA;Der Avatar fängt schon in der ersten Woche an, eine Parzelle oder gar eine Sim zu bebauen – und macht das wie einer, der darin schon viel Erfahrung hat. Ganz zu schweigen davon, daß der Avatar schon ein prallvolles Inventar zu haben scheint, wenn man bedenkt, was er da alles aufs Land draufbaut.&#xA;Der Avatar ist erst wenige Tage alt, scheint aber schon alle möglichen Leute und Sims zu kennen.&#xA;Der nigelnagelneue Avatar kennt etliche Insiderwitze.&#xA;&#xA;Man hat es hier vielleicht nicht unbedingt zu tun mit einem getarnten Alt, zumindest aber mit einem Umzieher.&#xA;&#xA;Ältere Alts, die nicht darauf hinweisen, daß sie Alts sind, sind schwieriger zu erkennen, solange man nicht auch erkennen kann, wessen Alts sie sind. Selbst Crossplaying ist nicht zuverlässig erkennbar, also Female Alts von Männern oder Male Alts von Frauen.&#xA;&#xA;Es heißt, Männer stecken in ihre Avatare keinen Aufwand, so daß Female Alts daran zu erkennen sind, daß sie einfach gestaltet sind und immer gleich aussehen. Umgekehrt nutzen Frauen ihre Avatare auch als Anziehpuppen, so daß Male Alts immer schick gestylt sind und hunderte Outfits haben.&#xA;&#xA;Darauf kann man sich aber nicht verlassen, denn es gibt durchaus virtuelle Dressmen, und es gibt durchaus Frauen, die in die Gestaltung ihres weiblichen Hauptavatars nicht mehr Aufwand stecken als nötig oder aus Prinzip oder Tradition immer dasselbe tragen. Auch die Vermutung, daß Nutzer Avatare des jeweils anderen Geschlechts betont sexy gestalten, läuft weitgehend ins Leere, denn ganz besonders weibliche Avatare, die auf Second-Life-Bodys basieren, lassen sich mangels entsprechender Kleidung nur schwerlich nicht sexy machen – auch Athena nicht.&#xA;&#xA;Fallstricke für den unerkannten Alt&#xA;&#xA;Ganz spezielle Probleme ergeben sich für einen Alt, wenn ihm zuviel eigenständiges Interesse zuteil wird von Leuten, die eben nicht ahnen oder gar wissen, daß er ein Alt ist. Das Risiko besteht immer dann, wenn der Alt vom Hauptavatar isoliert betrachtet wird.&#xA;&#xA;Solange anderen einigermaßen klar ist, daß und vielleicht sogar von wem der Alt ein Alt ist, ist die Situation relativ sicher. Wenn man in Begleitung des eigenen Alt auf eine Party geht, wo sowieso klar ist, daß das Hauptavatar und dazugehöriger Alt sind, kann der Alt mit den Leuten soviel Quatsch machen, wie er will. Das einzige Risiko wäre, daß jemand nicht wüßte, wer der Hauptavatar ist und wer der Alt. Dem könnte man mit Einträgen im Profil begegnen; dazu komme ich noch. Außerdem ist normalerweise der jeweils jüngere Avatar der Alt.&#xA;&#xA;Aber schon wenn Hauptavatar und Alt zusammen auf derselben Party sind und man verschleiert, daß das Hauptavatar und Alt sind, wird es problematisch. Auf gar keinen Fall dürfen die anderen Besucher irgendwelche unerklärlichen Gemeinsamkeiten oder andere Auffälligkeiten bemerken.&#xA;&#xA;Wenn der eigene Alt auf eine Party eingeladen wird, auf der man Leute erwartet, die man normalerweise mit dem Main trifft, wird es schon unangenehm. Wenn man auf dieselbe Party tatsächlich schon den Main schicken will, wird es noch unangenehmer. Wenn die Party ein Konzept hat, das den Alt eigentlich interessieren sollte, kann sich der Alt noch dazu schwer rausreden.&#xA;&#xA;Ebenso problembehaftet ist es, wenn der Alt alleine unterwegs ist und jemandem zum ersten Mal begegnet, der dann natürlich nicht zwingend weiß, daß er es mit einem Alt zu tun hat. Man kann einen Alt nämlich auch zu gut schauspielern.&#xA;&#xA;Heikel wird es dann, wenn man es mit jemandem zu tun bekommt, der keine Grenze zwischen virtuellem und wahrem Leben zieht und nicht weiß, daß er es mit einem Alt zu tun hat. Dabei stellt sich stets die Frage, wie man als jemand, dessen Alt das betrifft, damit umgehen sollte. Dasselbe Problem kann übrigens auch auftreten mit einem Hauptavatar, der ein anderes Geschlecht hat als der Nutzer dahinter.&#xA;&#xA;Es gilt ja als „weithin bekannt“, daß das Geschlecht eines Avatars nicht immer dem des Nutzers dahinter entspricht. Man sagt, 50% der weiblichen Avatare im Hypergrid haben männliche Nutzer. Aber es scheint immer noch Leute zu geben, die das nicht wissen. Andere glauben, genau und zuverlässig erkennen zu können, welches Geschlecht der Nutzer hinter einem Avatar hat – hier wird einem dann das eigene Schauspieltalent zum Verhängnis. Und dann gibt es die, die für einen Avatar eine solche Obsession entwickeln, daß sie nicht wahrhaben wollen, daß der Nutzer dahinter ganz anders sein könnte als der Avatar, beispielsweise eben ein Mann hinter einem sehr attraktiv gestalteten weiblichen Avatar.&#xA;&#xA;Stellen wir uns das Ganze einmal vor anhand von Alice. Alice ist der Female Alt eines männlichen Nutzers.&#xA;&#xA;So kann es passieren, daß Alice auf eine Roberta trifft. Roberta kannte Alice bis dahin noch nicht. Sie kennt auch den Hauptavatar des Nutzers hinter Alice nicht. Sie weiß nicht, daß Alice ein Alt ist, geschweige denn, wessen Alt, und schon gar nicht, daß sich hinter Alice ein Mann verbirgt. Roberta kann Männer nicht ausstehen, und sie hat noch kaum bis gar keine Freunde in OpenSim. Alice ist ihr sympathisch, und sie freundet sich mit Alice an.&#xA;&#xA;Schon bald will Roberta alles über die reale Alice erfahren und fragt sie danach. Womöglich breitet Roberta vor Alice ihr eigenes ganzes Privatleben aus, und Alice steht nun in einer Art Bringschuld. Oder noch schlimmer: Roberta will sich unbedingt mit Alice im Real Life treffen.&#xA;&#xA;Eine andere mögliche heikle Situation entsteht, wenn Alice auf einer Nacktparty Bob kennenlernt, der heiß auf sie ist – sie ist wohlgemerkt natürlich nackt – und sie anspricht, um noch in derselben Nacht virtuellen Sex mit ihr zu haben. Auch hier besteht das Risiko, daß Bob mehr über Alices Real Life erfahren will. Wenn Bob sich öfter mit ihr zum Sex treffen möchte, wird das sowohl wahrscheinlicher als auch riskanter. Womöglich will er sich irgendwann sogar im Real Life zum Sex treffen.&#xA;&#xA;Der Extremfall ist allerdings, wenn Bob, nachdem er Alice kennengelernt hat, sich in sie verliebt – nicht nur in den Avatar, sondern in seine Vorstellung von der realen Alice aus dem, was er vom Avatar Alice erfährt. Natürlich gibt Alice auch hier ihr Real Life nicht preis. Aber gerade in dieser Situation will Bob natürlich unbedingt alles davon wissen. Natürlich ist sich Bob bewußt, daß es weibliche Avatare mit männlichen Nutzern gibt. Aber Alice doch nicht. Alice ist anders. Hinter Alice kann nur eine Frau stecken. Das weiß er ganz genau. Auch wenn sie sich standhaft weigert, das zu bestätigen, weiß er das ganz genau.&#xA;&#xA;Zunächst einmal gerät der Nutzer hier leicht an einen Punkt, an dem er seinen Alt Alice verhältnismäßig oft online bringen muß. Im zweiten Fall muß er das weniger, außer Bob will Alice täglich mindestens einmal virtuell haben. Aber in den anderen beiden Fällen will Roberta ihre beste Freundin bzw. Bob seine Angebetete natürlich sehen, so oft es irgendwie geht. Das ist dann für den Nutzer einiges an Zeit, die von der für seinen Hauptavatar, dessen Freunde und dessen Projekte abgeht. Selbst wenn es ihm möglich sein sollte, zwei Avatare gleichzeitig online zu haben, wird es ihm nicht möglich sein, beiden konstante Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.&#xA;&#xA;Robertas bzw. Bobs Versuche, die Grenzen zum Real Life einzureißen, sind noch problematischer. Sie erwarten hinter dem Avatar Alice ja eine Frau, die Alice nicht unähnlich ist. Tatsächlich steckt hinter Alice aber zunächst einmal ein Mann, der obendrein Alices fast komplette Persönlichkeit nur spielt, damit sie sich von seinem Hauptavatar unterscheidet.&#xA;&#xA;Was soll Alice jetzt also tun?&#xA;&#xA;Sie könnte Roberta bzw. Bob reinen Wein einschenken. Sie könnte ihr bzw. ihm erzählen, wer, was und wie sie im Real Life tatsächlich ist – inklusive, daß sie ein Mann ist. Roberta würde sie damit aber das Herz brechen. Auch dem liebeskranken Bob würde sie das Herz brechen, aber gleichzeitig wäre er zutiefst angewidert, weil er unterm Strich eine Beziehung mit einem Mann eingegangen ist. Er war ja felsenfest davon ausgegangen, es mit einer Frau zu tun zu haben.&#xA;&#xA;Das war auch der geile Bob im zweiten Fall. Wenn er Alice vor dem Sex gefragt hätte, wäre das für ihn ein Schreckmoment gewesen, und er hätte sich einfach zurückgezogen und es vielleicht mit der nächsten versucht. Hätte er sie dagegen nach dem Sex gefragt, hätte er daraus gelernt, daß er im Grunde virtuellen Sex mit einem Mann gehabt hat. Das wäre noch verstörender gewesen als für den liebeskranken Bob, sofern der zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sex mit Alice gehabt hat.&#xA;&#xA;Außerdem: Wenn Alice alle Karten auf den Tisch legen würde, wüßte Roberta bzw. Bob, von welchem Avatar Alice der Female Alt ist. Genau das sollte aber vermieden werden, und genau an der Stelle hat Alice einen ziemlichen Aufwand betrieben. Der wäre jetzt für die Katz, denn das Risiko besteht, daß Roberta bzw. Bob herumerzählt, daß Alice keine wirkliche Frau ist, sondern der Female Alt von dem-und-dem, auf den Roberta bzw. Bob jetzt stinksauer ist, weil er sie bzw. ihn so hinters Licht geführt hat.&#xA;&#xA;Alice könnte sich natürlich auch ein künstliches Real Life ausdenken, das auch zu ihrer künstlichen Persönlichkeit paßt. Aber erstens wäre das ein Zusatzaufwand, zumal das Ganze natürlich in sich stimmig bleiben muß. Da ist also Planung nötig. Zweitens würde das die Obsession von Roberta bzw. Bob sogar noch steigern. Und drittens würde das auch das Risiko steigern, daß Roberta bzw. Bob auf einem Real-Life-Treffen besteht, bei dem sie bzw. er dann begreifen müßte, die ganze Zeit angelogen worden zu sein. Unterm Strich wäre das nicht nur aufwendiger, sondern gefährlicher.&#xA;&#xA;So bliebe nur noch eine mögliche Lösung: Alice behält ihr Real Life für sich. Und sie macht auch klipp und klar, daß das niemanden etwas angeht. Egal, wie hartnäckig Roberta bzw. Bob nachhakt und nachhakt – Alice rückt nicht mit ihren Real Life raus, Punkt. Das kann Roberta bzw. Bob wehtun, aber die Erkenntnis, daß Alice nicht ist, was sie zu sein scheint, würde noch mehr schmerzen.&#xA;&#xA;Im Profil als Alt offenbaren?&#xA;&#xA;Man könnte das Ganze noch erleichtern, indem man das Profil eines Alt entsprechend gestaltet. Darüber, ob und wie man das tut, gehen die Meinungen allerdings auseinander.&#xA;&#xA;Direkt im Profiltext im Zweites Leben-Tab zu schreiben, daß der jeweilige Avatar ein Alt von dem-und-dem ist, ist vielleicht am sichersten, macht aber keinen Spaß. Das sollte man, wenn überhaupt, nur bei wirklich absichtlich offensichtlichen Alts tun, vor allem dann, wenn man eher will, daß die Leute mit dem Hauptavatar in Kontakt treten und nicht mit dem Alt.&#xA;&#xA;Man könnte auch nur schreiben, daß es ein Alt ist. Die Trennung des Alt vom Hauptavatar bleibt bestehen, sofern man es nicht woanders vermasselt. Aber auch das wird viele auf Distanz halten. Das kann gewollt sein, das kann das ausdrückliche Ziel sein. Aber wenn auch der Alt ab und an mal Spaß haben will, besonders sexueller Art, kann das immer noch hinderlich sein. Viele Männer mit männlichen Avataren wollen keinen Sex mit weiblichen Avataren, die männliche Nutzer haben. Zugegeben, wer einfach nur virtuellen Sex will, dem sind Profile oft herzlich egal.&#xA;&#xA;Der Erstes Leben-Tab könnte hier weniger aufdringlich sein, und man hat auch mehr Möglichkeiten. Unter Zweites Leben beschreibt sich der Avatar nur selbst, wie jeder das tun sollte; alles, was darüber hinausgeht, parkt man unter Erstes Leben. Was da steht, springt dem Besucher des Profils nicht sofort ins Auge, wenn er es vielleicht gar nicht wissen will.&#xA;&#xA;Da kann stehen, daß der Avatar nur ein Alt ist. Bei weniger stark getarnten Alts kann man auch angeben, wessen Alt es ist. Vorsichtigere Naturen könnten alternativ schreiben, welches Geschlecht der Nutzer hinter dem Avatar hat, ohne den Hauptavatar oder gar die eigene Real-Life-Identität zu offenbaren.&#xA;&#xA;Wer trotz allem verbergen will, daß der eigene Alt ein Alt ist, sollte unter Erstes Leben zumindest schreiben, daß das Real Life dieses Avatars niemanden etwas angeht und man gar nicht erst danach fragen sollte, weil es eh nicht beantwortet würde. Wen das Real Life eines Avatars wirklich interessiert, der wird diesen Tab tatsächlich aufrufen in einem Versuch, sich da zu informieren. Wer dann trotzdem nachbohrt und nachhakt, kann dann zumindest nicht überrascht sein, wenn er wirklich keine Antwort bekommt.&#xA;&#xA;Allerdings sei angemerkt, daß viele den Erstes Leben-Tab beim Checken eines Profils nicht aufrufen, weil sie eben nicht wissen wollen, wer und was jemand im Real Life ist. Wer das unbedingt wissen will, geht tatsächlich auf diesen Tab, und wenn da steht, daß das Real Life des Avatars ihn nichts angeht, dann steht das da an der richtigen stelle. Wenn aber nur da steht, daß der Avatar ein Alt ist, und nicht im Zweites Leben-Tab, liest das eben nicht jeder, der sich das Profil ansieht.&#xA;&#xA;Zusätzliche Überlegungen zum Anlegen von Alts&#xA;&#xA;Je nachdem, was man sich für einen Alt anlegen will, sollte man sich über ein paar weitere Dinge Gedanken machen.&#xA;&#xA;Die Gridwahl&#xA;&#xA;Was für ein Grid man für den Alt wählt, hängt davon ab, was für einen Alt man haben möchte.&#xA;&#xA;Wenn der Alt kein Alt sein soll, sondern der neue Hauptavatar, wählt man natürlich das Grid, in das man sowieso umziehen möchte. Dasselbe gilt, wenn man in einem anderen Grid Aktivitäten wie das Betreiben eines Ladens vorhat, für die man einen Avatar vor Ort braucht.&#xA;&#xA;Einen Alt mit nur dünn verhüllter eigener Identität, bei dem also bei genauerem Hinsehen leicht erkennbar sein soll, wessen Alt das ist, kann man getrost auf dem eigenen Heimatgrid anlegen. Besonders wenn man auch wirklich erreichen will, daß andere unterschwellig erkennen, daß das ein Alt von einem selbst ist, ist das sinnvoll.&#xA;&#xA;Bei einem Alt, bei dem nicht ersichtlich sein soll, wessen Alt das ist, kann man das nur in sehr großen Grids mit vielen Nutzern und Avataren machen. Bei kleineren Grids ist das schwieriger. So einen Alt kann man aber auch, wenn man damit sowieso keine allzu hochtrabenden Pläne wie z. B. einen gänzlichen Wechsel der eigenen Online-Identität hat, nutzen, um andere Grids zu testen. Dann darf aber der eigene Hauptavatar nicht über Dinge aus dem vom Alt getesteten Grid reden, die er selbst gar nicht kennen kann.&#xA;&#xA;Auf gar keinen Fall sollte man, wenn man ein eigenes kleines Privatgrid hat, einen gut getarnten Alt auch auf diesem Grid anlegen. Spätestens wenn die Leute nämlich anfangen, sich zu fragen, wie dieser Avatar auf dieses Grid gekommen sein kann, wo da sonst niemand hinkommt, ist es mit der Tarnung vorbei.&#xA;&#xA;Einen Reserveavatar unter Beibehaltung der Identität des Hauptavatars sollte man immer auf einem gleichermaßen großen, aktuellen und voraussichtlich langlebigen Grid parken, etwa dem OSgrid. Da geht man ohnehin in der Masse unter, und niemand wundert sich, daß dieser neue Avatar nicht an Community-Aktivitäten teilnimmt. Das hat man ja mit einem Reserveavatar im allgemeinen eh nicht vor; wenn, dann begibt er sich in dieselbe Community wie der Hauptavatar und an dessen Stelle.&#xA;&#xA;Kleine Grids sind dagegen häufig gar nicht bestrebt, unnötig groß zu werden. Sie wollen lieber eine lebendige Community, eine „Grid-Familie“ darstellen und nicht als Lager für auch bei geringer Nutzung ressourcenfressende Reserveavatare mißbraucht werden. Außerdem fallen Avatare dort eher auf, wenn sie neu registriert werden, aber nie in der Grid-Community auftauchen.&#xA;&#xA;Einen Bogen sollte man auch machen um Grids, die den Eindruck machen, daß sie kaum bis gar nicht mehr administriert werden. Eine hoffnungslos veraltete OpenSim-Version zeugt von einer entweder sehr konservativen oder schon länger völlig inaktiven Administration. Wenn man dann feststellt, daß tatsächlich ewig kein einziger Admin mehr online war, z. B. weil selbst auf der Landesim kein einziges Skript mehr funktioniert und OpenSimWorld diese seit Monaten oder Jahren als offline listet, sollte man das Grid schleunigst abschreiben.&#xA;&#xA;Schon in ersterem Fall kann man Kompatibilitätsprobleme bekommen. In letzterem Fall gibt’s bestenfalls einen Wartungsstau, der Schwierigkeiten verursacht und das Grid unzuverlässig macht. Schlimmstenfalls muß man ständig damit rechnen, daß das ganze Grid sang- und klanglos verschwindet und die eigene Avatar-Rückfallebene gleich mit in den Orkus reißt.&#xA;&#xA;Namensgebung&#xA;&#xA;Natürlich braucht ein Avatar auch einen Namen. Wenn man sowieso die Identität des eigenen Hauptavatars behalten will, behält man im allgemeinen auch den Namen. Etwas schwieriger wird es, wenn man einen Alt mit eigener Identität anlegen will.&#xA;&#xA;Beim offensichtlicheren Alt kann man sich namentlich an den Hauptavatar anlehnen und z. B. sagen, der Alt ist mit dem Hauptavatar in irgendeiner Weise verwandt. Vorsicht: Ein Alt als Instant-Ehepartner ist sehr schlechter Stil, und auch sonst sind feste Partnerschaften mit Alts schwierig so zu vermitteln, daß sie akzeptiert werden. Das geht noch am ehesten, wenn man ausdrückt, daß man sowieso kein Interesse an Partnerschaften mit anderen Avataren hat.&#xA;&#xA;Beim getarnten Alt gilt das Gegenteil: Tunlichst sollte man vermeiden, den Alt ähnlich zu benennen wie den Hauptavatar. Man sollte nicht einmal dasselbe Benennungsschema anwenden – es kann immer jemanden geben, der es durchschaut, egal, wie obskur es sein mag. Und es kann immer jemanden geben, mit dem sowohl der eigene Hauptavatar als auch  ein getarnter Alt bekannt oder gar befreundet ist. Man weiß nie, wer für Partys wie weit und wohin hypergriddet.&#xA;&#xA;Kostenloses Zuhause, ja oder nein?&#xA;&#xA;Auch wenn man einem Avatar gern ein Dach überm Kopf gönnt: Nicht jeder Alt braucht auch eine eigene Heimat, vor allem nicht, wenn man nicht vorhat, dafür zu bezahlen. Wenn man mehrere Avatare mit derselben Identität hat, sollte höchstens der Hauptavatar eigenes kostenloses Land haben, vor allem in Grids, in denen dieses knapp ist. Ein Reserve-Alt braucht eigentlich nur einen geeigneten Landeplatz, an den er mit der Home-Tastenkombination zurückkehren und wo man ihn beim Ausloggen parken kann.&#xA;&#xA;Das heißt nicht, daß Alts keine Bezahl-Sims betreiben sollen. Mitunter legt man sich ja nur dafür einen Alt an, und Gridbetreiber freuen sich über zahlende Kunden, Alt oder nicht. Second-Life-Umsteiger seien noch einmal daran erinnert, daß es im Hypergrid keine Knappheit an freien Regionen gibt und man keine Skrupel haben sollte, beim Anmieten aus dem Vollen zu schöpfen.&#xA;&#xA;Aber kostenloses Land sollte ein Alt mit einer schon woanders existierenden Identität allenfalls dann in Anspruch nehmen, wenn es ihm vom Landeigner ausdrücklich zugestanden oder gar angeboten wird. Auch wenn in einem Grid jedem Avatar, Alt oder nicht, eine kostenlose Region zusteht, darf er die gern nutzen. Ansonsten kann er notfalls das Zuhause des Hauptavatars mitnutzen bis darauf, daß er da nicht beim Einloggen landen kann, wenn sein Heimatgrid woanders ist.&#xA;&#xA;Zieht man mit dem eigenen Hauptavatar in ein anderes Grid um, und der bisherige Hauptavatar hat noch eine kostenlose Parzelle, ist es situationsabhängig, wie man damit verfährt. Wenn dort Parzellen ohnehin knapp sind, sollte man so fair sein und die eigene Parzelle räumen und aufgeben, besonders dann, wenn der neue Hauptavatar sich auch ein Zuhause aufbauen kann bzw. man den bisherigen Hauptavatar ganz aufgeben will. Behalten sollte man sie, wenn man den bisherigen Hauptavatar als Alt weiternutzen möchte, genügend Parzellen zur Verfügung stehen und die Grid-/Simbetreiber eigentlich gar nicht möchten, daß man die Parzelle aufgibt, z. B. um eine weitere Baulücke zu vermeiden.&#xA;&#xA;Hat man eine Parzelle in einem völlig anderen Grid angemietet, können beide Avatare sie gleichermaßen nutzen, stellen sie doch eigentlich dieselbe Person dar. Idealerweise sollte aber nur der Avatar, der die Parzelle gemietet hat, da auch bauen. Allerdings sei angemerkt: Selbst wenn man es schaffen sollte, sein Home auf eine Parzelle außerhalb des Heimatgrids zu setzen, wird man trotzdem beim Einloggen immer im Heimatgrid landen. Beim Einloggen gleich irgendwo im Hypergrid zu landen, das funktioniert nicht. Das reduziert den Nutzen einer Parzelle im Hypergrid.&#xA;&#xA;Bei einem Alt mit ganz neuer Identität, der ja auch verschleiert, wessen Alt er ist, sieht es wieder etwas anders aus. Wenn man da ausdrücklich Land angeboten bekommt, kann man wieder getrost zugreifen. Hat der Avatar ein eigenes Zuhause, wirkt er auf den ersten Blick sowieso weniger wie ein Alt; das kann eine Rolle spielen, wenn man sich entschieden hat, im Profil des Alt nicht zu erwähnen, daß er ein Alt ist.&#xA;&#xA;Eigenmächtig Land anmieten sollte man höchstens, wenn davon reichlich zur Verfügung steht, schon länger gestanden hat und wohl auf absehbare Zeit auch stehen wird. Wenn also z. B. die Hälfte der Parzellen ungenutzt ist und man weiß, daß die Sim schon länger nicht überragend gut ausgelastet ist, sollte es kein großes Problem darstellen, wenn man eine Parzelle anmietet. Allerdings sollte man sich trotzdem nicht gerade gleich das allerbeste Grundstück schnappen, wenn man es gar nicht braucht.&#xA;&#xA;Wenn dagegen von mehr als einem Dutzend Parzellen nur noch eine oder zwei frei sind, sollte man davon absehen, vor allem, wenn die Sim mit den Parzellen erst wenige Tage alt sind und der Run auf das Land noch läuft. Es ist unfair, den Hauptavataren anderer Leute mit einem Alt Land wegzuschnappen. Auch wenn Land nur auf Anfrage vergeben wird, sollte man davon Abstand nehmen, weil da die Wahrscheinlichkeit größer ist, daß man dafür gründlich gescreent wird.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt, dies sei vor allem Second-Life-Umsteigern gesagt: Meine Empfehlungen, ob man einem Alt eigenes Land gönnt oder nicht, gelten nur für kostenlose Parzellen, die ja zumeist notorisch knapp sind. Regionen gegen Geld kann man für jeden Avatar anmieten, soviel man will und kann. Auch wenn ein Grid jedem Avatar kostenlos eine ganze kostenlose Region anbietet, kann jeder Avatar, den man auf dem Grid hat, dieses Angebot nutzen. Im Gegensatz zum proppevollen Second-Life-Grid nutzen die Grids im Hypergrid ihre mögliche Fläche zu nicht einmal 1‰ aus, und das, obwohl es sowieso schon viel mehr bebaute Sims als Avatare gibt.&#xA;&#xA;Wenn man dann Land hat und anfängt, es zu bebauen, sollte man darauf achten, daß die eigenen Avatare keine zu ähnlichen Baustile haben. Beispielsweise könnte man die „Macke“ haben, Regenrinnen an Häuser zu bauen, die keine haben – und es gibt meines Wissens in OpenSim keine fertigen Häuser mit Regenrinnen. Es bringt auch keine Sau Regenrinnen nachträglich an fertigen Häusern an, und herzlich wenige Leute bauen sie an ihre Eigenbauhäuser. Wenn, dann sollte nur der Hauptavatar an sein Haus Regenrinnen bauen. Wenn der Alt das auch tut, ist er sehr schnell enttarnt als Alt von „dem, der immer Regenrinnen an die Häuser baut“.&#xA;&#xA;Fazit zum Schluß&#xA;&#xA;Grundsätzlich sind Alts nichts Böses oder Schlimmes. Klar, manche Alts wurden aus niederen Beweggründen angelegt, etwa, um anderen Leuten nachzuspionieren oder für OpenSimWorld auf der eigenen Sim mehr Traffic vorzutäuschen, als sie tatsächlich hat. Manchmal werden sie allerdings notwendig, z. B. beim Umzug von einem Grid in ein anderes. Oder man braucht einen Alt zum Experimentieren oder als Fotomodell oder so.&#xA;&#xA;Aber auch wenn die Hürden zum Anlegen eines Alt in OpenSim im Vergleich zu Second Life sehr viel niedriger sind, gibt es beim Anlegen und bei der Handhabung von Alts viel zu beachten. Insbesondere dann, wenn man nicht will, daß der eigene Alt als solcher enttarnt wird – und schon gar nicht, wer der dazugehörige Hauptavatar ist –, ist vor- und umsichtiges Handeln vonnöten.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürFortgeschrittene #FürSecondLifeUmsteiger #Avatar]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Alts sind ein Phänomen, das es sehr häufig in Online-Spielen, -Diensten und -Welten gibt. „Alt“ steht für „alternate character“ oder „alternate account“ und meint in Online-Welten einen Alternativ-Avatar, also einen <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-der-avatar" rel="nofollow">Avatar</a>, den man zusätzlich zum schon existierenden anlegt. </p>

<p>Schon in Second Life sind Alts weit davon entfernt, unüblich zu sein. Auch wenn das Ausstatten eines jeden Avatars normalerweise eine ziemliche Stange Echtgeld kostet, sind Alts so populär, daß Linden Labs immer wieder neue Methoden eingeführt hat, um die Alt-Flut unter Kontrolle zu bekommen. Und immer wieder aufs Neue wurden diese Methoden umgangen.</p>

<p>In OpenSim sind Alts noch weiterverbreitet, denn jegliche Restriktionen in Second Life fehlen. Erstens kosten Avatare im allgemeinen kein Geld; man muß in einen neuen Avatar nur Zeit und Mühe investieren – und nicht noch zig Euro, bis er annehmbar aussieht. Zweitens schränkt wohl kein <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-virtueller-welten-die-struktur" rel="nofollow">Grid</a> die Zahl der Avatare ein, die man da pro Nase registrieren darf, auch wenn einige es nicht gern haben, wenn man Alts hat. Und drittens gibt’s ja mehr als nur ein Grid, so daß man sogar mehrere Avatare mit demselben Namen haben kann – im Prinzip einen pro Grid.</p>

<p>Im allgemeinen kann man unterscheiden zwischen zwei Arten von Alts: Alts mit derselben Identität wie ein schon vorhandener Avatar und Alts mit einer völlig neuen Identität.</p>

<h2 id="alts-mit-schon-existierender-identität">Alts mit schon existierender Identität</h2>

<p>Die in OpenSim bekannteste Form des Alt ist die Kopie eines schon vorhandenen Avatars. Sie ist deswegen am bekanntesten, weil sie mit Abstand am leichtesten zu identifizieren ist.</p>

<p>Es gibt sie praktisch – und unter Beibehaltung des exakt selben Namens tatsächlich – eben nur in OpenSim im Hypergrid, wo man denselben Namen ja einmal pro Grid verwenden kann. In Second Life ginge es nur mit einer leichten Variation des Vornamen. Sinnvoll wäre es nur, um irgendwelche persönlichen Sperren ohne Identitätsverlust umgehen zu können. In Second Life muß man ja auch keinen neuen Avatar anlegen, wenn man bei einer Heirat den Nachnamen des Partners angenommen hat, weil man seinen Anzeigenamen ändern kann.</p>

<p>Grundsätzlich geht diese Art von Alt in OpenSim einher mit der Übernahme sowohl des Aussehens als auch des halben oder, noch häufiger, ganzen Namens des schon vorhandenen Avatars. Es gibt natürlich Nutzer, die ihre Alts unterschiedlich gestalten und trotzdem gleich nennen.</p>

<p>Wenn der ganze Name übernommen wird, dann geht das einher mit einem Gridwechsel. Man kann ja keine mehreren Avatare mit demselben Namen im selben Grid haben. Aber man kann einen Avatar mit einem Namen, den man schon nutzt, in einem anderen Grid anlegen. In demselben Grid braucht man einen zumindest teilweise anderen Namen; das kommt am ehesten nach Hochzeiten vor.</p>

<h3 id="aber-warum">Aber warum?</h3>

<p>Und damit wären wir bei den Gründen, warum man einen neuen Avatar anlegt mit derselben Identität wie meistens der eigene Hauptavatar.</p>

<p>Einer der Hauptgründe ist der Gridumzug. Sagen wir, das Grid, auf dem man bisher tätig war, gefällt einem nicht mehr. Die Admins fällen unschöne Entscheidungen. Oder sie haben den Laden nicht mehr im Griff. Das ganze Grid hat mehr und mehr Bugs, die obendrein nicht mal behoben werden. Irgendein Feature, das man bisher gern genutzt oder gar gebraucht hat, fällt weg. Man hat sich mit den Admins in die Wolle gekriegt. Die Sim-Miete, die schon unverschämt teuer war, wird unbezahlbar. Die Admins haben angekündigt, das Grid zu schließen. Oder es ist woanders ganz einfach schöner.</p>

<p>Jetzt kann man aber nicht einfach mit einem ganzen Avatar von einem Grid in ein anderes umziehen. Man hat nur eine Möglichkeit: Man muß im neuen Grid einen ganz neuen Avatar anlegen. Dem kann man dann aber denselben Namen geben wie dem bisherigen Avatar. Nun muß man dem neuen Avatar „nur noch“ dasselbe Aussehen wie dem bisherigen geben, was meist im wesentlichen mit dem Weiterreichen von Inventarinhalten erledigt werden kann.</p>

<p>Meistens endet dies damit, daß der neue Avatar zum neuen Hauptavatar erklärt und der bisherige zum Alt herabgestuft wird. Aber auch dann hat man einen Alt – außer wenn das bisherige Heimatgrid schließt. Übrigens sollte man vor einer Gridschließung beim betroffenen Avatar alle Freundschaften und Gruppenmitgliedschaften löschen. Die Freunde und Gruppen werden einen sonst, wenn das Grid erst weg ist, nicht wieder los. Natürlich sollte man, sofern sinnvoll, sie davor wiederum mit dem neuen Hauptavatar neu anlegen.</p>

<p>Manche Nutzer haben Alts mit derselben Identität in etlichen Grids gleichzeitig. Das hat oft mit schlechten Erfahrungen beim Hypergridden zu tun, so daß sie lieber einen Avatar „vor Ort“ haben, als immer einen aus einem ganz anderen Grid zu holen. Oder sie betreiben Sims und/oder Shops in mehreren Grids und müssen daher da jeweils mit einem eigenen Avatar zugegen sein.</p>

<p>Ein anderer Grund ist Redundanz: Falls das Grid, in dem man seinen Hauptavatar hat, mal offline sein oder andere technische Probleme haben sollte, hat man immer noch einen mehr oder weniger identischen Avatar in einem anderen Grid zur Verfügung. Man kann also weiterhin Events im Hypergrid besuchen, Freunde treffen usw. Außerdem kann man Eigenkreationen und andere essentielle, schwer wiederzubeschaffende Teile des Inventars als Kopien beim Alt lagern, sofern sie <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-rechte" rel="nofollow">kopier- und transferierbar</a> sind.</p>

<p>Noch ein Grund wäre Tarnung: Alts haben ja nicht automatisch dieselbe Freundesliste. Mit einem Alt kann man online gehen und sich in Ruhe irgendwo herumtreiben, ohne daß die eigenen Freunde es bemerken. Man sollte diesen Alt natürlich vor ihnen geheim halten und vor allem sie nicht auch zu Freunden des Alt machen.</p>

<p>Eine Variation ist „selber Vorname, selbe Identität, selbes Aussehen, anderer Nachname“. Das tritt nach Hochzeiten auf, wenn die eigene Identität diejenige ist, die den Nachnamen des Ehepartners annimmt – oder wenn man nach einer Scheidung einen neuen oder wieder seinen alten Nachnamen braucht. In Second Life würde man dafür einfach den Anzeigenamen ändern. In OpenSim geht das in den allermeisten Grids nicht, und man kann den Nachnamen nur mit einem ganz neuen Avatar ändern. Der aber kann in einem Grid residieren, in dem man schon einen Avatar mit ansonsten derselben Identität hat.</p>

<h2 id="alts-mit-neuer-identität">Alts mit neuer Identität</h2>

<p>Ein Alt mit neuer Identität ist keine „Kopie“ eines vorhandenen Avatars mit hinreichend geändertem oder gänzlich neuem Namen, sondern eine komplett neue Person mit eben komplett neuer Identität. Selbst das Geschlecht muß nicht vom Hauptavatar übernommen werden.</p>

<p>Das ist übrigens noch ein Grund mehr, warum aus dem Geschlecht eines Avatars nicht immer ein sicherer Rückschluß auf das Geschlecht des Nutzers hinter dem Avatar gezogen werden kann: Ein weiblicher Avatar könnte ein Female Alt eines Mannes – oder einer Frau – mit männlichem Hauptavatar sein. Umgekehrt könnte ein männlicher Avatar ein Male Alt einer Frau – oder eines Mannes – mit weiblichem Hauptavatar sein.</p>

<p>Je nachdem, warum man sich diese Art von Alt anlegt, kann man sich auch entscheiden, ob – und wenn ja, wie – man sein Umfeld wissen läßt, daß das ein Alt von einem selbst ist. Man kann es offen sagen, man kann es jedem unter die Nase reiben, man kann es ganz geheimhalten, oder man kann subtile Hinweise geben, damit die Leute es merken, ohne daß man es lautstark herausposaunt.</p>

<p>Außerhalb des Hypergrid, also etwa in Second Life und anderen Online-Welten, aber auch in OpenSim-Grids, die nicht im Hypergrid sind, gibt es fast nur diese Sorte Alt.</p>

<h3 id="sinn-und-zweck-des-ganzen">Sinn und Zweck des Ganzen</h3>

<p>Für einen Alt mit neuer Identität kann es einiges an Gründen geben.</p>

<p>Einer der häufigsten Gründe ist auch hier wieder Tarnung, aber in größerem Maßstab: Man kann sich in-world bewegen, ohne daß jemand, den man kennt, es bemerkt. Es gab beispielsweise schon Fälle, wo jemand seinen In-World-Partner der Untreue verdächtigte und ihm mit einem Alt nachspionierte. Man kann sich auch an Orte begeben, wo der eigene Hauptavatar eine <em>persona non grata</em> ist. So etwas geht natürlich nur, wenn geheim bleibt, wessen Alt dieser Alt ist.</p>

<p>Alts mit einem anderen Geschlecht als der Hauptavatar haben auch häufig experimentelle Gründe. Modeschöpfer, die sowohl Damen- als auch Herrenmode machen – so selten die in OpenSim auch sind –, haben beispielsweise häufig Avatare beiderlei Geschlechts, um ihre Kleidung testen zu können. Vielleicht will man aber auch generell ausprobieren, wie ein Avatar des anderen Geschlechts funktioniert, wie es ist, so einen Avatar zu bauen und auszustatten. Oder man möchte selbst sehen, wie ein Avatar des jeweils anderen Geschlechts bei anderen wirkt.</p>

<h3 id="fallstricke-bei-der-trennung-zwischen-hauptavatar-und-alt">Fallstricke bei der Trennung zwischen Hauptavatar und Alt</h3>

<p>Wie ich schon schrieb: Man kann offen zugeben, daß dieser Avatar ein Alt von einem selbst ist bzw. von welchem Avatar „man“ ein Alt ist. Man kann auch Hinweise darauf geben. Oftmals spielen die Leute um einen herum ja auch mit und behandeln die beiden Avatare wie separate Personen.</p>

<p>Häufig aber will man aber beides nicht und statt dessen die Verknüpfung zum jeweils anderen Avatar geheimhalten. Und damit fangen die Schwierigkeiten an. Denn es gibt mehr Dinge, die einen Avatar als einen Alt eines bestimmten anderen Avatars erkennbar machen können, als man glaubt.</p>
<ul><li><p>Die Online-Zeiten der beiden Avatare scheinen in irgendeiner Verbindung zueinander zu stehen. Beispielsweise ist oft genau einer von beiden online, aber nie beide gleichzeitig.</p>

<p>Wenn ein Avatar z. B. fast jeden Abend online ist, aber genau an den Abenden, wenn er offline ist, ist „zufällig“ der andere Avatar online, dann fällt das auf. Oder wenn öfters einer der beiden Avatare online geht, und nur Sekunden oder maximal ein, zwei Minuten früher ist der jeweils andere gerade offline gegangen, dann fällt das auch auf.</p>

<p>Oder beide sind zur Abwechslung gleichzeitig online, aber beide sind fast gleichzeitig online gekommen und gehen am besten auch noch fast gleichzeitig offline.</p>

<p>In dem Augenblick, wo die beiden auch nur einen gemeinsamen Freund haben, wird es dafür einen Zeugen geben, dem das auffällt. Vielleicht nicht beim ersten Mal – beim fünften Mal in Folge aber sehr wohl.</p></li>

<li><p>Die Namen der Avatare folgen demselben oder einem ähnlichen Schema.</p></li>

<li><p>Die Avatare sind von der Machart sehr ähnlich. Vor allem haben sie beide gemeinsame Elemente, die sonst eher selten sind.</p>

<p>Das kann eine realistische Körpergröße sein. Das können eher obskure Meshbodys sein (besonders, wenn beide Meshbodys vom selben Schöpfer stammen oder gar beide den gleichen Body haben). Das können gewisse eher obskure oder unpopulärere Kleidungsstücke sein. Das können ähnliche Kleidungsstile sein, z. B. zwei weibliche Avatare, die beide gern längere Röcke tragen, obwohl man die nur ganz selten auf ganz wenigen Freebie-Sims findet. Das können stilistisch ähnliche Einträge im Profil sein. Das kann bei weiblichen Avataren der Verzicht auf die sonst üblichen aufgeblasenen Schlauchbootlippen in permanenter Kußstellung sein. Bei weiblichen Avataren kann das auch die häufige Anpassung der Fußstellung sein, statt die Füße einfach immer auf „high“ gestellt zu lassen.</p>

<p>Wenn beide Avatare gemeinsame Bekannte haben, also Dritte, die beide immer mal wieder sehen, dann könnten die es merken.</p></li>

<li><p>Solche gemeinsamen Bekannten werden auch Verhaltensweisen bemerken, die beide Avatare gemeinsam haben, die auch eher selten sind.</p>

<p>Das kann eine ähnliche Schreibweise im Chat sein. Das kann sein, daß beide Avatare gern zu Fuß gehen, wenn sie auch teleportieren könnten. Das kann sein, daß beide Avatare auf Partys immer Tänze passend zur Musik auswählen. Das können Ähnlichkeiten im Einrichtungsstil des Hauses/der Parzelle/der Sim sein. Das kann sein, daß beide Avatare an Textilstränden nach dem Baden darauf bestehen, ihre Badesachen zu wechseln. Da gäbe es viel.</p>

<p>Wie heißt es so schön? „Am Gang erkennt man seine Schweine.“</p></li>

<li><p>Gemeinsame Bekannte können auch feststellen, daß beide Avatare dieselben ungewöhnlichen Eigenheiten in der Rechtschreibung haben. Z. B. schreiben beide dasselbe Wort auf dieselbe Art und Weise, die man sonst noch nirgendwo gesehen hat, ständig falsch.</p></li>

<li><p>Einer der beiden Avatare weiß etwas, was nur der jeweils andere wissen sollte.</p></li>

<li><p>Zwei Avatare, die nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, besuchen zwar nicht unbedingt gleichzeitig, aber regelmäßig oder zumindest häufig kurz nacheinander dieselben Orte. Dafür muß man die beiden nicht einmal kennen – es reicht, wenn man auf mehreren Sims auf dem Besucherboard jeweils diese beiden Namen liest.</p></li>

<li><p>Dafür muß man noch nicht einmal beide Avatare kennen: Ein weniger als eine Woche alter Avatar versucht, einen zu verführen.</p>

<p>Daß ein so neuer Avatar schon virtuellen Sex kennt, fällt an sich schon auf. Aber dann nimmt dieser Avatar einen mit ins – am besten noch nicht einmal so leicht zu findende – Privathaus eines ganz anderen Avatars, das nicht gleich in der Nähe steht.</p>

<p>Dabei geht es nicht einmal darum, daß Newbies häufig nicht wissen, daß es in OpenSim Privatgrundstücke gibt, auf denen sie nichts zu suchen haben. Viel eher muß man sich fragen: Woher weiß ein Newbie nach wenigen Tagen, daß auf dieser Sim ohne OpenSimWorld-Beacon in einem völlig anderen Grid dieses Haus steht mit Sexmobiliar drin?</p>

<p>Okay, daß er ein Alt ist, also nicht der erste und einzige Avatar eines totalen Anfängers, erkennt man schon daran, daß er weiß, wie virtueller Sex in OpenSim geht. Aber trotzdem – <em>woher kennt er ausgerechnet genau dieses Haus so gut?</em></p></li>

<li><p>Überhaupt ist ein Avatar auffallend häufig auf dem Land eines bestimmten völlig anderen Avatars zu sehen. Dabei ist der andere Avatar manchmal, aber nicht zwingend anwesend. Der Landeigentümer duldet den anderen Avatar also mindestens. Wenn man da immer wieder denselben Fremdavatar sieht, sind der und der Eigentümer entweder gute Freunde oder Alts voneinander.</p></li></ul>

<p>Man kommt eigentlich mit sehr viel davon, solange es genau niemanden gibt, der von der Existenz beider Avatare weiß. Sobald aber jemand die Möglichkeit hat, beide Avatare zu beobachten, muß man <em>sehr</em> aufpassen. Das trifft zu, wenn Hauptavatar und Alt unter Zeugen in-world aufeinandertreffen, z. B. auf einer Party.</p>

<p>Das trifft aber auch zu, wenn Hauptavatar und Alt mindestens einen gemeinsamen Freund haben. Wenn man einen Avatar einloggt und dann sieht, daß der gemeinsame Freund online ist, sollte man den anderen Avatar nicht direkt danach auch einloggen. Umgekehrt, wenn man beide Avatare online hat, und ein gemeinsamer Freund ist online, sollte man nicht beide Avatare kurz nacheinander ausloggen.</p>

<p>Es gibt noch mehr Dinge, die verraten können, daß ein Avatar ein Alt eines anderen ist, und die dann auftreten, wenn tatsächlich mal beide Avatare zur selben Zeit am selben Ort sind.</p>
<ul><li>Einer der beiden sagt etwas, und der andere antwortet extrem schnell darauf, als hätte er vorher gewußt, was der erste sagen wollte. Das ist um so gefährlicher, je schneller man tippen kann.</li>
<li>Auf Partys tanzen ausgerechnet diese beiden Avatare auffallend oft miteinander und selten bis nie mit jemand anderem, jedenfalls nicht, wenn beide anwesend sind. Das fällt zum einen auf, wenn es auch noch andere Hinweise gibt, und zum anderen, wenn einer der Avatare erst kürzlich erstmals aufgetaucht ist, aber trotzdem seitdem fast immer mit dem einen gewissen anderen Avatar tanzt.</li>
<li>Man sieht nie beide Avatare gleichzeitig laufen. Das kann nur bedeuten, daß eine und dieselbe Person beide Avatare über denselben Rechner steuert.</li>
<li>Man sieht beide Avatare gelegentlich gleichzeitig laufen, aber man stellt fest, daß das meistens in einer Art Abhängigkeit zueinander ist. Beispielsweise laufen auch mal beide gleichzeitig los, oder beide bleiben gleichzeitig stehen, vor allem, wenn nur einer stehenbleiben müßte. Oder häufig rennt einer der Avatare gegen ein Hindernis oder kommt anderweitig vom Weg ab. Das ist schon fortgeschrittene Handhabung zweier Avatare, und zwar mit zwei getrennten Rechnern. Aber auch wenn man zwei Avatare simultan steuern kann, so kann man trotzdem immer nur auf einen achtgeben.</li>
<li>Es ist oft genau einer der beiden unaufmerksam und reagiert nur sehr verzögert auf IMs, Freundschaftsanfragen oder dergleichen.</li>
<li>Beide Avatare haben exakt zeitgleich einen Computercrash. Dem kann man mit einem Rechner pro Avatar vorbeugen. Einen Internetausfall bei einem zu Hause, der auch beide Avatare betrifft, kann man damit aber nicht kaschieren.</li></ul>

<p>Gerade wenn beide im selben Grid bzw. in derselben Community sind, ist es andererseits kontraproduktiv, sie überhaupt nie oder nur sehr selten zusammen auftauchen zu lassen. Denn wenn eigentlich immer entweder der eine oder der andere von den beiden bei einem gewissen Event ist, aber praktisch nie beide gleichzeitig, dann fällt das auch auf. Da kann man dann auch gleich mitten während einer Party einen verschwinden lassen, und drei Minuten später taucht „zufällig“ der andere auf.</p>

<p>Ganz wichtig: Wenn man zwei Avatare auf demselben Event hat und nicht sowieso klar ist, daß einer ein Alt des anderen ist, sollte man für beide jeweils einen Musikstream starten. Das verhindert, daß ein Avatar mehr als Streamhörer da sind. In einem Viewer kann man dann die Lautstärke des Stream auf null stellen.</p>

<p>Wer einen Alt häufiger verwendet, sollte ein guter Schauspieler sein. Denn jede noch so gute Tarnung eines Alt fliegt auf, wenn der Alt dieselbe Persönlichkeit hat wie der Hauptavatar. Dann ist auch klar, wessen Alt der Alt ist. Statt dessen könnte man über Hauptavatar und Alt verschiedene Facetten der eigenen Persönlichkeit verteilen. Oder man spielt sich mit dem Hauptavatar im wesentlichen selbst und mit dem Alt eine komplett fiktive Rolle.</p>

<p>Voice macht es extra schwierig: Wenn beide sich weigern zu voicen, dann ist das eine auffällige Gemeinsamkeit. Wenn einer bereitwillig voicet und der andere sich standhaft weigert, kann das auch verdächtig sein, wenngleich deutlich weniger. Aus offensichtlichen Gründen ist es natürlich keine Lösung, beide voicen zu lassen, es sei denn, man hat jemanden als „Synchronsprecher“ für den Alt. Und nein, Pitchshifter oder andere Stimmenverzerrer bringen da nichts.</p>

<h3 id="fallstricke-bei-der-alt-tarnung">Fallstricke bei der Alt-Tarnung</h3>

<p>Aber auch der einzelne Alt ist leicht als Alt identifizierbar, solange er noch neu ist. Hinweise dafür wären:</p>
<ul><li>Der Avatar ist beispielsweise noch ziemlich neu, aber schon in mindestens vier, fünf, sechs Gruppen, im Hypergrid gar in Gruppen in mehreren verschiedenen Grids.</li>
<li>Der Avatar hat schon am ersten Tag ein ziemlich komplett ausgefülltes Profil.</li>
<li>Der brandneue Avatar hat schon lauter Bilder im Profil. Bonuspunkte, wenn deren Seitenverhältnisse nicht verzerrt sind.</li>
<li>Der Avatar ist erst wenige Tage alt, trägt aber schon einen Meshbody mit Meshkleidung, und es ist kein Startavatar.</li>
<li>Man sieht einen nagelneuen Avatar an mehreren Tagen in Folge, und jeden Tag trägt er ein anderes, gleichermaßen perfektes Outfit. Auch das sind keine bekannten Komplettoutfits.</li>
<li>Der Avatar ist flammneu, kann aber vom Fleck weg perfekt mit Tanzmaschinen umgehen. Es gibt Avatare, die schon fünf Jahre oder älter sind und den Clubmaster im Paartanz bis heute immer auf Automatik laufen haben. Mit „Umsteiger aus Second Life“ kann man das nicht begründen – den Clubmaster kann es in Second Life gar nicht geben, weil da die technischen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind.</li>
<li>Der Avatar fängt schon in der ersten Woche an, eine Parzelle oder gar eine Sim zu bebauen – und macht das wie einer, der darin schon viel Erfahrung hat. Ganz zu schweigen davon, daß der Avatar schon ein prallvolles Inventar zu haben scheint, wenn man bedenkt, was er da alles aufs Land draufbaut.</li>
<li>Der Avatar ist erst wenige Tage alt, scheint aber schon alle möglichen Leute und Sims zu kennen.</li>
<li>Der nigelnagelneue Avatar kennt etliche Insiderwitze.</li></ul>

<p>Man hat es hier vielleicht nicht unbedingt zu tun mit einem getarnten Alt, zumindest aber mit einem Umzieher.</p>

<p>Ältere Alts, die nicht darauf hinweisen, daß sie Alts sind, sind schwieriger zu erkennen, solange man nicht auch erkennen kann, wessen Alts sie sind. Selbst Crossplaying ist nicht zuverlässig erkennbar, also Female Alts von Männern oder Male Alts von Frauen.</p>

<p>Es heißt, Männer stecken in ihre Avatare keinen Aufwand, so daß Female Alts daran zu erkennen sind, daß sie einfach gestaltet sind und immer gleich aussehen. Umgekehrt nutzen Frauen ihre Avatare auch als Anziehpuppen, so daß Male Alts immer schick gestylt sind und hunderte Outfits haben.</p>

<p>Darauf kann man sich aber nicht verlassen, denn es gibt durchaus virtuelle Dressmen, und es gibt durchaus Frauen, die in die Gestaltung ihres weiblichen Hauptavatars nicht mehr Aufwand stecken als nötig oder aus Prinzip oder Tradition immer dasselbe tragen. Auch die Vermutung, daß Nutzer Avatare des jeweils anderen Geschlechts betont sexy gestalten, läuft weitgehend ins Leere, denn ganz besonders weibliche Avatare, die auf Second-Life-Bodys basieren, lassen sich mangels entsprechender Kleidung nur schwerlich <em>nicht</em> sexy machen – auch Athena nicht.</p>

<h3 id="fallstricke-für-den-unerkannten-alt">Fallstricke für den unerkannten Alt</h3>

<p>Ganz spezielle Probleme ergeben sich für einen Alt, wenn ihm zuviel eigenständiges Interesse zuteil wird von Leuten, die eben nicht ahnen oder gar wissen, daß er ein Alt ist. Das Risiko besteht immer dann, wenn der Alt vom Hauptavatar isoliert betrachtet wird.</p>

<p>Solange anderen einigermaßen klar ist, daß und vielleicht sogar von wem der Alt ein Alt ist, ist die Situation relativ sicher. Wenn man in Begleitung des eigenen Alt auf eine Party geht, wo sowieso klar ist, daß das Hauptavatar und dazugehöriger Alt sind, kann der Alt mit den Leuten soviel Quatsch machen, wie er will. Das einzige Risiko wäre, daß jemand nicht wüßte, wer der Hauptavatar ist und wer der Alt. Dem könnte man mit Einträgen im Profil begegnen; dazu komme ich noch. Außerdem ist normalerweise der jeweils jüngere Avatar der Alt.</p>

<p>Aber schon wenn Hauptavatar und Alt zusammen auf derselben Party sind und man verschleiert, daß das Hauptavatar und Alt sind, wird es problematisch. Auf gar keinen Fall dürfen die anderen Besucher irgendwelche unerklärlichen Gemeinsamkeiten oder andere Auffälligkeiten bemerken.</p>

<p>Wenn der eigene Alt auf eine Party eingeladen wird, auf der man Leute erwartet, die man normalerweise mit dem Main trifft, wird es schon unangenehm. Wenn man auf dieselbe Party tatsächlich schon den Main schicken will, wird es noch unangenehmer. Wenn die Party ein Konzept hat, das den Alt eigentlich interessieren sollte, kann sich der Alt noch dazu schwer rausreden.</p>

<p>Ebenso problembehaftet ist es, wenn der Alt alleine unterwegs ist und jemandem zum ersten Mal begegnet, der dann natürlich nicht zwingend weiß, daß er es mit einem Alt zu tun hat. Man kann einen Alt nämlich auch zu gut schauspielern.</p>

<p>Heikel wird es dann, wenn man es mit jemandem zu tun bekommt, der keine Grenze zwischen virtuellem und wahrem Leben zieht und nicht weiß, daß er es mit einem Alt zu tun hat. Dabei stellt sich stets die Frage, wie man als jemand, dessen Alt das betrifft, damit umgehen sollte. Dasselbe Problem kann übrigens auch auftreten mit einem Hauptavatar, der ein anderes Geschlecht hat als der Nutzer dahinter.</p>

<p>Es gilt ja als „weithin bekannt“, daß das Geschlecht eines Avatars nicht immer dem des Nutzers dahinter entspricht. Man sagt, 50% der weiblichen Avatare im Hypergrid haben männliche Nutzer. Aber es scheint immer noch Leute zu geben, die das nicht wissen. Andere glauben, genau und zuverlässig erkennen zu können, welches Geschlecht der Nutzer hinter einem Avatar hat – hier wird einem dann das eigene Schauspieltalent zum Verhängnis. Und dann gibt es die, die für einen Avatar eine solche Obsession entwickeln, daß sie nicht wahrhaben wollen, daß der Nutzer dahinter ganz anders sein könnte als der Avatar, beispielsweise eben ein Mann hinter einem sehr attraktiv gestalteten weiblichen Avatar.</p>

<p>Stellen wir uns das Ganze einmal vor anhand von Alice. Alice ist der Female Alt eines männlichen Nutzers.</p>

<p>So kann es passieren, daß Alice auf eine Roberta trifft. Roberta kannte Alice bis dahin noch nicht. Sie kennt auch den Hauptavatar des Nutzers hinter Alice nicht. Sie weiß nicht, daß Alice ein Alt ist, geschweige denn, wessen Alt, und schon gar nicht, daß sich hinter Alice ein Mann verbirgt. Roberta kann Männer nicht ausstehen, und sie hat noch kaum bis gar keine Freunde in OpenSim. Alice ist ihr sympathisch, und sie freundet sich mit Alice an.</p>

<p>Schon bald will Roberta alles über die reale Alice erfahren und fragt sie danach. Womöglich breitet Roberta vor Alice ihr eigenes ganzes Privatleben aus, und Alice steht nun in einer Art Bringschuld. Oder noch schlimmer: Roberta will sich unbedingt mit Alice im Real Life treffen.</p>

<p>Eine andere mögliche heikle Situation entsteht, wenn Alice auf einer Nacktparty Bob kennenlernt, der heiß auf sie ist – sie ist wohlgemerkt natürlich nackt – und sie anspricht, um noch in derselben Nacht virtuellen Sex mit ihr zu haben. Auch hier besteht das Risiko, daß Bob mehr über Alices Real Life erfahren will. Wenn Bob sich öfter mit ihr zum Sex treffen möchte, wird das sowohl wahrscheinlicher als auch riskanter. Womöglich will er sich irgendwann sogar im Real Life zum Sex treffen.</p>

<p>Der Extremfall ist allerdings, wenn Bob, nachdem er Alice kennengelernt hat, sich in sie verliebt – nicht nur in den Avatar, sondern in seine Vorstellung von der realen Alice aus dem, was er vom Avatar Alice erfährt. Natürlich gibt Alice auch hier ihr Real Life nicht preis. Aber gerade in dieser Situation will Bob natürlich unbedingt alles davon wissen. Natürlich ist sich Bob bewußt, daß es weibliche Avatare mit männlichen Nutzern gibt. Aber Alice doch nicht. Alice ist anders. Hinter Alice <em>kann</em> nur eine Frau stecken. Das weiß er ganz genau. Auch wenn sie sich standhaft weigert, das zu bestätigen, weiß er das ganz genau.</p>

<p>Zunächst einmal gerät der Nutzer hier leicht an einen Punkt, an dem er seinen Alt Alice verhältnismäßig oft online bringen muß. Im zweiten Fall muß er das weniger, außer Bob will Alice täglich mindestens einmal virtuell haben. Aber in den anderen beiden Fällen will Roberta ihre beste Freundin bzw. Bob seine Angebetete natürlich sehen, so oft es irgendwie geht. Das ist dann für den Nutzer einiges an Zeit, die von der für seinen Hauptavatar, dessen Freunde und dessen Projekte abgeht. Selbst wenn es ihm möglich sein sollte, zwei Avatare gleichzeitig online zu haben, wird es ihm nicht möglich sein, beiden konstante Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.</p>

<p>Robertas bzw. Bobs Versuche, die Grenzen zum Real Life einzureißen, sind noch problematischer. Sie erwarten hinter dem Avatar Alice ja eine Frau, die Alice nicht unähnlich ist. Tatsächlich steckt hinter Alice aber zunächst einmal ein Mann, der obendrein Alices fast komplette Persönlichkeit nur spielt, damit sie sich von seinem Hauptavatar unterscheidet.</p>

<p>Was soll Alice jetzt also tun?</p>

<p>Sie könnte Roberta bzw. Bob reinen Wein einschenken. Sie könnte ihr bzw. ihm erzählen, wer, was und wie sie im Real Life tatsächlich ist – inklusive, daß sie ein Mann ist. Roberta würde sie damit aber das Herz brechen. Auch dem liebeskranken Bob würde sie das Herz brechen, aber gleichzeitig wäre er zutiefst angewidert, weil er unterm Strich eine Beziehung mit einem Mann eingegangen ist. Er war ja felsenfest davon ausgegangen, es mit einer Frau zu tun zu haben.</p>

<p>Das war auch der geile Bob im zweiten Fall. Wenn er Alice vor dem Sex gefragt hätte, wäre das für ihn ein Schreckmoment gewesen, und er hätte sich einfach zurückgezogen und es vielleicht mit der nächsten versucht. Hätte er sie dagegen nach dem Sex gefragt, hätte er daraus gelernt, daß er im Grunde virtuellen Sex mit einem Mann gehabt hat. Das wäre noch verstörender gewesen als für den liebeskranken Bob, sofern der zu diesem Zeitpunkt noch keinen Sex mit Alice gehabt hat.</p>

<p>Außerdem: Wenn Alice alle Karten auf den Tisch legen würde, wüßte Roberta bzw. Bob, von welchem Avatar Alice der Female Alt ist. Genau das sollte aber vermieden werden, und genau an der Stelle hat Alice einen ziemlichen Aufwand betrieben. Der wäre jetzt für die Katz, denn das Risiko besteht, daß Roberta bzw. Bob herumerzählt, daß Alice keine wirkliche Frau ist, sondern der Female Alt von dem-und-dem, auf den Roberta bzw. Bob jetzt stinksauer ist, weil er sie bzw. ihn so hinters Licht geführt hat.</p>

<p>Alice könnte sich natürlich auch ein künstliches Real Life ausdenken, das auch zu ihrer künstlichen Persönlichkeit paßt. Aber erstens wäre das ein Zusatzaufwand, zumal das Ganze natürlich in sich stimmig bleiben muß. Da ist also Planung nötig. Zweitens würde das die Obsession von Roberta bzw. Bob sogar noch steigern. Und drittens würde das auch das Risiko steigern, daß Roberta bzw. Bob auf einem Real-Life-Treffen besteht, bei dem sie bzw. er dann begreifen müßte, die ganze Zeit angelogen worden zu sein. Unterm Strich wäre das nicht nur aufwendiger, sondern gefährlicher.</p>

<p>So bliebe nur noch eine mögliche Lösung: Alice behält ihr Real Life für sich. Und sie macht auch klipp und klar, daß das niemanden etwas angeht. Egal, wie hartnäckig Roberta bzw. Bob nachhakt und nachhakt – Alice rückt nicht mit ihren Real Life raus, Punkt. Das kann Roberta bzw. Bob wehtun, aber die Erkenntnis, daß Alice nicht ist, was sie zu sein scheint, würde noch mehr schmerzen.</p>

<h3 id="im-profil-als-alt-offenbaren">Im Profil als Alt offenbaren?</h3>

<p>Man könnte das Ganze noch erleichtern, indem man das Profil eines Alt entsprechend gestaltet. Darüber, ob und wie man das tut, gehen die Meinungen allerdings auseinander.</p>

<p>Direkt im Profiltext im <em>Zweites Leben</em>-Tab zu schreiben, daß der jeweilige Avatar ein Alt von dem-und-dem ist, ist vielleicht am sichersten, macht aber keinen Spaß. Das sollte man, wenn überhaupt, nur bei wirklich absichtlich offensichtlichen Alts tun, vor allem dann, wenn man eher will, daß die Leute mit dem Hauptavatar in Kontakt treten und nicht mit dem Alt.</p>

<p>Man könnte auch nur schreiben, daß es ein Alt ist. Die Trennung des Alt vom Hauptavatar bleibt bestehen, sofern man es nicht woanders vermasselt. Aber auch das wird viele auf Distanz halten. Das kann gewollt sein, das kann das ausdrückliche Ziel sein. Aber wenn auch der Alt ab und an mal Spaß haben will, besonders sexueller Art, kann das immer noch hinderlich sein. Viele Männer mit männlichen Avataren wollen keinen Sex mit weiblichen Avataren, die männliche Nutzer haben. Zugegeben, wer einfach nur virtuellen Sex will, dem sind Profile oft herzlich egal.</p>

<p>Der <em>Erstes Leben</em>-Tab könnte hier weniger aufdringlich sein, und man hat auch mehr Möglichkeiten. Unter <em>Zweites Leben</em> beschreibt sich der Avatar nur selbst, wie jeder das tun sollte; alles, was darüber hinausgeht, parkt man unter <em>Erstes Leben</em>. Was da steht, springt dem Besucher des Profils nicht sofort ins Auge, wenn er es vielleicht gar nicht wissen will.</p>

<p>Da kann stehen, daß der Avatar nur ein Alt ist. Bei weniger stark getarnten Alts kann man auch angeben, wessen Alt es ist. Vorsichtigere Naturen könnten alternativ schreiben, welches Geschlecht der Nutzer hinter dem Avatar hat, ohne den Hauptavatar oder gar die eigene Real-Life-Identität zu offenbaren.</p>

<p>Wer trotz allem verbergen will, daß der eigene Alt ein Alt ist, sollte unter <em>Erstes Leben</em> zumindest schreiben, daß das Real Life dieses Avatars niemanden etwas angeht und man gar nicht erst danach fragen sollte, weil es eh nicht beantwortet würde. Wen das Real Life eines Avatars wirklich interessiert, der wird diesen Tab tatsächlich aufrufen in einem Versuch, sich da zu informieren. Wer dann trotzdem nachbohrt und nachhakt, kann dann zumindest nicht überrascht sein, wenn er wirklich keine Antwort bekommt.</p>

<p>Allerdings sei angemerkt, daß viele den <em>Erstes Leben</em>-Tab beim Checken eines Profils nicht aufrufen, weil sie eben nicht wissen wollen, wer und was jemand im Real Life ist. Wer das unbedingt wissen will, geht tatsächlich auf diesen Tab, und wenn da steht, daß das Real Life des Avatars ihn nichts angeht, dann steht das da an der richtigen stelle. Wenn aber nur da steht, daß der Avatar ein Alt ist, und nicht im <em>Zweites Leben</em>-Tab, liest das eben nicht jeder, der sich das Profil ansieht.</p>

<h2 id="zusätzliche-überlegungen-zum-anlegen-von-alts">Zusätzliche Überlegungen zum Anlegen von Alts</h2>

<p>Je nachdem, was man sich für einen Alt anlegen will, sollte man sich über ein paar weitere Dinge Gedanken machen.</p>

<h3 id="die-gridwahl">Die Gridwahl</h3>

<p>Was für ein Grid man für den Alt wählt, hängt davon ab, was für einen Alt man haben möchte.</p>

<p>Wenn der Alt kein Alt sein soll, sondern der neue Hauptavatar, wählt man natürlich das Grid, in das man sowieso umziehen möchte. Dasselbe gilt, wenn man in einem anderen Grid Aktivitäten wie das Betreiben eines Ladens vorhat, für die man einen Avatar vor Ort braucht.</p>

<p>Einen Alt mit nur dünn verhüllter eigener Identität, bei dem also bei genauerem Hinsehen leicht erkennbar sein soll, wessen Alt das ist, kann man getrost auf dem eigenen Heimatgrid anlegen. Besonders wenn man auch wirklich erreichen will, daß andere unterschwellig erkennen, daß das ein Alt von einem selbst ist, ist das sinnvoll.</p>

<p>Bei einem Alt, bei dem nicht ersichtlich sein soll, wessen Alt das ist, kann man das nur in sehr großen Grids mit vielen Nutzern und Avataren machen. Bei kleineren Grids ist das schwieriger. So einen Alt kann man aber auch, wenn man damit sowieso keine allzu hochtrabenden Pläne wie z. B. einen gänzlichen Wechsel der eigenen Online-Identität hat, nutzen, um andere Grids zu testen. Dann darf aber der eigene Hauptavatar nicht über Dinge aus dem vom Alt getesteten Grid reden, die er selbst gar nicht kennen kann.</p>

<p>Auf gar keinen Fall sollte man, wenn man ein eigenes kleines Privatgrid hat, einen gut getarnten Alt auch auf diesem Grid anlegen. Spätestens wenn die Leute nämlich anfangen, sich zu fragen, wie dieser Avatar auf dieses Grid gekommen sein kann, wo da sonst niemand hinkommt, ist es mit der Tarnung vorbei.</p>

<p>Einen Reserveavatar unter Beibehaltung der Identität des Hauptavatars sollte man immer auf einem gleichermaßen großen, aktuellen und voraussichtlich langlebigen Grid parken, etwa dem OSgrid. Da geht man ohnehin in der Masse unter, und niemand wundert sich, daß dieser neue Avatar nicht an Community-Aktivitäten teilnimmt. Das hat man ja mit einem Reserveavatar im allgemeinen eh nicht vor; wenn, dann begibt er sich in dieselbe Community wie der Hauptavatar und an dessen Stelle.</p>

<p>Kleine Grids sind dagegen häufig gar nicht bestrebt, unnötig groß zu werden. Sie wollen lieber eine lebendige Community, eine „Grid-Familie“ darstellen und nicht als Lager für auch bei geringer Nutzung ressourcenfressende Reserveavatare mißbraucht werden. Außerdem fallen Avatare dort eher auf, wenn sie neu registriert werden, aber nie in der Grid-Community auftauchen.</p>

<p>Einen Bogen sollte man auch machen um Grids, die den Eindruck machen, daß sie kaum bis gar nicht mehr administriert werden. Eine hoffnungslos veraltete OpenSim-Version zeugt von einer entweder sehr konservativen oder schon länger völlig inaktiven Administration. Wenn man dann feststellt, daß tatsächlich ewig kein einziger Admin mehr online war, z. B. weil selbst auf der Landesim kein einziges Skript mehr funktioniert und OpenSimWorld diese seit Monaten oder Jahren als offline listet, sollte man das Grid schleunigst abschreiben.</p>

<p>Schon in ersterem Fall kann man Kompatibilitätsprobleme bekommen. In letzterem Fall gibt’s bestenfalls einen Wartungsstau, der Schwierigkeiten verursacht und das Grid unzuverlässig macht. Schlimmstenfalls muß man ständig damit rechnen, daß das ganze Grid sang- und klanglos verschwindet und die eigene Avatar-Rückfallebene gleich mit in den Orkus reißt.</p>

<h3 id="namensgebung">Namensgebung</h3>

<p>Natürlich braucht ein Avatar auch einen Namen. Wenn man sowieso die Identität des eigenen Hauptavatars behalten will, behält man im allgemeinen auch den Namen. Etwas schwieriger wird es, wenn man einen Alt mit eigener Identität anlegen will.</p>

<p>Beim offensichtlicheren Alt kann man sich namentlich an den Hauptavatar anlehnen und z. B. sagen, der Alt ist mit dem Hauptavatar in irgendeiner Weise verwandt. Vorsicht: Ein Alt als Instant-Ehepartner ist sehr schlechter Stil, und auch sonst sind feste Partnerschaften mit Alts schwierig so zu vermitteln, daß sie akzeptiert werden. Das geht noch am ehesten, wenn man ausdrückt, daß man sowieso kein Interesse an Partnerschaften mit anderen Avataren hat.</p>

<p>Beim getarnten Alt gilt das Gegenteil: Tunlichst sollte man vermeiden, den Alt ähnlich zu benennen wie den Hauptavatar. Man sollte nicht einmal dasselbe Benennungsschema anwenden – es kann immer jemanden geben, der es durchschaut, egal, wie obskur es sein mag. Und es kann immer jemanden geben, mit dem sowohl der eigene Hauptavatar als auch  ein getarnter Alt bekannt oder gar befreundet ist. Man weiß nie, wer für Partys wie weit und wohin hypergriddet.</p>

<h3 id="kostenloses-zuhause-ja-oder-nein">Kostenloses Zuhause, ja oder nein?</h3>

<p>Auch wenn man einem Avatar gern ein Dach überm Kopf gönnt: Nicht jeder Alt braucht auch eine eigene Heimat, vor allem nicht, wenn man nicht vorhat, dafür zu bezahlen. Wenn man mehrere Avatare mit derselben Identität hat, sollte höchstens der Hauptavatar eigenes kostenloses Land haben, vor allem in Grids, in denen dieses knapp ist. Ein Reserve-Alt braucht eigentlich nur einen geeigneten Landeplatz, an den er mit der Home-Tastenkombination zurückkehren und wo man ihn beim Ausloggen parken kann.</p>

<p>Das heißt nicht, daß Alts keine Bezahl-Sims betreiben sollen. Mitunter legt man sich ja nur dafür einen Alt an, und Gridbetreiber freuen sich über zahlende Kunden, Alt oder nicht. <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" rel="nofollow">Second-Life-Umsteiger</a> seien noch einmal daran erinnert, daß es im Hypergrid keine Knappheit an freien Regionen gibt und man keine Skrupel haben sollte, beim Anmieten aus dem Vollen zu schöpfen.</p>

<p>Aber kostenloses Land sollte ein Alt mit einer schon woanders existierenden Identität allenfalls dann in Anspruch nehmen, wenn es ihm vom Landeigner ausdrücklich zugestanden oder gar angeboten wird. Auch wenn in einem Grid jedem Avatar, Alt oder nicht, eine kostenlose Region zusteht, darf er die gern nutzen. Ansonsten kann er notfalls das Zuhause des Hauptavatars mitnutzen bis darauf, daß er da nicht beim Einloggen landen kann, wenn sein Heimatgrid woanders ist.</p>

<p>Zieht man mit dem eigenen Hauptavatar in ein anderes Grid um, und der bisherige Hauptavatar hat noch eine kostenlose Parzelle, ist es situationsabhängig, wie man damit verfährt. Wenn dort Parzellen ohnehin knapp sind, sollte man so fair sein und die eigene Parzelle räumen und aufgeben, besonders dann, wenn der neue Hauptavatar sich auch ein Zuhause aufbauen kann bzw. man den bisherigen Hauptavatar ganz aufgeben will. Behalten sollte man sie, wenn man den bisherigen Hauptavatar als Alt weiternutzen möchte, genügend Parzellen zur Verfügung stehen und die Grid-/Simbetreiber eigentlich gar nicht möchten, daß man die Parzelle aufgibt, z. B. um eine weitere Baulücke zu vermeiden.</p>

<p>Hat man eine Parzelle in einem völlig anderen Grid angemietet, können beide Avatare sie gleichermaßen nutzen, stellen sie doch eigentlich dieselbe Person dar. Idealerweise sollte aber nur der Avatar, der die Parzelle gemietet hat, da auch bauen. Allerdings sei angemerkt: Selbst wenn man es schaffen sollte, sein Home auf eine Parzelle außerhalb des Heimatgrids zu setzen, wird man trotzdem beim Einloggen immer im Heimatgrid landen. Beim Einloggen gleich irgendwo im Hypergrid zu landen, das funktioniert nicht. Das reduziert den Nutzen einer Parzelle im Hypergrid.</p>

<p>Bei einem Alt mit ganz neuer Identität, der ja auch verschleiert, wessen Alt er ist, sieht es wieder etwas anders aus. Wenn man da ausdrücklich Land angeboten bekommt, kann man wieder getrost zugreifen. Hat der Avatar ein eigenes Zuhause, wirkt er auf den ersten Blick sowieso weniger wie ein Alt; das kann eine Rolle spielen, wenn man sich entschieden hat, im Profil des Alt nicht zu erwähnen, daß er ein Alt ist.</p>

<p>Eigenmächtig Land anmieten sollte man höchstens, wenn davon reichlich zur Verfügung steht, schon länger gestanden hat und wohl auf absehbare Zeit auch stehen wird. Wenn also z. B. die Hälfte der Parzellen ungenutzt ist und man weiß, daß die Sim schon länger nicht überragend gut ausgelastet ist, sollte es kein großes Problem darstellen, wenn man eine Parzelle anmietet. Allerdings sollte man sich trotzdem nicht gerade gleich das allerbeste Grundstück schnappen, wenn man es gar nicht braucht.</p>

<p>Wenn dagegen von mehr als einem Dutzend Parzellen nur noch eine oder zwei frei sind, sollte man davon absehen, vor allem, wenn die Sim mit den Parzellen erst wenige Tage alt sind und der Run auf das Land noch läuft. Es ist unfair, den Hauptavataren anderer Leute mit einem Alt Land wegzuschnappen. Auch wenn Land nur auf Anfrage vergeben wird, sollte man davon Abstand nehmen, weil da die Wahrscheinlichkeit größer ist, daß man dafür gründlich gescreent wird.</p>

<p>Wohlgemerkt, dies sei vor allem <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" rel="nofollow">Second-Life-Umsteigern</a> gesagt: Meine Empfehlungen, ob man einem Alt eigenes Land gönnt oder nicht, gelten nur für kostenlose Parzellen, die ja zumeist notorisch knapp sind. Regionen gegen Geld kann man für jeden Avatar anmieten, soviel man will und kann. Auch wenn ein Grid jedem Avatar kostenlos eine ganze kostenlose Region anbietet, kann jeder Avatar, den man auf dem Grid hat, dieses Angebot nutzen. Im Gegensatz zum proppevollen Second-Life-Grid nutzen die Grids im Hypergrid ihre mögliche Fläche zu nicht einmal 1‰ aus, und das, obwohl es sowieso schon viel mehr bebaute Sims als Avatare gibt.</p>

<p>Wenn man dann Land hat und anfängt, es zu bebauen, sollte man darauf achten, daß die eigenen Avatare keine zu ähnlichen Baustile haben. Beispielsweise könnte man die „Macke“ haben, Regenrinnen an Häuser zu bauen, die keine haben – und es gibt meines Wissens in OpenSim keine fertigen Häuser mit Regenrinnen. Es bringt auch keine Sau Regenrinnen nachträglich an fertigen Häusern an, und herzlich wenige Leute bauen sie an ihre Eigenbauhäuser. Wenn, dann sollte nur der Hauptavatar an sein Haus Regenrinnen bauen. Wenn der Alt das auch tut, ist er sehr schnell enttarnt als Alt von „dem, der immer Regenrinnen an die Häuser baut“.</p>

<h2 id="fazit-zum-schluß">Fazit zum Schluß</h2>

<p>Grundsätzlich sind Alts nichts Böses oder Schlimmes. Klar, manche Alts wurden aus niederen Beweggründen angelegt, etwa, um anderen Leuten nachzuspionieren oder für OpenSimWorld auf der eigenen Sim mehr Traffic vorzutäuschen, als sie tatsächlich hat. Manchmal werden sie allerdings notwendig, z. B. beim Umzug von einem Grid in ein anderes. Oder man braucht einen Alt zum Experimentieren oder als Fotomodell oder so.</p>

<p>Aber auch wenn die Hürden zum Anlegen eines Alt in OpenSim im Vergleich zu Second Life sehr viel niedriger sind, gibt es beim Anlegen und bei der Handhabung von Alts viel zu beachten. Insbesondere dann, wenn man nicht will, daß der eigene Alt als solcher enttarnt wird – und schon gar nicht, wer der dazugehörige Hauptavatar ist –, ist vor- und umsichtiges Handeln vonnöten.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Avatar" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Avatar</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/alts-ein-nutzer-mehrere-avatare</guid>
      <pubDate>Sun, 03 Sep 2023 22:57:47 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>General, Moderate, Adult: Das Rating-System in OpenSim</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/general-moderate-adult-das-rating-system-in-opensim</link>
      <description>&lt;![CDATA[Die Content Ratings in OpenSim, also General, Moderate und Adult, sind aus Second Life übernommen und haben einen ähnlichen Zweck wie die Alterseinstufungen der USK – Älteren dürfte hier die FSK geläufiger sein. Sie sorgen allerdings immer wieder für Irrungen und Wirrungen. !--more--&#xA;&#xA;Wer als Neuling nicht über Second Life nach OpenSim gekommen ist, kann mit ihnen nichts anfangen. Während Second Life alle drei Ratings genau definiert, gibt es in OpenSim, insbesondere im Hypergrid, keine verbindliche einheitliche Definition.&#xA;&#xA;Die allermeisten Grids definieren sie überhaupt nicht und gehen davon aus, daß sowieso jeder die Definitionen aus Second Life kennt. Wenn sie denn gridseitig definiert werden, sind das absolute Gummi-Definitionen, die bis zur Unkenntlichkeit gedehnt werden können – und auch die gelten natürlich nur für dieses eine Grid.&#xA;&#xA;Aber auch erfahrene User fallen in puncto Ratings schon mal fürchterlich auf die Schnauze. Wer felsenfest davon ausgeht, daß sowieso überall die Second-Life-Definitionen gelten, wundert sich dann, wenn er von einer Sim mit Adult-Rating geworfen wird, weil er da nackt war – aber Nacktheit da gar nicht erlaubt ist, weil Adult nur „keine Kinderavatare erlaubt“ bedeutet. Umgekehrt sind eher prüde User, für die Adult tatsächlich nur „keine Kinderavatare erlaubt“ bedeutet, immer wieder zutiefst schockiert, wenn sie auf Adult-Sims auf nackte Avatare stoßen – und zwar selbst dann, wenn zur Nacktheit ermutigt und Nacktheit öffentlich beworben wird. Derweil glauben beide Seiten, ihre und ausschließlich ihre Definition sei hypergridweit alleingültig.&#xA;&#xA;Das Rating-System in Second Life&#xA;&#xA;In Second Life sind die Ratings klassischerweise ziemlich klar umrissen:&#xA;&#xA;General (früher und im Singularity Viewer heute noch PG; auf Deutsch Generell): uneingeschränkt „familientauglich“. Gewalt, Sex und Nacktheit sind verboten. Minderjährige User dürfen sich nur hier aufhalten. Dieses Rating bekam eine besondere Bedeutung, als Second Life das separate Grid für Jugendliche geschlossen und dessen minderjährige Nutzer aufs Hauptgrid umgezogen hat.&#xA;&#xA;Moderate (früher und im Singularity Viewer heute noch Mature; auf Deutsch Moderat): USK18, je nach Sim aber mit Neigung zu USK16 oder USK12. Gewalt ist erlaubt, solange sie nicht zu drastisch dargestellt wird, also kein Gore. Avatare dürfen in der Öffentlichkeit nackt sein, außer es gibt Schilder, die das ausdrücklich untersagen. Sexy Kleidung ist auch erlaubt, ebenso sexy Darbietungen wie Burlesque. Tatsächlich Sexuelles ist dagegen nur in entsprechend abgeschirmten Privatbereichen erlaubt, aber nicht in wie auch immer gearteten öffentlichen Bereichen, egal, wie gut die abgeschirmt sind. Fotorealistische Nacktbilder sind auch nicht erlaubt (Bilder von Avataren gelten nicht als fotorealistisch). Der überwiegende Teil des Second-Life-Grid hat dieses Rating.  &#xA;&#xA;Adult: Hier geht dann alles, was nicht grundsätzlich gegen die Regeln in Second Life verstößt, bis hin zu Sex in aller Öffentlichkeit. Allerdings muß man sich Adult-Inhalte in Second Life erst freischalten, um entsprechende Regionen überhaupt auch nur angezeigt zu bekommen. Das USK-Pendant wäre entweder auch USK18 oder gleich „der Index“.&#xA;&#xA;Die Einhaltung der Regeln wird von den Lindens übrigens überwacht – gerade auch seitens der Eigentümer der Regionen. Wer auf einer Moderate-Region zuviel erlaubt, dem wird die Region zwangsumgestellt auf Adult. Wer wiederum eine Adult-Region so stark einschränkt, daß das Adult-Rating nicht mehr gerechtfertigt ist, dem wird sie von den Lindens auf Moderate zwangsumgestellt, wenn nicht gar auf General.&#xA;&#xA;Unterm Strich kann man sagen, die Ratings in Second Life sind sehr zuverlässig.&#xA;&#xA;Ach ja: Wer auch Second Life noch nicht kennt und sich gerade darüber gewundert hat, daß ich von Sex geschrieben habe: Ja, Sex zwischen Avataren geht. Und ja, der passiert auch. Wie der geht, ist aber nicht Thema dieses Beitrags. Vielleicht schreibe ich noch einen, der das (mit-)thematisiert, ansonsten findet man das früher oder später selbst heraus.&#xA;&#xA;Das Rating-Chaos in OpenSim&#xA;&#xA;Aus Gründen der Kompatibilität zu Second Life – die wichtigsten Viewer gibt es ja für beide Produkte – gibt es in OpenSim exakt dieselben drei Ratings. Das heißt aber nicht, daß sie auch exakt dieselbe Bedeutung haben. Perfiderweise haben sie genau die im allgemeinen eben nicht.&#xA;&#xA;Noch dazu legt jedes Grid – und auch so manch eine Sim für sich – die Regeln unterschiedlich aus. Es gibt ja keine zentrale Kontrollinstanz, die letztlich über alle OpenSim-Grids das Sagen hat. Das heißt, nur ganz wenige Grids haben tatsächlich gridweit definierte Ratings. Meistens gibt es eine Art nie irgendwo schriftlich festgehaltenen Konsens, daß die Second-Life-Regeln gelten – oder, besser gesagt, was man glaubt, was die Second-Life-Regeln sind.&#xA;&#xA;General ist im Prinzip so wie in Second Life. Es wird aber je nach kulturellem Hintergrund der Grid- oder Sim-Betreiber unterschiedlich ausgelegt. Einige sehen es schon als verwerflich, auf einer General-Sim eine Bar zu haben, die auch nur impliziert, daß sie alkoholische Getränke ausschenkt.&#xA;&#xA;Andere haben kein Problem damit, auf einer Sim mit General-Rating sogar Waffen anzubieten. Oder Meshbodys oder Skins, auf deren Verkaufsboxen eine nackte Frau zu sehen ist. Oder gar Genitalien mit sehr expliziten Illustrationen auf den Verkaufsboxen. Wer so etwas in einem Laden versteckt, der von außen nicht einsehbar und mit „Nicht unter 18 Jahren“ beschriftet ist, gilt als prüde.&#xA;&#xA;Wieder andere haben noch härtere Regeln. The Haven Grid beispielsweise ist ein US-amerikanisches Grid, das sich selbst als christlich und familienfreundlich bezeichnet. Das bedeutet nicht nur sehr christlich – zum Glück wird einem das in diesem Grid nicht um die Ohren gehauen, derweil es durchaus praktizierende ultra-religiöse Fanatiker im Hypergrid gibt –, sondern sehr konservativ und sehr prüde. Das ganze Grid ist G-rated, was hierzulande USK0 entspricht. Auch Our Dawn ist als ganzes Grid G-rated.&#xA;&#xA;Moderate unterscheidet sich kaum mehr von General bis zu dem Punkt, wo die Ratings häufig eigentlich frei austauschbar sind. Allenfalls wird General verwendet, um der „Sauberkeit“ und Familienfreundlichkeit einer Sim mehr Nachdruck zu verleihen.&#xA;&#xA;Im allgemeinen ist davon auszugehen, daß auf Sims mit Moderate-Rating öffentliche Nacktheit nie erlaubt ist. Falls doch, was an sich schon selten ist, erfährt man es manchmal in irgendeiner Sim-Beschreibung und noch häufiger zufällig vom Grid- oder Sim-Betreiber (daran erkennt man mitunter alte Second-Life-Recken). Und das, obwohl man auf fast jeder Freebie-Sim mit General-Rating splitternackte Avatare auf Bildern sehen kann.&#xA;&#xA;Derweil gibt es sehr wohl Freebie-Sims mit Moderate-Rating, die sextaugliches Mobiliar oder gar BDSM-Instrumente anbieten – aber nicht etwa schön in Boxen verpackt, sondern die Objekte selbst, und zwar mit noch an Ort und Stelle nutzbaren Skripten.&#xA;&#xA;Nach dem Alter der Nutzer kräht hier übrigens kein Hahn. Das wäre auch sinnlos, denn fast kein einziges Grid – zumindest im Hypergrid – verifiziert das Alter seiner Nutzer. Ich bin mir nicht mal sicher, ob OpenSim überhaupt die technischen Rahmenbedingungen hat. Und so kann man im allgemeinen nie wissen, wie alt der Nutzer hinter einem Avatar wirklich ist.&#xA;&#xA;Adult ist vielfach ein sehr dehnbarer Begriff. Natürlich sind diejenigen Sims, die wirklich Sauereien erlauben, alle Adult-rated. Das sind auch die allermeisten Sims, die öffentliche Nacktheit erlauben. Während es zwischen den beiden Kategorien große Überschneidungen gibt, verstehen sich ein paar Nackt-Sims eher als FKK-Sims. Nicht nur haben die keinerlei Sexmobiliar, sondern sexuelle Handlungen und Anzüglichkeiten jeglicher Art sind simweit überall verboten. In Second Life würde so eine Sim locker das Moderate-Rating einhalten können. In OpenSim geben höchstens Europäer solchen Sims ein Moderate-Rating.&#xA;&#xA;Dazu kommt, daß auf den wenigen Grids mit gridweiten Rating-Vorgaben gerade das Adult-Rating sehr variabel ist. Grundsätzlich entspricht es dem in Second Life, aber es heißt, das Rating kann von Sim-Betreibern nach Belieben verschärft werden. Nach Belieben.&#xA;&#xA;Mißbrauchspotential durch willkürliche Fehlauslegung&#xA;&#xA;Was dabei herauskommt, sah man schon oft genug in Form von „Blues“-Club-Sims, die von älteren, konservativen US-Amerikanern aufgebaut wurden. Die bekamen ein Adult-Rating, aber ohne auch nur eine einzige Freiheit für die Nutzer, die über General hinausging. Zunächst einmal verkaufen solche Leute einem gern Southern Rock oder gar Country Rock als Blues, was einiges über die Sim-Betreiber aussagt. Und dann hat ihre Sim ein Adult-Rating, aber nicht nur Sex ist nirgendwo erlaubt, sondern wenn man sich erdreisten sollte, nackt auf der Sim aufzutauchen, wird man ohne vorherige Warnung sofort herausgeworfen und dauerhaft gesperrt.&#xA;&#xA;Warum sind diese Sims aber Adult-rated? Weil die Betreiber die Ratings falsch verstanden und/oder eigenmächtig umdefiniert haben. Für sie ist Adult keine Content-Warnung, keine Warnung davor, daß Besucher auf explizit sexuelle oder anderweitig verstörende Inhalte treffen könnten. Wie gesagt, dies Sim-Betreiber sind so prüde, daß sie nicht einmal Nacktheit erlauben. Nein, „Adult“ bedeutet für sie nur „keine Kinder erlaubt“.&#xA;&#xA;Das „Adult“ bezieht sich aus ihrer Sicht außerdem nicht auf das Alter des Nutzers – das eh nicht verifiziert werden kann, zumal auch Zehnjährige mit genügend technischem Sachverstand und passender zur Verfügung stehender Hardware sogar ihr eigenes Grid aufziehen können. Nein, es bezieht sich ausschließlich auf das dargestellte Alter des Avatars. Wenn man weiß, woher man die Zutaten bekommt, kann man sich ja problemlos einen Avatar in Gestalt eines Kindes bauen. Und diese Leute hassen einfach Kinder und wollen in ihrem Laden keine sehen.&#xA;&#xA;Das heißt, vielleicht glauben sie tatsächlich, daß Avatare immer das Alter des Nutzers widerspiegeln. Aber das ist ein noch größerer Unsinn wie die Annahme, daß das Geschlecht des Avatars mit dem des Nutzers übereinstimmt. Ernsthaft: Wenn Minderjährige OpenSim nutzen, dann bauen sie sich keine Avatare, die ihresgleichen darstellen, sondern Erwachsenenavatare – und zwar tendentiell noch häufiger völlig übertriebene Avatare, als Erwachsene sie bauen. Und somit stecken hinter allen Kinderavataren Erwachsene – und zwar weit überwiegend Männer.&#xA;&#xA;So manches Mal gab es wegen des Rating-Mißbrauchs übrigens Zoff. Und der ging nicht immer zugunsten der Sim-Betreiber aus. Manche OpenSim-Nutzer sind ja Nudisten. Einige wenige sind so harte Nudisten, daß sie überall da, wo es so aussieht, als wenn sie da nackt sein können, auch tatsächlich nackt sind. Wenn sie dann auf einer Adult-Sim – noch einmal, qua Rating dürfen sie da nackt sein – wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ rausgeworfen und gesperrt werden, setzen sie sich manchmal zur Wehr. Es gab schon mindestens einen Fall, in dem so eine Sim sowohl im Grid selbst als auch auf OpenSimWorld zwangsweise auf Moderate umgestellt wurde, weil man entschied, daß das Adult-Rating nicht gerechtfertigt war.&#xA;&#xA;An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt: Wenn man unbedingt per Rating Minderjährige aussperren will, dann geht das auch mit einem Moderate-Rating. Moderate schließt gemäß Second-Life-Definition nämlich auch schon Minderjährige aus. Adult zu nehmen und dann willkürlich die Rechte der Nutzer wieder auf Moderate- oder gar General-Niveau einzuschränken, das ist etwas für Leute, die die Definition der Ratings nicht kennen und nur aus den Namen herleiten.&#xA;&#xA;Inzwischen ist die Zahl der Sims mit Adult-Rating, aber General-Freiheiten noch weiter gestiegen, und zwar aus einem neuen Grund: Das Adult-Rating soll nun dafür herhalten, Pädophile und Ageplayers auszusperren. Auch dafür braucht es das Adult-Rating nicht. Man kann Regeln auf Sims auch anders aufstellen und durchsetzen. Man kann ja auch einfach mit In-world-Schildern darauf hinweisen, daß man keine Furry-Avatare will, wenn man keine will. Das geht auch mit Kinderavataren, und zwar unabhängig vom Rating. Und als Simbetreiber kann man auch Regeln durchsetzen, auf die mit Schildern hingewiesen wird.&#xA;&#xA;Mißbrauchspotential durch Ausnutzung von Schlupflöchern&#xA;&#xA;Ich habe auch schon Fälle gesehen, wo versucht wurde, auf einer Clubsim unbedingt das Adult-Rating zu rechtfertigen, mit dem Kinderavatare ausgesperrt werden sollen, und sie gleichzeitig blitzsauber zu halten. Irgendwo auf der Sim gab es dann einen kleinen abgeschlossenen Bereich, etwa ein Gebäude, das am besten von außen nicht einmal einsehbar war, mit einem Stück Sexmobiliar drin. Da konnte man dann versuchen, sich damit herauszureden, daß Sex auf der Sim durchaus erlaubt war. Zwar nur in dieser kleinen Nische, während überall sonst womöglich nicht einmal Männer oben ohne sein durften, von Frauen ganz zu schweigen, aber es war erlaubt.&#xA;&#xA;Das war durchaus ein legitimes Schlupfloch, denn auch in Second Life ist Sex außerhalb von Adult-Sims nur auf mit technischen Mitteln abgeschirmtem Privatgrund erlaubt. Ein einziges Stück Sexmobiliar irgendwo auf der Sim macht eigentlich automatisch ein Adult-Rating notwendig. Gleichzeitig aber war das nichts weiter als ein Trick, um eine ansonsten sehr konservativ wirkende Clubsim als Adult einstufen zu können – allein zu dem Zweck, Kinderavatare aussperren zu können.&#xA;&#xA;Der kleine Sexbereich, der eh nur zwei Avatare aufnehmen konnte, war zum einen unnötig wie ein Kropf für das Konzept der Sim. Zum anderen wurde er auch nirgendwo beworben, und daß es ihn überhaupt gab, fand man nur zufällig durch Umgucken auf der Sim heraus – wenn denn überhaupt. Im Grunde wollte man gar nicht, daß jemand den Sexbereich findet, geschweige denn nutzt. Der diente nur dazu, daß man ihn selbst als Grund aufführen konnte fürs Adult-Rating.&#xA;&#xA;Daß so etwas in Second Life durchginge, daran habe ich meine Zweifel. Wie einige hier schon wissen müssen, war ich nie in Second Life. Aber solche Tricks, um die vermeintlichen Einschränkungen des Adult-Ratings ohne die Freiheiten des Adult-Ratings zu haben, dürften da bei den Lindens nicht gut ankommen. Andererseits breiten sich Pädos in Second Life nicht überall ungehindert aus, allein deshalb, weil sie ihre traditionellen Rückzugsorte haben, wo auch die Lindens sie in Ruhe lassen.&#xA;&#xA;Genau die Regel, die hier als Schlupfloch genutzt wird, um das gewünschte Adult-Rating für eine ansonsten völlig harmlose Sim zu bekommen, wird aber tatsächlich ab und an gebrochen. Da findet man dann voll funktionsfähiges Sexmobiliar auf einer Sim vor, deren Rating sowohl in-world als auch auf OpenSimWorld unter Adult liegt, womöglich sogar General ist. Wohlgemerkt, nicht als Artikel in irgendeinem Freebie-Store, sondern als Sim-Deko, noch dazu für so ziemlich jedermann sichtbar. Das kann eigentlich nur zwei Gründe haben: Entweder weiß der Sim-Erbauer überhaupt nicht, daß Avatare auf diesem Mobiliar Sex haben können. Oder er weiß es, findet aber die Möbel so schick, ist gleichzeitig nicht kompetent genug, sie zu entschärfen, und hofft, mit dem Rating die Leute davon abhalten zu können, darauf tatsächlich zu bumsen.&#xA;&#xA;Ich kenne übrigens noch eine Herangehensweise an die Ratings, die näher an deren eigentlicher Definition und Intention ist, zumindest der vereinfachten Definition „Adult = Nackt-Sim“. Die habe ich gesehen auf einem kleinen walisischen Grid mit nur ganz wenigen Sims, aber einer Betreiberin mit Hang zum Nudismus, dem Ocean Grid (es gibt noch ein kleineres walisisches Grid, das von einer Nudistin betrieben wird). Fast überall im Grid ist Nacktheit erlaubt, wenngleich Sexmöbel nur schwer zu finden sind, wenn überhaupt. Und so sind auch fast alle Sims Adult-rated. Einzig die Landesim ist Moderate-rated.&#xA;&#xA;Der Grund dafür ist, daß der Landeplatz in einem geschlossenen Gebäude ist, von dessen völlig fensterlosen Erdgeschoß aus man nicht die übrige Sim einsehen kann. Um prüde Besucher zu schützen, ist in diesem Gebäude Nacktheit nicht erlaubt. Und vor etwaiger öffentlicher Nacktheit außerhalb des Gebäudes, die da nämlich „trotz“ Moderate-Rating wieder erlaubt ist, wird auf etlichen Schildern gewarnt – sogar auf solchen an der Treppe zur Aussichtsplattform. Wenn man die betritt, bekommt man sogar zusätzlich eine Notecard zugesteckt, die davor warnt, daß man möglicherweise nackte Avatare sehen könnte. Wer sich also an nackten Menschen stört, wird genügend vorher davor gewarnt und kann noch rechtzeitig die Sim wieder verlassen. Das Moderate-Rating soll also ganz einfach Nudisten davon abhalten, sich – versehentlich – nackt in dieses Gebäude zu teleportieren.&#xA;&#xA;Dieselbe Sim, verschiedene Ratings?&#xA;&#xA;Erschwerend kommt in dem Chaos aber noch etwas anderes hinzu: Was OpenSimWorld bei den jeweiligen Sims als Rating angibt, muß nicht korrekt sein. Es muß nicht dem Rating entsprechen, das die Sim tatsächlich in-world hat. Ich schätze, in mindestens 20% der Fälle tut es das auch nicht.&#xA;&#xA;Gründe kann es dafür verschiedene geben. Einer ist, daß der OpenSimWorld-Beacon nicht das In-World-Rating an OpenSimWorld überträgt, man also auf OpenSimWorld das Rating noch einmal per Hand einstellen muß – und es keinen technischen Zwang gibt, es genauso einzustellen wie in-world. Man kann eine Adult-Sim auf OpenSimWorld als General-rated bewerben. Oder umgekehrt eine General-Sim als Adult-rated. Da gibt es keinerlei technische Hürde, und wenn keiner diesen Fehler meldet und man es selbst nie „korrigiert“, bleibt das auch bis in alle Ewigkeit so.&#xA;&#xA;Unwissen kann auch ein Grund sein. Vielleicht weiß man einfach nicht, daß das Rating, das man auf OpenSimWorld einstellen muß, dem entsprechen sollte, was man für die Sim selbst eingestellt hat. Oder es ist Schlendrian: Man achtet einfach nicht drauf. Oder es ist einem einfach vollkommen egal. Oder man hat aus irgendeinem Grunde vergessen, welches Rating man seiner Sim gegeben hat, und keine Lust, sich im Grid einzuloggen und mal nachzugucken. Oder man war nie in Second Life, weiß also nicht, was die Ratings bedeuten, und klickt einfach irgendetwas an.&#xA;&#xA;Sprachbarrieren können auch ein Grund sein. Es gibt jede Menge OpenSim-Nutzer, auch Sim- oder gar Grid-Betreiber, die kein Wort Englisch können. Das sehe ich erfahrungsgemäß besonders oft bei Italienern und Brasilianern. OpenSimWorld können sie nur per Maschinenübersetzung der ganzen Website nutzen, z. B. Google Translate. Die Maschinenübersetzung der Ratings auf OpenSimWorld – sofern die überhaupt übersetzt werden – muß nicht mit der händischen Übersetzung in OpenSim bzw. im Viewer übereinstimmen. Und schon hat man das falsche Rating gewählt.&#xA;&#xA;Da freut sich dann der geneigte Nudist über eine Sim, die neu auf OpenSimWorld aufgetaucht ist und mit einem Adult-Rating beworben wird. Vielleicht hat sie sogar Adult als Kategorie, der die Sim-Beschreibung – so es eine gibt – auch nicht widerspricht. Dann hypergriddet man da freudig splitternackt hin – und findet sich wieder auf einer General-Sim, die auf OpenSimWorld fälschlicherweise als Adult-rated geführt ist. Da heißt es dann aber hurtig wieder nach Hause, bevor man erwischt wird.&#xA;&#xA;Das gibt es natürlich auch umgekehrt: Auf OpenSimWorld wird eine Sim angepriesen als General-rated. In-world erweist sie sich dann als Adult-rated. Da hat man sich dann vielleicht extra ein braves Outfit angezogen, um vor Ort festzustellen, daß Nacktheit nicht nur (wahrscheinlich) erlaubt ist, sondern sogar angebracht. Manchmal, aber nicht immer können die Beschreibung der Sim und die In-world-Bilder auf OpenSimWorld den Verdacht erwecken, daß das dortige Rating nicht ganz stimmen kann. Oft genug gibt es aber – vor allem bei neuen Sims – weder eine Beschreibung noch Bilder, und man teleportiert ins Blaue.&#xA;&#xA;Um das Chaos komplett zu machen: Auch das In-World-Rating muß nicht der eigentlichen Intention der Sim, deren Inhalt und deren Regeln entsprechen. Den „Blues“-Club, der ein Adult-Rating hat, weil der Sim-Betreiber Kinder haßt, obwohl ein General-Rating auch funktionieren würde und sich das Rating noch nie auf das Aussehen des Avatars bezogen hat, hatte ich ja schon angesprochen.&#xA;&#xA;Aber, vor ein paar Monaten gesehen: eine Sim mit italienischem Betreiber. Auf OpenSimWorld Adult-rated und mit einer Beschreibung nur auf Italienisch, aus der nicht aufs angepeilte Rating geschlossen werden kann. In-world entpuppt sie sich auf den ersten Blick (oben in den Viewer) als General-rated – und auf den zweiten Blick als Nacktstrand mit nicht gerade wenigen Fickmöglichkeiten, der eigentlich das Adult-Rating haben müßte.&#xA;&#xA;Fazit&#xA;&#xA;Schon in Second Life kann das Rating-System nur vom eisernen Regime der Lindens am Laufen gehalten werden. Im liberalen, dezentralen OpenSim, wo es keine höchste Kontrollinstanz über alles gibt, ist es eigentlich zum Scheitern verurteilt. &#xA;&#xA;Ratings können weitreichend verbogen, sehr flexibel ausgelegt und regelrecht mißbraucht werden. Statt jede Sim zwangsweise auf die kalifornische Kultur Second Lifes einzunorden, prallen das vergleichsweise liberale, lockere Mitteleuropa und prüde, verklemmte, konservative US-Amerikaner hart aufeinander mit ihren Vorstellungen von Ratings. Gerade auf größeren Grids scheint es relativ einfach zu sein, sich von der Gridleitung unbemerkt hart am Rande von Ratings zu bewegen, und kleinere Grids tun das mitunter gleich selbst.&#xA;&#xA;Erschwerend kann noch hinzukommen, daß das Konzept von Varsims, das es ja nur in OpenSim gibt, die Rating-Problematik noch verschärft. Je größer eine Sim ist, desto schwieriger ist es, ein und dasselbe Rating für die ganze Sim zu rechtfertigen.&#xA;&#xA;Im Grunde bräuchte OpenSim ein feiner aufgegliedertes Rating-System, das auch mehrere Ratings für eine Sim erlaubt, also separate Ratings für Teile der Sim. Außerdem sollte genannt werden können und auch müssen, was genau wo erlaubt ist. Damit wäre dann klar, daß z. B. auf einer Sim keine Kinder erlaubt sind, aber auch keine Nacktheit – oder eben Nacktheit, aber kein Sex.&#xA;&#xA;Second Life müßte das so zuerst einführen, und OpenSim könnte bzw. müßte das dann übernehmen. Das wird aber nicht passieren, weil Second Life auf Befehl der Investoren, die Linden Lab übernommen haben, zu einer familienfreundlichen Partywelt umgebaut werden soll, wo nichts mehr erlaubt sein wird, was nicht ins General-Rating paßt.&#xA;&#xA;Also müßte sich OpenSim von Second Life wegentwickeln. Das wird ja immer wieder gefordert, ist aber nicht umsetzbar. Das heißt, OpenSim könnte sich von Second Life wegentwickeln, aber dann gäbe es keine Viewer mehr für OpenSim. Es gibt ja keinen einzigen reinen OpenSim-Viewer, und was es im Viewer-Bereich überhaupt gibt, wird in erster Linie für Second Life entwickelt und mit Ach und Krach kompatibel zu OpenSim gehalten. Die OpenSim-Community hat ganz einfach nicht die Ressourcen, um einen eigenen Viewer zu entwickeln und dauerhaft zu pflegen, der es mit dem Firestorm aufnehmen kann.&#xA;&#xA;Das Problem der Rating-Differenzen zwischen in-world und OpenSimWorld ließe sich einfacher beheben, nämlich, indem die Simbetreiber auf diese Differenzen hingewiesen werden. Sollte das nicht klappen, sollte die OSW-Administration ihrerseits die Einträge korrigieren können. Dazu bräuchte es aber die Bereitschaft der Community, solche Unterschiede zu melden. Allem Anschein nach will man da aber im allgemeinen lieber nur konsumieren und, wenn etwas nicht stimmt, über Sims, ganze Grids oder gar OpenSim als Ganzes meckern.&#xA;&#xA;So werden wir wohl mit diesen Problemen weiter leben müssen.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürFortgeschrittene]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die Content Ratings in OpenSim, also General, Moderate und Adult, sind aus Second Life übernommen und haben einen ähnlichen Zweck wie die Alterseinstufungen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Unterhaltungssoftware_Selbstkontrolle" rel="nofollow">USK</a> – Älteren dürfte hier die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freiwillige_Selbstkontrolle_der_Filmwirtschaft" rel="nofollow">FSK</a> geläufiger sein. Sie sorgen allerdings immer wieder für Irrungen und Wirrungen. </p>

<p>Wer als Neuling nicht über Second Life nach OpenSim gekommen ist, kann mit ihnen nichts anfangen. Während Second Life alle drei Ratings genau definiert, gibt es in OpenSim, insbesondere im <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-virtueller-welten-die-struktur" rel="nofollow">Hypergrid</a>, keine verbindliche einheitliche Definition.</p>

<p>Die allermeisten <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-virtueller-welten-die-struktur" rel="nofollow">Grids</a> definieren sie überhaupt nicht und gehen davon aus, daß sowieso jeder die Definitionen aus Second Life kennt. Wenn sie denn gridseitig definiert werden, sind das absolute Gummi-Definitionen, die bis zur Unkenntlichkeit gedehnt werden können – und auch die gelten natürlich nur für dieses eine Grid.</p>

<p>Aber auch erfahrene User fallen in puncto Ratings schon mal fürchterlich auf die Schnauze. Wer felsenfest davon ausgeht, daß sowieso überall die Second-Life-Definitionen gelten, wundert sich dann, wenn er von einer Sim mit Adult-Rating geworfen wird, weil er da nackt war – aber Nacktheit da gar nicht erlaubt ist, weil Adult nur „keine Kinderavatare erlaubt“ bedeutet. Umgekehrt sind eher prüde User, für die Adult tatsächlich nur „keine Kinderavatare erlaubt“ bedeutet, immer wieder zutiefst schockiert, wenn sie auf Adult-Sims auf nackte Avatare stoßen – und zwar selbst dann, wenn zur Nacktheit ermutigt und Nacktheit öffentlich beworben wird. Derweil glauben beide Seiten, ihre und ausschließlich ihre Definition sei hypergridweit alleingültig.</p>

<h2 id="das-rating-system-in-second-life">Das Rating-System in Second Life</h2>

<p>In Second Life sind die Ratings klassischerweise ziemlich klar umrissen:</p>
<ul><li><p><strong>General</strong> (früher und im Singularity Viewer heute noch <strong>PG</strong>; auf Deutsch <strong>Generell</strong>): uneingeschränkt „familientauglich“. Gewalt, Sex und Nacktheit sind verboten. Minderjährige User dürfen sich nur hier aufhalten. Dieses Rating bekam eine besondere Bedeutung, als Second Life das separate Grid für Jugendliche geschlossen und dessen minderjährige Nutzer aufs Hauptgrid umgezogen hat.</p></li>

<li><p><strong>Moderate</strong> (früher und im Singularity Viewer heute noch <strong>Mature</strong>; auf Deutsch <strong>Moderat</strong>): USK18, je nach Sim aber mit Neigung zu USK16 oder USK12. Gewalt ist erlaubt, solange sie nicht zu drastisch dargestellt wird, also kein Gore. Avatare dürfen in der Öffentlichkeit nackt sein, außer es gibt Schilder, die das ausdrücklich untersagen. Sexy Kleidung ist auch erlaubt, ebenso sexy Darbietungen wie Burlesque. Tatsächlich Sexuelles ist dagegen nur in entsprechend abgeschirmten Privatbereichen erlaubt, aber nicht in wie auch immer gearteten öffentlichen Bereichen, egal, wie gut die abgeschirmt sind. Fotorealistische Nacktbilder sind auch nicht erlaubt (Bilder von Avataren gelten nicht als fotorealistisch). Der überwiegende Teil des Second-Life-Grid hat dieses Rating.</p></li>

<li><p><strong>Adult</strong>: Hier geht dann alles, was nicht grundsätzlich gegen die Regeln in Second Life verstößt, bis hin zu Sex in aller Öffentlichkeit. Allerdings muß man sich Adult-Inhalte in Second Life erst freischalten, um entsprechende Regionen überhaupt auch nur angezeigt zu bekommen. Das USK-Pendant wäre entweder auch USK18 oder gleich „der Index“.</p></li></ul>

<p>Die Einhaltung der Regeln wird von den Lindens übrigens überwacht – gerade auch seitens der Eigentümer der Regionen. Wer auf einer Moderate-Region zuviel erlaubt, dem wird die Region zwangsumgestellt auf Adult. Wer wiederum eine Adult-Region so stark einschränkt, daß das Adult-Rating nicht mehr gerechtfertigt ist, dem wird sie von den Lindens auf Moderate zwangsumgestellt, wenn nicht gar auf General.</p>

<p>Unterm Strich kann man sagen, die Ratings in Second Life sind sehr zuverlässig.</p>

<p>Ach ja: Wer auch Second Life noch nicht kennt und sich gerade darüber gewundert hat, daß ich von Sex geschrieben habe: Ja, Sex zwischen Avataren geht. Und ja, der passiert auch. Wie der geht, ist aber nicht Thema dieses Beitrags. Vielleicht schreibe ich noch einen, der das (mit-)thematisiert, ansonsten findet man das früher oder später selbst heraus.</p>

<h2 id="das-rating-chaos-in-opensim">Das Rating-Chaos in OpenSim</h2>

<p>Aus Gründen der Kompatibilität zu Second Life – die wichtigsten Viewer gibt es ja für beide Produkte – gibt es in OpenSim exakt dieselben drei Ratings. Das heißt aber nicht, daß sie auch exakt dieselbe Bedeutung haben. Perfiderweise haben sie genau die im allgemeinen eben nicht.</p>

<p>Noch dazu legt jedes Grid – und auch so manch eine Sim für sich – die Regeln unterschiedlich aus. Es gibt ja keine zentrale Kontrollinstanz, die letztlich über alle OpenSim-Grids das Sagen hat. Das heißt, nur ganz wenige Grids haben tatsächlich gridweit definierte Ratings. Meistens gibt es eine Art nie irgendwo schriftlich festgehaltenen Konsens, daß die Second-Life-Regeln gelten – oder, besser gesagt, was man glaubt, was die Second-Life-Regeln sind.</p>

<p><strong>General</strong> ist im Prinzip so wie in Second Life. Es wird aber je nach kulturellem Hintergrund der Grid- oder Sim-Betreiber unterschiedlich ausgelegt. Einige sehen es schon als verwerflich, auf einer General-Sim eine Bar zu haben, die auch nur impliziert, daß sie alkoholische Getränke ausschenkt.</p>

<p>Andere haben kein Problem damit, auf einer Sim mit General-Rating sogar Waffen anzubieten. Oder Meshbodys oder Skins, auf deren Verkaufsboxen eine nackte Frau zu sehen ist. Oder gar Genitalien mit sehr expliziten Illustrationen auf den Verkaufsboxen. Wer so etwas in einem Laden versteckt, der von außen nicht einsehbar und mit „Nicht unter 18 Jahren“ beschriftet ist, gilt als prüde.</p>

<p>Wieder andere haben noch härtere Regeln. <a href="https://opensimworld.com/dir/?grid=thehavengrid.outworldz.net:9002" rel="nofollow">The Haven Grid</a> beispielsweise ist ein US-amerikanisches Grid, das sich selbst als christlich und familienfreundlich bezeichnet. Das bedeutet nicht nur <em>sehr</em> christlich – zum Glück wird einem das in diesem Grid nicht um die Ohren gehauen, derweil es durchaus praktizierende ultra-religiöse Fanatiker im Hypergrid gibt –, sondern <em>sehr</em> konservativ und <em>sehr</em> prüde. Das ganze Grid ist G-rated, was hierzulande USK0 entspricht. Auch <a href="https://opensimworld.com/dir/?grid=grid.our-dawn.com:8002" rel="nofollow">Our Dawn</a> ist als ganzes Grid G-rated.</p>

<p><strong>Moderate</strong> unterscheidet sich kaum mehr von General bis zu dem Punkt, wo die Ratings häufig eigentlich frei austauschbar sind. Allenfalls wird General verwendet, um der „Sauberkeit“ und Familienfreundlichkeit einer Sim mehr Nachdruck zu verleihen.</p>

<p>Im allgemeinen ist davon auszugehen, daß auf Sims mit Moderate-Rating öffentliche Nacktheit nie erlaubt ist. Falls doch, was an sich schon selten ist, erfährt man es manchmal in irgendeiner Sim-Beschreibung und noch häufiger zufällig vom Grid- oder Sim-Betreiber (daran erkennt man mitunter alte Second-Life-Recken). Und das, obwohl man auf fast jeder Freebie-Sim mit General-Rating splitternackte Avatare auf Bildern sehen kann.</p>

<p>Derweil gibt es sehr wohl Freebie-Sims mit Moderate-Rating, die sextaugliches Mobiliar oder gar BDSM-Instrumente anbieten – aber nicht etwa schön in Boxen verpackt, sondern die Objekte selbst, und zwar mit noch an Ort und Stelle nutzbaren Skripten.</p>

<p>Nach dem Alter der Nutzer kräht hier übrigens kein Hahn. Das wäre auch sinnlos, denn fast kein einziges Grid – zumindest im Hypergrid – verifiziert das Alter seiner Nutzer. Ich bin mir nicht mal sicher, ob OpenSim überhaupt die technischen Rahmenbedingungen hat. Und so kann man im allgemeinen nie wissen, wie alt der Nutzer hinter einem Avatar wirklich ist.</p>

<p><strong>Adult</strong> ist vielfach ein sehr dehnbarer Begriff. Natürlich sind diejenigen Sims, die wirklich Sauereien erlauben, alle Adult-rated. Das sind auch die allermeisten Sims, die öffentliche Nacktheit erlauben. Während es zwischen den beiden Kategorien große Überschneidungen gibt, verstehen sich ein paar Nackt-Sims eher als FKK-Sims. Nicht nur haben die keinerlei Sexmobiliar, sondern sexuelle Handlungen und Anzüglichkeiten jeglicher Art sind simweit überall verboten. In Second Life würde so eine Sim locker das Moderate-Rating einhalten können. In OpenSim geben höchstens Europäer solchen Sims ein Moderate-Rating.</p>

<p>Dazu kommt, daß auf den wenigen Grids mit gridweiten Rating-Vorgaben gerade das Adult-Rating sehr variabel ist. Grundsätzlich entspricht es dem in Second Life, aber es heißt, das Rating kann von Sim-Betreibern nach Belieben verschärft werden. <em>Nach Belieben</em>.</p>

<h2 id="mißbrauchspotential-durch-willkürliche-fehlauslegung">Mißbrauchspotential durch willkürliche Fehlauslegung</h2>

<p>Was dabei herauskommt, sah man schon oft genug in Form von „Blues“-Club-Sims, die von älteren, konservativen US-Amerikanern aufgebaut wurden. Die bekamen ein Adult-Rating, aber <em>ohne auch nur eine einzige Freiheit für die Nutzer, die über General hinausging</em>. Zunächst einmal verkaufen solche Leute einem gern Southern Rock oder gar Country Rock als Blues, was einiges über die Sim-Betreiber aussagt. Und dann hat ihre Sim ein Adult-Rating, aber nicht nur Sex ist nirgendwo erlaubt, sondern wenn man sich erdreisten sollte, nackt auf der Sim aufzutauchen, wird man ohne vorherige Warnung sofort herausgeworfen und dauerhaft gesperrt.</p>

<p>Warum sind diese Sims aber Adult-rated? Weil die Betreiber die Ratings falsch verstanden und/oder eigenmächtig umdefiniert haben. Für sie ist Adult keine Content-Warnung, keine Warnung davor, daß Besucher auf explizit sexuelle oder anderweitig verstörende Inhalte treffen könnten. Wie gesagt, dies Sim-Betreiber sind so prüde, daß sie nicht einmal Nacktheit erlauben. Nein, „Adult“ bedeutet für sie nur „keine Kinder erlaubt“.</p>

<p>Das „Adult“ bezieht sich aus ihrer Sicht außerdem nicht auf das Alter des Nutzers – das eh nicht verifiziert werden kann, zumal auch Zehnjährige mit genügend technischem Sachverstand und passender zur Verfügung stehender Hardware sogar ihr eigenes Grid aufziehen können. Nein, es bezieht sich ausschließlich auf das dargestellte Alter des Avatars. Wenn man weiß, woher man die Zutaten bekommt, kann man sich ja problemlos einen Avatar in Gestalt eines Kindes bauen. Und diese Leute hassen einfach Kinder und wollen in ihrem Laden keine sehen.</p>

<p>Das heißt, vielleicht glauben sie tatsächlich, daß Avatare immer das Alter des Nutzers widerspiegeln. Aber das ist ein noch größerer Unsinn wie die Annahme, daß das Geschlecht des Avatars mit dem des Nutzers übereinstimmt. Ernsthaft: Wenn Minderjährige OpenSim nutzen, dann bauen sie sich keine Avatare, die ihresgleichen darstellen, sondern Erwachsenenavatare – und zwar tendentiell noch häufiger völlig übertriebene Avatare, als Erwachsene sie bauen. Und somit stecken hinter allen Kinderavataren Erwachsene – und zwar weit überwiegend Männer.</p>

<p>So manches Mal gab es wegen des Rating-Mißbrauchs übrigens Zoff. Und der ging nicht immer zugunsten der Sim-Betreiber aus. Manche OpenSim-Nutzer sind ja Nudisten. Einige wenige sind so harte Nudisten, daß sie überall da, wo es so aussieht, als wenn sie da nackt sein können, auch tatsächlich nackt sind. Wenn sie dann auf einer Adult-Sim – noch einmal, qua Rating dürfen sie da nackt sein – wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ rausgeworfen und gesperrt werden, setzen sie sich manchmal zur Wehr. Es gab schon mindestens einen Fall, in dem so eine Sim sowohl im Grid selbst als auch auf OpenSimWorld zwangsweise auf Moderate umgestellt wurde, weil man entschied, daß das Adult-Rating nicht gerechtfertigt war.</p>

<p>An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt: Wenn man unbedingt per Rating Minderjährige aussperren will, dann geht das auch mit einem Moderate-Rating. Moderate schließt gemäß Second-Life-Definition nämlich auch schon Minderjährige aus. Adult zu nehmen und dann willkürlich die Rechte der Nutzer wieder auf Moderate- oder gar General-Niveau einzuschränken, das ist etwas für Leute, die die Definition der Ratings nicht kennen und nur aus den Namen herleiten.</p>

<p>Inzwischen ist die Zahl der Sims mit Adult-Rating, aber General-Freiheiten noch weiter gestiegen, und zwar aus einem neuen Grund: Das Adult-Rating soll nun dafür herhalten, Pädophile und Ageplayers auszusperren. Auch dafür braucht es das Adult-Rating nicht. Man kann Regeln auf Sims auch anders aufstellen und durchsetzen. Man kann ja auch einfach mit In-world-Schildern darauf hinweisen, daß man keine Furry-Avatare will, wenn man keine will. Das geht auch mit Kinderavataren, und zwar unabhängig vom Rating. Und als Simbetreiber kann man auch Regeln durchsetzen, auf die mit Schildern hingewiesen wird.</p>

<h2 id="mißbrauchspotential-durch-ausnutzung-von-schlupflöchern">Mißbrauchspotential durch Ausnutzung von Schlupflöchern</h2>

<p>Ich habe auch schon Fälle gesehen, wo versucht wurde, auf einer Clubsim unbedingt das Adult-Rating zu rechtfertigen, mit dem Kinderavatare ausgesperrt werden sollen, und sie gleichzeitig blitzsauber zu halten. Irgendwo auf der Sim gab es dann <em>einen</em> kleinen abgeschlossenen Bereich, etwa ein Gebäude, das am besten von außen nicht einmal einsehbar war, mit <em>einem</em> Stück Sexmobiliar drin. Da konnte man dann versuchen, sich damit herauszureden, daß Sex auf der Sim durchaus erlaubt war. Zwar nur in dieser kleinen Nische, während überall sonst womöglich nicht einmal Männer oben ohne sein durften, von Frauen ganz zu schweigen, aber es war erlaubt.</p>

<p>Das war durchaus ein legitimes Schlupfloch, denn auch in Second Life ist Sex außerhalb von Adult-Sims nur auf mit technischen Mitteln abgeschirmtem Privatgrund erlaubt. Ein einziges Stück Sexmobiliar irgendwo auf der Sim macht eigentlich automatisch ein Adult-Rating notwendig. Gleichzeitig aber war das nichts weiter als ein Trick, um eine ansonsten sehr konservativ wirkende Clubsim als Adult einstufen zu können – allein zu dem Zweck, Kinderavatare aussperren zu können.</p>

<p>Der kleine Sexbereich, der eh nur zwei Avatare aufnehmen konnte, war zum einen unnötig wie ein Kropf für das Konzept der Sim. Zum anderen wurde er auch nirgendwo beworben, und daß es ihn überhaupt gab, fand man nur zufällig durch Umgucken auf der Sim heraus – wenn denn überhaupt. Im Grunde wollte man gar nicht, daß jemand den Sexbereich findet, geschweige denn nutzt. Der diente nur dazu, daß man ihn selbst als Grund aufführen konnte fürs Adult-Rating.</p>

<p>Daß so etwas in Second Life durchginge, daran habe ich meine Zweifel. Wie einige hier schon wissen müssen, war ich nie in Second Life. Aber solche Tricks, um die vermeintlichen Einschränkungen des Adult-Ratings ohne die Freiheiten des Adult-Ratings zu haben, dürften da bei den Lindens nicht gut ankommen. Andererseits breiten sich Pädos in Second Life nicht überall ungehindert aus, allein deshalb, weil sie ihre traditionellen Rückzugsorte haben, wo auch die Lindens sie in Ruhe lassen.</p>

<p>Genau die Regel, die hier als Schlupfloch genutzt wird, um das gewünschte Adult-Rating für eine ansonsten völlig harmlose Sim zu bekommen, wird aber tatsächlich ab und an gebrochen. Da findet man dann voll funktionsfähiges Sexmobiliar auf einer Sim vor, deren Rating sowohl in-world als auch auf OpenSimWorld <em>unter</em> Adult liegt, womöglich sogar General ist. Wohlgemerkt, nicht als Artikel in irgendeinem Freebie-Store, sondern als Sim-Deko, noch dazu für so ziemlich jedermann sichtbar. Das kann eigentlich nur zwei Gründe haben: Entweder weiß der Sim-Erbauer überhaupt nicht, daß Avatare auf diesem Mobiliar Sex haben können. Oder er weiß es, findet aber die Möbel so schick, ist gleichzeitig nicht kompetent genug, sie zu entschärfen, und hofft, mit dem Rating die Leute davon abhalten zu können, darauf tatsächlich zu bumsen.</p>

<p>Ich kenne übrigens noch eine Herangehensweise an die Ratings, die näher an deren eigentlicher Definition und Intention ist, zumindest der vereinfachten Definition „Adult = Nackt-Sim“. Die habe ich gesehen auf einem kleinen walisischen Grid mit nur ganz wenigen Sims, aber einer Betreiberin mit Hang zum Nudismus, dem <a href="https://opensimworld.com/dir/?grid=oceangrid.net:8002" rel="nofollow">Ocean Grid</a> (es gibt noch ein kleineres walisisches Grid, das von einer Nudistin betrieben wird). Fast überall im Grid ist Nacktheit erlaubt, wenngleich Sexmöbel nur schwer zu finden sind, wenn überhaupt. Und so sind auch fast alle Sims Adult-rated. Einzig <a href="https://opensimworld.com/hop/82677" rel="nofollow">die Landesim</a> ist Moderate-rated.</p>

<p>Der Grund dafür ist, daß der Landeplatz in einem geschlossenen Gebäude ist, von dessen völlig fensterlosen Erdgeschoß aus man nicht die übrige Sim einsehen kann. Um prüde Besucher zu schützen, ist in diesem Gebäude Nacktheit nicht erlaubt. Und vor etwaiger öffentlicher Nacktheit außerhalb des Gebäudes, die da nämlich „trotz“ Moderate-Rating wieder erlaubt ist, wird auf etlichen Schildern gewarnt – sogar auf solchen an der Treppe zur Aussichtsplattform. Wenn man die betritt, bekommt man sogar zusätzlich eine Notecard zugesteckt, die davor warnt, daß man möglicherweise nackte Avatare sehen könnte. Wer sich also an nackten Menschen stört, wird genügend vorher davor gewarnt und kann noch rechtzeitig die Sim wieder verlassen. Das Moderate-Rating soll also ganz einfach Nudisten davon abhalten, sich – versehentlich – nackt in dieses Gebäude zu teleportieren.</p>

<h2 id="dieselbe-sim-verschiedene-ratings">Dieselbe Sim, verschiedene Ratings?</h2>

<p>Erschwerend kommt in dem Chaos aber noch etwas anderes hinzu: Was OpenSimWorld bei den jeweiligen Sims als Rating angibt, muß nicht korrekt sein. Es muß nicht dem Rating entsprechen, das die Sim tatsächlich in-world hat. Ich schätze, in mindestens 20% der Fälle tut es das auch nicht.</p>

<p>Gründe kann es dafür verschiedene geben. Einer ist, daß der OpenSimWorld-Beacon nicht das In-World-Rating an OpenSimWorld überträgt, man also auf OpenSimWorld das Rating noch einmal per Hand einstellen muß – und es keinen technischen Zwang gibt, es genauso einzustellen wie in-world. Man kann eine Adult-Sim auf OpenSimWorld als General-rated bewerben. Oder umgekehrt eine General-Sim als Adult-rated. Da gibt es keinerlei technische Hürde, und wenn keiner diesen Fehler meldet und man es selbst nie „korrigiert“, bleibt das auch bis in alle Ewigkeit so.</p>

<p>Unwissen kann auch ein Grund sein. Vielleicht weiß man einfach nicht, daß das Rating, das man auf OpenSimWorld einstellen muß, dem entsprechen sollte, was man für die Sim selbst eingestellt hat. Oder es ist Schlendrian: Man achtet einfach nicht drauf. Oder es ist einem einfach vollkommen egal. Oder man hat aus irgendeinem Grunde vergessen, welches Rating man seiner Sim gegeben hat, und keine Lust, sich im Grid einzuloggen und mal nachzugucken. Oder man war nie in Second Life, weiß also nicht, was die Ratings bedeuten, und klickt einfach irgendetwas an.</p>

<p>Sprachbarrieren können auch ein Grund sein. Es gibt jede Menge OpenSim-Nutzer, auch Sim- oder gar Grid-Betreiber, die kein Wort Englisch können. Das sehe ich erfahrungsgemäß besonders oft bei Italienern und Brasilianern. OpenSimWorld können sie nur per Maschinenübersetzung der ganzen Website nutzen, z. B. Google Translate. Die Maschinenübersetzung der Ratings auf OpenSimWorld – sofern die überhaupt übersetzt werden – muß nicht mit der händischen Übersetzung in OpenSim bzw. im Viewer übereinstimmen. Und schon hat man das falsche Rating gewählt.</p>

<p>Da freut sich dann der geneigte Nudist über eine Sim, die neu auf OpenSimWorld aufgetaucht ist und mit einem Adult-Rating beworben wird. Vielleicht hat sie sogar Adult als Kategorie, der die Sim-Beschreibung – so es eine gibt – auch nicht widerspricht. Dann hypergriddet man da freudig splitternackt hin – und findet sich wieder auf einer General-Sim, die auf OpenSimWorld <em>fälschlicherweise</em> als Adult-rated geführt ist. Da heißt es dann aber hurtig wieder nach Hause, bevor man erwischt wird.</p>

<p>Das gibt es natürlich auch umgekehrt: Auf OpenSimWorld wird eine Sim angepriesen als General-rated. In-world erweist sie sich dann als Adult-rated. Da hat man sich dann vielleicht extra ein braves Outfit angezogen, um vor Ort festzustellen, daß Nacktheit nicht nur (wahrscheinlich) erlaubt ist, sondern sogar angebracht. Manchmal, aber nicht immer können die Beschreibung der Sim und die In-world-Bilder auf OpenSimWorld den Verdacht erwecken, daß das dortige Rating nicht ganz stimmen kann. Oft genug gibt es aber – vor allem bei neuen Sims – weder eine Beschreibung noch Bilder, und man teleportiert ins Blaue.</p>

<p>Um das Chaos komplett zu machen: Auch das In-World-Rating muß nicht der eigentlichen Intention der Sim, deren Inhalt und deren Regeln entsprechen. Den „Blues“-Club, der ein Adult-Rating hat, weil der Sim-Betreiber Kinder haßt, obwohl ein General-Rating auch funktionieren würde und sich das Rating noch nie auf das Aussehen des Avatars bezogen hat, hatte ich ja schon angesprochen.</p>

<p>Aber, vor ein paar Monaten gesehen: eine Sim mit italienischem Betreiber. Auf OpenSimWorld Adult-rated und mit einer Beschreibung nur auf Italienisch, aus der nicht aufs angepeilte Rating geschlossen werden kann. In-world entpuppt sie sich auf den ersten Blick (oben in den Viewer) als General-rated – und auf den zweiten Blick als Nacktstrand mit nicht gerade wenigen Fickmöglichkeiten, der eigentlich das Adult-Rating haben müßte.</p>

<h2 id="fazit">Fazit</h2>

<p>Schon in Second Life kann das Rating-System nur vom eisernen Regime der Lindens am Laufen gehalten werden. Im liberalen, dezentralen OpenSim, wo es keine höchste Kontrollinstanz über alles gibt, ist es eigentlich zum Scheitern verurteilt.</p>

<p>Ratings können weitreichend verbogen, sehr flexibel ausgelegt und regelrecht mißbraucht werden. Statt jede Sim zwangsweise auf die kalifornische Kultur Second Lifes einzunorden, prallen das vergleichsweise liberale, lockere Mitteleuropa und prüde, verklemmte, konservative US-Amerikaner hart aufeinander mit ihren Vorstellungen von Ratings. Gerade auf größeren Grids scheint es relativ einfach zu sein, sich von der Gridleitung unbemerkt hart am Rande von Ratings zu bewegen, und kleinere Grids tun das mitunter gleich selbst.</p>

<p>Erschwerend kann noch hinzukommen, daß das Konzept von Varsims, das es ja nur in OpenSim gibt, die Rating-Problematik noch verschärft. Je größer eine Sim ist, desto schwieriger ist es, ein und dasselbe Rating für die ganze Sim zu rechtfertigen.</p>

<p>Im Grunde bräuchte OpenSim ein feiner aufgegliedertes Rating-System, das auch mehrere Ratings für eine Sim erlaubt, also separate Ratings für Teile der Sim. Außerdem sollte genannt werden können und auch müssen, was genau wo erlaubt ist. Damit wäre dann klar, daß z. B. auf einer Sim keine Kinder erlaubt sind, aber auch keine Nacktheit – oder eben Nacktheit, aber kein Sex.</p>

<p>Second Life müßte das so zuerst einführen, und OpenSim könnte bzw. müßte das dann übernehmen. Das wird aber nicht passieren, weil Second Life auf Befehl der Investoren, die Linden Lab übernommen haben, zu einer familienfreundlichen Partywelt umgebaut werden soll, wo nichts mehr erlaubt sein wird, was nicht ins General-Rating paßt.</p>

<p>Also müßte sich OpenSim von Second Life wegentwickeln. Das wird ja immer wieder gefordert, ist aber nicht umsetzbar. Das heißt, OpenSim könnte sich von Second Life wegentwickeln, aber dann gäbe es keine Viewer mehr für OpenSim. Es gibt ja keinen einzigen reinen OpenSim-Viewer, und was es im Viewer-Bereich überhaupt gibt, wird in erster Linie für Second Life entwickelt und mit Ach und Krach kompatibel zu OpenSim gehalten. Die OpenSim-Community hat ganz einfach nicht die Ressourcen, um einen eigenen Viewer zu entwickeln und dauerhaft zu pflegen, der es mit dem Firestorm aufnehmen kann.</p>

<p>Das Problem der Rating-Differenzen zwischen in-world und OpenSimWorld ließe sich einfacher beheben, nämlich, indem die Simbetreiber auf diese Differenzen hingewiesen werden. Sollte das nicht klappen, sollte die OSW-Administration ihrerseits die Einträge korrigieren können. Dazu bräuchte es aber die Bereitschaft der Community, solche Unterschiede zu melden. Allem Anschein nach will man da aber im allgemeinen lieber nur konsumieren und, wenn etwas nicht stimmt, über Sims, ganze Grids oder gar OpenSim als Ganzes meckern.</p>

<p>So werden wir wohl mit diesen Problemen weiter leben müssen.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/general-moderate-adult-das-rating-system-in-opensim</guid>
      <pubDate>Sat, 13 Aug 2022 16:29:14 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Animationen in OpenSim, Teil 2: „Sitzanimationen“</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/animationen-in-opensim-teil-2-sitzanimationen</link>
      <description>&lt;![CDATA[Avatare müssen ja so einiges können und brauchen dafür auch, wie ich hier schon geschrieben habe, so einiges an Animation. Ein besonderer Fall ist dabei das Sitzen. Es fing damit an, daß man einen Avatar einfach auf ein Sitzmöbel oder ein anderes Objekt pflanzen können wollte, und es sollte gut aussehen. Aber es führte letztlich dazu, daß das Sitzen vielfach zweckentfremdet wurde, damit Avatare mit ihrer Umgebung, also mit Objekten oder anderen Avataren, animiert interagieren können. !--more--&#xA;&#xA;Ohne Hilfsmittel&#xA;&#xA;Wie gesagt: Am Anfang war das ganz einfache Sitzen. Man kann Avatare auf so ziemlich alle Objekte setzen. Im allgemeinen starten sie dann die (bzw. mit Animation Override eventuell eine) Animation, die den Avatar in eine sitzende Position bringt.&#xA;&#xA;Das ist in seiner Funktionsweise allerdings noch ausgelegt auf die guten alten Prim-Zeiten. Die Position des Avatars bestimmt sich aus dessen Shape und der Größe des Objekts, auf dem er sitzt, und die Ausrichtung des Avatars aus der des Objekts. Wer also Sitzmöbel aus mehreren Prims zusammenbaute, mußte aufpassen: Die Sitzfläche mußte korrekt ausgerichtet sein und beim Zusammensetzen des Möbels als letztes ausgewählt werden.&#xA;&#xA;Animationen in Objekten&#xA;&#xA;So startete der Avatar also immer die Standard-Sitzanimation oder eine der Sitzanimationen im gerade aktiven AO. Das war aber doof, wenn der Avatar im Sitzen irgendetwas Spezifisches tun sollte, z. B. Klavier spielen.&#xA;&#xA;Hier kam nun erstmals Scripting zum Zuge: Es entstanden Skripte, die zusammen mit einer Animation in ein Objekt eingebaut wurden und die Kontrolle über den Avatar übernahmen, der sich auf das jeweilige Objekt setzte. Ein Skript, eine Animation, schon hatte man viel mehr Möglichkeiten. Ausgefuchstere Skripte haben in vorprogrammierten Abständen mehrere Skripte nacheinander durchgeschaltet.&#xA;&#xA;Diese Vorgehensweise hatte noch einen weiteren Vorteil: Über das Skript konnte die Position des Avatars relativ zum Objekt eingestellt werden. Nun wurden auch Sculpt-Sitzmöbel als solche nutzbar, und auch dem Sitzen auf Mesh stand nichts mehr im Wege.&#xA;&#xA;Soweit ich weiß, wurde dies erst mit OpenSim 0.7.3 möglich.&#xA;&#xA;Line Dancing, Poseballs &amp; Co.&#xA;&#xA;Dieses Prinzip wurde alsbald noch weitergedacht. Wer sagte denn, daß Avatare damit nur tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes sitzen können sollten? Im Prinzip konnte man in solche Objekte doch jede x-beliebige Animation einbauen. Dann hätte man gleich noch mehr Möglichkeiten.&#xA;&#xA;So entstanden immer neue Anwendungsgebiete. Beispielsweise konnten zum ersten Mal animierte Fahrstühle gebaut werden, die auch wirklich Avatare mitnehmen konnten bzw. zunächst natürlich nur jeweils einen: Er wurde einfach „auf“ die Fahrstuhlkabine „gesetzt“, nur eben mit einer Stehanimation, und bewegte sich dann mit der Kabine mit.&#xA;&#xA;Die häufigste Verwendung dieser Sitzskripte war der Poseball. Im Prinzip ist das eine kleine Kugel, die man irgendwo verbaut, auf die sich ein Avatar setzen kann, um eine gewisse Animation oder eine ganze Reihe davon zu starten. Wenn ein Avatar auf einem Poseball sitzt – auch das ist Teil des Poseball-Skripts –, wird der Poseball unsichtbar, um nach Benutzung wieder sichtbar zu werden.&#xA;&#xA;Die Anwendungsgebiete waren vielfältig: Hinter Tresen wurden Poseballs verbaut, damit ein Avatar sich als Barkeeper betätigen konnte. Hinter DJ-Pulten wurden Poseballs verbaut, damit man dem jeweiligen Party-DJ seine oder ihre Tätigkeit auch ansehen konnte. Poseballs wurden zum Posieren für Fotos oder zum Animieren von Avataren hinter Musikinstrumenten verwendet. Paaranimationen wurden mit jeweils einem blauen und einem rosa Poseball möglich, die entsprechend zueinander angeordnet wurden.&#xA;&#xA;Auch Tanzen wurde einfacher. Bis dahin mußte man Tanzanimationen noch per Hand starten oder zumindest dafür ein Menü oder HUD starten. Nun konnte man Paartänze mit jeweils zwei Poseballs realisieren. Und ein naher Verwandter der Poseballs sind die Tanzpads: von der Funktionsweise her identisch, aber rund, flach und dutzendweise – je nach Platz natürlich – pro Tanzfläche verteilt. Außerdem bleiben sie dauerhaft sichtbar.&#xA;&#xA;Multi-Love-Pose (MLP)&#xA;&#xA;Poseballs hatten aber drei gravierende Nachteile. Erstens waren sie immer sichtbar und verschandelten einem damit optisch die Sim. Wer Fotos machen wollte, mußte immer erst vorher rumlaufen und die Poseballs entweder unsichtbar machen oder vorübergehend ganz rausschmeißen. Zweitens lagen sie immer an derselben Stelle, ob das jetzt paßte oder nicht. Verschieben konnte sie nur, wem sie gehörten, und auch das nur durch Bearbeiten. Und drittens konnten sie immer nur dieselben Animationen in derselben Reihenfolge, meist sogar nur eine einzige.&#xA;&#xA;Irgendwann haben die Leute nämlich angefangen, mit Poseballs außer Tanzen auch noch andere Sachen darzustellen, die Paare miteinander machen konnten, vor allem im Bett. Es war besser als nichts, aber nicht wesentlich besser. Es gab meist nur zwei Poseballs, womöglich jeweils nur mit einer Animation drin. Die Bewegungen hatten im Endeffekt noch mehr nur symbolischen Charakter als heute, und Vorspiel mußte man im Chat „emoten“.&#xA;&#xA;Als Lösung dieser Probleme entstand in den späten 2000ern MLP, kurz für Multi-Love-Pose, eine Erfindung des Second-Life-Users Miffy Fluffy. Daß es vor allem eine Lösung für den vorigen Absatz war, sollte anhand des Namen auf der Hand liegen. Zunächst gab es MLP nur in Second Life und nur in-world. Aber es war unter die extrem lockere BSD-Lizenz gestellt worden und konnte problemlos nach OpenSim gebracht werden. Es dauerte allerdings eine Weile, bis es sich dort einigermaßen auszubreiten begann, weil statische Poseballs in der Handhabung einfacher waren.&#xA;&#xA;MLP funktioniert so, daß das System ganz zuerst ein Menü öffnet, über das man eine Position oder einen Satz davon auswählt. Dann erscheinen ein oder mehrere Poseballs, auf die man sich setzen kann. Wer neuere Systeme kennt, muß sich erst daran gewöhnen, daß man erst das Menü per Hand öffnet und sich erst dann hinsetzen kann. Noch dazu werden dann alle Avatare, die sich auf die Poseballs setzen, gefragt, ob das System sie animieren darf oder nicht. Und am Ende muß man alles per Hand wieder schließen, damit der oder die Kugeln wieder verschwinden.&#xA;&#xA;Revolutionär war nicht nur, daß man die Poseballs nur sieht, wenn man sie braucht. Dazu kam, daß über das Menü voreingestellte Kombination aus Poseball-Positionen und eingebauten Animationen aufgerufen werden können. Eine weitere Besonderheit von MLP ist, daß es je nach gewählter Animation Objekte rezzen und derezzen kann, z. B. ein Buch, wenn ein Avatar in eine Leseposition gebracht wird.&#xA;&#xA;Gerade aus heutiger Sicht nachteilig ist neben dem immensen serverseitigen Leistungsbedarf von MLP die komplizierte Handhabung. Das System startet nicht, wenn man sich auf ein Möbelstück setzt, sondern man muß es erst händisch starten und sich erst dann auf den bzw. einen daraufhin erschienenen Poseball setzen. Die Positionen inklusive Winkel sind einstellbar, aber nur im Zusammenspiel mit der Menüsteuerung und der viewerseitigen Bearbeiten-Funktion – und nur durch den Eigentümer. Aber MLP war erst der Anfang von Möbeln mit variablen Sexanimationen, und man ging bezüglich Verwendungszweck vermutlich davon aus, daß solche Möbel eh vornehmlich an privaten Wohnorten in festen Partnerschaften verwendet würden. An öffentliches Sexmobiliar war noch nicht zu denken.&#xA;&#xA;Im Hypergrid findet man trotz allem heute noch Mobiliar mit MLP, und zwar sowohl in Möbelläden auf Freebie-Sims als auch – so widersinnig das auch ist – öffentlich nutzbar. Linda Kellie, die ihre Simdeko generell möglichst funktional gestaltete, stattete sowohl Prim-Möbel als auch Clutterfly-Mesh-Objekte mit MLP aus. Die Super Sex Bed Mattress arbeitet auch mit MLP und wird manchmal der Einfachheit halber in ungeskriptete Betten eingebaut. Es ist davon auszugehen, daß viele, die so etwas tun, die Matratze selbst nie getestet haben.&#xA;&#xA;Paramour Multi-Animation Controller (PMAC)&#xA;&#xA;PMAC (Github-Mirror) kam im Frühjahr 2015 auf. Entwickelt wurde es von der 2019 verstorbenen Skripting-Großmeisterin Áine Caoimhe (wie der Name ausgesprochen wird, erkläre ich euch vielleicht ein anderes Mal). Die kennt man ja ganz besonders für ihre zumeist golden glitzernde „Tanzkugel“, die Clubmaster Dance Machine, die erstmals gleichermaßen Einzel- wie auch Paartänzern individuelles, menügesteuertes Tanzen ermöglichte und heutzutage fast überall hängt, wo getanzt wird. Die basiert nämlich auch auf PMAC, genau wie Áines neuer Line-Dancing-Boden, der nur noch ein einzelnes Objekt ist, auf dem dutzendweise Avatare synchron zueinander tanzen können. Zusammen mit dem Clubmaster hat er Tanzpads weitgehend verdrängt.&#xA;&#xA;Wie es zu der Zeit mit Animationssteuerung in Second Life jenseits von MLP aussah, gerade in Möbeln, kann ich nicht sagen. So durch und durch amerikanisch und kommerziell, wie Second Life ist, vermute ich, daß jeder Möbelhersteller, der nicht mit MLP herumkrücken wollte, seine eigene proprietäre und streng geheime Lösung für seine teuren Payware-Möbel hatte. Das dürfte auch erklären, warum auf den vielen Sitzmöbel, die schon vor einigen Jahren aus Second Life gecopybottet wurden, überwiegend gar nicht gesessen werden kann: Das ginge nur mit einem Skript, da ist aber keins eingebaut, weil man das ursprünglich vorhandene Skript nicht mitkopieren konnte.&#xA;&#xA;In dieser Hinsicht war PMAC eine Riesensensation und meines Erachtens etwas, was OpenSim – oder zumindest das Hypergrid – Second Life ganz klar voraus hatte: PMAC war nicht nur kostenlos, sondern quelloffen, und es war von vornherein unter eine freie Lizenz gestellt worden. Jeder konnte diese Technologie nutzen – und sie wurde auch fleißig genutzt.&#xA;&#xA;Was PMAC so sensationell machte, war, daß es fast keine Poseballs mehr brauchte. Weder waren irgendwo Kugeln angebracht, die sichtbar waren, sofern keiner drauf saß, noch mußte man diese Kugeln erst per Menü generieren und sich dann draufpflanzen. Man setzt sich auf etwas drauf, und PMAC tritt praktisch sofort in Aktion. Natürlich kann es auch über Menüs gesteuert werden, und wenn mehrere Avatare involviert sind, kann jeder die Animationen gleichzeitig steuern. Noch dazu startet PMAC selbsttätig, sobald man sich auf ein Objekt setzt. Last but not least hat PMAC einen geringeren Leistungsbedarf als MLP.&#xA;&#xA;So etwas wie Poseballs gibt es eigentlich nur noch beim Clubmaster: jeweils eine glitzernde rosafarbene und blaue Kugel, weil die Ansteuerung von Tanzpaaren und die Positionierung der beiden Avatare zueinander anders nicht lösbar war. Sie müssen dafür ja auf irgendetwas „sitzen“. Das heißt, PMAC verwendet weiterhin unsichtbare Objekte zum Positionieren der Avatare, setzt diese aber automatisch auf diese Objekte. Sichtbar werden die Objekte erst dann, wenn die Position der Avatare eingestellt werden muß – und das kann wie in MLP weiterhin nur der Eigentümer und auch das nur mit Viewer-Hausmitteln.&#xA;&#xA;Ein weiteres neues Feature von PMAC ist, Animationen mehrerer Avatare zueinander synchronisieren zu können. Falls sie nicht gleichzeitig gestartet sein sollten, gibt es eine Schaltfläche, mit der alle Animationen zeitgleich neu gestartet werden können.&#xA;&#xA;Obendrein arbeitet PMAC nicht nur mit tatsächlichen Avataren, sondern auch mit NPCs – es kann sogar eingebaute NPCs rezzen und derezzen. Das bekannteste Beispiel dafür ist wieder der Clubmaster: Wer keinen Tanzpartner hat, kann sich einfach einen rezzen.&#xA;&#xA;Natürlich wäre es einfach gewesen, den Code von PMAC zu kopieren und nach Second Life mitzunehmen. Da hätte er aber nicht funktioniert. Das liegt daran, daß PMAC nicht auf der Second-Life-Skriptsprache LSL basiert, sondern auf der mächtigeren OpenSim-Skriptsprache OSSL. LSL läuft auch in OpenSim, aber OSSL läuft umgekehrt nicht in Second Life.&#xA;&#xA;AVsitter&#xA;&#xA;AVsitter erscheint mir wie eine Art Versuch, PMAC mit den eingeschränkten Möglichkeiten von LSL in Second Life nachzubauen, um auch dort MLP durch etwas ohne Poseballs ersetzen zu können. Es ist meines Wissens tatsächlich jünger als PMAC. Seit dem 31. Juli 2017 ist AVsitter quelloffen und steht unter der Mozilla Public License, um auch in kommerziellen Produkten verwendet werden zu können.&#xA;&#xA;Bei der Entwicklung hatte man OpenSim übrigens nicht im Sinn – vielleicht auch, weil OpenSim ja schon PMAC hatte. Dennoch ist es in OpenSim vorhanden. Ich sehe da zwei Einfallstore: Zum einen haben Leute wie Purple Swan aus dem Quellcode Referenzimplementationen für OpenSim gebaut, so z. B. auch „Sitzkissen“ oder „Matratzen“, die man unsichtbar in ungeskriptete Möbel einbauen kann. Zum anderen wurden wohl auch AVsitter-Möbel aus Second Life ohne ihre Skripte gecopybottet und dann in OpenSim mit den sowieso immer ziemlich gleichen AVsitter-Skripten nachgerüstet.&#xA;&#xA;Ein Nachteil von AVsitter gegenüber PMAC ist, daß immer nur ein Avatar die Kontrolle über die Animationen hat. Demgegenüber stehen die Vorteile, daß die Position aller Avatare ohne irgendwelche Edit-Krücken direkt per Menü justierbar ist und AVsitter als bislang einziges System darauf eingehen kann, ob ein Avatar männlich oder weiblich ist.&#xA;&#xA;Obwohl OpenSim seine eigenen Animationssteuerungen hat, hat AVsitter seinen Platz: An einigen Orten werden auf Wohn- oder Geschäftssims Parzellen vermietet, in denen OSSL abgeschaltet ist, PMAC also nicht funktioniert. Damit soll die Serverauslastung reduziert werden. Das liegt nicht etwa daran, daß AVsitter weniger Serverleistung braucht als PMAC, sondern damit soll verhindert werden, daß sich jeder zweite einen Clubmaster aufhängt. Außerdem war AVsitter vor dem Erscheinen von SFposer die einzige Animationssteuerung mit Positionseinstellung per Menü für alle Avatare.&#xA;&#xA;SFposer&#xA;&#xA;Zu guter Letzt sei noch SFposer erwähnt. Dahinter steckt Satyr Aeon, Betreiber von OpenSimWorld und Schöpfer vor allem der SatyrFarm. Von der SatyrFarm kommt auch das SF, aber mit der eigentlichen SatyrFarm hat SFposer nichts zu tun. Es ist erst 2020 erschienen und bisher nur in einer Beta-Version verfügbar und steht unter der GNU GPL 3.0.&#xA;&#xA;SFposer basiert auf PMAC, braucht also auch wieder OSSL, und verwendet dasselbe Notecard-Format wie PMAC. Existierende PMAC-Objekte können also ziemlich einfach nach SFposer konvertiert werden. Gleichzeitig ist SFposer aber ein ganzes Stück mächtiger. So unterstützt es bis zu 99 Avatare, was es interessant für Tanzsysteme macht. Wie MLP kann auch SFposer Objekte rezzen – aber es kann obendrein sowohl vorübergehend Objekte an den Avatar hängen als auch dem Avatar Objekte geben. SFposer kann die Mimik von Avataren über entsprechend ausgestattete Animationen hinaus mit den Standard-Gesichtsausdrücken steuern. Es kann nicht nur genau wie PMAC NPCs verwenden und rezzen, sondern weil es optional fernsteuerbar und automatisierbar ist, kann es auch als reines NPC-Animationssystem verwendet werden.&#xA;&#xA;Einen Vorzug, den SFposer sonst nur mit AVsitter gemeinsam hat, ist, daß auch hier jeder die Position seines Avatars selbst steuern kann. Dies ist erstmals mit den Vorzügen von MLP und PMAC zusammen möglich.&#xA;&#xA;Für Objektbauer und -modifizierer hat SFposer gleichzeitig den Vorteil, sehr mächtig zu sein, und den, dennoch relativ einfach in der Handhabung zu sein, insbesondere im Vergleich mit AVsitter. Außerdem stammt es aus OpenSim selbst – auch wenn MLP und AVsitter aufgrund ihrer freien Lizenzen nicht illegal importiert wurden – und kann daher auf den erweiterten Befehlswortschatz von OSSL zurückgreifen. Noch dazu bietet Satyr Online-Konverter von MLP, PMAC und AVsitter nach SFposer an. Nachteilig ist allenfalls, daß durch die Lizensierung von SFposer unter der GPL in Objekten eingebaute SFposer-Skripte zwingend les- und bearbeitbar sein müssen, no-modify also nicht erlaubt ist.&#xA;&#xA;Für Endnutzer hat SFposer bis auf seine noch geringe Ausbreitung nur den Nachteil, daß es genau wie PMAC nicht da verwendet werden kann, wo OSSL nicht erlaubt ist, insbesondere also auf gewissen Mietparzellen.&#xA;&#xA;Von den genannten Systemen hat nur SFposer eine größere Zukunft, zumindest in OpenSim. Angesichts der anderen Systeme ist MLP hoffnungslos veraltet. AVsitter scheint „fertig“ zu sein; es wird nicht mehr weiterentwickelt. Die Entwicklung von PMAC wiederum kam zum Erliegen mit dem Ableben der Erfinderin. SFposer bekommt auch nicht oft Updates, aber das bisher letzte kam im Sommer 2021, und es ist davon auszugehen, daß SFposer keine ewige Beta-Version bleibt. Noch dazu kann SFposer sich seit Anfang 2021 sogar mittels eines Update-Skript selbst aktualisieren.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürFortgeschrittene #FürSecondLifeUmsteiger #Animationen&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Avatare müssen ja so einiges können und brauchen dafür auch, wie ich hier schon geschrieben habe, so einiges an Animation. Ein besonderer Fall ist dabei das Sitzen. Es fing damit an, daß man einen Avatar einfach auf ein Sitzmöbel oder ein anderes Objekt pflanzen können wollte, und es sollte gut aussehen. Aber es führte letztlich dazu, daß das Sitzen vielfach zweckentfremdet wurde, damit Avatare mit ihrer Umgebung, also mit Objekten oder anderen Avataren, animiert interagieren können. </p>

<h2 id="ohne-hilfsmittel">Ohne Hilfsmittel</h2>

<p>Wie gesagt: Am Anfang war das ganz einfache Sitzen. Man kann Avatare auf so ziemlich alle Objekte setzen. Im allgemeinen starten sie dann die (bzw. mit Animation Override eventuell <em>eine</em>) Animation, die den Avatar in eine sitzende Position bringt.</p>

<p>Das ist in seiner Funktionsweise allerdings noch ausgelegt auf die guten alten Prim-Zeiten. Die Position des Avatars bestimmt sich aus dessen Shape und der Größe des Objekts, auf dem er sitzt, und die Ausrichtung des Avatars aus der des Objekts. Wer also Sitzmöbel aus mehreren Prims zusammenbaute, mußte aufpassen: Die Sitzfläche mußte korrekt ausgerichtet sein und beim Zusammensetzen des Möbels als letztes ausgewählt werden.</p>

<h2 id="animationen-in-objekten">Animationen in Objekten</h2>

<p>So startete der Avatar also immer die Standard-Sitzanimation oder eine der Sitzanimationen im gerade aktiven AO. Das war aber doof, wenn der Avatar im Sitzen irgendetwas Spezifisches tun sollte, z. B. Klavier spielen.</p>

<p>Hier kam nun erstmals Scripting zum Zuge: Es entstanden Skripte, die zusammen mit einer Animation in ein Objekt eingebaut wurden und die Kontrolle über den Avatar übernahmen, der sich auf das jeweilige Objekt setzte. Ein Skript, eine Animation, schon hatte man viel mehr Möglichkeiten. Ausgefuchstere Skripte haben in vorprogrammierten Abständen mehrere Skripte nacheinander durchgeschaltet.</p>

<p>Diese Vorgehensweise hatte noch einen weiteren Vorteil: Über das Skript konnte die Position des Avatars relativ zum Objekt eingestellt werden. Nun wurden auch Sculpt-Sitzmöbel als solche nutzbar, und auch dem Sitzen auf Mesh stand nichts mehr im Wege.</p>

<p>Soweit ich weiß, wurde dies erst mit OpenSim 0.7.3 möglich.</p>

<h2 id="line-dancing-poseballs-co">Line Dancing, Poseballs &amp; Co.</h2>

<p>Dieses Prinzip wurde alsbald noch weitergedacht. Wer sagte denn, daß Avatare damit nur tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes sitzen können sollten? Im Prinzip konnte man in solche Objekte doch jede x-beliebige Animation einbauen. Dann hätte man gleich noch mehr Möglichkeiten.</p>

<p>So entstanden immer neue Anwendungsgebiete. Beispielsweise konnten zum ersten Mal animierte Fahrstühle gebaut werden, die auch wirklich Avatare mitnehmen konnten bzw. zunächst natürlich nur jeweils einen: Er wurde einfach „auf“ die Fahrstuhlkabine „gesetzt“, nur eben mit einer Stehanimation, und bewegte sich dann mit der Kabine mit.</p>

<p>Die häufigste Verwendung dieser Sitzskripte war der Poseball. Im Prinzip ist das eine kleine Kugel, die man irgendwo verbaut, auf die sich ein Avatar setzen kann, um eine gewisse Animation oder eine ganze Reihe davon zu starten. Wenn ein Avatar auf einem Poseball sitzt – auch das ist Teil des Poseball-Skripts –, wird der Poseball unsichtbar, um nach Benutzung wieder sichtbar zu werden.</p>

<p>Die Anwendungsgebiete waren vielfältig: Hinter Tresen wurden Poseballs verbaut, damit ein Avatar sich als Barkeeper betätigen konnte. Hinter DJ-Pulten wurden Poseballs verbaut, damit man dem jeweiligen Party-DJ seine oder ihre Tätigkeit auch ansehen konnte. Poseballs wurden zum Posieren für Fotos oder zum Animieren von Avataren hinter Musikinstrumenten verwendet. Paaranimationen wurden mit jeweils einem blauen und einem rosa Poseball möglich, die entsprechend zueinander angeordnet wurden.</p>

<p>Auch Tanzen wurde einfacher. Bis dahin mußte man Tanzanimationen noch per Hand starten oder zumindest dafür ein Menü oder HUD starten. Nun konnte man Paartänze mit jeweils zwei Poseballs realisieren. Und ein naher Verwandter der Poseballs sind die Tanzpads: von der Funktionsweise her identisch, aber rund, flach und dutzendweise – je nach Platz natürlich – pro Tanzfläche verteilt. Außerdem bleiben sie dauerhaft sichtbar.</p>

<h2 id="multi-love-pose-mlp">Multi-Love-Pose (MLP)</h2>

<p>Poseballs hatten aber drei gravierende Nachteile. Erstens waren sie immer sichtbar und verschandelten einem damit optisch die Sim. Wer Fotos machen wollte, mußte immer erst vorher rumlaufen und die Poseballs entweder unsichtbar machen oder vorübergehend ganz rausschmeißen. Zweitens lagen sie immer an derselben Stelle, ob das jetzt paßte oder nicht. Verschieben konnte sie nur, wem sie gehörten, und auch das nur durch Bearbeiten. Und drittens konnten sie immer nur dieselben Animationen in derselben Reihenfolge, meist sogar nur eine einzige.</p>

<p>Irgendwann haben die Leute nämlich angefangen, mit Poseballs außer Tanzen auch noch andere Sachen darzustellen, die Paare miteinander machen konnten, vor allem im Bett. Es war besser als nichts, aber nicht wesentlich besser. Es gab meist nur zwei Poseballs, womöglich jeweils nur mit einer Animation drin. Die Bewegungen hatten im Endeffekt noch mehr nur symbolischen Charakter als heute, und Vorspiel mußte man im Chat „emoten“.</p>

<p>Als Lösung dieser Probleme entstand in den späten 2000ern <a href="http://wiki.secondlife.com/wiki/MLP" rel="nofollow">MLP, kurz für Multi-Love-Pose</a>, eine Erfindung des Second-Life-Users Miffy Fluffy. Daß es vor allem eine Lösung für den vorigen Absatz war, sollte anhand des Namen auf der Hand liegen. Zunächst gab es MLP nur in Second Life und nur in-world. Aber es war unter die extrem lockere BSD-Lizenz gestellt worden und konnte problemlos nach OpenSim gebracht werden. Es dauerte allerdings eine Weile, bis es sich dort einigermaßen auszubreiten begann, weil statische Poseballs in der Handhabung einfacher waren.</p>

<p>MLP funktioniert so, daß das System ganz zuerst ein Menü öffnet, über das man eine Position oder einen Satz davon auswählt. Dann erscheinen ein oder mehrere Poseballs, auf die man sich setzen kann. Wer neuere Systeme kennt, muß sich erst daran gewöhnen, daß man erst das Menü per Hand öffnet und sich erst dann hinsetzen kann. Noch dazu werden dann alle Avatare, die sich auf die Poseballs setzen, gefragt, ob das System sie animieren darf oder nicht. Und am Ende muß man alles per Hand wieder schließen, damit der oder die Kugeln wieder verschwinden.</p>

<p>Revolutionär war nicht nur, daß man die Poseballs nur sieht, wenn man sie braucht. Dazu kam, daß über das Menü voreingestellte Kombination aus Poseball-Positionen und eingebauten Animationen aufgerufen werden können. Eine weitere Besonderheit von MLP ist, daß es je nach gewählter Animation Objekte rezzen und derezzen kann, z. B. ein Buch, wenn ein Avatar in eine Leseposition gebracht wird.</p>

<p>Gerade aus heutiger Sicht nachteilig ist neben dem immensen serverseitigen Leistungsbedarf von MLP die komplizierte Handhabung. Das System startet nicht, wenn man sich auf ein Möbelstück setzt, sondern man muß es erst händisch starten und sich erst dann auf den bzw. einen daraufhin erschienenen Poseball setzen. Die Positionen inklusive Winkel sind einstellbar, aber nur im Zusammenspiel mit der Menüsteuerung und der viewerseitigen Bearbeiten-Funktion – und nur durch den Eigentümer. Aber MLP war erst der Anfang von Möbeln mit variablen Sexanimationen, und man ging bezüglich Verwendungszweck vermutlich davon aus, daß solche Möbel eh vornehmlich an privaten Wohnorten in festen Partnerschaften verwendet würden. An öffentliches Sexmobiliar war noch nicht zu denken.</p>

<p>Im Hypergrid findet man trotz allem heute noch Mobiliar mit MLP, und zwar sowohl in Möbelläden auf Freebie-Sims als auch – so widersinnig das auch ist – öffentlich nutzbar. Linda Kellie, die ihre Simdeko generell möglichst funktional gestaltete, stattete sowohl Prim-Möbel als auch Clutterfly-Mesh-Objekte mit MLP aus. Die Super Sex Bed Mattress arbeitet auch mit MLP und wird manchmal der Einfachheit halber in ungeskriptete Betten eingebaut. Es ist davon auszugehen, daß viele, die so etwas tun, die Matratze selbst nie getestet haben.</p>

<h2 id="paramour-multi-animation-controller-pmac">Paramour Multi-Animation Controller (PMAC)</h2>

<p>PMAC (<a href="https://github.com/uriesk/pmac" rel="nofollow">Github-Mirror</a>) kam im Frühjahr 2015 auf. Entwickelt wurde es von der 2019 verstorbenen Skripting-Großmeisterin Áine Caoimhe (wie der Name ausgesprochen wird, erkläre ich euch vielleicht ein anderes Mal). Die kennt man ja ganz besonders für ihre zumeist golden glitzernde „Tanzkugel“, die Clubmaster Dance Machine, die erstmals gleichermaßen Einzel- wie auch Paartänzern individuelles, menügesteuertes Tanzen ermöglichte und heutzutage fast überall hängt, wo getanzt wird. Die basiert nämlich auch auf PMAC, genau wie Áines neuer Line-Dancing-Boden, der nur noch ein einzelnes Objekt ist, auf dem dutzendweise Avatare synchron zueinander tanzen können. Zusammen mit dem Clubmaster hat er Tanzpads weitgehend verdrängt.</p>

<p>Wie es zu der Zeit mit Animationssteuerung in Second Life jenseits von MLP aussah, gerade in Möbeln, kann ich nicht sagen. So durch und durch amerikanisch und kommerziell, wie Second Life ist, vermute ich, daß jeder Möbelhersteller, der nicht mit MLP herumkrücken wollte, seine eigene proprietäre und streng geheime Lösung für seine teuren Payware-Möbel hatte. Das dürfte auch erklären, warum auf den vielen Sitzmöbel, die schon vor einigen Jahren aus Second Life gecopybottet wurden, überwiegend gar nicht gesessen werden kann: Das ginge nur mit einem Skript, da ist aber keins eingebaut, weil man das ursprünglich vorhandene Skript nicht mitkopieren konnte.</p>

<p>In dieser Hinsicht war PMAC eine Riesensensation und meines Erachtens etwas, was OpenSim – oder zumindest das Hypergrid – Second Life ganz klar voraus hatte: PMAC war nicht nur kostenlos, sondern quelloffen, und es war von vornherein unter eine freie Lizenz gestellt worden. Jeder konnte diese Technologie nutzen – und sie wurde auch fleißig genutzt.</p>

<p>Was PMAC so sensationell machte, war, daß es fast keine Poseballs mehr brauchte. Weder waren irgendwo Kugeln angebracht, die sichtbar waren, sofern keiner drauf saß, noch mußte man diese Kugeln erst per Menü generieren und sich dann draufpflanzen. Man setzt sich auf etwas drauf, und PMAC tritt praktisch sofort in Aktion. Natürlich kann es auch über Menüs gesteuert werden, und wenn mehrere Avatare involviert sind, kann jeder die Animationen gleichzeitig steuern. Noch dazu startet PMAC selbsttätig, sobald man sich auf ein Objekt setzt. Last but not least hat PMAC einen geringeren Leistungsbedarf als MLP.</p>

<p>So etwas wie Poseballs gibt es eigentlich nur noch beim Clubmaster: jeweils eine glitzernde rosafarbene und blaue Kugel, weil die Ansteuerung von Tanzpaaren und die Positionierung der beiden Avatare zueinander anders nicht lösbar war. Sie müssen dafür ja auf irgendetwas „sitzen“. Das heißt, PMAC verwendet weiterhin unsichtbare Objekte zum Positionieren der Avatare, setzt diese aber automatisch auf diese Objekte. Sichtbar werden die Objekte erst dann, wenn die Position der Avatare eingestellt werden muß – und das kann wie in MLP weiterhin nur der Eigentümer und auch das nur mit Viewer-Hausmitteln.</p>

<p>Ein weiteres neues Feature von PMAC ist, Animationen mehrerer Avatare zueinander synchronisieren zu können. Falls sie nicht gleichzeitig gestartet sein sollten, gibt es eine Schaltfläche, mit der alle Animationen zeitgleich neu gestartet werden können.</p>

<p>Obendrein arbeitet PMAC nicht nur mit tatsächlichen Avataren, sondern auch mit NPCs – es kann sogar eingebaute NPCs rezzen und derezzen. Das bekannteste Beispiel dafür ist wieder der Clubmaster: Wer keinen Tanzpartner hat, kann sich einfach einen rezzen.</p>

<p>Natürlich wäre es einfach gewesen, den Code von PMAC zu kopieren und nach Second Life mitzunehmen. Da hätte er aber nicht funktioniert. Das liegt daran, daß PMAC nicht auf der Second-Life-Skriptsprache LSL basiert, sondern auf der mächtigeren OpenSim-Skriptsprache OSSL. LSL läuft auch in OpenSim, aber OSSL läuft umgekehrt nicht in Second Life.</p>

<h2 id="avsitter">AVsitter</h2>

<p><a href="https://avsitter.github.io/" rel="nofollow">AVsitter</a> erscheint mir wie eine Art Versuch, PMAC mit den eingeschränkten Möglichkeiten von LSL in Second Life nachzubauen, um auch dort MLP durch etwas ohne Poseballs ersetzen zu können. Es ist meines Wissens tatsächlich jünger als PMAC. <a href="https://avsitter.github.io/news-2017-07-31.html" rel="nofollow">Seit dem 31. Juli 2017 ist AVsitter quelloffen</a> und steht unter der Mozilla Public License, um auch in kommerziellen Produkten verwendet werden zu können.</p>

<p>Bei der Entwicklung hatte man OpenSim übrigens nicht im Sinn – vielleicht auch, weil OpenSim ja schon PMAC hatte. Dennoch ist es in OpenSim vorhanden. Ich sehe da zwei Einfallstore: Zum einen haben Leute wie Purple Swan aus dem Quellcode Referenzimplementationen für OpenSim gebaut, so z. B. auch „Sitzkissen“ oder „Matratzen“, die man unsichtbar in ungeskriptete Möbel einbauen kann. Zum anderen wurden wohl auch AVsitter-Möbel aus Second Life ohne ihre Skripte gecopybottet und dann in OpenSim mit den sowieso immer ziemlich gleichen AVsitter-Skripten nachgerüstet.</p>

<p>Ein Nachteil von AVsitter gegenüber PMAC ist, daß immer nur ein Avatar die Kontrolle über die Animationen hat. Demgegenüber stehen die Vorteile, daß die Position aller Avatare ohne irgendwelche Edit-Krücken direkt per Menü justierbar ist und AVsitter als bislang einziges System darauf eingehen kann, ob ein Avatar männlich oder weiblich ist.</p>

<p>Obwohl OpenSim seine eigenen Animationssteuerungen hat, hat AVsitter seinen Platz: An einigen Orten werden auf Wohn- oder Geschäftssims Parzellen vermietet, in denen OSSL abgeschaltet ist, PMAC also nicht funktioniert. Damit soll die Serverauslastung reduziert werden. Das liegt nicht etwa daran, daß AVsitter weniger Serverleistung braucht als PMAC, sondern damit soll verhindert werden, daß sich jeder zweite einen Clubmaster aufhängt. Außerdem war AVsitter vor dem Erscheinen von SFposer die einzige Animationssteuerung mit Positionseinstellung per Menü für alle Avatare.</p>

<h2 id="sfposer">SFposer</h2>

<p>Zu guter Letzt sei noch <a href="https://opensimworld.com/library?view=44" rel="nofollow">SFposer</a> erwähnt. Dahinter steckt Satyr Aeon, Betreiber von <a href="https://opensimworld.com/" rel="nofollow">OpenSimWorld</a> und Schöpfer vor allem der SatyrFarm. Von der SatyrFarm kommt auch das SF, aber mit der eigentlichen SatyrFarm hat SFposer nichts zu tun. Es ist erst 2020 erschienen und bisher nur in einer Beta-Version verfügbar und steht unter der GNU GPL 3.0.</p>

<p>SFposer basiert auf PMAC, braucht also auch wieder OSSL, und verwendet dasselbe Notecard-Format wie PMAC. Existierende PMAC-Objekte können also ziemlich einfach nach SFposer konvertiert werden. Gleichzeitig ist SFposer aber ein ganzes Stück mächtiger. So unterstützt es bis zu 99 Avatare, was es interessant für Tanzsysteme macht. Wie MLP kann auch SFposer Objekte rezzen – aber es kann obendrein sowohl vorübergehend Objekte an den Avatar hängen als auch dem Avatar Objekte geben. SFposer kann die Mimik von Avataren über entsprechend ausgestattete Animationen hinaus mit den Standard-Gesichtsausdrücken steuern. Es kann nicht nur genau wie PMAC NPCs verwenden und rezzen, sondern weil es optional fernsteuerbar und automatisierbar ist, kann es auch als reines NPC-Animationssystem verwendet werden.</p>

<p>Einen Vorzug, den SFposer sonst nur mit AVsitter gemeinsam hat, ist, daß auch hier jeder die Position seines Avatars selbst steuern kann. Dies ist erstmals mit den Vorzügen von MLP und PMAC zusammen möglich.</p>

<p>Für Objektbauer und -modifizierer hat SFposer gleichzeitig den Vorteil, sehr mächtig zu sein, und den, dennoch relativ einfach in der Handhabung zu sein, insbesondere im Vergleich mit AVsitter. Außerdem stammt es aus OpenSim selbst – auch wenn MLP und AVsitter aufgrund ihrer freien Lizenzen nicht illegal importiert wurden – und kann daher auf den erweiterten Befehlswortschatz von OSSL zurückgreifen. Noch dazu bietet Satyr <a href="https://opensimworld.com/tools" rel="nofollow">Online-Konverter von MLP, PMAC und AVsitter nach SFposer</a> an. Nachteilig ist allenfalls, daß durch die Lizensierung von SFposer unter der GPL in Objekten eingebaute SFposer-Skripte zwingend les- und bearbeitbar sein müssen, no-modify also nicht erlaubt ist.</p>

<p>Für Endnutzer hat SFposer bis auf seine noch geringe Ausbreitung nur den Nachteil, daß es genau wie PMAC nicht da verwendet werden kann, wo OSSL nicht erlaubt ist, insbesondere also auf gewissen Mietparzellen.</p>

<p>Von den genannten Systemen hat nur SFposer eine größere Zukunft, zumindest in OpenSim. Angesichts der anderen Systeme ist MLP hoffnungslos veraltet. AVsitter scheint „fertig“ zu sein; es wird nicht mehr weiterentwickelt. Die Entwicklung von PMAC wiederum kam zum Erliegen mit dem Ableben der Erfinderin. SFposer bekommt auch nicht oft Updates, aber das bisher letzte kam im Sommer 2021, und es ist davon auszugehen, daß SFposer keine ewige Beta-Version bleibt. Noch dazu kann SFposer sich seit Anfang 2021 sogar mittels eines Update-Skript selbst aktualisieren.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Animationen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Animationen</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/animationen-in-opensim-teil-2-sitzanimationen</guid>
      <pubDate>Thu, 27 Jan 2022 20:23:33 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Animationen in OpenSim, Teil 1: Animation Override (AO)</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/animationen-in-opensim-teil-1-animation-override-ao</link>
      <description>&lt;![CDATA[Animation Overrides sind die Antwort der Second-Life-Nutzerschaft auf die hölzernen, staksigen Bewegungen, die die Avatare normalerweise vollführen.&#xA;&#xA;Was sie tun, ist eigentlich ganz einfach erklärt: Es gibt ja verschiedene Dinge, die ein Avatar tun kann, mit jeweils eigenen Animationen. Stehen, laufen, sitzen, auf dem Boden sitzen, springen, fliegen, schwimmen und so weiter. Die Standardanimationen dafür sind bombenfest im System eingebaut.&#xA;&#xA;Nur sind sie eben nicht gut. Schon 2003, als Second Life startete, waren sie im Prinzip auch nur besser als nichts. !--more--&#xA;&#xA;Ein Animation Override ist eine Kombination aus zwei Skripten, einer Notecard und einem Haufen Animationen. „Override“ sagt es ja schon: Er überschreibt diese Standardanimationen jeweils mit einer der Animationen, die mit ihm mitgeliefert werden. Oder gleich mit mehreren, die nacheinander durchgeschaltet werden, für mehr Variationen.&#xA;&#xA;Dann hat man nicht mehr diese komische Standard-Stehanimation, die so aussieht, als wenn der Avatar gleich nach hinten umkippen würde, sondern ein halbes Dutzend sehr viel schickere, sehr viel natürlichere Animationen. Auch mehr oder weniger alles andere wird durch die mit dem AO mitgelieferten, schöneren Animationen ersetzt. Einige AOs machen sogar von Bento Gebrauch und steuern auch die einzelnen Finger an den Händen an. Ganz wenige gehen bei Bento sogar so weit, auch die Gesichtsmimik mit einzubeziehen.&#xA;&#xA;ZHAO vs. khAOs vs. Viewer-AO&#xA;&#xA;Es gibt drei Arten von AO, die in Funktionsweise und Handhabung unterschiedlich sind:&#xA;&#xA;ZHAO: Aus Second Life importiert, gibt’s fix und fertig in den meisten Freebie-Stores, wird einfach an den Avatar gehängt, verursacht aber viel Lag durch Serverauslastung&#xA;khAOs: OpenSim-exklusiv, wird auch einfach an den Avatar gehängt, verursacht trotzdem keinen Lag, gibt’s aber fast nirgendwo bzw. muß man sich selbst umbauen&#xA;Viewer-AO: Verursacht auch keinen Lag, läuft nämlich nicht auf dem Server, sondern im Viewer, ist aber komplizierter in der Einrichtung&#xA;&#xA;ZHAO: Kennt fast jeder, nutzt fast jeder, überlastet die Gridserver&#xA;&#xA;Eine schlechte Nachricht vorweg: Die allermeisten AOs, die man im Hypergrid vorfindet, sind komplett aus Second Life geklaut und wurden da von Vista Animations erschaffen. Die wohl einzigen legalen Fertig-AOs sind Rugged für Männer und Sweetness für Frauen, die Shandon Loring aus zusammengeklaubten legalen Animationen, unter anderem von Linda Kellie, gebaut hat. Woher der das Kernskript hat, weiß ich nicht, aber im allgemeinen kann man aus Second Life keine Closed-Source-Skripte klauen. Die Animationen wirken allerdings ziemlich robotermäßig im Vergleich zu den Motion-Capturing-Animationen aus Second Life.&#xA;&#xA;Das System, das diese AOs verwenden, nennt sich ZHAO. Wer überhaupt AOs kennt, kennt fast ausnahmslos nur das. Das heißt, die Leute wissen meist nicht, was für eine Technologie hinterm AO steckt, es ist ihnen auch egal. Aber in den allerallermeisten Freebie-Stores gibt es nur immer dieselben ZHAO-AOs.&#xA;&#xA;In der Handhabung sind sie denkbar einfach: Der AO ist ein winzigkleines Objekt, das man sich an den Avatar hängt. Und schon läuft er. Schon bewegt sich der Avatar viel schöner. Man braucht sonst nichts zu machen. Das heißt, ein paar AOs haben dazugehörige HUDs, die man sich extra anhängt, mit denen man den AO steuern kann.&#xA;&#xA;ZHAO hat aber einen riesengroßen Nachteil, der auf Beschränkungen in der Second-Life-Skriptsprache LSL zurückzuführen ist: Es verursacht eine immense Serverlast.&#xA;&#xA;Irgendwoher muß der AO ja wissen, wann welche Animation abzuspielen ist. Also quengelt er herum und fragt beim Gridserver an: „Sitz’ ich? Sitz’ ich? Sitz’ ich? Sitz’ ich? Sitz’ ich?“ Und zwar etwa zehnmal pro Sekunde. Pro Animation. Insgesamt also ca. 250× pro Avatar und pro Sekunde. Das ist wie ein Kind, das auf einer Reise ständig fragt: „Sind wir schon da? Sind wir schon da? Sind wir schon da? Sind wir schon da?“ Nur daß Kinder das nicht zehnmal in der Sekunde fragen.&#xA;&#xA;Jedes Mal muß der Server antworten: „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ Auch das ca. 250× pro Avatar und pro Sekunde.&#xA;&#xA;Erst wenn auf die Frage „Sitz’ ich?“ ein „Ja“ kommt, geht der Avatar von einer der Stehanimationen zu einer der Sitzanimationen über. Damit hört aber nicht das Gequengel auf, denn weiterhin will der AO für jeden einzelnen Zustand wissen, ob er gerade aktuell ist. Auch wenn der Avatar sitzt, will der AO weiterhin wissen, ob der Avatar (immer noch) sitzt. Und ob er steht und ob er auf dem Boden sitzt und ob er läuft und ob er schwimmt und so weiter.&#xA;&#xA;Die Belastung des Servers durch einen einzelnen Avatar kann man getrost vernachlässigen. Aber jetzt stelle man sich mal ein richtig großes Event vor. Nicht gerade den OSCC, da werden Avatarskripte und damit auch alle angehängten AOs unterbunden. Man stelle sich eher vor, ein großes, populäres Grid eröffnet eine neue Sim mit einer fetten Party. Oder noch schlimmer, eine Hochzeit. Und Avatarskripte werden nicht blockiert.&#xA;&#xA;Da kommen dann 50 Avatare mit ZHAO-AOs. Zusätzlich zur himmelhohen Avatar-Komplexität – fast niemand kennt die Komplexität des eigenen Avatars – kommen also diese Skripte, die den Server mit Anfragen bombardieren. Über 12.000× pro Sekunde! Und der Server muß jedes Mal antworten – auch wieder über 12.000× pro Sekunde.&#xA;&#xA;Und dann wundern sich die Leute, warum die Sim laggt von extrem langsam ladenden Objekten über schweren Chatlag bis hin zu massiven Bewegungsschwierigkeiten. Oder warum die Sim gleich mitten in der Party ganz abstürzt. Schuld hat dann der Simbetreiber. Oder der Gridbetreiber. Oder wenn beide jegliche Schuld von sich weisen und mit dem Finger auf die Nutzer zeigen, waren es mal wieder die anderen. Was auch immer die gemacht haben. Aber irgendwas müssen die ja gemacht haben. Man selbst hat auf jeden Fall gar nichts gemacht. Glaubt man.&#xA;&#xA;Und selbst wenn: Man kann ja sonst nichts machen, außer ganz auf einen AO zu verzichten. Glaubt man.&#xA;&#xA;Viewer-AO: Eigeninitiative zur Serverentlastung&#xA;&#xA;Dabei ginge es auch anders. Man muß sich einen AO nicht zwingend als geskriptetes Objekt an den Avatar hängen und damit auf den Server einprügeln.&#xA;&#xA;Man kann das auch im Viewer stattfinden lassen. Gute Viewer bieten nämlich die Möglichkeit, AOs aus dem Viewer heraus auszuführen. Man kann sich im Viewer seinen eigenen AO zusammenbauen, man kann aber auch fertige AOs importieren. Dabei sieht man den AO nicht nur selbst, sondern alle anderen sehen den auch.&#xA;&#xA;Der große Vorteil ist, daß der AO nicht mehr beim Server herumquengelt. Er wird nun dadurch gesteuert, daß der Viewer sagt: „Du sitzt jetzt.“ Oder: „Du schwimmst jetzt.“ Je nachdem eben. Die Serverbelastung durch den AO schrumpft auf ziemlich genau null. Wenn das alle machen würden, hätte man auf Partys sehr viel weniger Lag.&#xA;&#xA;Ein schöner Nebeneffekt ist, daß die AOs im Viewer viel einfacher zu handhaben sind als per Avatar-Anhängsel. Sagen wir, du mußt für irgendwas deinen AO abschalten. Normalerweise mußt du ihn ganz vom Avatar abnehmen. Wenn du ihn wieder benutzen willst und ihn nicht unter deinen Favoriten abgelegt hast, darfst du ihn erst aus dem Wuhling heraussuchen, zu dem dein Inventar mit der Zeit geworden ist. Wenn du ihn irgendwann gefunden hast, mußt du ihn an den Avatar wieder dranhängen. Dann darfst du warten, bis das Ding gerezzt und sein Inhalt geladen ist.&#xA;&#xA;Den Viewer-AO kannst du mit einer Schaltfläche im Viewer ausschalten. Und wieder einschalten. Wenn der Viewer gut eingerichtet ist, ohne jegliche Menütaucherei. Standardmäßig ist nämlich die AO-Schaltfläche weder im Firestorm noch im Singularity sichtbar – wahrscheinlich, weil die meisten sie nicht brauchen, weil eh „alle“ mit ZHAO-AOs oder ganz ohne AO herumlaufen. Dadurch wissen viele aber nicht, daß man AOs auch im Viewer laufen lassen kann.&#xA;&#xA;Auch das Wechseln des AO ist im Viewer einfacher: Man muß nicht erst das Inventar durchwühlen. Für die AO-Steuerung im Viewer gibt’s ein eigenes Menü, über das man einen der im Viewer eingebauten AOs auswählen kann.&#xA;&#xA;Vor- und Nachteil gleichzeitig sind die Einstellmöglichkeiten, die noch dazu je nach Viewer verschieden sind: Einerseits kann man z. B. einstellen, ob automatisch zwischen verschiedenen Animationen desselben Typs gewechselt werden soll, ob in fester oder zufälliger Reihenfolge, und wie lange jede Animation laufen soll. Andererseits kann der Viewer nicht selbständig erkennen, wie lange die Animationen laufen. Das muß man selbst ermitteln (geht im Firestorm erst seit Version 6.4 und in anderen Viewern überhaupt nicht) und dann eine entsprechende Zeit händisch einstellen.&#xA;&#xA;Was man auch noch einstellen kann, ist, wie sich die Sitzanimationen im Sitzen verhalten. Man hat drei Möglichkeiten: Entweder werden die Sitzanimationen des AO im Sitzen nie ausgeführt. Oder sie werden immer ausgeführt, auch wenn vom Objekt, auf dem man sitzt, schon eine Animation zur Verfügung gestellt wird (außer die so zur Verfügung gestellte Animation hat eine höhere Priorität). Oder sie werden immer ausgeführt, außer wenn vom Objekt, auf dem man sitzt, eine Animation zur Verfügung gestellt wird.&#xA;&#xA;Nachteilig ist gegenüber dem angehängten AO aber die kompliziertere, unbequemere Handhabung vor der Inbetriebnahme. Da hat man ganz offensichtlich schon vor einer geschriebenen Anleitung kapituliert und statt dessen ein Video auf YouTube zur Verfügung gestellt.&#xA;&#xA;Wie man AOs in den Viewer einbaut&#xA;&#xA;Der erste Schritt ist, den AO selbst zu rezzen, also irgendwo in die Landschaft zu packen, wo man das darf. Da stellt er sich dar als, wie gesagt, winzigkleines Objekt. Es hilft ungemein zu wissen, wie er aussieht, sonst findet man ihn womöglich gar nicht. Dann öffnet man ihn und packt den Inhalt ins eigene Inventar aus. Die Vorgehensweise ist also dieselbe, wie wenn man eine Verkaufsbox rezzt und auspackt, nur mit einem sehr viel kleineren Objekt.&#xA;&#xA;Der zweite Schritt ist, den AO in den Viewer zu holen. Dafür öffnet man zunächst das AO-Fenster. Dann sucht man sich im Inventar den ausgepackten AO. In dem gibt es eine Notecard, die die Funktionen des AO beschreibt. Die zieht man ins AO-Fenster. Welche Notecard das ist, erkennt man daran, ob der AO in den Viewer importiert wird oder nicht. Manche AOs sind eigentlich mehrere AOs in einem und enthalten mehrere solche Notecards. Die kann man dann alle nacheinander in den Viewer importieren, die liegen dann jeweils als eigenständige AOs vor.&#xA;&#xA;Als drittes wird der AO dann – optional, sollte man aber in Erwägung ziehen – eingestellt. Verhalten beim Sitzen, automatisches Durchschalten der Animationen, oder wenn nicht, welche der verschiedenen Animationen man verwenden will, und so weiter.&#xA;&#xA;Der Firestorm hat übrigens den Vorteil, daß man das nur einmal für alle zusammen machen muß, weil die Einstellungen nebst Animationen im Inventar gespeichert werden. Egal, wieviele Firestorm-Installationen man hat, die AO-Einstellungen sind immer gleich. Andere Viewer wie Singularity bieten diesen Komfort nicht, da muß man den zweiten und dritten Schritt einmal pro Viewer machen wenn man mehrere hat.&#xA;&#xA;khAOs: OpenSim-Spezialität, so bequem wie ZHAO bei viel geringerer Serverlast, kennt aber keiner&#xA;&#xA;Daß man überhaupt AOs direkt im Viewer nutzen kann, weiß aber kaum jemand. Wie das geht, erst recht nicht. Und von denen, die davon schon mal gehört, sind sich viele zu bequem und/oder zu unsicher in der Handhabung des Ganzen. Die bleiben lieber bei AOs, die man sich ganz einfach aus dem Inventar an den Avatar hängt. Die haben ja auch den Vorteil, daß man sie mit Outfits abspeichern kann. In Alltagskleidung bewegt sich der Avatar dann anders als im Abendkleid.&#xA;&#xA;Als „Retter“ kam dann der Mann daher, der in OpenSim auch schon der Titanic das Sinken beigebracht hat: Kayaker Magic. Der schrieb ein neues Kernskript für die Anhäng-AOs. Und er schrieb es in OSSL. Das Ergebnis nannte er „khAOs“ und brachte es im August 2020 offiziell heraus.&#xA;&#xA;OpenSim hat hier nämlich einen gewaltigen Vorteil gegenüber Second Life: Der Server teilt proaktiv dem Avatar mit, was letzterer gerade tut. Der Avatar muß gar nicht erst nachfragen. Entsprechend gibt es in OSSL die Möglichkeit, diese Mitteilungen in Skripten zu nutzen.&#xA;&#xA;Statt also immer und immer und immer wieder zu fragen: „Sitz‘ ich?“ und auf die Antwort des Servers zu warten, tut das Skript zunächst einmal überhaupt nichts. Wenn sich nun ein Avatar hinsetzt, schickt der Server ihm die Nachricht: „Okay, du sitzt jetzt.“ Nur auf dieser Grundlage schaltet der Avatar dann um auf eine andere Animation (oder mehrere, je nachdem).&#xA;&#xA;Für den Nutzer ändert sich durch khAOs grundsätzlich überhaupt nichts. Der AO handhabt sich genau wie die AOs, die man schon kennt: an den Avatar hängen und läuft. Einen Unterschied gibt es nur, wenn man schon einen Viewer-AO laufen hat und jetzt z. B. einen Rollschuh-AO, Schlittschuh-AO, Ski-AO oder dergleichen nutzen will, der auf khAOs umgebaut ist. Dann muß man nämlich den Viewer-AO so lange abschalten. (Oder man packt sich auch diesen zweckgebundenen AO in den Viewer.)&#xA;&#xA;Gegenüber den ZHAO-AOs, die man fast überall in Freebie-Stores findet, sinkt die Serverbelastung durch khAOs-AOs auf nahe null. Das Gequengel fällt ja weg. Wenn auf einer Party mit 50 oder mehr Avataren viele einen khAOs-AO haben, hat man nicht mehr eine größere vierstellige Anzahl Anfragen pro Sekunde an den Server, der die alle beantworten muß. Wenn alle als Anhäng-AO einen auf khAOs-Basis haben, hat man auch mal minutenlang gar keine mehr, weil niemand den Zustand seines Avatars ändert, weil alle ihre Avatare auf der Line-Dance-Tanzfläche geparkt oder an den Clubmaster gehängt haben.&#xA;&#xA;Jetzt gibt es aber zwei neue Probleme. Beide gehen darauf zurück, daß keine Sau weiß, daß khAOs existiert. Zum einen gibt es ziemlich genau null Nachfrage nach khAOs-AOs. Zum anderen ist bis jetzt wohl nur Cataplexia Numbers auf die Idee gekommen, sich mal die ganzen geklauten AOs vorzunehmen und auf khAOs umzubauen. Ich meine, der Umbau an sich ist simpel, man muß nur das Kernskript durch ein anderes ersetzen. Aber das macht eben keiner. Und auch Cat hat ihre umgebauten AOs alle in eine neutrale Sammelbox geschmissen und die irgendwo in ein oder zwei ihrer Sims versenkt, statt jeden AO einzeln in seiner eigenen bunten Box an die Wand eines populären Freebie-Store zu hängen. Ansonsten bietet nur Kayaker Magic selbst die Rugged- und Sweetness-AOs als khAOs-Umbauten an.&#xA;&#xA;Wie man einen AO von ZHAO auf khAOs umbaut&#xA;&#xA;Vielleicht ist ja jetzt jemand am Umbau in Eigeninitiative interessiert. Vielleicht hat jetzt sogar jemand vor, die vielen geklauten AOs, die man überall im Hypergrid in de Freebie-Stores findet, als khAOs-Versionen in den eigenen Freebie-Store zu hängen.&#xA;&#xA;Wie gesagt: Der Umbau ist, wenn auch nicht ganz trivial, keine Raketenwissenschaft.&#xA;&#xA;Schritt 1: Man beschaffe sich das khAOs-Kernskript.&#xA;&#x9;Entweder baut man sich sein eigenes Skript namens „KHAOS-II-core“; den Inhalt findet man hier.&#xA;&#x9;Oder, besser noch, man geht in die OSCC Expo Zone 4. Da hat Kayaker einen eigenen Bereich, wo er das Kernskript und seine beiden umgebauten AOs anbietet. Das hätte den Vorteil, daß Kayaker als Schöpfer des Skript eingetragen ist und nicht man selbst. Das Skript sollte man irgendwo im Inventar ablegen, wo man es auch wiederfindet, also unter „Skripte“.&#xA;Schritt 2: Man lege von dem AO, den man umbauen will, im eigenen Inventar eine Kopie an. Sollte man genau diesen AO gerade tragen, sollte man ihn vorher abnehmen.&#xA;Schritt 3: Die Kopie benenne man um, so daß aus dem Namen hervorgeht, daß sie mit khAOs arbeitet.&#xA;Schritt 4: Man hänge sich die umbenannte Kopie an den Avatar und bearbeite sie.&#xA;Schritt 5: Im Inhalt des AO findet sich irgendwo ein Skript namens „ZHAO-II-core“ oder „CORE“ oder „engine“. Das lösche man. Es gibt auch ein Skript, das „Interface“ im Namen hat; das bleibt unangetastet!&#xA;Schritt 6: Nun ziehe man aus dem eigenen Inventar das in Schritt 1 beschaffte neue Kernskript in den Inhalt des AO. Dieser kompiliert kurz neu und ist dann verwendbar.&#xA;Schritt 7: Um das Ganze zu speichern, nehme man den AO wieder ab. Will man ihn nutzen, hänge man ihn hinterher wieder an.&#xA;&#xA;Falls man das Ganze jetzt in der modifizierten Originalschachtel weitergeben will, geht es hier weiter. Voraussetzung ist natürlich, daß man den AO schon auf khAOs umgebaut hat, daher zähle ich mit 8 weiter.&#xA;&#xA;Schritt 8: Man rezze die Box, in der der AO ursprünglich gekommen ist. Falls man sie nicht mehr hat, gehe man in den Freebie-Store des eigenen Vertrauens und besorge sich eine neue.&#xA;Schritt 9: Man benenne nun die Box so um, daß ersichtlich ist, daß darin ein khAOs-AO steckt (und nicht mehr der ursprüngliche ZHAO-AO).&#xA;Schritt 9½ (optional): Falls man das kann, kann man auch die Boxart so umgestalten, daß auf den ersten Blick erkennbar ist: Hier steckt ein khAOs-AO mit weniger Serverbelastung drin! Man kann auch seine eigene Boxart gestalten; das wird aber diejenigen abschrecken, die AOs nach ihren ursprünglichen, mitgeklauten Boxarts „kaufen“.&#xA;Schritt 10: Man lösche den in der Box enthaltenen AO aus deren Inhalt.&#xA;Schritt 11: An dessen Stelle ziehe man den auf khAOs umgebauten AO in die Box.&#xA;Schritt 12: Man nehme oder kopiere die so veränderte Box ins Inventar.&#xA;Dies wiederhole man mit möglichst vielen AOs.&#xA;Schritt 13: Man hänge die modifizierten Boxen in den eigenen Freebie-Store mit einem großen Vermerk, daß diese AOs so umgebaut sind, daß sie keinen Lag verursachen. Oder wenn man keinen eigenen Freebie-Store hat, reiche man sie an die Betreiber anderer Freebie-Stores weiter und sage denen, das sind dieselben AOs, die sie schon haben, aber die machen keinen Lag mehr.&#xA;&#xA;Wenn man Glück hat, kommen dann wieder Leute, die ihre eigenen neuen Freebie-Stores bauen wollen, und nehmen dafür genau diese umgebauten AOs mit. Dann kann sich das Ganze endlich weiter ausbreiten.&#xA;&#xA;Second-Life-Nutzer, die das hier gelesen haben, muß ich enttäuschen: khAOs läuft nicht in Second Life. Ich schrieb ja schon, daß es in OSSL geschrieben ist und nicht in LSL. Und OSSL-Skripte funktionieren nicht in Second Life, nur in OpenSim.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürFortgeschrittene #FürSecondLifeUmsteiger #Animationen&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Animation Overrides sind die Antwort der Second-Life-Nutzerschaft auf die hölzernen, staksigen Bewegungen, die die Avatare normalerweise vollführen.</p>

<p>Was sie tun, ist eigentlich ganz einfach erklärt: Es gibt ja verschiedene Dinge, die ein Avatar tun kann, mit jeweils eigenen Animationen. Stehen, laufen, sitzen, auf dem Boden sitzen, springen, fliegen, schwimmen und so weiter. Die Standardanimationen dafür sind bombenfest im System eingebaut.</p>

<p>Nur sind sie eben nicht gut. Schon 2003, als Second Life startete, waren sie im Prinzip auch nur besser als nichts. </p>

<p>Ein Animation Override ist eine Kombination aus zwei Skripten, einer Notecard und einem Haufen Animationen. „Override“ sagt es ja schon: Er überschreibt diese Standardanimationen jeweils mit einer der Animationen, die mit ihm mitgeliefert werden. Oder gleich mit mehreren, die nacheinander durchgeschaltet werden, für mehr Variationen.</p>

<p>Dann hat man nicht mehr diese komische Standard-Stehanimation, die so aussieht, als wenn der Avatar gleich nach hinten umkippen würde, sondern ein halbes Dutzend sehr viel schickere, sehr viel natürlichere Animationen. Auch mehr oder weniger alles andere wird durch die mit dem AO mitgelieferten, schöneren Animationen ersetzt. Einige AOs machen sogar von Bento Gebrauch und steuern auch die einzelnen Finger an den Händen an. Ganz wenige gehen bei Bento sogar so weit, auch die Gesichtsmimik mit einzubeziehen.</p>

<h2 id="zhao-vs-khaos-vs-viewer-ao">ZHAO vs. khAOs vs. Viewer-AO</h2>

<p>Es gibt drei Arten von AO, die in Funktionsweise und Handhabung unterschiedlich sind:</p>
<ul><li><strong>ZHAO:</strong> Aus Second Life importiert, gibt’s fix und fertig in den meisten Freebie-Stores, wird einfach an den Avatar gehängt, <strong>verursacht aber viel Lag durch Serverauslastung</strong></li>
<li><strong>khAOs:</strong> OpenSim-exklusiv, wird auch einfach an den Avatar gehängt, <strong>verursacht trotzdem keinen Lag</strong>, gibt’s aber fast nirgendwo bzw. muß man sich selbst umbauen</li>
<li><strong>Viewer-AO:</strong> <strong>Verursacht auch keinen Lag</strong>, läuft nämlich nicht auf dem Server, sondern im Viewer, ist aber komplizierter in der Einrichtung</li></ul>

<h2 id="zhao-kennt-fast-jeder-nutzt-fast-jeder-überlastet-die-gridserver">ZHAO: Kennt fast jeder, nutzt fast jeder, überlastet die Gridserver</h2>

<p>Eine schlechte Nachricht vorweg: Die allermeisten AOs, die man im Hypergrid vorfindet, sind komplett aus Second Life geklaut und wurden da von Vista Animations erschaffen. Die wohl einzigen legalen Fertig-AOs sind Rugged für Männer und Sweetness für Frauen, die Shandon Loring aus zusammengeklaubten legalen Animationen, unter anderem von Linda Kellie, gebaut hat. Woher der das Kernskript hat, weiß ich nicht, aber im allgemeinen kann man aus Second Life keine Closed-Source-Skripte klauen. Die Animationen wirken allerdings ziemlich robotermäßig im Vergleich zu den Motion-Capturing-Animationen aus Second Life.</p>

<p>Das System, das diese AOs verwenden, nennt sich ZHAO. Wer überhaupt AOs kennt, kennt fast ausnahmslos nur das. Das heißt, die Leute wissen meist nicht, was für eine Technologie hinterm AO steckt, es ist ihnen auch egal. Aber in den allerallermeisten Freebie-Stores gibt es nur immer dieselben ZHAO-AOs.</p>

<p>In der Handhabung sind sie denkbar einfach: Der AO ist ein winzigkleines Objekt, das man sich an den Avatar hängt. Und schon läuft er. Schon bewegt sich der Avatar viel schöner. Man braucht sonst nichts zu machen. Das heißt, ein paar AOs haben dazugehörige HUDs, die man sich extra anhängt, mit denen man den AO steuern kann.</p>

<p>ZHAO hat aber einen riesengroßen Nachteil, der auf Beschränkungen in der Second-Life-Skriptsprache LSL zurückzuführen ist: Es verursacht eine immense Serverlast.</p>

<p>Irgendwoher muß der AO ja wissen, wann welche Animation abzuspielen ist. Also quengelt er herum und fragt beim Gridserver an: „Sitz’ ich? Sitz’ ich? Sitz’ ich? Sitz’ ich? Sitz’ ich?“ Und zwar etwa <em>zehnmal pro Sekunde</em>. <em>Pro Animation</em>. Insgesamt also ca. <em>250× pro Avatar und pro Sekunde</em>. Das ist wie ein Kind, das auf einer Reise ständig fragt: „Sind wir schon da? Sind wir schon da? Sind wir schon da? Sind wir schon da?“ Nur daß Kinder das nicht zehnmal in der Sekunde fragen.</p>

<p>Jedes Mal muß der Server antworten: „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ „Sitz’ ich?“ „Nein.“ Auch das ca. 250× pro Avatar und pro Sekunde.</p>

<p>Erst wenn auf die Frage „Sitz’ ich?“ ein „Ja“ kommt, geht der Avatar von einer der Stehanimationen zu einer der Sitzanimationen über. Damit hört aber nicht das Gequengel auf, denn weiterhin will der AO für jeden einzelnen Zustand wissen, ob er gerade aktuell ist. Auch wenn der Avatar sitzt, will der AO weiterhin wissen, ob der Avatar (immer noch) sitzt. Und ob er steht und ob er auf dem Boden sitzt und ob er läuft und ob er schwimmt und so weiter.</p>

<p>Die Belastung des Servers durch einen einzelnen Avatar kann man getrost vernachlässigen. Aber jetzt stelle man sich mal ein richtig großes Event vor. Nicht gerade den OSCC, da werden Avatarskripte und damit auch alle angehängten AOs unterbunden. Man stelle sich eher vor, ein großes, populäres Grid eröffnet eine neue Sim mit einer fetten Party. Oder noch schlimmer, eine Hochzeit. Und Avatarskripte werden nicht blockiert.</p>

<p>Da kommen dann 50 Avatare mit ZHAO-AOs. Zusätzlich zur himmelhohen Avatar-Komplexität – fast niemand kennt die Komplexität des eigenen Avatars – kommen also diese Skripte, die den Server mit Anfragen bombardieren. <em>Über 12.000× pro Sekunde!</em> Und der Server muß jedes Mal antworten – auch wieder über 12.000× pro Sekunde.</p>

<p>Und dann wundern sich die Leute, warum die Sim laggt von extrem langsam ladenden Objekten über schweren Chatlag bis hin zu massiven Bewegungsschwierigkeiten. Oder warum die Sim gleich mitten in der Party ganz abstürzt. Schuld hat dann der Simbetreiber. Oder der Gridbetreiber. Oder wenn beide jegliche Schuld von sich weisen und mit dem Finger auf die Nutzer zeigen, waren es mal wieder die anderen. Was auch immer die gemacht haben. Aber irgendwas müssen die ja gemacht haben. Man selbst hat auf jeden Fall gar nichts gemacht. Glaubt man.</p>

<p>Und selbst wenn: Man kann ja sonst nichts machen, außer ganz auf einen AO zu verzichten. Glaubt man.</p>

<h2 id="viewer-ao-eigeninitiative-zur-serverentlastung">Viewer-AO: Eigeninitiative zur Serverentlastung</h2>

<p>Dabei ginge es auch anders. Man muß sich einen AO nicht zwingend als geskriptetes Objekt an den Avatar hängen und damit auf den Server einprügeln.</p>

<p>Man kann das auch im Viewer stattfinden lassen. Gute Viewer bieten nämlich die Möglichkeit, AOs aus dem Viewer heraus auszuführen. Man kann sich im Viewer seinen eigenen AO zusammenbauen, man kann aber auch fertige AOs importieren. Dabei sieht man den AO nicht nur selbst, sondern alle anderen sehen den auch.</p>

<p>Der große Vorteil ist, daß der AO nicht mehr beim Server herumquengelt. Er wird nun dadurch gesteuert, daß der Viewer sagt: „Du sitzt jetzt.“ Oder: „Du schwimmst jetzt.“ Je nachdem eben. Die Serverbelastung durch den AO schrumpft auf ziemlich genau null. Wenn das alle machen würden, hätte man auf Partys sehr viel weniger Lag.</p>

<p>Ein schöner Nebeneffekt ist, daß die AOs im Viewer viel einfacher zu handhaben sind als per Avatar-Anhängsel. Sagen wir, du mußt für irgendwas deinen AO abschalten. Normalerweise mußt du ihn ganz vom Avatar abnehmen. Wenn du ihn wieder benutzen willst und ihn nicht unter deinen Favoriten abgelegt hast, darfst du ihn erst aus dem Wuhling heraussuchen, zu dem dein Inventar mit der Zeit geworden ist. Wenn du ihn irgendwann gefunden hast, mußt du ihn an den Avatar wieder dranhängen. Dann darfst du warten, bis das Ding gerezzt und sein Inhalt geladen ist.</p>

<p>Den Viewer-AO kannst du mit einer Schaltfläche im Viewer ausschalten. Und wieder einschalten. Wenn der Viewer gut eingerichtet ist, ohne jegliche Menütaucherei. Standardmäßig ist nämlich die AO-Schaltfläche weder im Firestorm noch im Singularity sichtbar – wahrscheinlich, weil die meisten sie nicht brauchen, weil eh „alle“ mit ZHAO-AOs oder ganz ohne AO herumlaufen. Dadurch wissen viele aber nicht, daß man AOs auch im Viewer laufen lassen kann.</p>

<p>Auch das Wechseln des AO ist im Viewer einfacher: Man muß nicht erst das Inventar durchwühlen. Für die AO-Steuerung im Viewer gibt’s ein eigenes Menü, über das man einen der im Viewer eingebauten AOs auswählen kann.</p>

<p>Vor- und Nachteil gleichzeitig sind die Einstellmöglichkeiten, die noch dazu je nach Viewer verschieden sind: Einerseits kann man z. B. einstellen, ob automatisch zwischen verschiedenen Animationen desselben Typs gewechselt werden soll, ob in fester oder zufälliger Reihenfolge, und wie lange jede Animation laufen soll. Andererseits kann der Viewer nicht selbständig erkennen, wie lange die Animationen laufen. Das muß man selbst ermitteln (geht im Firestorm erst seit Version 6.4 und in anderen Viewern überhaupt nicht) und dann eine entsprechende Zeit händisch einstellen.</p>

<p>Was man auch noch einstellen kann, ist, wie sich die Sitzanimationen im Sitzen verhalten. Man hat drei Möglichkeiten: Entweder werden die Sitzanimationen des AO im Sitzen nie ausgeführt. Oder sie werden immer ausgeführt, auch wenn vom Objekt, auf dem man sitzt, schon eine Animation zur Verfügung gestellt wird (außer die so zur Verfügung gestellte Animation hat eine höhere Priorität). Oder sie werden immer ausgeführt, außer wenn vom Objekt, auf dem man sitzt, eine Animation zur Verfügung gestellt wird.</p>

<p>Nachteilig ist gegenüber dem angehängten AO aber die kompliziertere, unbequemere Handhabung vor der Inbetriebnahme. Da hat man ganz offensichtlich schon vor einer geschriebenen Anleitung kapituliert und statt dessen ein Video auf YouTube zur Verfügung gestellt.</p>

<h3 id="wie-man-aos-in-den-viewer-einbaut">Wie man AOs in den Viewer einbaut</h3>

<p>Der erste Schritt ist, den AO selbst zu rezzen, also irgendwo in die Landschaft zu packen, wo man das darf. Da stellt er sich dar als, wie gesagt, winzigkleines Objekt. Es hilft ungemein zu wissen, wie er aussieht, sonst findet man ihn womöglich gar nicht. Dann öffnet man ihn und packt den Inhalt ins eigene Inventar aus. Die Vorgehensweise ist also dieselbe, wie wenn man eine Verkaufsbox rezzt und auspackt, nur mit einem sehr viel kleineren Objekt.</p>

<p>Der zweite Schritt ist, den AO in den Viewer zu holen. Dafür öffnet man zunächst das AO-Fenster. Dann sucht man sich im Inventar den ausgepackten AO. In dem gibt es eine Notecard, die die Funktionen des AO beschreibt. Die zieht man ins AO-Fenster. Welche Notecard das ist, erkennt man daran, ob der AO in den Viewer importiert wird oder nicht. Manche AOs sind eigentlich mehrere AOs in einem und enthalten mehrere solche Notecards. Die kann man dann alle nacheinander in den Viewer importieren, die liegen dann jeweils als eigenständige AOs vor.</p>

<p>Als drittes wird der AO dann – optional, sollte man aber in Erwägung ziehen – eingestellt. Verhalten beim Sitzen, automatisches Durchschalten der Animationen, oder wenn nicht, welche der verschiedenen Animationen man verwenden will, und so weiter.</p>

<p>Der Firestorm hat übrigens den Vorteil, daß man das nur einmal für alle zusammen machen muß, weil die Einstellungen nebst Animationen im Inventar gespeichert werden. Egal, wieviele Firestorm-Installationen man hat, die AO-Einstellungen sind immer gleich. Andere Viewer wie Singularity bieten diesen Komfort nicht, da muß man den zweiten und dritten Schritt einmal pro Viewer machen wenn man mehrere hat.</p>

<h2 id="khaos-opensim-spezialität-so-bequem-wie-zhao-bei-viel-geringerer-serverlast-kennt-aber-keiner">khAOs: OpenSim-Spezialität, so bequem wie ZHAO bei viel geringerer Serverlast, kennt aber keiner</h2>

<p>Daß man überhaupt AOs direkt im Viewer nutzen kann, weiß aber kaum jemand. Wie das geht, erst recht nicht. Und von denen, die davon schon mal gehört, sind sich viele zu bequem und/oder zu unsicher in der Handhabung des Ganzen. Die bleiben lieber bei AOs, die man sich ganz einfach aus dem Inventar an den Avatar hängt. Die haben ja auch den Vorteil, daß man sie mit Outfits abspeichern kann. In Alltagskleidung bewegt sich der Avatar dann anders als im Abendkleid.</p>

<p>Als „Retter“ kam dann der Mann daher, der in OpenSim auch schon der Titanic das Sinken beigebracht hat: Kayaker Magic. Der schrieb ein neues Kernskript für die Anhäng-AOs. Und er schrieb es in OSSL. Das Ergebnis nannte er „khAOs“ <a href="http://magic.kayaker.net/KHAOS/" rel="nofollow">und brachte es im August 2020 offiziell heraus</a>.</p>

<p>OpenSim hat hier nämlich einen gewaltigen Vorteil gegenüber Second Life: Der Server teilt proaktiv dem Avatar mit, was letzterer gerade tut. Der Avatar muß gar nicht erst nachfragen. Entsprechend gibt es in OSSL die Möglichkeit, diese Mitteilungen in Skripten zu nutzen.</p>

<p>Statt also immer und immer und immer wieder zu fragen: „Sitz‘ ich?“ und auf die Antwort des Servers zu warten, tut das Skript zunächst einmal überhaupt nichts. Wenn sich nun ein Avatar hinsetzt, schickt der Server ihm die Nachricht: „Okay, du sitzt jetzt.“ Nur auf dieser Grundlage schaltet der Avatar dann um auf eine andere Animation (oder mehrere, je nachdem).</p>

<p>Für den Nutzer ändert sich durch khAOs grundsätzlich überhaupt nichts. Der AO handhabt sich genau wie die AOs, die man schon kennt: an den Avatar hängen und läuft. Einen Unterschied gibt es nur, wenn man schon einen Viewer-AO laufen hat und jetzt z. B. einen Rollschuh-AO, Schlittschuh-AO, Ski-AO oder dergleichen nutzen will, der auf khAOs umgebaut ist. Dann muß man nämlich den Viewer-AO so lange abschalten. (Oder man packt sich auch diesen zweckgebundenen AO in den Viewer.)</p>

<p>Gegenüber den ZHAO-AOs, die man fast überall in Freebie-Stores findet, sinkt die Serverbelastung durch khAOs-AOs auf nahe null. Das Gequengel fällt ja weg. Wenn auf einer Party mit 50 oder mehr Avataren viele einen khAOs-AO haben, hat man nicht mehr eine größere vierstellige Anzahl Anfragen pro Sekunde an den Server, der die alle beantworten muß. Wenn alle als Anhäng-AO einen auf khAOs-Basis haben, hat man auch mal minutenlang gar keine mehr, weil niemand den Zustand seines Avatars ändert, weil alle ihre Avatare auf der Line-Dance-Tanzfläche geparkt oder an den Clubmaster gehängt haben.</p>

<p>Jetzt gibt es aber zwei neue Probleme. Beide gehen darauf zurück, daß keine Sau weiß, daß khAOs existiert. Zum einen gibt es ziemlich genau null Nachfrage nach khAOs-AOs. Zum anderen ist bis jetzt wohl nur Cataplexia Numbers auf die Idee gekommen, sich mal die ganzen geklauten AOs vorzunehmen und auf khAOs umzubauen. Ich meine, der Umbau an sich ist simpel, man muß nur das Kernskript durch ein anderes ersetzen. Aber das macht eben keiner. Und auch Cat hat ihre umgebauten AOs alle in eine neutrale Sammelbox geschmissen und die irgendwo in ein oder zwei ihrer Sims versenkt, statt jeden AO einzeln in seiner eigenen bunten Box an die Wand eines populären Freebie-Store zu hängen. Ansonsten bietet nur Kayaker Magic selbst die Rugged- und Sweetness-AOs als khAOs-Umbauten an.</p>

<h3 id="wie-man-einen-ao-von-zhao-auf-khaos-umbaut">Wie man einen AO von ZHAO auf khAOs umbaut</h3>

<p>Vielleicht ist ja jetzt jemand am Umbau in Eigeninitiative interessiert. Vielleicht hat jetzt sogar jemand vor, die vielen geklauten AOs, die man überall im Hypergrid in de Freebie-Stores findet, als khAOs-Versionen in den eigenen Freebie-Store zu hängen.</p>

<p>Wie gesagt: Der Umbau ist, wenn auch nicht ganz trivial, keine Raketenwissenschaft.</p>
<ul><li>Schritt 1: Man beschaffe sich das khAOs-Kernskript.
Entweder baut man sich sein eigenes Skript namens „KHAOS-II-core“; <a href="http://magic.kayaker.net/KHAOS/KHAOS-II-core.lsl" rel="nofollow">den Inhalt findet man hier</a>.
Oder, besser noch, man geht in die <a href="https://opensimworld.com/hop/75967" rel="nofollow">OSCC Expo Zone 4</a>. Da hat Kayaker einen eigenen Bereich, wo er das Kernskript und seine beiden umgebauten AOs anbietet. Das hätte den Vorteil, daß Kayaker als Schöpfer des Skript eingetragen ist und nicht man selbst. Das Skript sollte man irgendwo im Inventar ablegen, wo man es auch wiederfindet, also unter „Skripte“.</li>
<li>Schritt 2: Man lege von dem AO, den man umbauen will, im eigenen Inventar eine Kopie an. Sollte man genau diesen AO gerade tragen, sollte man ihn vorher abnehmen.</li>
<li>Schritt 3: Die Kopie benenne man um, so daß aus dem Namen hervorgeht, daß sie mit khAOs arbeitet.</li>
<li>Schritt 4: Man hänge sich die umbenannte Kopie an den Avatar und bearbeite sie.</li>
<li>Schritt 5: Im Inhalt des AO findet sich irgendwo ein Skript namens „ZHAO-II-core“ oder „CORE“ oder „engine“. Das lösche man. Es gibt auch ein Skript, das „Interface“ im Namen hat; <em>das bleibt unangetastet!</em></li>
<li>Schritt 6: Nun ziehe man aus dem eigenen Inventar das in Schritt 1 beschaffte neue Kernskript in den Inhalt des AO. Dieser kompiliert kurz neu und ist dann verwendbar.</li>
<li>Schritt 7: Um das Ganze zu speichern, nehme man den AO wieder ab. Will man ihn nutzen, hänge man ihn hinterher wieder an.</li></ul>

<p>Falls man das Ganze jetzt in der modifizierten Originalschachtel weitergeben will, geht es hier weiter. Voraussetzung ist natürlich, daß man den AO schon auf khAOs umgebaut hat, daher zähle ich mit 8 weiter.</p>
<ul><li>Schritt 8: Man rezze die Box, in der der AO ursprünglich gekommen ist. Falls man sie nicht mehr hat, gehe man in den Freebie-Store des eigenen Vertrauens und besorge sich eine neue.</li>
<li>Schritt 9: Man benenne nun die Box so um, daß ersichtlich ist, daß darin ein khAOs-AO steckt (und nicht mehr der ursprüngliche ZHAO-AO).</li>
<li>Schritt 9½ (optional): Falls man das kann, kann man auch die Boxart so umgestalten, daß auf den ersten Blick erkennbar ist: Hier steckt ein khAOs-AO mit weniger Serverbelastung drin! Man kann auch seine eigene Boxart gestalten; das wird aber diejenigen abschrecken, die AOs nach ihren ursprünglichen, mitgeklauten Boxarts „kaufen“.</li>
<li>Schritt 10: Man lösche den in der Box enthaltenen AO aus deren Inhalt.</li>
<li>Schritt 11: An dessen Stelle ziehe man den auf khAOs umgebauten AO in die Box.</li>
<li>Schritt 12: Man nehme oder kopiere die so veränderte Box ins Inventar.</li>
<li>Dies wiederhole man mit möglichst vielen AOs.</li>
<li>Schritt 13: Man hänge die modifizierten Boxen in den eigenen Freebie-Store mit einem großen Vermerk, daß diese AOs so umgebaut sind, daß sie keinen Lag verursachen. Oder wenn man keinen eigenen Freebie-Store hat, reiche man sie an die Betreiber anderer Freebie-Stores weiter und sage denen, das sind dieselben AOs, die sie schon haben, aber die machen keinen Lag mehr.</li></ul>

<p>Wenn man Glück hat, kommen dann wieder Leute, die ihre eigenen neuen Freebie-Stores bauen wollen, und nehmen dafür genau diese umgebauten AOs mit. Dann kann sich das Ganze endlich weiter ausbreiten.</p>

<p>Second-Life-Nutzer, die das hier gelesen haben, muß ich enttäuschen: khAOs läuft nicht in Second Life. Ich schrieb ja schon, daß es in OSSL geschrieben ist und nicht in LSL. Und OSSL-Skripte funktionieren nicht in Second Life, nur in OpenSim.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Animationen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Animationen</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/animationen-in-opensim-teil-1-animation-override-ao</guid>
      <pubDate>Thu, 27 Jan 2022 00:03:39 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Einstieg in OpenSim, Teil 4: Hinaus in die große weite Welt</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-4-hinaus-in-die-grosse-weite-welt</link>
      <description>&lt;![CDATA[Gut, wir haben also einen Avatar, wir können ihn steuern, und wir haben ihn fürs erste einigermaßen aufgehübscht. Aber was machen wir damit jetzt?&#xA;&#xA;Ein bißchen von der „großen weiten Welt“ hat man ja schon kennengelernt, als man den Avatar einkleidete. Aber was kann man sonst noch so machen, außer Avatarausstattung zu jagen und damit zu experimentieren? !--more--&#xA;&#xA;Die Teleportschilder auf der Landesim sagen einem immer noch wenig. Man könnte da anfangen, auf Entdeckungsreise zu gehen und sich einfach mal im eigenen Grid umzugucken. Oder vielleicht findet man hübsche Ecken auch im Hypergrid, jetzt, wo man weiß, wie das geht. Dann sieht man wenigstens was. Indes, die Erfüllung in OpenSim kann das nicht unbedingt sein, zumal man womöglich noch keinen einzigen Kontakt hat.&#xA;&#xA;Woher bekommt man aber Kontakte? Wie füllt man die eigene Freundesliste auf?&#xA;&#xA;Unter die virtuellen Leute gehen&#xA;&#xA;In Second Life trifft man ziemlich zwangsweise früher oder später Leute, wenn man durch die Gegend läuft – sofern man das nicht in zu obskuren Regionen tut, in die sich so selten Avatare verirren, daß Leute sie als Umkleidekabinen benutzen. Im Grunde tut man das auch in OpenSim, aber sehr viel eher später als früher. Einerseits hat gerade das Hypergrid nur einen Bruchteil der Nutzerzahl von Second Life, andererseits aber auch ein Vielfaches der Landfläche. Die Bevölkerungsdichte ist im Hypergrid also viel, viel geringer als in Second Life.&#xA;&#xA;Nun kann man jeden x-beliebigen Avatar, der einem über den Weg läuft, anquatschen und versuchen, sofort „Freundschaft zu schließen“. Damit drückt man aber nur aus, daß man zum einen ein Newbie und zum anderen möglicherweise verzweifelt ist. Viele OpenSim-Nutzer schließen auch ganz einfach keine Freundschaft mit Leuten, die sie noch gar nicht kennen, weil sie sie erst vor ein paar Sekunden zum ersten Mal getroffen haben. Ist ja auch nachzuvollziehen.&#xA;&#xA;Es gibt einen eleganteren Weg. Und das sind Veranstaltungen. Viele Grids haben eigene wöchentliche Veranstaltungen an mindestens einem Wochentag. Hier liegen übrigens noch zwei Vorteile deutschsprachiger Grids: Veranstaltungen finden abends nach deutscher Zeit statt – und nicht abends in irgendeiner amerikanischen Zeitzone, was in Deutschland mitten in der Nacht wäre. Und die Kommunikation während der Veranstaltung ist auf Deutsch, was von Vorteil ist für diejenigen, die mit dem Englischen ihre Probleme haben.&#xA;&#xA;Sofern also das eigene Grid so etwas zu bieten hat, sollte man sich da blicken lassen, sofern einen das angekündigte Thema der Veranstaltung nicht zu sehr abstößt. Die Chancen sind groß, daß sich auch die Gridadministration da aufhält. Die sollte es schnell merken, daß da ein Neuzugang im eigenen Grid ist. So kommt man mit denen in Kontakt. Im allgemeinen haben Grids auch Gruppen, über die Nachrichten an die Einwohner versandt werden. Gute Gridadmins laden einen auch gleich in die jeweilige Gruppe des eigenen Grid ein.&#xA;&#xA;Auch sonst kann man bei Veranstaltungen mit Leuten in Kontakt kommen, wobei das von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich ist. Es gibt solche, wo Leute den lokalen Chat praktisch nur mit Gesten zuballern und sonst überhaupt nichts zu sagen haben. Es gibt aber auch solche, wo die Leute gern und viel im lokalen Chat miteinander reden. Wenn man da mitreden kann, ohne den Leuten auf den Keks zu gehen, erntet man Sympathiepunkte, Bekanntschaften und eventuell auch Freundschaften.&#xA;&#xA;Wenn das eigene Grid keine Veranstaltungen zu bieten hat, geht man woanders auf Veranstaltungen. Gerade im deutschsprachigen Raum werden die aber nicht alle zentral an einem Ort angekündigt. Neben OpenSimWorld, dem „Nervenzentrum“ des Hypergrid, lohnt sich der Blick in die Foren Gridtalk und Silberwelten.&#xA;&#xA;Gerade anfangs sollte man dann die Veranstaltungen auch mal wechseln. Zum einen sieht man so, was einem zusagt und was nicht. Es gibt ja unterschiedliche Grundkonzepte, es gibt solche und solche DJs, und jeder hat andere Präferenzen bezüglich der Größe einer Party. Zum anderen erhöht das die Chance, mal die Administration des eigenen Heimatgrid zu treffen und kennenzulernen, und man trifft generell mehr Leute.&#xA;&#xA;Noch einmal: Auf gar keinen Fall sollte man irgendwelche Leute, die man zum ersten Mal sieht und noch gar nicht kennt, mit Freundschaftsanfragen bombardieren. Also nicht auf einer Party einfach mal Freundschaftsanfragen an alle Anwesenden senden. OpenSim ist nicht Facebook, wo es darum geht, möglichst viele „Freunde“ zu haben. Vielleicht könnten einige wenige anbeißen. Um so mehr Leuten wird das aber suspekt sein, und man wird es später um so schwerer mit ihnen haben, sollte man sie häufiger auf Veranstaltungen sehen. Wenn man Pech hat, gerät man an einen übervorsichtigen Simbetreiber oder Gridadmin, der einen für dieses Verhalten rauswirft oder gleich ganz sperrt. Doch, das passiert wirklich.&#xA;&#xA;Am Anfang lautet die Losung also: Warte, bis die Leute auf dich zukommen. Verständlich, wenn du ungeduldig bist und Freundschaften schließen willst. Aber im wahren Leben läuft man ja auch nicht herum und fragt irgendwelche Leute, ob sie mit einem befreundet sein wollen. Schon gar nicht wollen die das dann auch.&#xA;&#xA;Freundschaften in virtuellen Welten kann man nicht forcieren. Man muß sie sich entwickeln lassen.&#xA;&#xA;Irgendwann bekommt man auch ein Gespür dafür, an welchen Freundschaften es sich festzuhalten lohnt. Man muß nicht auf ewig mit jedem befreundet sein. Klar, wenn man sich gut versteht, sollte das das Ziel sein. Aber wenn sich Leute als – mit Verlaub – Arschlöcher erweisen, und derer gibt es genug im Hypergrid, dann sollte man zu ihnen auf Distanz gehen, egal, wie lange man sie schon kennt. Gleichzeitig sollte man es aber auch vermeiden, sich in irgendwelchen Zickenkriegen oder Grabenkämpfen gänzlich von einer Seite vereinnahmen zu lassen. Dies nur als Vorwarnung.&#xA;&#xA;Wenn einer eine Reise tut …&#xA;&#xA;… dann kann er was erleben. Das gilt genauso für virtuelle Reisen. Sofern man kann, sollte man sich auch dafür Zeit nehmen. Man lernt Land und Leute kennen. Das heißt, die Leute habe ich oben ja schon abgedeckt, aber auch das Land sollte nicht unterschätzt werden. Eins vorab: Nicht vergessen, an interessanten Orten Landmarken anzulegen, damit man sie wiederfindet!&#xA;&#xA;Sollte man noch nicht wissen, wohin man eigentlich gehen soll: Man könnte sich beispielsweise im eigenen Heimatgrid umsehen. Einige Grids haben am Landeplatz auf der Willkommenssim einige Teleporter für Ziele im Grid.&#xA;&#xA;Fürs Hypergrid, also für Ziele außerhalb des eigenen Grid, eignet sich das oben schon erwähnte OpenSimWorld hervorragend. Da gibt es auch Kategorien, die aber von Simbetreibern nicht immer richtig eingestellt werden. Auch die Ratings sind nicht immer verläßlich, mal ganz davon abgesehen, daß gefühlt jedes Grid die Ratings unterschiedlich definiert und manche Simbetreiber die ihrerseits noch einmal verbiegen. Wenn man von Second Life kommt, darf man sich auf keinen Fall blindlings auf die dortigen Ratings verlassen.&#xA;&#xA;Für diejenigen, die die Ratings noch nicht kennen, hier sehr grobe Beschreibungen:&#xA;&#xA;„General“ entspricht in etwa USK6, soll also voll kindertauglich sein.&#xA;„Moderate“ bzw. „Mature“ entspricht in etwa USK12. In der Praxis sind die Unterschiede zu „General“ minimal und hängen davon ab, was die Sim-Erbauer als kindergeeignet erachten und was nicht. In Second Life ist bei diesem Rating öffentliche Nacktheit erlaubt, außer der Simbetreiber gibt deutlich zu erkennen, daß dem nicht so ist, und Nacktheit und Sexuelles sind in nicht-öffentlichen Bereichen erlaubt. Diese Klauseln dürfte man in OpenSim vergeblich suchen. Allerdings gibt es sehr wohl einige wenige Sims, die ein „Moderate“-Rating haben, aber öffentliche Nacktheit erlauben oder zu öffentlicher Nacktheit sogar ermutigen. Weiter als Nacktheit geht es da aber nicht.&#xA;„Adult“ entspricht mindestens USK16, wenn nicht USK18. Hier sollte man grundsätzlich auch in der Öffentlichkeit mit allem rechnen bis hin zu sexuellen Handlungen. Grundsätzlich, denn im Gegensatz zu Second Life gibt es in OpenSim auch hier keine festgelegte Definition. Einige Grids erlauben Simbetreibern, praktisch nach Belieben zu beschränken, was beim „Adult“-Rating erlaubt ist. So gibt es Sims mit „Adult“-Rating, die Nacktheit nicht einmal im Verborgenen erlauben – häufig auch, weil man sich eh nirgendwo verstecken kann – und das Rating nur haben, um Kinderavatare verbieten zu können.&#xA;&#xA;So, wonach sollte man sich nun umblicken? Die Auswahl ist ja groß.&#xA;&#xA;Nun, man kann natürlich durch schöne Landschaften flanieren. Oder man sucht sich noch mehr Partys.&#xA;&#xA;… dann kann er was „einkaufen“&#xA;&#xA;Oder man sucht nach Freebies.&#xA;&#xA;Kompletten Neueinsteigern sei erklärt: Damit ist im Prinzip alles gemeint, was man sich kopieren oder kostenlos „kaufen“ kann, ob das jetzt Kleidung und Avatarausstattung ist oder Mobiliar oder was auch immer. Der Begriff kommt aus Second Life, wo es davon nicht überragend viel gibt und meist auch in weit geringerer Qualität als die Unmengen an Sachen, für die man bezahlen muß.&#xA;&#xA;Second-Life-Umsteigern sei erklärt: In OpenSim, vor allem im Hypergrid, gibt es kaum etwas, was man für Geld kaufen kann. Freebies sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Sehr viele Grids haben überhaupt kein Bezahlsystem, und die allermeisten Nutzer – vor allem europäische Nutzer – haben noch nie Geld in OpenSim verwendet, abgesehen vielleicht von grideigenem „Spielgeld“, das man nicht mit Echtgeld kaufen kann.&#xA;&#xA;Generell sieht Shopping in OpenSim ganz anders aus als in Second Life. Es gibt keinen allgemeinen Marketplace für ganz OpenSim, nicht mal fürs Hypergrid. Kitely, das wichtigste kommerzielle Grid, hat einen eigenen, aber den kann man nur nutzen, wenn man einen Avatar in Kitely hat, und viele Sachen aus dem Kitely Market lassen sich nicht einmal nach außerhalb von Kitely mitnehmen. Es gibt aber auch Läden in-world, in denen es Bezahlware gibt. Freebies gibt es aber viel, viel, viel mehr.&#xA;&#xA;Einige Grids haben eigene Online-Währungen, die nur in diesem einen Grid gültig sind. Dazu gibt es zwei gridübergreifende Währungen im Hypergrid. Die eine ist Podex, bei der allerdings das Gridübergreifende immer noch eingeschränkt ist: Man braucht nur noch ein Konto, aber für jedes Grid, das man nutzt, einen separaten Geldbestand. Die andere ist Gloebit, wo man mit demselben Geldbestand in allen teilnehmenden Grids bezahlen kann – wenn Gloebit nicht gerade mal wieder für ein paar Tage oder Wochen down ist. Es ist nämlich seit Monaten sehr unzuverlässig. OpenSim selbst ist an sich unkommerziell und hat daher keine eingebaute gridübergreifende Währung, die man mit Echtgeld kaufen kann.&#xA;&#xA;Ein weiterer Unterschied ist, daß es in Second Life generell so ist, daß man Sachen meist nur bei ihren Schöpfern in deren Läden bekommt. Das gibt es in OpenSim auch, aber vergleichsweise wenig. Und weil sich das eben über hunderte Grids verteilt und viele Content-Ersteller für ihre Läden keinerlei (oder keine adäquate) Werbung machen, kann man da wirklich suchen, oder man stößt nur zufällig drauf.&#xA;&#xA;Statt dessen ist im Hypergrid die Freebie-Sim üblich, also eine ganze Sim, die dem Anbieten von Freebies dient. Einige bieten dabei tatsächlich auch nur Sachen vom Simbetreiber selbst an. Das ist zwar nicht die Regel, aber so fing es an. Ich schätze, das dürfte 2008 gewesen sein, ein Jahr nach dem Start von OpenSim, als Linda Kellie ihre erste eigene Sim, LK-Designs, startete. Damals gab es noch nicht viel, also schuf sie es, alles Mögliche von Kleidung über Möbel und Pflanzen bis hin zu einigen Gebäuden, und packte alles auf eine eigens dafür gestaltete Sim. Die ist dann natürlich nicht vom Inhalt her irgendwie spezialisiert, sondern bietet von allem etwas an.&#xA;&#xA;Schöpfer mit einer solchen Bandbreite, daß es für eine ganze solche Gemischtsim reichte, auf der alles aus einer Hand kam, gab es danach nie wieder – während Linda tatsächlich eine ganze Anzahl an Freebie-Sims gebaut hat, später sogar spezialisierte, weil ihre Contentmengen nicht mehr auf einer Sim unterzubringen waren. Ihre letzte war Clutterfly von 2015, auf der sie erstmals Mesh anbot – noch dazu fast ausschließlich, denn dort gibt es nichts mehr von dem, was noch auf ihren alten Sims zu finden war. Aber auch Clutterfly ist ein Gemischtwarenladen.&#xA;&#xA;Legal, illegal …&#xA;&#xA;Aber wie kommen nun die vielen Freebie-Sims zustande, und woher haben die ihre Waren? Nun, Second-Life-Umsteiger, die sich dort umsehen, werden schnell etwas feststellen: Viel, sehr viel auf diesen Sims kennen sie aus Second Life – und zwar mitunter unter ganz anderen Namen, und noch dazu wird es da gegen Geld angeboten. Um es kurz zu machen: Nein, legal sind diese Sachen nicht in OpenSim. Das meiste, was man auf Freebie-Sims findet, ist geklaut. Wenn das Sacrarium-Logo drauf prangt, ist es sogar schon mindestens zweimal geklaut worden: Die Sacrarium-Leute haben die Sachen eh alle geklaut bzw. klauen lassen, und nachdem sie angefangen hatten, das Zeug nur noch no-transfer anzubieten, hat man eben auch bei ihnen das Rechtesystem umgangen. Überwiegend kopiert sowieso jeder von jedem, so daß es gerade bei den Freebie-Sims der letzten zwei, drei Jahre unterm Strich Wurscht ist, auf welche man geht – sie bieten eh alle so ziemlich dasselbe an.&#xA;&#xA;Generell habe ich mich zum Thema gerade aktuellerer Freebie-Sims in dieser Kolumne schon einmal umfassend ausgelassen. Da erfährt man auch etwas mehr über legalen Content und ein paar von dessen Schöpfern.&#xA;&#xA;Zu erkennen, was legal ist, ist im allgemeinen nicht einfach und bedarf vor allem einer gewissen Erfahrung und eines gewissen Wissensschatzes, denn das Warenangebot im Hypergrid ist trotz allem gigantisch. Erschwerend kommt hinzu, daß häufig auch legale Sachen nicht mehr ihre eigentlichen Schöpfer als ebensolche eingetragen haben, weil irgendjemand irgendwann mal meinte, sich selbst da eintragen zu müssen, oder sich diese Sachen einfach per Copybotting angeeignet hat, das außer bei reinen Prim-Konstruktionen immer den Schöpfereintrag ersetzt. Außerdem haben die meisten OpenSim-Nutzer, darunter auch die meisten Freebie-Store-Betreiber eine Legal-illegal-scheißegal-Attitüde. Wenn also nicht alles in den Läden geklaut ist, hängen legale und illegale Sachen lustig durcheinander an derselben Wand.&#xA;&#xA;Gerade wenn man seinen eigenen Avatar nicht bis in alle Ewigkeit in alte Layer- und Primklamotten stecken will und nach Mesh schielt, weil das schicker ist, kann es allerdings schwierig werden, nur Legales zu verwenden. Das gilt um so mehr, wenn man nicht lange suchen will, denn die guten legalen Sachen sind häufig entweder zu obskur. Oder sie sind nicht praktischerweise in Kisten verpackt, die man an Wände klatschen kann. Oder Freebie-Sim-Betreiber finden, sie sind „zu alt“ oder können qualitativ nicht mit geklauter Bezahlware aus Second Life mithalten. Und gerade für Neulinge ist nicht ersichtlich, was denn jetzt noch legal ist.&#xA;&#xA;Sagen wir mal so: Es ist möglich, einen Avatar auch mit einem Meshbody komplett legal auszustatten. Aber es ist schwierig, bei männlichen Avataren noch mehr als bei weiblichen, für die es sehr viel mehr Kleidung gibt.&#xA;&#xA;Ich habe jetzt hier letztlich nur über Avatarausstattung geschrieben. Anfangs ist das sowieso das, was man am ehesten benötigt, denn außer dem Avatar hat man ja nichts. Für Möbel oder gar andere Simausstattung hat es noch Zeit.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürSecondLifeUmsteiger #Einstieg&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Gut, <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-1-sich-einrichten" rel="nofollow">wir haben also einen Avatar</a>, <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-2-die-handhabung" rel="nofollow">wir können ihn steuern</a>, und <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-3-avatargestaltung" rel="nofollow">wir haben ihn fürs erste einigermaßen aufgehübscht</a>. Aber was machen wir damit jetzt?</p>

<p>Ein bißchen von der „großen weiten Welt“ hat man ja schon kennengelernt, als man den Avatar einkleidete. Aber was kann man sonst noch so machen, außer Avatarausstattung zu jagen und damit zu experimentieren? </p>

<p>Die Teleportschilder auf der Landesim sagen einem immer noch wenig. Man könnte da anfangen, auf Entdeckungsreise zu gehen und sich einfach mal im eigenen Grid umzugucken. Oder vielleicht findet man hübsche Ecken auch im Hypergrid, jetzt, wo man weiß, wie das geht. Dann sieht man wenigstens was. Indes, die Erfüllung in OpenSim kann das nicht unbedingt sein, zumal man womöglich noch keinen einzigen Kontakt hat.</p>

<p>Woher bekommt man aber Kontakte? Wie füllt man die eigene Freundesliste auf?</p>

<h2 id="unter-die-virtuellen-leute-gehen">Unter die virtuellen Leute gehen</h2>

<p>In Second Life trifft man ziemlich zwangsweise früher oder später Leute, wenn man durch die Gegend läuft – sofern man das nicht in zu obskuren Regionen tut, in die sich so selten Avatare verirren, daß Leute sie als Umkleidekabinen benutzen. Im Grunde tut man das auch in OpenSim, aber sehr viel eher später als früher. Einerseits hat gerade das Hypergrid nur einen Bruchteil der Nutzerzahl von Second Life, andererseits aber auch ein Vielfaches der Landfläche. Die Bevölkerungsdichte ist im Hypergrid also viel, viel geringer als in Second Life.</p>

<p>Nun kann man jeden x-beliebigen Avatar, der einem über den Weg läuft, anquatschen und versuchen, sofort „Freundschaft zu schließen“. Damit drückt man aber nur aus, daß man zum einen ein Newbie und zum anderen möglicherweise verzweifelt ist. Viele OpenSim-Nutzer schließen auch ganz einfach keine Freundschaft mit Leuten, die sie noch gar nicht kennen, weil sie sie erst vor ein paar Sekunden zum ersten Mal getroffen haben. Ist ja auch nachzuvollziehen.</p>

<p>Es gibt einen eleganteren Weg. Und das sind Veranstaltungen. Viele Grids haben eigene wöchentliche Veranstaltungen an mindestens einem Wochentag. Hier liegen übrigens noch zwei Vorteile deutschsprachiger Grids: Veranstaltungen finden abends nach deutscher Zeit statt – und nicht abends in irgendeiner amerikanischen Zeitzone, was in Deutschland mitten in der Nacht wäre. Und die Kommunikation während der Veranstaltung ist auf Deutsch, was von Vorteil ist für diejenigen, die mit dem Englischen ihre Probleme haben.</p>

<p>Sofern also das eigene Grid so etwas zu bieten hat, sollte man sich da blicken lassen, sofern einen das angekündigte Thema der Veranstaltung nicht zu sehr abstößt. Die Chancen sind groß, daß sich auch die Gridadministration da aufhält. Die sollte es schnell merken, daß da ein Neuzugang im eigenen Grid ist. So kommt man mit denen in Kontakt. Im allgemeinen haben Grids auch Gruppen, über die Nachrichten an die Einwohner versandt werden. Gute Gridadmins laden einen auch gleich in die jeweilige Gruppe des eigenen Grid ein.</p>

<p>Auch sonst kann man bei Veranstaltungen mit Leuten in Kontakt kommen, wobei das von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich ist. Es gibt solche, wo Leute den lokalen Chat praktisch nur mit Gesten zuballern und sonst überhaupt nichts zu sagen haben. Es gibt aber auch solche, wo die Leute gern und viel im lokalen Chat miteinander reden. Wenn man da mitreden kann, ohne den Leuten auf den Keks zu gehen, erntet man Sympathiepunkte, Bekanntschaften und eventuell auch Freundschaften.</p>

<p>Wenn das eigene Grid keine Veranstaltungen zu bieten hat, geht man woanders auf Veranstaltungen. Gerade im deutschsprachigen Raum werden die aber nicht alle zentral an einem Ort angekündigt. Neben <a href="https://opensimworld.com/" rel="nofollow">OpenSimWorld</a>, dem „Nervenzentrum“ des Hypergrid, lohnt sich der Blick in die Foren <a href="https://gridtalk.de/" rel="nofollow">Gridtalk</a> und <a href="https://service-silberwelten.de/" rel="nofollow">Silberwelten</a>.</p>

<p>Gerade anfangs sollte man dann die Veranstaltungen auch mal wechseln. Zum einen sieht man so, was einem zusagt und was nicht. Es gibt ja unterschiedliche Grundkonzepte, es gibt solche und solche DJs, und jeder hat andere Präferenzen bezüglich der Größe einer Party. Zum anderen erhöht das die Chance, mal die Administration des eigenen Heimatgrid zu treffen und kennenzulernen, und man trifft generell mehr Leute.</p>

<p>Noch einmal: Auf gar keinen Fall sollte man irgendwelche Leute, die man zum ersten Mal sieht und noch gar nicht kennt, mit Freundschaftsanfragen bombardieren. Also nicht auf einer Party einfach mal Freundschaftsanfragen an alle Anwesenden senden. OpenSim ist nicht Facebook, wo es darum geht, möglichst viele „Freunde“ zu haben. Vielleicht könnten einige wenige anbeißen. Um so mehr Leuten wird das aber suspekt sein, und man wird es später um so schwerer mit ihnen haben, sollte man sie häufiger auf Veranstaltungen sehen. Wenn man Pech hat, gerät man an einen übervorsichtigen Simbetreiber oder Gridadmin, der einen für dieses Verhalten rauswirft oder gleich ganz sperrt. Doch, das passiert wirklich.</p>

<p>Am Anfang lautet die Losung also: Warte, bis die Leute auf dich zukommen. Verständlich, wenn du ungeduldig bist und Freundschaften schließen willst. Aber im wahren Leben läuft man ja auch nicht herum und fragt irgendwelche Leute, ob sie mit einem befreundet sein wollen. Schon gar nicht wollen die das dann auch.</p>

<p>Freundschaften in virtuellen Welten kann man nicht forcieren. Man muß sie sich entwickeln lassen.</p>

<p>Irgendwann bekommt man auch ein Gespür dafür, an welchen Freundschaften es sich festzuhalten lohnt. Man muß nicht auf ewig mit jedem befreundet sein. Klar, wenn man sich gut versteht, sollte das das Ziel sein. Aber wenn sich Leute als – mit Verlaub – Arschlöcher erweisen, und derer gibt es genug im Hypergrid, dann sollte man zu ihnen auf Distanz gehen, egal, wie lange man sie schon kennt. Gleichzeitig sollte man es aber auch vermeiden, sich in irgendwelchen Zickenkriegen oder Grabenkämpfen gänzlich von einer Seite vereinnahmen zu lassen. Dies nur als Vorwarnung.</p>

<h2 id="wenn-einer-eine-reise-tut">Wenn einer eine Reise tut …</h2>

<p>… dann kann er was erleben. Das gilt genauso für virtuelle Reisen. Sofern man kann, sollte man sich auch dafür Zeit nehmen. Man lernt Land und Leute kennen. Das heißt, die Leute habe ich oben ja schon abgedeckt, aber auch das Land sollte nicht unterschätzt werden. Eins vorab: Nicht vergessen, an interessanten Orten Landmarken anzulegen, damit man sie wiederfindet!</p>

<p>Sollte man noch nicht wissen, wohin man eigentlich gehen soll: Man könnte sich beispielsweise im eigenen Heimatgrid umsehen. Einige Grids haben am Landeplatz auf der Willkommenssim einige Teleporter für Ziele im Grid.</p>

<p>Fürs Hypergrid, also für Ziele außerhalb des eigenen Grid, eignet sich das oben schon erwähnte OpenSimWorld hervorragend. Da gibt es auch Kategorien, die aber von Simbetreibern nicht immer richtig eingestellt werden. Auch die Ratings sind nicht immer verläßlich, mal ganz davon abgesehen, daß gefühlt jedes Grid die Ratings unterschiedlich definiert und manche Simbetreiber die ihrerseits noch einmal verbiegen. Wenn man von Second Life kommt, darf man sich auf keinen Fall blindlings auf die dortigen Ratings verlassen.</p>

<p>Für diejenigen, die die Ratings noch nicht kennen, hier sehr grobe Beschreibungen:</p>
<ul><li>„General“ entspricht in etwa USK6, soll also voll kindertauglich sein.</li>
<li>„Moderate“ bzw. „Mature“ entspricht in etwa USK12. In der Praxis sind die Unterschiede zu „General“ minimal und hängen davon ab, was die Sim-Erbauer als kindergeeignet erachten und was nicht. In Second Life ist bei diesem Rating öffentliche Nacktheit erlaubt, außer der Simbetreiber gibt deutlich zu erkennen, daß dem nicht so ist, und Nacktheit und Sexuelles sind in nicht-öffentlichen Bereichen erlaubt. Diese Klauseln dürfte man in OpenSim vergeblich suchen. Allerdings gibt es sehr wohl einige wenige Sims, die ein „Moderate“-Rating haben, aber öffentliche Nacktheit erlauben oder zu öffentlicher Nacktheit sogar ermutigen. Weiter als Nacktheit geht es da aber nicht.</li>
<li>„Adult“ entspricht mindestens USK16, wenn nicht USK18. Hier sollte man grundsätzlich auch in der Öffentlichkeit mit allem rechnen bis hin zu sexuellen Handlungen. Grundsätzlich, denn im Gegensatz zu Second Life gibt es in OpenSim auch hier keine festgelegte Definition. Einige Grids erlauben Simbetreibern, praktisch nach Belieben zu beschränken, was beim „Adult“-Rating erlaubt ist. So gibt es Sims mit „Adult“-Rating, die Nacktheit nicht einmal <em>im Verborgenen</em> erlauben – häufig auch, weil man sich eh nirgendwo verstecken kann – und das Rating nur haben, um Kinderavatare verbieten zu können.</li></ul>

<p>So, wonach sollte man sich nun umblicken? Die Auswahl ist ja groß.</p>

<p>Nun, man kann natürlich durch schöne Landschaften flanieren. Oder man sucht sich noch mehr Partys.</p>

<h2 id="dann-kann-er-was-einkaufen">… dann kann er was „einkaufen“</h2>

<p>Oder man sucht nach Freebies.</p>

<p>Kompletten Neueinsteigern sei erklärt: Damit ist im Prinzip alles gemeint, was man sich kopieren oder kostenlos „kaufen“ kann, ob das jetzt Kleidung und Avatarausstattung ist oder Mobiliar oder was auch immer. Der Begriff kommt aus Second Life, wo es davon nicht überragend viel gibt und meist auch in weit geringerer Qualität als die Unmengen an Sachen, für die man bezahlen muß.</p>

<p>Second-Life-Umsteigern sei erklärt: In OpenSim, vor allem im Hypergrid, gibt es kaum etwas, was man für Geld kaufen kann. Freebies sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Sehr viele Grids haben überhaupt kein Bezahlsystem, und die allermeisten Nutzer – vor allem europäische Nutzer – haben noch nie Geld in OpenSim verwendet, abgesehen vielleicht von grideigenem „Spielgeld“, das man nicht mit Echtgeld kaufen kann.</p>

<p>Generell sieht Shopping in OpenSim ganz anders aus als in Second Life. Es gibt keinen allgemeinen Marketplace für ganz OpenSim, nicht mal fürs Hypergrid. Kitely, das wichtigste kommerzielle Grid, hat einen eigenen, aber den kann man nur nutzen, wenn man einen Avatar in Kitely hat, und viele Sachen aus dem Kitely Market lassen sich nicht einmal nach außerhalb von Kitely mitnehmen. Es gibt aber auch Läden in-world, in denen es Bezahlware gibt. Freebies gibt es aber viel, viel, viel mehr.</p>

<p>Einige Grids haben eigene Online-Währungen, die nur in diesem einen Grid gültig sind. Dazu gibt es zwei gridübergreifende Währungen im Hypergrid. Die eine ist Podex, bei der allerdings das Gridübergreifende immer noch eingeschränkt ist: Man braucht nur noch ein Konto, aber für jedes Grid, das man nutzt, einen separaten Geldbestand. Die andere ist Gloebit, wo man mit demselben Geldbestand in allen teilnehmenden Grids bezahlen kann – wenn Gloebit nicht gerade mal wieder für ein paar Tage oder Wochen down ist. Es ist nämlich seit Monaten sehr unzuverlässig. OpenSim selbst ist an sich unkommerziell und hat daher keine eingebaute gridübergreifende Währung, die man mit Echtgeld kaufen kann.</p>

<p>Ein weiterer Unterschied ist, daß es in Second Life generell so ist, daß man Sachen meist nur bei ihren Schöpfern in deren Läden bekommt. Das gibt es in OpenSim auch, aber vergleichsweise wenig. Und weil sich das eben über hunderte Grids verteilt und viele Content-Ersteller für ihre Läden keinerlei (oder keine adäquate) Werbung machen, kann man da wirklich suchen, oder man stößt nur zufällig drauf.</p>

<p>Statt dessen ist im Hypergrid die Freebie-Sim üblich, also eine ganze Sim, die dem Anbieten von Freebies dient. Einige bieten dabei tatsächlich auch nur Sachen vom Simbetreiber selbst an. Das ist zwar nicht die Regel, aber so fing es an. Ich schätze, das dürfte 2008 gewesen sein, ein Jahr nach dem Start von OpenSim, als Linda Kellie ihre erste eigene Sim, LK-Designs, startete. Damals gab es noch nicht viel, also schuf sie es, alles Mögliche von Kleidung über Möbel und Pflanzen bis hin zu einigen Gebäuden, und packte alles auf eine eigens dafür gestaltete Sim. Die ist dann natürlich nicht vom Inhalt her irgendwie spezialisiert, sondern bietet von allem etwas an.</p>

<p>Schöpfer mit einer solchen Bandbreite, daß es für eine ganze solche Gemischtsim reichte, auf der <em>alles</em> aus einer Hand kam, gab es danach nie wieder – während Linda tatsächlich eine ganze Anzahl an Freebie-Sims gebaut hat, später sogar spezialisierte, weil ihre Contentmengen nicht mehr auf einer Sim unterzubringen waren. Ihre letzte war Clutterfly von 2015, auf der sie erstmals <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-objekte" rel="nofollow">Mesh</a> anbot – noch dazu fast ausschließlich, denn dort gibt es nichts mehr von dem, was noch auf ihren alten Sims zu finden war. Aber auch Clutterfly ist ein Gemischtwarenladen.</p>

<h2 id="legal-illegal">Legal, illegal …</h2>

<p>Aber wie kommen nun die vielen Freebie-Sims zustande, und woher haben die ihre Waren? Nun, Second-Life-Umsteiger, die sich dort umsehen, werden schnell etwas feststellen: Viel, sehr viel auf diesen Sims kennen sie aus Second Life – und zwar mitunter unter ganz anderen Namen, und noch dazu wird es da gegen Geld angeboten. Um es kurz zu machen: Nein, legal sind diese Sachen nicht in OpenSim. Das meiste, was man auf Freebie-Sims findet, ist geklaut. Wenn das Sacrarium-Logo drauf prangt, ist es sogar schon mindestens zweimal geklaut worden: Die Sacrarium-Leute haben die Sachen eh alle geklaut bzw. klauen lassen, und nachdem sie angefangen hatten, das Zeug nur noch no-transfer anzubieten, hat man eben auch bei ihnen das Rechtesystem umgangen. Überwiegend kopiert sowieso jeder von jedem, so daß es gerade bei den Freebie-Sims der letzten zwei, drei Jahre unterm Strich Wurscht ist, auf welche man geht – sie bieten eh alle so ziemlich dasselbe an.</p>

<p>Generell habe ich mich zum Thema gerade aktuellerer Freebie-Sims <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/neuere-freebie-sims-im-grunde-fast-alle-austauschbar" rel="nofollow">in dieser Kolumne schon einmal umfassend ausgelassen</a>. Da erfährt man auch etwas mehr über legalen Content und ein paar von dessen Schöpfern.</p>

<p>Zu erkennen, was legal ist, ist im allgemeinen nicht einfach und bedarf vor allem einer gewissen Erfahrung und eines gewissen Wissensschatzes, denn das Warenangebot im Hypergrid ist trotz allem gigantisch. Erschwerend kommt hinzu, daß häufig auch legale Sachen nicht mehr ihre eigentlichen Schöpfer als ebensolche eingetragen haben, weil irgendjemand irgendwann mal meinte, sich selbst da eintragen zu müssen, oder sich diese Sachen einfach per <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/copybotting-was-ist-das-eigentlich" rel="nofollow">Copybotting</a> angeeignet hat, das außer bei reinen Prim-Konstruktionen immer den Schöpfereintrag ersetzt. Außerdem haben die meisten OpenSim-Nutzer, darunter auch die meisten Freebie-Store-Betreiber eine Legal-illegal-scheißegal-Attitüde. Wenn also nicht alles in den Läden geklaut ist, hängen legale und illegale Sachen lustig durcheinander an derselben Wand.</p>

<p>Gerade wenn man seinen eigenen Avatar nicht bis in alle Ewigkeit in alte Layer- und Primklamotten stecken will und nach Mesh schielt, weil das schicker ist, kann es allerdings schwierig werden, nur Legales zu verwenden. Das gilt um so mehr, wenn man nicht lange suchen will, denn die guten legalen Sachen sind häufig entweder zu obskur. Oder sie sind nicht praktischerweise in Kisten verpackt, die man an Wände klatschen kann. Oder Freebie-Sim-Betreiber finden, sie sind „zu alt“ oder können qualitativ nicht mit geklauter Bezahlware aus Second Life mithalten. Und gerade für Neulinge ist nicht ersichtlich, was denn jetzt noch legal ist.</p>

<p>Sagen wir mal so: Es ist möglich, einen Avatar auch mit einem Meshbody komplett legal auszustatten. Aber es ist schwierig, bei männlichen Avataren noch mehr als bei weiblichen, für die es sehr viel mehr Kleidung gibt.</p>

<p>Ich habe jetzt hier letztlich nur über Avatarausstattung geschrieben. Anfangs ist das sowieso das, was man am ehesten benötigt, denn außer dem Avatar hat man ja nichts. Für Möbel oder gar andere Simausstattung hat es noch Zeit.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Einstieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Einstieg</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-4-hinaus-in-die-grosse-weite-welt</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Jan 2022 20:38:34 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Einstieg in OpenSim, Teil 3: Avatargestaltung</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-3-avatargestaltung</link>
      <description>&lt;![CDATA[Nach Teil 1, in dem es um die Installation des Viewers und das Anlegen eines Avatars ging, und Teil 2, der die Handhabung erklärte, stehen wir jetzt also immer noch mit unserem neuen Avatar in dieser neuen Welt – und vor dem nächsten Problem:&#xA;&#xA;Das Aussehen des Avatars läßt zu wünschen übrig. Oder es ist nicht sonderlich individuell. Oder sowohl als auch.&#xA;&#xA;Bevor man sich darum kümmert, sollte man sich zunächst einen Platz auf der Landesim als Landmarke anzulegen, damit man leicht wieder „nach Hause“ zurück findet. Denn jetzt geht es auf die Reise. !--more--&#xA;&#xA;Als nächstes wäre es also angeraten, etwas fürs Aussehen des eigenen Avatars zu tun, ganz besonders, wenn man einfach nur „Ruth“ hat. Heutzutage, im Jahr 2021, stellt das aber besonders komplette Neulinge, die nicht schon vorher in Second Life waren, vor Herausforderungen.&#xA;&#xA;So oder so sollte man etwas erledigen, wenn man eigentlich einen männlichen Avatar hat, aber noch als Ruth herumläuft: Man sucht im Aussehen oder im Inventar nach dem Shape, den man gerade trägt, und bearbeitet den (z. B. per Doppelklick). Im sich dann öffnenden Fenster wird sich ein Schalter finden, mit dem man zwischen Männlein und Weiblein umschalten kann. Den schaltet man auf Männlein, woraufhin Ruth zu Roth wird. Man ist dann zwar immer noch nicht besonders hübsch, aber zumindest ein Stück weit männlicher.&#xA;&#xA;Ruth, der OpenSim-Standardavatar, und die männliche Version Roth&#xA;Kein schöner Anblick in dieser Zeit: links Ruth, rechts Roth.&#xA;&#xA;Aufbau einer Garderobe&#xA;&#xA;Nun gilt es, an Avatarausstattung und Kleidung zu kommen, um den Avatar zu individualisieren. Das ist nun wirklich nicht schwierig, wenn man sich in die Funktionsweise von OpenSimWorld eingefuchst und das Wort „Freebies“ schon einmal gehört hat. Die populärsten Freebie-Sims bieten aber heutzutage nur noch Meshbodys und zu diesen Meshbodys (mehr oder weniger) passende Meshkleidung an.&#xA;&#xA;Abgesehen davon, daß das allermeiste, was man auf diesen einschlägigen Freebie-Sims findet, im Grunde illegal ist, weil ohne Wissen und Erlaubnis der eigentlichen Ersteller aus Second Life exportiert, ist Avatarausstattung in Mesh ein Thema für zumindest etwas Fortgeschrittene, also z. B. Second-Life-Umsteiger. Für den kompletten Neueinsteiger ist es meines Erachtens zuviel, wenn er das gleich am Anfang auch noch alles lernen soll. Da wäre es zu Anfang eher angeraten, beim Systembody zu bleiben und Layerkleidung zu verwenden, zumal die in der Handhabung intuitiver ist und „Alpha“, also das Verbergen von Teilen des Körpers, idealerweise noch keine Rolle spielt.&#xA;&#xA;Aber, wie gesagt, die aktuellen, „coolen“, „angesagten“ Freebie-Sims sind sich allesamt zu fein, alte Layerkleidung anzubieten, und auch nur auf sehr wenigen Landesims bekommt man sie. Um trotzdem an so etwas zu kommen, braucht es heutzutage häufig regelrecht Detektivarbeit – oder jemanden, der weiß und einem sagen kann, wo man sie bekommt. Also dann:&#xA;&#xA;Ein guter Anfang ist das TanGLe Welcome Center (hop://tanglegrid.net:8002/Tangle Welcome Center). Hier gibt es einiges an Bekleidung und sogar komplett ausgestattete Avatare für Damen und Herren einerseits von Linda Kellie, andererseits aus dem FleepGrid. Eine etwas besser bestückte Alternative ist die OSCC Shopping Zone (hop://cc.opensimulator.org:8002/OSCC Shopping Zone).&#xA;&#xA;Basisavatare aus Skin, Shape, Augen und Haaren sowie weitere Avatarausstattung bekommt man etwa auf verschiedenen Instanzen klassischer Linda-Kellie-Freebie-Sims. Am aktuellsten und übersichtlichsten ist noch das Avatar Center (z. B. hop://hg.osgrid.org:80/archiAvatar oder hop://hg.osgrid.org:80/Free Mall 3) mit je einer Seite für Damen und Herren. Ein bißchen weniger aktuell, ein bißchen weniger umfassend und ein bißchen weniger übersichtlich ist die ältere Shopping Mall 2.0, z. B. in Form der daraus erweiterten TexLand Shopping Mall (hop://texland.no-ip.biz:8002/TexLand Shopping Mall). Die hat aber eingebaute Toiletten; die habe ich in meiner Anfangszeit als Umkleidekabine verwendet. Und die TexLand Shopping Mall hat vor der Tür eine Rezz-Fläche, in der man Boxen auspacken kann; dazu komme ich noch.&#xA;&#xA;Für noch mehr Skins, Shapes, Augen und Haare empfehle ich Klamotto (hop://otterland.de:8002/Klamotto/71/101/23) und da einen Gang zum großen gelben Gebäude in der Südostecke, das mit „Klamotto“ und „Deva Moda“ beschriftet ist. Das Erdgeschoß ist männlichen Avataren gewidmet, das Obergeschoß weiblichen. Da gibt es übrigens auch einiges an Make-up für Damen (und diejenigen Männer, die auf androgyn machen wollen) und sogar Körperbehaarung als Tattoo für Herren. Die Kleidung auf der Sim ist allerdings überwiegend Mesh und (zumindest außerhalb des gelben Gebäudes) überwiegend nicht für den Systemavatar gedacht.&#xA;&#xA;Falls man sich nun fragt, wie man sich die jeweiligen „guten Stücke“ aneignet: Da gibt es zwei Wege.&#xA;&#xA;Man kann sie „kaufen“. Keine Angst, auf den meisten Sims – und allen genannten – kostet sie nichts. Normalerweise verwandelt sich der Mauscursor, wenn man ihn über diese Objekte bewegt, in einen schwarzen Punkt mit der Aufschrift „OS$“. Dann kann man das Objekt mit links anklicken und kauft damit entweder den Inhalt des Objekts als neuen Ordner im Inventar oder das Objekt selbst als Box. Sollte sich der Mauscursor nicht verändern, klickt man mit rechts und guckt, ob im sich öffnenden Tortenmenü die „Kaufen“-Option gibt.&#xA;Falls man sie nicht kaufen kann, kann man sie meistens kopieren. Auch das geht übers Tortenmenü; im allgemeinen wird man es dafür eine Seite weiterschalten müssen. Dann bekommt man aber immer nur die Box.&#xA;&#xA;Ich habe damals lange gerätselt und gesucht, um herauszufinden, wie man an den Inhalt einer Box kommt. Das wurde ja nirgendwo erklärt. Also erkläre ich das jetzt:&#xA;&#xA;Dafür braucht man zunächst einmal einen Ort, wo man die Box ablegen, also „rezzen“ kann. Die TexLand Shopping Mall hat so eine, Klamotto hat davon gleich mehrere größere. Normalerweise darf man ja nicht einfach Objekte irgendwo aufs Land packen; da ist das aber erlaubt. Idealerweise hat das eigene Heimatgrid auch eine Sandbox, wo zumindest Gridbewohner Sachen rezzen dürfen.&#xA;&#xA;Wenn man dann da ist, wo man rezzen darf (Rezzfläche, Sandbox), zieht man die Boxen, die man auspacken will, aus dem Inventar auf den Boden. Wenn sie da dann erschienen sind, klickt man sie mit rechts und wählt „Öffnen“. Damit kommt man an den Inhalt, den man dann ins Inventar auspacken kann. Nicht vergessen, die Boxen hinterher vom Boden wieder zu löschen, also keinen Müll zu hinterlassen. (Sofern die Boxen kopierbar sind, bleiben sie so oder so im Inventar erhalten. Falls nicht, ist das auch egal, denn den Inhalt hat man ja, dann braucht man die Box nicht mehr.)&#xA;&#xA;Die erste Umkleidekabine&#xA;&#xA;Bevor man sich jetzt aber umzieht, sollte man sich einen Ort suchen, an dem man das kann, ohne jemanden zu stören. Vielleicht sagt man selbst: „Das sind doch alles nur Pixel, ist doch egal!“ Aber so sieht das eben nicht jeder, und es gibt Leute, die sich durchaus daran stören dürften, wenn sich vor ihnen ein Avatar um- oder sogar ganz auszieht. Auch wenn man noch kein (richtiges) Zuhause hat, gäbe es da einige Optionen:&#xA;&#xA;Neovo Geesinks ChangeRooms (hop://hg.osgrid.org:80/ChangeRooms/150/139/23). Die sind genau für so etwas gedacht. Es gibt lauter einzelne Zellen, die man von innen undurchsichtig und wieder durchsichtig machen kann. Man darf dort auch Boxen zum Auspacken rezzen, und es gibt einige nützliche Extras. Nachteil ist, daß sie fürchterlich langsam sind. Eine Alternative, wenngleich nicht so geräumig und nicht so überbordend ausgestattet, sind die Umkleiden in Freebies im Metropolis-Grid (hop://login.metro.land:8002/Freebies).&#xA;Falls man in einer Linda Kellie Shopping Mall ist: das Klo. Wenn die Tür dauerhaft offen steht, was sie meistens tut, kann man sich dahinter verstecken. Viel Platz ist da leider nicht, und wenn sich noch jemand auf der Sim aufhält (was bei diesen Sims ausgesprochen selten ist, aber man weiß ja nie), kann derjenige einfach aus Neugierde reinmarschieren. Okay, in der TexLand Shopping Mall ist wie im ganzen TexLand-Grid öffentliche Nacktheit erlaubt (was auch als Warnung für Prüde gelten soll). Aber es ist wohl nicht jedermanns Sache, auf dem Klo eines Einkaufszentrums nackt erwischt zu werden.&#xA;Leer stehende, weniger leicht (am besten gar nicht) von außen einsehbare Gebäude auf wenig besuchten Sims. Gut, um zu wissen, wo es so etwas im eigenen Grid gibt, muß man sich erst ein bißchen umgeguckt haben. Das ist also eher was, wenn man schon ein grundlegendes Aussehen hat und noch weiter daran herumdoktern will, aber noch kein Zuhause hat. Wohngebäude sollte man grundsätzlich meiden oder per Mouseover oder Bearbeiten überprüfen, ob sie nicht vielleicht doch nur vom Sim- oder Gridbetreiber als Deko aufgestellt worden sind. Ansonsten ist das Risiko, erwischt zu werden, mindestens so hoch wie auf dem Mall-Klo. Wenn das Gebäude im eigenen Grid liegt und die Sim es zuläßt, kann man darin auch sein vorübergehendes „Zuhause“ einrichten, bis man ein endgültiges hat. Dann landet man nicht immer wieder auf der Landesim und hat zumindest ein bißchen so etwas wie einen Rückzugsort.&#xA;Sandboxes. Eigentlich sollte ziemlich wurscht sein, was man da tut, vor allem, wenn man beim Umziehen eh die Unterwäsche anbehält (dran denken, welche anzuziehen). Aber in einer Sandbox am Avataroutfit zu basteln, ist wohl nur dann ratsam, wenn sonst niemand in der Sandbox ist. Wer weniger schamhaft ist und sich auch mal nackig machen will oder muß, kann auf OpenSimWorld nach einer öffentlich nutzbaren Sandbox mit Adult-Rating suchen. Klar, so gesehen könnte man sich auf jeder x-beliebigen Clothing-optional-Sim umziehen, aber Umziehen auf einer dekorierten Sim in aller Öffentlichkeit finde ich irgendwie stil- und rücksichtslos.&#xA;&#xA;Pimp My Avatar&#xA;&#xA;Nun geht es an die Avatargestaltung. Klassische Ausstattung für den Systembody und Layerkleidung erkennt man daran, daß sie im Inventar, im Aussehen usw. spezielle Symbole hat. Daran kann man etwa eine Skin, Augen, bestimmte Kleidungsstücke oder Tattoos identifizieren. Eine Skin, einen Shape, Augen und eine Hairbase trägt man immer; die kann man nicht entfernen, sondern nur ersetzen. Alles andere kann auch abgenommen werden.&#xA;&#xA;Diese „Klassiker“ sind auch leicht am Avatar anzubringen: Man zieht sie sich an. Dabei folgen sie einer festgelegten Schichtung: Eine Unterhose trägt man beispielsweise immer unter einer Hose, auch wenn man sich erst die Hose und dann die Unterhose anzieht. Erst wenn man schon eine Hose anhat und noch eine hinzufügt, entscheidet, in welcher Reihenfolge man sie angezogen hat. Wenn man sich ganz normal eine Hose anzieht und schon eine anhat, ersetzt die neue Hose die alte.&#xA;&#xA;Etwas komplizierter wird es mit Sachen, die es nur als Objekte gibt, z. B. Haare, Schmuck oder die allermeisten Schuhe. Zumindest in Firestorm kann man auch die „anziehen“; de facto hängen sie sich dabei als Anhängsel an den Avatar. Wenn sie gut gemacht sind, sitzen sie von vornherein gut. Ansonsten wird man sie bearbeiten und verschieben müssen (passiert gelegentlich mit Flexi- oder ungeriggten Mesh-Haaren und fast immer mit Schmuck) oder gar in der Größe anpassen (passiert gelegentlich mit Schuhen).&#xA;&#xA;Klassische Schuh-Boxen enthalten häufig dreierlei: zwei Objekte, einmal „Schuhe“ und eine Alpha-Maske. Die „Schuhe“ sind keine; sie dienen nur dazu, die Füße in eine passende Form zu bringen bzw. den Avatar so anzuheben, daß die Schuhsohle (bzw. der Absatz) zwischen Fuß und Boden paßt. Die eigentlichen Schuhe sind die beiden Objekte. Eins ist der linke Schuh, das andere der rechte. Und die Alpha-Maske dient dazu, die Teile der Füße unsichtbar zu machen, die ansonsten störend sichtbar wären. Bei älteren Sandalen oder Pumps kann es passieren, daß die Füße ganz verschwinden, weil in den Schuhen selbst schönere Füße enthalten sind. Die bekommen dann aber nicht die Skin, die der Avatar trägt, also können sie nur mit langen Hosen getragen werden.&#xA;&#xA;Nicht den Shape vergessen&#xA;&#xA;Ein wichtiger Teil der Individualisierung des Avatars ist der Shape, der die Form des Avatars bestimmt, also Körpergröße, Muskulatur, Schuhgröße, Kopfform, Gesichtsform usw. Mitunter ist das schon deshalb notwendig, weil der Avatar so, wie er ist, häßlich wie die Nacht oder gar in den Proportionen völlig unrealistisch ist. Andererseits schrecken User häufig davor zurück, den Shape zu bearbeiten, wenn sie die vielen Kategorien mit jeweils etlichen Einstellmöglichkeiten sehen.&#xA;&#xA;Wer partout nicht seinen Shape einstellen will, kann sich gerade auf älteren Freebie-Sims nach fix und fertigen Shapes umsehen. Es gibt sogar Boxen mit realistisch proportionierten Shapes, die echten Menschen nachempfunden sind.&#xA;&#xA;Falls man sich doch ans individuelle Einstellen des Shape machen will, habe ich ein paar Ratschläge.&#xA;&#xA;Zunächst einmal sei Umsteigern aus Second Life davon abgeraten, den Shape so einzustellen, wie sie es in Second Life gewohnt sind: gnadenlos überdimensioniert. Das hat zwei Gründe:&#xA;&#xA;Zum einen werden Größen bei Avataren in Second Life kleiner dargestellt als bei Objekten. Avatare sind immer 15 cm kleiner, als was die Körpergröße im Shape angibt. Wenn man einen Avatar auf 1,80 m einstellt, ist er tatsächlich nur 1,65 m groß. In OpenSim wird die Avatargröße dagegen korrekt eingestellt. Ein auf 1,80 m eingestellter Avatar ist 1,80 m groß, und ein auf 2,50 m eingestellter Avatar ist tatsächlich 2,50 m groß.&#xA;&#xA;Zum anderen gibt es in OpenSim die Avatar-Gigantomanie nicht, die in Second Life grassiert. Da ist die normale Größe für männliche Avatare inzwischen bei im Shape eingestellten 2,70 m angekommen, und wer seinen Shape sogar nur auf 2,40 m einstellt, ist schon kleinwüchsig. Wenn man hingegen in OpenSim auf eine Party geht mit einem Avatar, der nach Second-Life-Standards eingestellt und 2,70 m groß ist, ist man meistens der mit Abstand größte Avatar zwischen viel, viel kleineren Avataren. Das liegt nicht daran, daß alle anderen Zwerge oder Tinies sind, sondern man selbst ist der unrealistische Riese.&#xA;&#xA;Anders gesagt: Wenn man seinen Shape auf 2,70 m einstellt, ist man in Second Life ein 2,55-m-Avatar unter 2,55-m-Avataren. In OpenSim ist man tatsächlich ein 2,70-m-Avatar – unter Avataren, die ansonsten weit überwiegend noch unter 2 m sind.&#xA;&#xA;Es gibt in OpenSim an einigen Orten sogar einigermaßen realistisch große Gebäude. Typische Second-Life-Avatare – insbesondere männliche – können diese überhaupt nicht betreten, weil sie nicht durch die Türen passen.&#xA;&#xA;Aber auch bei anderen Einstellungen sollte man vorsichtig sein. Generell sind Extreme doof. Bei einem männlichen Avatar die Schulterbreite, alle Muskelregler usw. auf 100% zu schieben, ist nicht badass, sondern lächerlich. Und Frauen, bei denen die Hüfte dreimal so breit ist und fünfmal soviel Umfang hat wie die Taille (also ca. 140-30-150), sind nicht sexy, sondern unglaubwürdig. Noch schlimmer, wenn auf den Schultern dann auch noch ein vergleichsweise winziger Kopf sitzt, der beim Mann problemlos in den Oberarm oder bei der Frau problemlos in eine Brust oder in eine Pobacke paßt.&#xA;&#xA;Man sollte sich also schon über menschliche Proportionen informieren. Der Kopf sollte ungefähr ein Achtel der Gesamtgröße ausmachen. Die Hüfte gehört auf halbe Körperhöhe, also Beinlänge 50% ± nur ein ganz kleines bißchen. Der Abstand zwischen den Augen sollte in etwa der Breite eines Auges entsprechen, und der Mund sollte ungefähr so breit sein wie zwei Augen, so daß die Mundwinkel unter den Pupillen liegen.&#xA;&#xA;A propos Mund: Überdimensionale Fischlippen bei Frauen, die zusammen so hoch sind wie der Mund breit und aussehen, als wäre da nicht Botox gespritzt worden, sondern Fensterkitt, haben wir schon oft genug gesehen, um nicht zu sagen, zu oft. Hübsch ist anders.&#xA;&#xA;Outfits&#xA;&#xA;Das Aussehen des Avatars kann man praktischerweise in sogenannten Outfits abspeichern und so wieder aufrufen. Frauen dürften das eher brauchen als Männer. Frauen benutzen ihre Avatare ja gern als „Anziehpuppen“ und probieren daran alle möglichen Klamotten aus; so können sie sich gelungene Aufmachungen als Outfits ablegen, falls sie diese später wieder brauchen sollten. Männer hingegen neigen eher dazu, mit möglichst geringem Aufwand ihrem Avatar ein und genau ein annehmbares Aussehen zu verpassen. Wenn es ihnen gefällt, dann wird es nie wieder verändert. Styling ist unmännlich. Aber es gibt ja auch Dressmen, und es gibt auch weibliche Avatare, die immer gleich aussehen; letztere geraten leicht unter Verdacht, weibliche Alts von Männern zu sein.&#xA;&#xA;Wenn der Avatar dann fürs erste fertig ausgestaltet und individualisiert ist, kann es endlich richtig losgehen. Wie, das erfahrt ihr im nächsten Teil.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürSecondLifeUmsteiger #Einstieg #Avatar&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Nach <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-1-sich-einrichten" rel="nofollow">Teil 1</a>, in dem es um die Installation des Viewers und das Anlegen eines Avatars ging, und <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-2-die-handhabung" rel="nofollow">Teil 2</a>, der die Handhabung erklärte, stehen wir jetzt also immer noch mit unserem neuen <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-der-avatar" rel="nofollow">Avatar</a> in dieser neuen Welt – und vor dem nächsten Problem:</p>

<p>Das Aussehen des Avatars läßt zu wünschen übrig. Oder es ist nicht sonderlich individuell. Oder sowohl als auch.</p>

<p>Bevor man sich darum kümmert, sollte man sich zunächst einen Platz auf der Landesim als Landmarke anzulegen, damit man leicht wieder „nach Hause“ zurück findet. Denn jetzt geht es auf die Reise. </p>

<p>Als nächstes wäre es also angeraten, etwas fürs Aussehen des eigenen Avatars zu tun, ganz besonders, wenn man einfach nur „Ruth“ hat. Heutzutage, im Jahr 2021, stellt das aber besonders komplette Neulinge, die nicht schon vorher in Second Life waren, vor Herausforderungen.</p>

<p>So oder so sollte man etwas erledigen, wenn man eigentlich einen männlichen Avatar hat, aber noch als Ruth herumläuft: Man sucht im Aussehen oder im Inventar nach dem Shape, den man gerade trägt, und bearbeitet den (z. B. per Doppelklick). Im sich dann öffnenden Fenster wird sich ein Schalter finden, mit dem man zwischen Männlein und Weiblein umschalten kann. Den schaltet man auf Männlein, woraufhin Ruth zu Roth wird. Man ist dann zwar immer noch nicht besonders hübsch, aber zumindest ein Stück weit männlicher.</p>

<p><img src="https://hub.netzgemeinde.eu/photo/420b8e0d-f3dd-4c27-85b2-9acae5c14b6c-0.png" alt="Ruth, der OpenSim-Standardavatar, und die männliche Version Roth">
<em>Kein schöner Anblick in dieser Zeit: links Ruth, rechts Roth.</em></p>

<h2 id="aufbau-einer-garderobe">Aufbau einer Garderobe</h2>

<p>Nun gilt es, an Avatarausstattung und Kleidung zu kommen, um den Avatar zu individualisieren. Das ist nun wirklich nicht schwierig, wenn man sich in die Funktionsweise von <a href="https://opensimworld.com/" rel="nofollow">OpenSimWorld</a> eingefuchst und das Wort „Freebies“ schon einmal gehört hat. Die populärsten Freebie-Sims bieten aber heutzutage nur noch Meshbodys und zu diesen Meshbodys (mehr oder weniger) passende Meshkleidung an.</p>

<p>Abgesehen davon, daß das allermeiste, was man auf diesen einschlägigen Freebie-Sims findet, im Grunde illegal ist, weil ohne Wissen und Erlaubnis der eigentlichen Ersteller <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/copybotting-was-ist-das-eigentlich" rel="nofollow">aus Second Life exportiert</a>, ist Avatarausstattung in <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-objekte" rel="nofollow">Mesh</a> ein Thema für zumindest etwas Fortgeschrittene, also z. B. Second-Life-Umsteiger. Für den kompletten Neueinsteiger ist es meines Erachtens zuviel, wenn er das gleich am Anfang auch noch alles lernen soll. Da wäre es zu Anfang eher angeraten, beim Systembody zu bleiben und Layerkleidung zu verwenden, zumal die in der Handhabung intuitiver ist und „Alpha“, also das Verbergen von Teilen des Körpers, idealerweise noch keine Rolle spielt.</p>

<p>Aber, wie gesagt, die aktuellen, „coolen“, „angesagten“ Freebie-Sims sind sich allesamt zu fein, alte Layerkleidung anzubieten, und auch nur auf sehr wenigen Landesims bekommt man sie. Um trotzdem an so etwas zu kommen, braucht es heutzutage häufig regelrecht Detektivarbeit – oder jemanden, der weiß und einem sagen kann, wo man sie bekommt. Also dann:</p>

<p>Ein guter Anfang ist das <a href="https://opensimworld.com/hop/76514" rel="nofollow">TanGLe Welcome Center</a> (<em>hop://tanglegrid.net:8002/Tangle Welcome Center</em>). Hier gibt es einiges an Bekleidung und sogar komplett ausgestattete Avatare für Damen und Herren einerseits von Linda Kellie, andererseits aus dem FleepGrid. Eine etwas besser bestückte Alternative ist die <a href="https://opensimworld.com/hop/75963" rel="nofollow">OSCC Shopping Zone</a> (<em>hop://cc.opensimulator.org:8002/OSCC Shopping Zone</em>).</p>

<p>Basisavatare aus Skin, Shape, Augen und Haaren sowie weitere Avatarausstattung bekommt man etwa auf verschiedenen Instanzen klassischer Linda-Kellie-Freebie-Sims. Am aktuellsten und übersichtlichsten ist noch das Avatar Center (z. B. <em>hop://hg.osgrid.org:80/archiAvatar</em> oder <em>hop://hg.osgrid.org:80/Free Mall 3</em>) mit je einer Seite für Damen und Herren. Ein bißchen weniger aktuell, ein bißchen weniger umfassend und ein bißchen weniger übersichtlich ist die ältere Shopping Mall 2.0, z. B. in Form der daraus erweiterten <a href="https://opensimworld.com/hop/77233" rel="nofollow">TexLand Shopping Mall</a> (<em>hop://texland.no-ip.biz:8002/TexLand Shopping Mall</em>). Die hat aber eingebaute Toiletten; die habe ich in meiner Anfangszeit als Umkleidekabine verwendet. Und die TexLand Shopping Mall hat vor der Tür eine Rezz-Fläche, in der man Boxen auspacken kann; dazu komme ich noch.</p>

<p>Für noch mehr Skins, Shapes, Augen und Haare empfehle ich <a href="https://opensimworld.com/hop/78282" rel="nofollow">Klamotto</a> (<em>hop://otterland.de:8002/Klamotto/71/101/23</em>) und da einen Gang zum großen gelben Gebäude in der Südostecke, das mit „Klamotto“ und „Deva Moda“ beschriftet ist. Das Erdgeschoß ist männlichen Avataren gewidmet, das Obergeschoß weiblichen. Da gibt es übrigens auch einiges an Make-up für Damen (und diejenigen Männer, die auf androgyn machen wollen) und sogar Körperbehaarung als Tattoo für Herren. Die Kleidung auf der Sim ist allerdings überwiegend Mesh und (zumindest außerhalb des gelben Gebäudes) überwiegend nicht für den Systemavatar gedacht.</p>

<p>Falls man sich nun fragt, wie man sich die jeweiligen „guten Stücke“ aneignet: Da gibt es zwei Wege.</p>
<ul><li>Man kann sie „kaufen“. Keine Angst, auf den meisten Sims – und allen genannten – kostet sie nichts. Normalerweise verwandelt sich der Mauscursor, wenn man ihn über diese Objekte bewegt, in einen schwarzen Punkt mit der Aufschrift „OS$“. Dann kann man das Objekt mit links anklicken und kauft damit entweder den Inhalt des Objekts als neuen Ordner im Inventar oder das Objekt selbst als Box. Sollte sich der Mauscursor nicht verändern, klickt man mit rechts und guckt, ob im sich öffnenden Tortenmenü die „Kaufen“-Option gibt.</li>
<li>Falls man sie nicht kaufen kann, kann man sie meistens kopieren. Auch das geht übers Tortenmenü; im allgemeinen wird man es dafür eine Seite weiterschalten müssen. Dann bekommt man aber immer nur die Box.</li></ul>

<p>Ich habe damals lange gerätselt und gesucht, um herauszufinden, wie man an den Inhalt einer Box kommt. Das wurde ja nirgendwo erklärt. Also erkläre ich das jetzt:</p>

<p>Dafür braucht man zunächst einmal einen Ort, wo man die Box ablegen, also „rezzen“ kann. Die TexLand Shopping Mall hat so eine, Klamotto hat davon gleich mehrere größere. Normalerweise darf man ja nicht einfach Objekte irgendwo aufs Land packen; da ist das aber erlaubt. Idealerweise hat das eigene Heimatgrid auch eine Sandbox, wo zumindest Gridbewohner Sachen rezzen dürfen.</p>

<p>Wenn man dann da ist, wo man rezzen darf (Rezzfläche, Sandbox), zieht man die Boxen, die man auspacken will, aus dem Inventar auf den Boden. Wenn sie da dann erschienen sind, klickt man sie mit rechts und wählt „Öffnen“. Damit kommt man an den Inhalt, den man dann ins Inventar auspacken kann. Nicht vergessen, die Boxen hinterher vom Boden wieder zu löschen, also keinen Müll zu hinterlassen. (Sofern die Boxen kopierbar sind, bleiben sie so oder so im Inventar erhalten. Falls nicht, ist das auch egal, denn den Inhalt hat man ja, dann braucht man die Box nicht mehr.)</p>

<h2 id="die-erste-umkleidekabine">Die erste Umkleidekabine</h2>

<p>Bevor man sich jetzt aber umzieht, sollte man sich einen Ort suchen, an dem man das kann, ohne jemanden zu stören. Vielleicht sagt man selbst: „Das sind doch alles nur Pixel, ist doch egal!“ Aber so sieht das eben nicht jeder, und es gibt Leute, die sich durchaus daran stören dürften, wenn sich vor ihnen ein Avatar um- oder sogar ganz auszieht. Auch wenn man noch kein (richtiges) Zuhause hat, gäbe es da einige Optionen:</p>
<ul><li><a href="https://opensimworld.com/hop/78968" rel="nofollow">Neovo Geesinks ChangeRooms</a> (<em>hop://hg.osgrid.org:80/ChangeRooms/150/139/23</em>). Die sind genau für so etwas gedacht. Es gibt lauter einzelne Zellen, die man von innen undurchsichtig und wieder durchsichtig machen kann. Man darf dort auch Boxen zum Auspacken rezzen, und es gibt einige nützliche Extras. Nachteil ist, daß sie fürchterlich langsam sind. Eine Alternative, wenngleich nicht so geräumig und nicht so überbordend ausgestattet, sind die Umkleiden in Freebies im Metropolis-Grid (<em>hop://login.metro.land:8002/Freebies</em>).</li>
<li>Falls man in einer Linda Kellie Shopping Mall ist: das Klo. Wenn die Tür dauerhaft offen steht, was sie meistens tut, kann man sich dahinter verstecken. Viel Platz ist da leider nicht, und wenn sich noch jemand auf der Sim aufhält (was bei diesen Sims ausgesprochen selten ist, aber man weiß ja nie), kann derjenige einfach aus Neugierde reinmarschieren. Okay, in der TexLand Shopping Mall ist wie im ganzen TexLand-Grid öffentliche Nacktheit erlaubt (was auch als Warnung für Prüde gelten soll). Aber es ist wohl nicht jedermanns Sache, auf dem Klo eines Einkaufszentrums nackt erwischt zu werden.</li>
<li>Leer stehende, weniger leicht (am besten gar nicht) von außen einsehbare Gebäude auf wenig besuchten Sims. Gut, um zu wissen, wo es so etwas im eigenen Grid gibt, muß man sich erst ein bißchen umgeguckt haben. Das ist also eher was, wenn man schon ein grundlegendes Aussehen hat und noch weiter daran herumdoktern will, aber noch kein Zuhause hat. Wohngebäude sollte man grundsätzlich meiden oder per Mouseover oder Bearbeiten überprüfen, ob sie nicht vielleicht doch nur vom Sim- oder Gridbetreiber als Deko aufgestellt worden sind. Ansonsten ist das Risiko, erwischt zu werden, mindestens so hoch wie auf dem Mall-Klo. Wenn das Gebäude im eigenen Grid liegt und die Sim es zuläßt, kann man darin auch sein vorübergehendes „Zuhause“ einrichten, bis man ein endgültiges hat. Dann landet man nicht immer wieder auf der Landesim und hat zumindest ein bißchen so etwas wie einen Rückzugsort.</li>
<li>Sandboxes. Eigentlich sollte ziemlich wurscht sein, was man da tut, vor allem, wenn man beim Umziehen eh die Unterwäsche anbehält (dran denken, welche anzuziehen). Aber in einer Sandbox am Avataroutfit zu basteln, ist wohl nur dann ratsam, wenn sonst niemand in der Sandbox ist. Wer weniger schamhaft ist und sich auch mal nackig machen will oder muß, kann auf OpenSimWorld nach einer öffentlich nutzbaren Sandbox mit Adult-Rating suchen. Klar, so gesehen könnte man sich auf jeder x-beliebigen Clothing-optional-Sim umziehen, aber Umziehen auf einer dekorierten Sim in aller Öffentlichkeit finde ich irgendwie stil- und rücksichtslos.</li></ul>

<h2 id="pimp-my-avatar">Pimp My Avatar</h2>

<p>Nun geht es an die Avatargestaltung. Klassische Ausstattung für den Systembody und Layerkleidung erkennt man daran, daß sie im Inventar, im Aussehen usw. spezielle Symbole hat. Daran kann man etwa eine Skin, Augen, bestimmte Kleidungsstücke oder Tattoos identifizieren. Eine Skin, einen Shape, Augen und eine Hairbase trägt man immer; die kann man nicht entfernen, sondern nur ersetzen. Alles andere kann auch abgenommen werden.</p>

<p>Diese „Klassiker“ sind auch leicht am Avatar anzubringen: Man zieht sie sich an. Dabei folgen sie einer festgelegten Schichtung: Eine Unterhose trägt man beispielsweise immer unter einer Hose, auch wenn man sich erst die Hose und dann die Unterhose anzieht. Erst wenn man schon eine Hose anhat und noch eine hinzufügt, entscheidet, in welcher Reihenfolge man sie angezogen hat. Wenn man sich ganz normal eine Hose anzieht und schon eine anhat, ersetzt die neue Hose die alte.</p>

<p>Etwas komplizierter wird es mit Sachen, die es nur als Objekte gibt, z. B. Haare, Schmuck oder die allermeisten Schuhe. Zumindest in Firestorm kann man auch die „anziehen“; de facto hängen sie sich dabei als Anhängsel an den Avatar. Wenn sie gut gemacht sind, sitzen sie von vornherein gut. Ansonsten wird man sie bearbeiten und verschieben müssen (passiert gelegentlich mit Flexi- oder ungeriggten Mesh-Haaren und fast immer mit Schmuck) oder gar in der Größe anpassen (passiert gelegentlich mit Schuhen).</p>

<p>Klassische Schuh-Boxen enthalten häufig dreierlei: zwei Objekte, einmal „Schuhe“ und eine Alpha-Maske. Die „Schuhe“ sind keine; sie dienen nur dazu, die Füße in eine passende Form zu bringen bzw. den Avatar so anzuheben, daß die Schuhsohle (bzw. der Absatz) zwischen Fuß und Boden paßt. Die eigentlichen Schuhe sind die beiden Objekte. Eins ist der linke Schuh, das andere der rechte. Und die Alpha-Maske dient dazu, die Teile der Füße unsichtbar zu machen, die ansonsten störend sichtbar wären. Bei älteren Sandalen oder Pumps kann es passieren, daß die Füße ganz verschwinden, weil in den Schuhen selbst schönere Füße enthalten sind. Die bekommen dann aber nicht die Skin, die der Avatar trägt, also können sie nur mit langen Hosen getragen werden.</p>

<h2 id="nicht-den-shape-vergessen">Nicht den Shape vergessen</h2>

<p>Ein wichtiger Teil der Individualisierung des Avatars ist der Shape, der die Form des Avatars bestimmt, also Körpergröße, Muskulatur, Schuhgröße, Kopfform, Gesichtsform usw. Mitunter ist das schon deshalb notwendig, weil der Avatar so, wie er ist, häßlich wie die Nacht oder gar in den Proportionen völlig unrealistisch ist. Andererseits schrecken User häufig davor zurück, den Shape zu bearbeiten, wenn sie die vielen Kategorien mit jeweils etlichen Einstellmöglichkeiten sehen.</p>

<p>Wer partout nicht seinen Shape einstellen will, kann sich gerade auf älteren Freebie-Sims nach fix und fertigen Shapes umsehen. Es gibt sogar Boxen mit realistisch proportionierten Shapes, die echten Menschen nachempfunden sind.</p>

<p>Falls man sich doch ans individuelle Einstellen des Shape machen will, habe ich ein paar Ratschläge.</p>

<p>Zunächst einmal sei Umsteigern aus Second Life davon abgeraten, den Shape so einzustellen, wie sie es in Second Life gewohnt sind: gnadenlos überdimensioniert. Das hat zwei Gründe:</p>

<p>Zum einen werden Größen bei Avataren in Second Life kleiner dargestellt als bei Objekten. Avatare sind immer 15 cm kleiner, als was die Körpergröße im Shape angibt. Wenn man einen Avatar auf 1,80 m einstellt, ist er tatsächlich nur 1,65 m groß. In OpenSim wird die Avatargröße dagegen korrekt eingestellt. Ein auf 1,80 m eingestellter Avatar ist 1,80 m groß, und ein auf 2,50 m eingestellter Avatar ist tatsächlich 2,50 m groß.</p>

<p>Zum anderen gibt es in OpenSim die Avatar-Gigantomanie nicht, die in Second Life grassiert. Da ist die normale Größe für männliche Avatare inzwischen bei im Shape eingestellten 2,70 m angekommen, und wer seinen Shape sogar nur auf 2,40 m einstellt, ist schon kleinwüchsig. Wenn man hingegen in OpenSim auf eine Party geht mit einem Avatar, der nach Second-Life-Standards eingestellt und 2,70 m groß ist, ist man meistens der mit Abstand größte Avatar zwischen viel, viel kleineren Avataren. Das liegt nicht daran, daß alle anderen Zwerge oder Tinies sind, sondern man selbst ist der unrealistische Riese.</p>

<p>Anders gesagt: Wenn man seinen Shape auf 2,70 m einstellt, ist man in Second Life ein 2,55-m-Avatar unter 2,55-m-Avataren. In OpenSim ist man tatsächlich ein 2,70-m-Avatar – unter Avataren, die ansonsten weit überwiegend noch unter 2 m sind.</p>

<p>Es gibt in OpenSim an einigen Orten sogar einigermaßen realistisch große Gebäude. Typische Second-Life-Avatare – insbesondere männliche – können diese überhaupt nicht betreten, weil sie nicht durch die Türen passen.</p>

<p>Aber auch bei anderen Einstellungen sollte man vorsichtig sein. Generell sind Extreme doof. Bei einem männlichen Avatar die Schulterbreite, alle Muskelregler usw. auf 100% zu schieben, ist nicht badass, sondern lächerlich. Und Frauen, bei denen die Hüfte dreimal so breit ist und fünfmal soviel Umfang hat wie die Taille (also ca. 140-30-150), sind nicht sexy, sondern unglaubwürdig. Noch schlimmer, wenn auf den Schultern dann auch noch ein vergleichsweise winziger Kopf sitzt, der beim Mann problemlos in den Oberarm oder bei der Frau problemlos in eine Brust oder in eine Pobacke paßt.</p>

<p>Man sollte sich also schon über menschliche Proportionen informieren. Der Kopf sollte ungefähr ein Achtel der Gesamtgröße ausmachen. Die Hüfte gehört auf halbe Körperhöhe, also Beinlänge 50% ± nur ein ganz kleines bißchen. Der Abstand zwischen den Augen sollte in etwa der Breite eines Auges entsprechen, und der Mund sollte ungefähr so breit sein wie zwei Augen, so daß die Mundwinkel unter den Pupillen liegen.</p>

<p>A propos Mund: Überdimensionale Fischlippen bei Frauen, die zusammen so hoch sind wie der Mund breit und aussehen, als wäre da nicht Botox gespritzt worden, sondern Fensterkitt, haben wir schon oft genug gesehen, um nicht zu sagen, zu oft. Hübsch ist anders.</p>

<h2 id="outfits">Outfits</h2>

<p>Das Aussehen des Avatars kann man praktischerweise in sogenannten Outfits abspeichern und so wieder aufrufen. Frauen dürften das eher brauchen als Männer. Frauen benutzen ihre Avatare ja gern als „Anziehpuppen“ und probieren daran alle möglichen Klamotten aus; so können sie sich gelungene Aufmachungen als Outfits ablegen, falls sie diese später wieder brauchen sollten. Männer hingegen neigen eher dazu, mit möglichst geringem Aufwand ihrem Avatar ein und <em>genau ein</em> annehmbares Aussehen zu verpassen. Wenn es ihnen gefällt, dann wird es nie wieder verändert. Styling ist unmännlich. Aber es gibt ja auch Dressmen, und es gibt auch weibliche Avatare, die immer gleich aussehen; letztere geraten leicht unter Verdacht, weibliche Alts von Männern zu sein.</p>

<p>Wenn der Avatar dann fürs erste fertig ausgestaltet und individualisiert ist, kann es endlich richtig losgehen. Wie, das erfahrt ihr <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-4-hinaus-in-die-grosse-weite-welt" rel="nofollow">im nächsten Teil</a>.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Einstieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Einstieg</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Avatar" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Avatar</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-3-avatargestaltung</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Jan 2022 20:35:37 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Einstieg in OpenSim, Teil 2: Die Handhabung</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-2-die-handhabung</link>
      <description>&lt;![CDATA[Im ersten Teil dieser Reihe ging es darum, sich einen Viewer für OpenSim zu installieren, sich ein Grid auszusuchen und einen Avatar anzulegen. Aber damit sind die Schwierigkeiten für den Einsteiger mitnichten vorbei. !--more--&#xA;&#xA;Nun hat man also seinen Avatar und hat sich auch erstmals ins Grid eingeloggt. Da steht man also in einer noch völlig fremden virtuellen Welt und weiß nicht, was man tun soll. Gute Grids haben eine einigermaßen informative Landesim, auf der auch ganz neue Avatare erstmals landen.&#xA;&#xA;„Informativ“ heißt aber, sie informieren darüber, was es im Grid so zu finden gibt, inklusive Teleportern zum Anklicken. Als Newbie, vor allem als jemand, der nicht aus Second Life kommt, weiß man aber noch nicht einmal, was das zu bedeuten hat, geschweige denn, daß man die Schilder anklicken und sich damit teleportieren kann. In-World-Tutorials sind extrem selten, und wenn, muß man seinen Avatar auch erst dahin bewegen können. Den Komfort, den Second Life einen bietet, wo neue Avatare direkt in ein Steuerungstutorial geworfen werden, gibt es in OpenSim nirgendwo, auch weil es keine speziellen Landeplätze für neue Avatare gibt.&#xA;&#xA;Also muß man von sich aus herausfinden, wie man den Avatar steuert. Wenn es dazu überhaupt Dokumentation gibt, dann allenfalls bei den Viewer-Anbietern. Zum Glück bedienen sich die meisten Viewer sehr ähnlich und sind in der Tastaturbelegung ähnlich, weil angelehnt an den offiziellen Second-Life-Viewer.&#xA;&#xA;Den Avatar bewegen&#xA;&#xA;Herumlaufen wird man intuitiv lernen, da wurde das Rad nicht neu erfunden. Das läuft über die Cursortasten bzw. über WASD.&#xA;&#xA;↑ bzw. W = vorwärts laufen&#xA;↓ bzw. S = rückwärts laufen (standardmäßig dreht sich der Avatar dabei vorübergehend um und läuft vorwärts; in einigen Viewern kann das abgeschaltet werden)&#xA;← bzw. A = links drehen&#xA;→ bzw. D = rechts drehen&#xA;&#xA;Das läßt sich wie gehabt auch kombinieren, um Kurven zu laufen.&#xA;&#xA;Alternativ kann man den Avatar mit der Maus lenken. Man klickt den Avatar mit links an hält die Maustaste gehalten. Dann kann man mit den Cursortasten bzw. WASD laufen und den Avatar mit Mausbewegungen lenken bis darauf, daß man mit A/D bzw. den Cursortasten nach links und rechts den Avatar nicht mehr dreht, sondern seitwärts läuft.&#xA;&#xA;Wiederum alternativ kann man den Avatar komplett mit der Maus steuern: Man hält die linke Maustaste auf dem Avatar und klickt zusätzlich rechts, dann läuft der Avatar vorwärts los, und man kann ihn mit der Maus lenken.&#xA;&#xA;Mit Springen wird es dann schon schwierig. Erfahrene Gamer werden intuitiv versuchen, mit der Leertaste zu springen. Das klappt aber nicht. Denn:&#xA;&#xA;E bzw. Bild auf = springen&#xA;C bzw. Bild ab = hocken&#xA;Strg+Alt+S = auf dem Boden sitzen bzw. wieder aufstehen&#xA;&#xA;Man kann auch seitwärts laufen.&#xA;&#xA;Shift+← bzw. Shift+A = nach links laufen&#xA;Shift+→ bzw. Shift+D = nach rechts laufen&#xA;&#xA;Auch das läßt sich mit den Tasten zum Vorwärts- und Rückwärtslaufen kombinieren, so daß man im 45°-Winkel schräg läuft.&#xA;&#xA;Rennen geht auch. Dafür schaltet man entweder den Rennmodus ein, in dem man immer rennt, statt zu gehen. Oder man rennt vorübergehend, indem man die jeweilige Taste zum Laufen zweimal hintereinander drückt und erst beim zweiten Mal hält:&#xA;&#xA;Strg+R = Rennmodus an/aus&#xA;2×↑ bzw. 2×W = vorwärts rennen&#xA;2×↓ bzw. 2×S = rückwärts rennen&#xA;Shift+2×← bzw. Shift+2×A = nach links rennen&#xA;Shift+2×→ bzw. Shift+2×D = nach rechts rennen&#xA;&#xA;Sofern Fliegen da erlaubt ist, wo man sich gerade aufhält, kann man auch fliegen.&#xA;&#xA;Pos1 bzw. F = Flugmodus an/aus&#xA;E bzw. Bild auf = aufwärts&#xA;C bzw. Bild ab = abwärts&#xA;2×Bild auf = Flugmodus an (muß in den Einstellungen aktiviert werden)&#xA;2×Bild ab = Flugmodus aus (muß in den Einstellungen aktiviert werden)&#xA;&#xA;Die Leertaste ist übrigens nicht funktionslos. Wenn man sich bewegt und dabei die Leertaste hält, bewegt man sich langsamer.&#xA;&#xA;Kamerasteuerung&#xA;&#xA;Die Kameraperspektive ist variabel und kann sowohl per Maus als auch per Tastatur gesteuert werden. Wenn die Kameraperspektive ein- oder ausgezoomt wird, bleibt das erhalten, wenn man wieder läuft. Ist die Kamera verdreht, wird sie wieder in die ursprüngliche Position zurückversetzt, sobald man anfängt zu laufen.&#xA;&#xA;Die Tastatursteuerung sieht so aus:&#xA;&#xA;Esc = ursprüngliche Kameraposition inkl. Zoom&#xA;Alt+← bzw. Alt+A = Kamera schwenkt nach links&#xA;Alt+→ bzw. Alt+D = Kamera schwenkt nach rechts&#xA;Alt+↑ bzw. Alt+W = einzoomen&#xA;Alt+↓ bzw. Alt+S = auszoomen&#xA;Strg+Alt+↑ bzw. Strg+Alt+W = Kamera schwenkt nach oben&#xA;Strg+Alt+↓ bzw. Strg+Alt+S = Kamera schwenkt nach unten&#xA;&#xA;Mit Shift+Strg+Alt und den Cursortasten bzw. WASD kann die Kamera verschoben werden.&#xA;&#xA;Wenn man sitzt, steuern Cursortasten und WASD übrigens immer die Kamera, die auch dann noch so stehenbleibt, wenn man aufgestanden ist und bis man Esc drückt oder läuft.&#xA;&#xA;Auch mit der Maus kann die Kamera manipuliert werden. Hält man Strg gedrückt, klickt auf etwas und bewegt die Maus, schwenkt man die Kamera um den angeklickten Punkt. Hält man Alt gedrückt und klickt auf etwas, zoomt die Kamera sofort darauf ein. Mit vertikaler Mausbewegung kann man weiter ein- oder wieder auszoomen, mit horizontaler Mausbewegung schwenkt man. Vorwärts, rückwärts und zur Seite bewegen kann man die Kamera mit Shift+Strg, und mit Shift+Strg+Alt kann man sie in der Höhe bewegen.&#xA;&#xA;Mouselook&#xA;&#xA;Alternativ zum oben Genannten kann die Perspektive, die ja normalerweise Third Person von hinten in über drei Metern Höhe ist, auf First Person umgeschaltet werden, so daß man die Welt buchstäblich mit den Augen des Avatars sieht. Das nennt sich Mouselook, denn es wird primär über die Maus gesteuert. Aktiviert bzw. deaktiviert werden kann Mouselook grundsätzlich:&#xA;&#xA;mit M (aktiviert und deaktiviert Mouselook)&#xA;durch extremes Einzoomen mit dem Mausrad (aktiviert Mouselook) und Auszoomen (deaktiviert Mouselook wieder)&#xA;&#xA;Die Steuerung des Avatars entspricht der, wenn man den Avatar mit der linken Maustaste gedrückt hält, d. h. mit A/D bzw. den Cursortasten nach links und rechts dreht man den Avatar nicht – das macht man mit der Maus –, sondern man läuft seitwärts bzw. schräg.&#xA;&#xA;Sonstige interessante Shortcuts für den Anfang&#xA;&#xA;Strg+I = Inventar&#xA;Strg+M = Karte&#xA;Strg+O = Aussehen&#xA;Strg+T = Unterhaltungen (lokaler Chat, Instant Messaging, Verwaltung von Freunden und Gruppen etc.)&#xA;Shift+Strg+H = sofortiger Teleport nach Hause (an den Punkt, den man als „Zuhause“ definiert hat, bzw. auf die Landesim, wenn man das noch nicht getan hat)&#xA;&#xA;Teleportieren und Hypergridden&#xA;&#xA;Sowohl Teleportieren als auch Hypergridden geht am besten über die Karte (Strg+M). Grundsätzlich funktioniert es so, daß auf der Karte ein Ziel gewählt wird, erkennbar am kleinen roten Kreis, und man sich per Klick auf „Teleport“ an diesen Ort begibt.&#xA;&#xA;Innerhalb des Grid, in dem man sich gerade befindet, geht das rein grafisch. Man kann die Karte mit der Maus verschieben und mit dem Mausrad ein- und auszoomen, man kann Orte auf der Karte anklicken – auch in anderen Sims als die, in der man sich befindet – und sich dann dorthin teleportieren. Das Teleportieren per Maus geht auch, indem man eine Stelle auf der Karte doppelklickt.&#xA;&#xA;Alternativ kann man auch gezielt andere Sims mit ihrem Namen ansteuern. Die Karte hat ein Eingabefeld, in dem man den Namen der Sim oder auch nur einen Teil eingeben und dann danach suchen kann. Darunter wird dann eine Liste der Sims gezeigt, die zum eingegeben Namen oder Namensteil passen. Davon klickt man die gewünschte an und dann auf „Teleport“, oder man doppelklickt die gewünschte. Schon ist man da. Das funktioniert aber nur im aktuellen Grid.&#xA;&#xA;Eine dritte Methode ist, gleich die komplette Hop-Adresse ins Eingabefeld zu kopieren. Hop-Adressen bekommt man z. B. in OpenSimWorld, mitunter auch in OpenSim-Foren, wenn da etwa eine Sim vorgestellt wird oder jemand etwas Interessantes gefunden hat. Die kann man kopieren, ins Eingabefeld neben der Karte einfügen und dann nach der Sim suchen. Wenn sie gefunden wird, kann man sich auf die Sim teleportieren.&#xA;&#xA;Letztere Methode ist übrigens die praktikabelste, wenn man hypergridden will, also sich in andere Grids begeben. Und von den genannten Methoden ist sie die einzige, die funktioniert. Am ehesten funktionieren ansonsten noch Teleporter in-world, wenn jemand so etwas aufgebaut hat …&#xA;&#xA;… und Landmarken. Landmarken sind im Grunde genommen Lesezeichen für Orte in OpenSim. Die kann man sich abspeichern, um interessante Orte wiederzufinden, und man kann sie mit anderen Avataren teilen. Einige Sims geben einem automatisch eine Landmarke, oder es gibt ein Objekt, das man anklicken kann, um eine vorgefertigte Landmarke zu bekommen.&#xA;&#xA;Wenn man sich dann sicher bewegen kann, ist es Zeit, mit diesen Fähigkeiten etwas anzufangen und sich zunächst vor allem um den Avatar zu kümmern. Darum geht es im nächsten Teil.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürSecondLifeUmsteiger #Einstieg&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-1-sich-einrichten" rel="nofollow">ersten Teil dieser Reihe</a> ging es darum, sich einen Viewer für OpenSim zu installieren, sich ein Grid auszusuchen und einen Avatar anzulegen. Aber damit sind die Schwierigkeiten für den Einsteiger mitnichten vorbei. </p>

<p>Nun hat man also seinen Avatar und hat sich auch erstmals ins Grid eingeloggt. Da steht man also in einer noch völlig fremden virtuellen Welt und weiß nicht, was man tun soll. Gute Grids haben eine einigermaßen informative Landesim, auf der auch ganz neue Avatare erstmals landen.</p>

<p>„Informativ“ heißt aber, sie informieren darüber, was es im Grid so zu finden gibt, inklusive Teleportern zum Anklicken. Als Newbie, vor allem als jemand, der nicht aus Second Life kommt, weiß man aber noch nicht einmal, was das zu bedeuten hat, geschweige denn, daß man die Schilder anklicken und sich damit teleportieren kann. In-World-Tutorials sind extrem selten, und wenn, muß man seinen Avatar auch erst dahin bewegen können. Den Komfort, den Second Life einen bietet, wo neue Avatare direkt in ein Steuerungstutorial geworfen werden, gibt es in OpenSim nirgendwo, auch weil es keine speziellen Landeplätze für neue Avatare gibt.</p>

<p>Also muß man von sich aus herausfinden, wie man den Avatar steuert. Wenn es dazu überhaupt Dokumentation gibt, dann allenfalls bei den Viewer-Anbietern. Zum Glück bedienen sich die meisten Viewer sehr ähnlich und sind in der Tastaturbelegung ähnlich, weil angelehnt an den offiziellen Second-Life-Viewer.</p>

<h2 id="den-avatar-bewegen">Den Avatar bewegen</h2>

<p>Herumlaufen wird man intuitiv lernen, da wurde das Rad nicht neu erfunden. Das läuft über die Cursortasten bzw. über <code>W</code><code>A</code><code>S</code><code>D</code>.</p>
<ul><li><code>↑</code> bzw. <code>W</code> = vorwärts laufen</li>
<li><code>↓</code> bzw. <code>S</code> = rückwärts laufen (standardmäßig dreht sich der Avatar dabei vorübergehend um und läuft vorwärts; in einigen Viewern kann das abgeschaltet werden)</li>
<li><code>←</code> bzw. <code>A</code> = links drehen</li>
<li><code>→</code> bzw. <code>D</code> = rechts drehen</li></ul>

<p>Das läßt sich wie gehabt auch kombinieren, um Kurven zu laufen.</p>

<p>Alternativ kann man den Avatar mit der Maus lenken. Man klickt den Avatar mit links an hält die Maustaste gehalten. Dann kann man mit den Cursortasten bzw. <code>W</code><code>A</code><code>S</code><code>D</code> laufen und den Avatar mit Mausbewegungen lenken bis darauf, daß man mit <code>A</code>/<code>D</code> bzw. den Cursortasten nach links und rechts den Avatar nicht mehr dreht, sondern seitwärts läuft.</p>

<p>Wiederum alternativ kann man den Avatar komplett mit der Maus steuern: Man hält die linke Maustaste auf dem Avatar und klickt zusätzlich rechts, dann läuft der Avatar vorwärts los, und man kann ihn mit der Maus lenken.</p>

<p>Mit Springen wird es dann schon schwierig. Erfahrene Gamer werden intuitiv versuchen, mit der Leertaste zu springen. Das klappt aber nicht. Denn:</p>
<ul><li><code>E</code> bzw. <code>Bild auf</code> = springen</li>
<li><code>C</code> bzw. <code>Bild ab</code> = hocken</li>
<li><code>Strg</code>+<code>Alt</code>+<code>S</code> = auf dem Boden sitzen bzw. wieder aufstehen</li></ul>

<p>Man kann auch seitwärts laufen.</p>
<ul><li><code>Shift</code>+<code>←</code> bzw. <code>Shift</code>+<code>A</code> = nach links laufen</li>
<li><code>Shift</code>+<code>→</code> bzw. <code>Shift</code>+<code>D</code> = nach rechts laufen</li></ul>

<p>Auch das läßt sich mit den Tasten zum Vorwärts- und Rückwärtslaufen kombinieren, so daß man im 45°-Winkel schräg läuft.</p>

<p>Rennen geht auch. Dafür schaltet man entweder den Rennmodus ein, in dem man immer rennt, statt zu gehen. Oder man rennt vorübergehend, indem man die jeweilige Taste zum Laufen zweimal hintereinander drückt und erst beim zweiten Mal hält:</p>
<ul><li><code>Strg</code>+<code>R</code> = Rennmodus an/aus</li>
<li>2×<code>↑</code> bzw. 2×<code>W</code> = vorwärts rennen</li>
<li>2×<code>↓</code> bzw. 2×<code>S</code> = rückwärts rennen</li>
<li><code>Shift</code>+2×<code>←</code> bzw. <code>Shift</code>+2×<code>A</code> = nach links rennen</li>
<li><code>Shift</code>+2×<code>→</code> bzw. <code>Shift</code>+2×<code>D</code> = nach rechts rennen</li></ul>

<p>Sofern Fliegen da erlaubt ist, wo man sich gerade aufhält, kann man auch fliegen.</p>
<ul><li><code>Pos1</code> bzw. <code>F</code> = Flugmodus an/aus</li>
<li><code>E</code> bzw. <code>Bild auf</code> = aufwärts</li>
<li><code>C</code> bzw. <code>Bild ab</code> = abwärts</li>
<li>2×<code>Bild auf</code> = Flugmodus an (muß in den Einstellungen aktiviert werden)</li>
<li>2×<code>Bild ab</code> = Flugmodus aus (muß in den Einstellungen aktiviert werden)</li></ul>

<p>Die Leertaste ist übrigens nicht funktionslos. Wenn man sich bewegt und dabei die Leertaste hält, bewegt man sich langsamer.</p>

<h2 id="kamerasteuerung">Kamerasteuerung</h2>

<p>Die Kameraperspektive ist variabel und kann sowohl per Maus als auch per Tastatur gesteuert werden. Wenn die Kameraperspektive ein- oder ausgezoomt wird, bleibt das erhalten, wenn man wieder läuft. Ist die Kamera verdreht, wird sie wieder in die ursprüngliche Position zurückversetzt, sobald man anfängt zu laufen.</p>

<p>Die Tastatursteuerung sieht so aus:</p>
<ul><li><code>Esc</code> = ursprüngliche Kameraposition inkl. Zoom</li>
<li><code>Alt</code>+<code>←</code> bzw. <code>Alt</code>+<code>A</code> = Kamera schwenkt nach links</li>
<li><code>Alt</code>+<code>→</code> bzw. <code>Alt</code>+<code>D</code> = Kamera schwenkt nach rechts</li>
<li><code>Alt</code>+<code>↑</code> bzw. <code>Alt</code>+<code>W</code> = einzoomen</li>
<li><code>Alt</code>+<code>↓</code> bzw. <code>Alt</code>+<code>S</code> = auszoomen</li>
<li><code>Strg</code>+<code>Alt</code>+<code>↑</code> bzw. <code>Strg</code>+<code>Alt</code>+<code>W</code> = Kamera schwenkt nach oben</li>
<li><code>Strg</code>+<code>Alt</code>+<code>↓</code> bzw. <code>Strg</code>+<code>Alt</code>+<code>S</code> = Kamera schwenkt nach unten</li></ul>

<p>Mit <code>Shift</code>+<code>Strg</code>+<code>Alt</code> und den Cursortasten bzw. <code>W</code><code>A</code><code>S</code><code>D</code> kann die Kamera verschoben werden.</p>

<p>Wenn man sitzt, steuern Cursortasten und <code>W</code><code>A</code><code>S</code><code>D</code> übrigens immer die Kamera, die auch dann noch so stehenbleibt, wenn man aufgestanden ist und bis man <code>Esc</code> drückt oder läuft.</p>

<p>Auch mit der Maus kann die Kamera manipuliert werden. Hält man <code>Strg</code> gedrückt, klickt auf etwas und bewegt die Maus, schwenkt man die Kamera um den angeklickten Punkt. Hält man <code>Alt</code> gedrückt und klickt auf etwas, zoomt die Kamera sofort darauf ein. Mit vertikaler Mausbewegung kann man weiter ein- oder wieder auszoomen, mit horizontaler Mausbewegung schwenkt man. Vorwärts, rückwärts und zur Seite bewegen kann man die Kamera mit <code>Shift</code>+<code>Strg</code>, und mit <code>Shift</code>+<code>Strg</code>+<code>Alt</code> kann man sie in der Höhe bewegen.</p>

<h2 id="mouselook">Mouselook</h2>

<p>Alternativ zum oben Genannten kann die Perspektive, die ja normalerweise Third Person von hinten in über drei Metern Höhe ist, auf First Person umgeschaltet werden, so daß man die Welt buchstäblich mit den Augen des Avatars sieht. Das nennt sich Mouselook, denn es wird primär über die Maus gesteuert. Aktiviert bzw. deaktiviert werden kann Mouselook grundsätzlich:</p>
<ul><li>mit <code>M</code> (aktiviert und deaktiviert Mouselook)</li>
<li>durch extremes Einzoomen mit dem Mausrad (aktiviert Mouselook) und Auszoomen (deaktiviert Mouselook wieder)</li></ul>

<p>Die Steuerung des Avatars entspricht der, wenn man den Avatar mit der linken Maustaste gedrückt hält, d. h. mit A/D bzw. den Cursortasten nach links und rechts dreht man den Avatar nicht – das macht man mit der Maus –, sondern man läuft seitwärts bzw. schräg.</p>

<h2 id="sonstige-interessante-shortcuts-für-den-anfang">Sonstige interessante Shortcuts für den Anfang</h2>
<ul><li><code>Strg</code>+<code>I</code> = Inventar</li>
<li><code>Strg</code>+<code>M</code> = Karte</li>
<li><code>Strg</code>+<code>O</code> = Aussehen</li>
<li><code>Strg</code>+<code>T</code> = Unterhaltungen (lokaler Chat, Instant Messaging, Verwaltung von Freunden und Gruppen etc.)</li>
<li><code>Shift</code>+<code>Strg</code>+<code>H</code> = sofortiger Teleport nach Hause (an den Punkt, den man als „Zuhause“ definiert hat, bzw. auf die Landesim, wenn man das noch nicht getan hat)</li></ul>

<h2 id="teleportieren-und-hypergridden">Teleportieren und Hypergridden</h2>

<p>Sowohl Teleportieren als auch Hypergridden geht am besten über die Karte (<code>Strg</code>+<code>M</code>). Grundsätzlich funktioniert es so, daß auf der Karte ein Ziel gewählt wird, erkennbar am kleinen roten Kreis, und man sich per Klick auf „Teleport“ an diesen Ort begibt.</p>

<p>Innerhalb des Grid, in dem man sich gerade befindet, geht das rein grafisch. Man kann die Karte mit der Maus verschieben und mit dem Mausrad ein- und auszoomen, man kann Orte auf der Karte anklicken – auch in anderen Sims als die, in der man sich befindet – und sich dann dorthin teleportieren. Das Teleportieren per Maus geht auch, indem man eine Stelle auf der Karte doppelklickt.</p>

<p>Alternativ kann man auch gezielt andere Sims mit ihrem Namen ansteuern. Die Karte hat ein Eingabefeld, in dem man den Namen der Sim oder auch nur einen Teil eingeben und dann danach suchen kann. Darunter wird dann eine Liste der Sims gezeigt, die zum eingegeben Namen oder Namensteil passen. Davon klickt man die gewünschte an und dann auf „Teleport“, oder man doppelklickt die gewünschte. Schon ist man da. Das funktioniert aber nur im aktuellen Grid.</p>

<p>Eine dritte Methode ist, gleich die komplette Hop-Adresse ins Eingabefeld zu kopieren. Hop-Adressen bekommt man z. B. in <a href="https://opensimworld.com/" rel="nofollow">OpenSimWorld</a>, mitunter auch in OpenSim-Foren, wenn da etwa eine Sim vorgestellt wird oder jemand etwas Interessantes gefunden hat. Die kann man kopieren, ins Eingabefeld neben der Karte einfügen und dann nach der Sim suchen. Wenn sie gefunden wird, kann man sich auf die Sim teleportieren.</p>

<p>Letztere Methode ist übrigens die praktikabelste, wenn man hypergridden will, also sich in andere Grids begeben. Und von den genannten Methoden ist sie die einzige, die funktioniert. Am ehesten funktionieren ansonsten noch Teleporter in-world, wenn jemand so etwas aufgebaut hat …</p>

<p>… und Landmarken. Landmarken sind im Grunde genommen Lesezeichen für Orte in OpenSim. Die kann man sich abspeichern, um interessante Orte wiederzufinden, und man kann sie mit anderen Avataren teilen. Einige Sims geben einem automatisch eine Landmarke, oder es gibt ein Objekt, das man anklicken kann, um eine vorgefertigte Landmarke zu bekommen.</p>

<p>Wenn man sich dann sicher bewegen kann, ist es Zeit, mit diesen Fähigkeiten etwas anzufangen und sich zunächst vor allem um den Avatar zu kümmern. Darum geht es <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-3-avatargestaltung" rel="nofollow">im nächsten Teil</a>.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Einstieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Einstieg</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-2-die-handhabung</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Jan 2022 20:25:37 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Einstieg in OpenSim, Teil 1: Sich einrichten</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-1-sich-einrichten</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ein Thema, das seit jeher entweder nur sehr stiefmütterlich oder überhaupt nicht behandelt wird, ist der Einstieg in OpenSim für totale Neulinge. Dazu zählen auf eine Art auch Umsteiger aus Second Life, die erst einmal umdenken müssen. !--more--&#xA;&#xA;Natürlich gibt es einiges an OpenSim-Anleitungen und -Tutorials, aber die sind nur für die Serveranwendung OpenSimulator selbst und damit für Endnutzer ungeeignet. Das heißt, eigentlich sind sie sogar verwirrend, denn Neulinge glauben natürlich, sie müssen sich erst „OpenSim installieren“. Als Second-Life-Veteran hat man sich ja auch „Second Life installiert“, wobei „Second Life“ in diesem Fall den offiziellen Viewer meint. OpenSim hat aber keinen gleichnamigen offiziellen Viewer, was man als Neuling natürlich nicht unbedingt weiß.&#xA;&#xA;Wer sich also trotzdem durch so ein Tutorial gekämpft hat, sitzt nach einer gefühlten Ewigkeit da mit einem aufwendig installierten und konfigurierten privaten OpenSim-Grid – weiß aber nicht, wie das jetzt genutzt werden soll. Ein typisches Tutorial kommt erst an dieser Stelle an den Punkt, wo man sich einen Viewer herunterladen, installieren und konfigurieren soll, um das eigene Grid auch nutzen zu können. Für Neulinge müßte der Punkt Viewer-Installation eigentlich der erste sein, und alles davor, alles, was mit der Installation und Konfiguration von OpenSim selbst zu tun hat, ist in diesem Stadium mehr als unnötig.&#xA;&#xA;Am Anfang steht die Qual der Wahl&#xA;&#xA;Anfangen sollte man ganz woanders. Bevor man sich sein eigenes Grid aufsetzt, wenn überhaupt, sollte man sich erst mit der Welt von OpenSim vertraut machen. Das gilt ganz besonders, wenn man eben nicht vorher in Second Life war. Und das kann man sehr viel besser in schon existierenden öffentlichen Grids.&#xA;&#xA;Um das zu können, braucht man zweierlei:&#xA;&#xA;einen Avatar&#xA;einen OpenSim-kompatiblen Viewer&#xA;&#xA;In dieser Hinsicht ist OpenSim ähnlich wie E-Mail: Man hat die Qual der Wahl und bekommt nicht alles vorgekaut.&#xA;&#xA;Zum Verständnis der Begrifflichkeiten siehe auch meinen ersten Grundbegriffe-Post.&#xA;&#xA;Der Viewer&#xA;&#xA;Der Viewer entspricht in diesem Vergleich dem E-Mail-Client mit dem Unterschied, daß kein Betriebssystem einen OpenSim-Viewer schon vorinstalliert hat. Es gibt da einiges zur Auswahl, aber wie auch bei E-Mail gibt es eine generelle Empfehlung, die den meisten Nutzern passen dürfte. Für E-Mail ist das der Thunderbird – für OpenSim ist das der Firestorm Viewer. Der wird am besten unterstützt und ist cross-platform.&#xA;&#xA;Beim Download des Firestorm muß man allerdings aufpassen: Es gibt jeweils Versionen, die nur mit Second Life funktionieren, und solche speziell für OpenSim, die mit Second Life nur eingeschränkt funktionieren. Für OpenSim braucht man natürlich eine von letzteren; die Second-Life-Versionen sind da unbrauchbar. Dann muß man noch darauf achten, die richtige Version fürs eigene Betriebssystem zu wählen.&#xA;&#xA;Das Grid für den Avatar&#xA;&#xA;Nun braucht man noch einen Avatar. Den muß man auf einem Grid registrieren. In der E-Mail-Analogie entspricht der Avatar dem E-Mail-Konto und das Grid dem Mailprovider, bei dem man sich ein Konto anlegt. Auch der wird einem nicht vorgekaut. In OpenSim kommt aber erschwerend noch hinzu, daß man meist erst wirklich erfährt, wie gut ein Grid ist, wenn man schon einen Avatar hat und in der Welt von OpenSim unterwegs ist, denn da trifft man noch am ehesten Leute an, die wissen, wo es gut ist und wo nicht, und kann dahingehend auch eigene Erfahrungen machen.&#xA;&#xA;Generelle Empfehlungen für alle gibt&#39;s hier nicht. Das Gmail von OpenSim ist ganz klar das OSgrid, das mit Abstand am größten ist und mit Abstand die meisten Nutzer hat. Okay, es hat nichts mit Google zu tun, aber auch da gehen viele hin, weil sie sich nicht entscheiden können und einfach das wählen, was „alle“ wählen. Außerdem ist das OSgrid die technische Referenz, gegen die vor allem der Firestorm gebaut wird, und rollt neue Features schon früh aus.&#xA;&#xA;Allerdings sollte man als Nutzer im deutschsprachigen Raum der Performance halber nicht gerade ein Grid nutzen, das in Übersee gehostet ist. Außerdem haben Grids aus dem deutschsprachigen Raum auch viel eher etwas, das den Namen „deutschsprachige Community“ verdient. Meine Empfehlung wäre eher, sich da umzugucken. Ein Ansatzpunkt wäre die Liste der populärsten Grids auf Hypergrid Business. Wenn man noch keine Grids kennt, sollte man auf die Top Level Domain achten; .de ist am eindeutigsten, aber auch nach .eu kann man gucken. Außerdem ist dringend zu empfehlen, ein Grid zu wählen, das im Hypergrid ist, damit man nicht auf diesem einen Grid „eingesperrt“ ist. Ob ein Grid im Hypergrid ist oder nicht, ist ersichtlich aus der Hypergrid-Business-Liste der aktiven Grids; die meisten sind es aber.&#xA;&#xA;Es empfiehlt sich immer, sich den Webauftritt des jeweiligen Grid anzusehen. Daraus kann man mitunter erkennen, ob es da wirklich so etwas wie eine Community gibt und das Grid überhaupt noch gepflegt wird. Einige Grids sind thematisch spezialisiert, darauf sollte man auch achten. Sich auf einem Grid mit Gor als Thema zu registrieren, wenn man mit Gor nichts am Hut hat (das lernt ihr noch früh genug, was das ist), ist sinnlos, ebenso, sich auf einem Furry-Grid zu registrieren, wenn man kein Furry ist. Bei Grids mit einer .eu-TLD sollte man auch überprüfen, ob man die „Amtssprache“ des Grid versteht – Astralia z. B. ist italienisch, während Offworld tatsächlich deutsch ist. Auch hinter neutralen TLDs verbergen sich europäische oder gar deutsche Grids, so ist Craft-World italienisch, aber polyglott. Im übrigen erlauben auch nicht alle Grids das Registrieren neuer Avatare.&#xA;&#xA;Und es gibt noch mehr Fallstricke, vor denen man gewarnt sein sollte. Metropolis ist beispielsweise auch ein deutschsprachiges Grid, das älteste und mit Abstand größte seiner Art. Aber wer es kennt und nicht dafür arbeitet, ist sich einig, daß dieses einstmals mächtige und bedeutende Grid den Eindruck macht, einen langsamen Tod zu sterben. Noch dazu sind viele sehr vorsichtig, seit es vor nicht allzu langer Zeit einen Datenverlust gegeben hat, dem die Inventare aller Avatare zum Opfer gefallen sind. Generell ist das ganze Grid inzwischen sehr buggy. Die Größe täuscht: Ein erheblicher Teil der Landfläche kommt von gigantischen Varsims, die mitunter weder bebaut noch nutzbar sind, und die meisten Avatare sind Karteileichen von Leuten, die, wenn sie noch aktiv sind, längst in andere Grids umgezogen sind.&#xA;&#xA;Anderes Beispiel: Anettes Welt scheint schon seit Jahren nur noch im Wartungsmodus zu laufen. Es verwendet eine uralte OpenSim-Version und unterstützt kein Bake-on-Mesh. Das ist schade, denn es gibt da eine bemerkenswerte Shopping-Doppelsim (hop://anettes-welt.de:8002/Atlantis/175/250/23, hop://anettes-welt.de:8002/Atlantis1/175/29/23). Wieder andere Grids haben auf die eine oder andere Art zweifelhafte Führungsstile.&#xA;&#xA;Wenn’s hart auf hart kommt, kann man natürlich immer einen neuen Avatar mit derselben Identität auf einem anderen Grid anlegen. In OpenSim kann man im Prinzip beliebig viele Avatare haben. Aber dann hat man immer den Aufwand, den neuen Avatar mit dem Inventar des alten Avatars auszustatten, sofern die Sachen übertragbar sind, die nicht übertragbaren Sachen neu zu beschaffen, ihn zu stylen, also womöglich hunderte Outfits neu anzulegen, die ganzen Freundschaften neu zu knüpfen, den ganzen Gruppen, in denen der alte Avatar noch ist, wieder beizutreten, und so weiter. Wenn der alte Avatar schon ein Zuhause in-world hatte, braucht man das natürlich auch neu.&#xA;&#xA;A propos: Es ist auch ein bißchen von Vorteil, auf einem Grid zu sein, das für Gridbewohner kostenlose Parzellen zur Verfügung stellt. Dann kann man seinem Avatar relativ einfach ein Zuhause bescheren, wenn man eins haben will. Aber in deutschsprachigen Grids gibt es das nicht oft, und wenn, wird es meist nicht beworben. Dorenas World beispielsweise hat noch ein paar Parzellen in ruhiger Lage frei (= auf Sims, die OpenSimWorld zum Glück nicht kennt), macht dafür aber keine Werbung und vergibt sie meines Wissens auch nur an Einwohner, die man gut genug kennt. Das heißt, es gibt auch Sims im Hypergrid mit Parzellen für Avatare aus egal welchem Grid; dazu in einem späteren Teil mehr.&#xA;&#xA;Der Name&#xA;&#xA;Zu guter Letzt braucht man natürlich einen Namen für den eigenen Avatar. Da gibt es eins zu beachten: Ein Avatar in OpenSim hat immer einen Vornamen und einen Nachnamen. Im Gegensatz zu Second Life sind das aber beides Freitextfelder. Viele Online-Nicknames, die man normalerweise so hat, werden hier unbrauchbar, wenn sie nur aus einem Wort bestehen.&#xA;&#xA;Wer vorher in Second Life war, kann natürlich seinen Second-Life-Namen benutzen. Allerdings wirkt es ein bißchen komisch, wenn man ohne Not „Resident“ als Nachnamen wählt.&#xA;&#xA;Die letzten Vorbereitungen&#xA;&#xA;Wenn man nun all diese Wahlen getroffen hat, kann man zur Tat schreiten. Zwei Dinge sind ganz zum Anfang zu tun: Zum einen muß man auf die Website des Grid gehen, auf dem man seinen Avatar haben will. Da registriert man sich dann seinen Avatar. Einige Grids bieten übrigens beim Registrieren fertig dekorierte Startavatare an, von denen man sich einen aussuchen kann. Normalerweise startet man nämlich mit „Ruth“, dem Ur-Avatar auf dem Stand von 2007 mit einer aus dem Kopf ausgestülpten braunen Unisex-Vokuhila-Frisur, einem grauen Layer-Oberteil und einer roten Layer-Hose.&#xA;&#xA;Zum anderen muß man sich den Viewer installieren, was aber eigentlich kein Hexenwerk sein sollte. Wenn der dann installiert ist, naht der Augenblick, auf den man gewartet hat: der erste Eintritt in die virtuelle Welt.&#xA;&#xA;Dafür muß der Viewer dreierlei haben: erstens den Namen des Avatars, zweitens dessen Paßwort und drittens das Grid, auf dem der Avatar registriert ist. Einige Grids, die nicht zu jung und/oder zu obskur sind, sind zumindest im Firestorm schon eingetragen, die kann man also in der Login-Leiste unten direkt aus dem Menü auswählen.&#xA;&#xA;Fehlt das eigene Grid, kann man es nachträglich eintragen. Dazu besorgt man sich die komplette Adresse des Grid, idealerweise mit Portnummer. Die oben verlinkte Liste auf Hypergrid Business enthält die jeweiligen Hypergrid-Adressen der aufgeführten Grids. Dann geht man im Firestorm zur Menüleiste oben, auf Viewer → Einstellungen und in den Einstellungen auf OpenSim. Da gibt es ein Feld, das beschriftet ist mit Neues Grid hinzufügen. Da setzt man die Hypergrid-Adresse des eigenen Grid ein und klickt auf Anwenden. Der Firestorm sollte dann das Grid in die Liste aufnehmen. Die Einstellungen werden dann noch mit OK geschlossen, und schon kann man unten in der Login-Leiste das Grid auswählen.&#xA;&#xA;Wenn nun Avatarname und Paßwort eingegeben sind und das Grid ausgewählt ist, braucht man nur noch auf Anmelden klicken …&#xA;&#xA;… und schon ist man zum ersten Mal in der Welt von OpenSim.&#xA;&#xA;Es empfiehlt sich, sich das Datum zu merken oder aufzuschreiben. Das ist dann nämlich der In-World-Geburtstag, auch „Rezztag“ genannt. Einige Nutzer, die nicht mehr ihren ersten Avatar verwenden, aber die Identität nie geändert haben, geben als ihren Rezztag übrigens weiterhin den ihres ersten Avatars an. Also sollte man dieses Datum gerade beim ersten Avatar nie vergessen.&#xA;&#xA;Weiter geht’s in der nächsten „Folge“ mit der Handhabung.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürSecondLifeUmsteiger #Einstieg&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Thema, das seit jeher entweder nur sehr stiefmütterlich oder überhaupt nicht behandelt wird, ist der Einstieg in OpenSim für totale Neulinge. Dazu zählen auf eine Art auch Umsteiger aus Second Life, die erst einmal umdenken müssen. </p>

<p>Natürlich gibt es einiges an OpenSim-Anleitungen und -Tutorials, aber die sind nur für die Serveranwendung OpenSimulator selbst und damit für Endnutzer ungeeignet. Das heißt, eigentlich sind sie sogar verwirrend, denn Neulinge glauben natürlich, sie müssen sich erst „OpenSim installieren“. Als Second-Life-Veteran hat man sich ja auch „Second Life installiert“, wobei „Second Life“ in diesem Fall den offiziellen Viewer meint. OpenSim hat aber keinen gleichnamigen offiziellen Viewer, was man als Neuling natürlich nicht unbedingt weiß.</p>

<p>Wer sich also trotzdem durch so ein Tutorial gekämpft hat, sitzt nach einer gefühlten Ewigkeit da mit einem aufwendig installierten und konfigurierten privaten OpenSim-Grid – weiß aber nicht, wie das jetzt genutzt werden soll. Ein typisches Tutorial kommt erst an dieser Stelle an den Punkt, wo man sich einen Viewer herunterladen, installieren und konfigurieren soll, um das eigene Grid auch nutzen zu können. Für Neulinge müßte der Punkt Viewer-Installation eigentlich der erste sein, und alles davor, alles, was mit der Installation und Konfiguration von OpenSim selbst zu tun hat, ist in diesem Stadium mehr als unnötig.</p>

<h2 id="am-anfang-steht-die-qual-der-wahl">Am Anfang steht die Qual der Wahl</h2>

<p>Anfangen sollte man ganz woanders. Bevor man sich sein eigenes Grid aufsetzt, wenn überhaupt, sollte man sich erst mit der Welt von OpenSim vertraut machen. Das gilt ganz besonders, wenn man eben nicht vorher in Second Life war. Und das kann man sehr viel besser in schon existierenden öffentlichen Grids.</p>

<p>Um das zu können, braucht man zweierlei:</p>
<ul><li>einen Avatar</li>
<li>einen OpenSim-kompatiblen Viewer</li></ul>

<p>In dieser Hinsicht ist OpenSim ähnlich wie E-Mail: Man hat die Qual der Wahl und bekommt nicht alles vorgekaut.</p>

<p><em>Zum Verständnis der Begrifflichkeiten siehe auch <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-virtueller-welten-die-struktur" rel="nofollow">meinen ersten Grundbegriffe-Post</a>.</em></p>

<h3 id="der-viewer">Der Viewer</h3>

<p>Der Viewer entspricht in diesem Vergleich dem E-Mail-Client mit dem Unterschied, daß kein Betriebssystem einen OpenSim-Viewer schon vorinstalliert hat. Es gibt da einiges zur Auswahl, aber wie auch bei E-Mail gibt es eine generelle Empfehlung, die den meisten Nutzern passen dürfte. Für E-Mail ist das der Thunderbird – für OpenSim ist das der <a href="https://www.firestormviewer.org/" rel="nofollow">Firestorm Viewer</a>. Der wird am besten unterstützt und ist cross-platform.</p>

<p>Beim Download des Firestorm muß man allerdings aufpassen: Es gibt jeweils Versionen, die nur mit Second Life funktionieren, und <a href="https://www.firestormviewer.org/os-operating-system/" rel="nofollow">solche speziell für OpenSim</a>, die mit Second Life nur eingeschränkt funktionieren. Für OpenSim braucht man natürlich eine von letzteren; die Second-Life-Versionen sind da unbrauchbar. Dann muß man noch darauf achten, die richtige Version fürs eigene Betriebssystem zu wählen.</p>

<h3 id="das-grid-für-den-avatar">Das Grid für den Avatar</h3>

<p>Nun braucht man noch <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-der-avatar" rel="nofollow">einen Avatar</a>. Den muß man auf einem Grid registrieren. In der E-Mail-Analogie entspricht der Avatar dem E-Mail-Konto und das Grid dem Mailprovider, bei dem man sich ein Konto anlegt. Auch der wird einem nicht vorgekaut. In OpenSim kommt aber erschwerend noch hinzu, daß man meist erst wirklich erfährt, wie gut ein Grid ist, wenn man schon einen Avatar hat und in der Welt von OpenSim unterwegs ist, denn da trifft man noch am ehesten Leute an, die wissen, wo es gut ist und wo nicht, und kann dahingehend auch eigene Erfahrungen machen.</p>

<p>Generelle Empfehlungen für alle gibt&#39;s hier nicht. Das Gmail von OpenSim ist ganz klar das OSgrid, das mit Abstand am größten ist und mit Abstand die meisten Nutzer hat. Okay, es hat nichts mit Google zu tun, aber auch da gehen viele hin, weil sie sich nicht entscheiden können und einfach das wählen, was „alle“ wählen. Außerdem ist das OSgrid die technische Referenz, gegen die vor allem der Firestorm gebaut wird, und rollt neue Features schon früh aus.</p>

<p>Allerdings sollte man als Nutzer im deutschsprachigen Raum der Performance halber nicht gerade ein Grid nutzen, das in Übersee gehostet ist. Außerdem haben Grids aus dem deutschsprachigen Raum auch viel eher etwas, das den Namen „deutschsprachige Community“ verdient. Meine Empfehlung wäre eher, sich da umzugucken. Ein Ansatzpunkt wäre <a href="https://www.hypergridbusiness.com/statistics/most-popular-hypergrid-worlds/" rel="nofollow">die Liste der populärsten Grids auf Hypergrid Business</a>. Wenn man noch keine Grids kennt, sollte man auf die Top Level Domain achten; .de ist am eindeutigsten, aber auch nach .eu kann man gucken. Außerdem ist dringend zu empfehlen, ein Grid zu wählen, das im Hypergrid ist, damit man nicht auf diesem einen Grid „eingesperrt“ ist. Ob ein Grid im Hypergrid ist oder nicht, ist ersichtlich aus <a href="https://www.hypergridbusiness.com/statistics/active-grids/" rel="nofollow">der Hypergrid-Business-Liste der aktiven Grids</a>; die meisten sind es aber.</p>

<p>Es empfiehlt sich immer, sich den Webauftritt des jeweiligen Grid anzusehen. Daraus kann man mitunter erkennen, ob es da wirklich so etwas wie eine Community gibt und das Grid überhaupt noch gepflegt wird. Einige Grids sind thematisch spezialisiert, darauf sollte man auch achten. Sich auf einem Grid mit Gor als Thema zu registrieren, wenn man mit Gor nichts am Hut hat (das lernt ihr noch früh genug, was das ist), ist sinnlos, ebenso, sich auf einem Furry-Grid zu registrieren, wenn man kein Furry ist. Bei Grids mit einer .eu-TLD sollte man auch überprüfen, ob man die „Amtssprache“ des Grid versteht – <a href="https://www.astralia.eu/" rel="nofollow">Astralia</a> z. B. ist italienisch, während <a href="http://offworld.eu/" rel="nofollow">Offworld</a> tatsächlich deutsch ist. Auch hinter neutralen TLDs verbergen sich europäische oder gar deutsche Grids, so ist <a href="https://www.craft-world.org/page/de/home.php?lang=DE" rel="nofollow">Craft-World</a> italienisch, aber polyglott. Im übrigen erlauben auch nicht alle Grids das Registrieren neuer Avatare.</p>

<p>Und es gibt noch mehr Fallstricke, vor denen man gewarnt sein sollte. <a href="https://metro.land/" rel="nofollow">Metropolis</a> ist beispielsweise auch ein deutschsprachiges Grid, das älteste und mit Abstand größte seiner Art. Aber wer es kennt und nicht dafür arbeitet, ist sich einig, daß dieses einstmals mächtige und bedeutende Grid den Eindruck macht, einen langsamen Tod zu sterben. Noch dazu sind viele sehr vorsichtig, seit es vor nicht allzu langer Zeit einen Datenverlust gegeben hat, dem die Inventare aller Avatare zum Opfer gefallen sind. Generell ist das ganze Grid inzwischen sehr buggy. Die Größe täuscht: Ein erheblicher Teil der Landfläche kommt von gigantischen Varsims, die mitunter weder bebaut noch nutzbar sind, und die meisten Avatare sind Karteileichen von Leuten, die, wenn sie noch aktiv sind, längst in andere Grids umgezogen sind.</p>

<p>Anderes Beispiel: <a href="http://www.anetteswelt.de/" rel="nofollow">Anettes Welt</a> scheint schon seit Jahren nur noch im Wartungsmodus zu laufen. Es verwendet eine uralte OpenSim-Version und unterstützt kein Bake-on-Mesh. Das ist schade, denn es gibt da eine bemerkenswerte <a href="https://opensimworld.com/hop/74928" rel="nofollow">Shopping</a>-<a href="https://opensimworld.com/hop/75410" rel="nofollow">Doppelsim</a> (<em>hop://anettes-welt.de:8002/Atlantis/175/250/23</em>, <em>hop://anettes-welt.de:8002/Atlantis1/175/29/23</em>). Wieder andere Grids haben auf die eine oder andere Art zweifelhafte Führungsstile.</p>

<p>Wenn’s hart auf hart kommt, kann man natürlich immer einen neuen Avatar mit derselben Identität auf einem anderen Grid anlegen. In OpenSim kann man im Prinzip beliebig viele Avatare haben. Aber dann hat man immer den Aufwand, den neuen Avatar mit dem Inventar des alten Avatars auszustatten, <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-rechte" rel="nofollow">sofern die Sachen übertragbar sind</a>, die nicht übertragbaren Sachen neu zu beschaffen, ihn zu stylen, also womöglich hunderte Outfits neu anzulegen, die ganzen Freundschaften neu zu knüpfen, den ganzen Gruppen, in denen der alte Avatar noch ist, wieder beizutreten, und so weiter. Wenn der alte Avatar schon ein Zuhause in-world hatte, braucht man das natürlich auch neu.</p>

<p>A propos: Es ist auch ein bißchen von Vorteil, auf einem Grid zu sein, das für Gridbewohner kostenlose Parzellen zur Verfügung stellt. Dann kann man seinem Avatar relativ einfach ein Zuhause bescheren, wenn man eins haben will. Aber in deutschsprachigen Grids gibt es das nicht oft, und wenn, wird es meist nicht beworben. Dorenas World beispielsweise hat noch ein paar Parzellen in ruhiger Lage frei (= auf Sims, die OpenSimWorld zum Glück nicht kennt), macht dafür aber keine Werbung und vergibt sie meines Wissens auch nur an Einwohner, die man gut genug kennt. Das heißt, es gibt auch Sims im Hypergrid mit Parzellen für Avatare aus egal welchem Grid; dazu in einem späteren Teil mehr.</p>

<h3 id="der-name">Der Name</h3>

<p>Zu guter Letzt braucht man natürlich einen Namen für den eigenen Avatar. Da gibt es eins zu beachten: Ein Avatar in OpenSim hat immer einen Vornamen und einen Nachnamen. Im Gegensatz zu Second Life sind das aber beides Freitextfelder. Viele Online-Nicknames, die man normalerweise so hat, werden hier unbrauchbar, wenn sie nur aus einem Wort bestehen.</p>

<p>Wer vorher in Second Life war, kann natürlich seinen Second-Life-Namen benutzen. Allerdings wirkt es ein bißchen komisch, wenn man ohne Not „Resident“ als Nachnamen wählt.</p>

<h2 id="die-letzten-vorbereitungen">Die letzten Vorbereitungen</h2>

<p>Wenn man nun all diese Wahlen getroffen hat, kann man zur Tat schreiten. Zwei Dinge sind ganz zum Anfang zu tun: Zum einen muß man auf die Website des Grid gehen, auf dem man seinen Avatar haben will. Da registriert man sich dann seinen Avatar. Einige Grids bieten übrigens beim Registrieren fertig dekorierte Startavatare an, von denen man sich einen aussuchen kann. Normalerweise startet man nämlich mit „Ruth“, dem Ur-Avatar auf dem Stand von 2007 mit einer aus dem Kopf ausgestülpten braunen Unisex-Vokuhila-Frisur, einem grauen Layer-Oberteil und einer roten Layer-Hose.</p>

<p>Zum anderen muß man sich den Viewer installieren, was aber eigentlich kein Hexenwerk sein sollte. Wenn der dann installiert ist, naht der Augenblick, auf den man gewartet hat: der erste Eintritt in die virtuelle Welt.</p>

<p>Dafür muß der Viewer dreierlei haben: erstens den Namen des Avatars, zweitens dessen Paßwort und drittens das Grid, auf dem der Avatar registriert ist. Einige Grids, die nicht zu jung und/oder zu obskur sind, sind zumindest im Firestorm schon eingetragen, die kann man also in der Login-Leiste unten direkt aus dem Menü auswählen.</p>

<p>Fehlt das eigene Grid, kann man es nachträglich eintragen. Dazu besorgt man sich die komplette Adresse des Grid, idealerweise mit Portnummer. Die oben verlinkte Liste auf Hypergrid Business enthält die jeweiligen Hypergrid-Adressen der aufgeführten Grids. Dann geht man im Firestorm zur Menüleiste oben, auf <em>Viewer</em> → <em>Einstellungen</em> und in den Einstellungen auf <em>OpenSim</em>. Da gibt es ein Feld, das beschriftet ist mit <em>Neues Grid hinzufügen</em>. Da setzt man die Hypergrid-Adresse des eigenen Grid ein und klickt auf <em>Anwenden</em>. Der Firestorm sollte dann das Grid in die Liste aufnehmen. Die Einstellungen werden dann noch mit <em>OK</em> geschlossen, und schon kann man unten in der Login-Leiste das Grid auswählen.</p>

<p>Wenn nun Avatarname und Paßwort eingegeben sind und das Grid ausgewählt ist, braucht man nur noch auf <em>Anmelden</em> klicken …</p>

<p>… und schon ist man zum ersten Mal in der Welt von OpenSim.</p>

<p>Es empfiehlt sich, sich das Datum zu merken oder aufzuschreiben. Das ist dann nämlich der In-World-Geburtstag, auch „Rezztag“ genannt. Einige Nutzer, die nicht mehr ihren ersten Avatar verwenden, aber die Identität nie geändert haben, geben als ihren Rezztag übrigens weiterhin den ihres ersten Avatars an. Also sollte man dieses Datum gerade beim ersten Avatar nie vergessen.</p>

<p>Weiter geht’s <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-2-die-handhabung" rel="nofollow">in der nächsten „Folge“</a> mit der Handhabung.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrSecondLifeUmsteiger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürSecondLifeUmsteiger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Einstieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Einstieg</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-einstieg-in-opensim-teil-1-sich-einrichten</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Jan 2022 19:04:43 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Copybotting: Was ist das eigentlich?</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/copybotting-was-ist-das-eigentlich</link>
      <description>&lt;![CDATA[Man liest es ja immer wieder: Dies und das ist „gecopybottet“. Gemeint ist damit immer, daß es sich jemand unrechtmäßig angeeignet hat – will sagen, unter Umgehung eigentlich bestehender Beschränkungen. In OpenSim wird es gern synonym verwendet für „aus Second Life geklaut“, allerdings trifft das sehr häufig auch zu.&#xA;&#xA;Aber was bedeutet das nun genau? !--more--&#xA;&#xA;Erklärung&#xA;&#xA;„Copybotting“ kommt von „Copybot“. Ein Copybot ist ein spezieller Client für Second Life und/oder OpenSim, dessen Kernfeature ist, daß er das Rechtesystem aushebelt. Was mit normalen Viewern nicht kopiert werden darf, können Copybots trotzdem kopieren. Was mit normalen Viewern nicht modifiziert werden darf, können Copybots beim Kopieren trotzdem modifizieren – und zwar bis hin zum Ändern des Erstellereintrags, was eigentlich God Mode benötigt. Und so weiter. Es gibt auch Viewer, die die Funktionalität von Copybots eingebaut haben für diejenigen, die sich nicht mit Bots befassen wollen und/oder können.&#xA;&#xA;Das Ganze funktioniert im Prinzip so: Ein Viewer stellt ja das, was er findet, auf dem Bildschirm dar. Ein Copybot wendet exakt dieselbe Technik an, um exakt dieselben Sachen „darzustellen“ – aber im Inventar des Avatars, der ihn gerade nutzt. Das heißt, der Copybot kopiert nicht die Inhalte selbst. Statt dessen sieht er sich an, wie sie aufgebaut sind, und baut sie dann Stück für Stück nach.&#xA;&#xA;Damit kann er natürlich das komplette Rechtesystem umgehen, denn beim Darstellen auf dem Bildschirm greift das Rechtesystem ja auch nicht. Wenn es irgendwie dargestellt werden kann, kann es auch gecopybottet werden. Teil der Fähigkeiten von Copybots ist obendrein, alles auf einmal kopieren zu können, was sich auf einer Sim befindet.&#xA;&#xA;Ich verwende hier absichtlich den in der Second-Life-Sprache veralteten Begriff „Sim“, denn das Problem betrifft nicht nur Second Life. Eigentlich sagt man in Second Life ja „Region“. Aber eine Region ist immer 256×256 Meter groß, und OpenSim hat Varsims, die sich aus mehreren Regionen zusammensetzen, sich dann aber handhaben lassen wie eine einzige Region, also ohne Regionsgrenzen alle 256 Meter.&#xA;&#xA;Ein Copybot auf einer Varsim räumt dabei nicht nur das Gebiet ab, das einer Region entspricht. Im Gegenteil: Auf einer 4×4-Varsim kann er den Inhalt von 16 Second-Life-Regionen auf einmal kopieren. Auf einer 6×6-Varsim nimmt er 36 Regionen mit und so weiter.&#xA;&#xA;Copybots können aber noch weiter gehen: Sie können auch die Inventare anderer Avatare nachbauen, also „kopieren“. Beliebiger Avatare. Also auch dann, wenn ein Avatar niemanden an sein Inventar heranläßt.&#xA;&#xA;Möglichkeiten über normale Viewer hinaus&#xA;&#xA;Wie gesagt: Nichts im Rechtesystem von Second Life oder OpenSim kann einen Copybot aufhalten. Ein Copybot umschifft alle Beschränkungen, auch no-copy und no-modify. Für einen Copybot ist alles full-perm, alles erlaubt und natürlich alles kostenlos. Copybots können schon lange auch in Inventare anderer Avatare eindringen und diese komplett mitnehmen. Ich wage zu behaupten, daß Copybots inzwischen auch schon in Vendors und Boxen eindringen und die mitsamt Inhalt mitnehmen können.&#xA;&#xA;Mit einem normalen Viewer kann man Objekte auch nur einzeln kopieren. Ein Copybot – eben auch einer, der in einen Viewer eingebaut ist – kann, wie gesagt, alles auf einer Sim auf einmal kopieren. Das heißt, es wird nicht ruckzuck mit einem Handstreich kopiert. Das dauert seine Zeit und verursacht währenddessen immens viel Last auf dem Server.&#xA;&#xA;Was Copybots auch noch ermöglichen, ist, Inhalte aus dem jeweiligen Grid komplett zu exportieren. In OpenSim geht das an sich, aber nur, wenn die Rechte entsprechend gesetzt sind. In einigen Grids im Hypergrid gibt es durchaus Dinge, die nicht aus dem Grid mitgenommen werden können. In Second Life geht es an sich überhaupt nicht. Mit Copybots geht es ohne jegliche Einschränkungen – auch aus Second Life heraus.&#xA;&#xA;Dabei müssen Copybots nicht zwingend ständig mit einem Avatar verbunden sein, der dann auch auf einer bestimmten Sim ist. Es scheint auch Copybots zu geben, die z. B. Sims überwachen und von jedem Avatar, der auf die Sim kommt, jeweils automatisch das komplette Inventar copybotten.&#xA;&#xA;Hinzu kommt, daß man mit einem Copybot-Viewer in der Lage ist, die Identität des Erstellers beliebig zu ändern. Wenn es nicht gerade reine Prim-Konstruktionen sind, müssen Copybots das auch, denn dann können sie die Identität des Erstellers nicht automatisch übernehmen. Copybots können dabei jeden x-beliebigen Avatar als Ersteller eintragen; standardmäßig tragen sie den Avatar ein, der sie gerade nutzt.&#xA;&#xA;Copybots haben nur eine Grenze: Sie können keine Skripte kopieren. Sie nehmen sehr wohl die Objekte mit, die Skripte enthalten, inzwischen wohl auch sonst mit dem gesamten Inhalt, aber eben ohne die Skripte. Wenn man die nicht händisch kopieren kann, also bearbeiten und dann copy &amp; paste, wird man sie nachbauen oder nachbauen lassen müssen.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger #FürFortgeschrittene #Copybotting&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Man liest es ja immer wieder: Dies und das ist „gecopybottet“. Gemeint ist damit immer, daß es sich jemand unrechtmäßig angeeignet hat – will sagen, unter Umgehung eigentlich bestehender Beschränkungen. In OpenSim wird es gern synonym verwendet für „aus Second Life geklaut“, allerdings trifft das sehr häufig auch zu.</p>

<p>Aber was bedeutet das nun genau? </p>

<h2 id="erklärung">Erklärung</h2>

<p>„Copybotting“ kommt von „Copybot“. Ein Copybot ist ein spezieller Client für Second Life und/oder OpenSim, dessen Kernfeature ist, daß er das Rechtesystem aushebelt. Was mit normalen Viewern nicht kopiert werden darf, können Copybots trotzdem kopieren. Was mit normalen Viewern nicht modifiziert werden darf, können Copybots beim Kopieren trotzdem modifizieren – und zwar bis hin zum Ändern des Erstellereintrags, was eigentlich God Mode benötigt. Und so weiter. Es gibt auch Viewer, die die Funktionalität von Copybots eingebaut haben für diejenigen, die sich nicht mit Bots befassen wollen und/oder können.</p>

<p>Das Ganze funktioniert im Prinzip so: Ein Viewer stellt ja das, was er findet, auf dem Bildschirm dar. Ein Copybot wendet exakt dieselbe Technik an, um exakt dieselben Sachen „darzustellen“ – aber im Inventar des Avatars, der ihn gerade nutzt. Das heißt, der Copybot kopiert nicht die Inhalte selbst. Statt dessen sieht er sich an, wie sie aufgebaut sind, und baut sie dann Stück für Stück nach.</p>

<p>Damit kann er natürlich das komplette Rechtesystem umgehen, denn beim Darstellen auf dem Bildschirm greift das Rechtesystem ja auch nicht. Wenn es irgendwie dargestellt werden kann, kann es auch gecopybottet werden. Teil der Fähigkeiten von Copybots ist obendrein, <em>alles auf einmal</em> kopieren zu können, was sich auf einer Sim befindet.</p>

<p>Ich verwende hier absichtlich den in der Second-Life-Sprache veralteten Begriff „Sim“, denn das Problem betrifft nicht nur Second Life. Eigentlich sagt man in Second Life ja „Region“. Aber eine Region ist immer 256×256 Meter groß, und OpenSim hat Varsims, die sich aus mehreren Regionen zusammensetzen, sich dann aber handhaben lassen wie eine einzige Region, also ohne Regionsgrenzen alle 256 Meter.</p>

<p>Ein Copybot auf einer Varsim räumt dabei nicht nur das Gebiet ab, das einer Region entspricht. Im Gegenteil: Auf einer 4×4-Varsim kann er den Inhalt von 16 Second-Life-Regionen auf einmal kopieren. Auf einer 6×6-Varsim nimmt er 36 Regionen mit und so weiter.</p>

<p>Copybots können aber noch weiter gehen: Sie können auch die Inventare anderer Avatare nachbauen, also „kopieren“. <em>Beliebiger</em> Avatare. Also auch dann, wenn ein Avatar niemanden an sein Inventar heranläßt.</p>

<h2 id="möglichkeiten-über-normale-viewer-hinaus">Möglichkeiten über normale Viewer hinaus</h2>

<p>Wie gesagt: <em>Nichts</em> im Rechtesystem von Second Life oder OpenSim kann einen Copybot aufhalten. Ein Copybot umschifft <em>alle</em> Beschränkungen, auch no-copy und no-modify. Für einen Copybot ist alles full-perm, alles erlaubt und natürlich alles kostenlos. Copybots können schon lange auch in Inventare anderer Avatare eindringen und diese komplett mitnehmen. Ich wage zu behaupten, daß Copybots inzwischen auch schon in Vendors und Boxen eindringen und die mitsamt Inhalt mitnehmen können.</p>

<p>Mit einem normalen Viewer kann man Objekte auch nur einzeln kopieren. Ein Copybot – eben auch einer, der in einen Viewer eingebaut ist – kann, wie gesagt, alles auf einer Sim auf einmal kopieren. Das heißt, es wird nicht ruckzuck mit einem Handstreich kopiert. Das dauert seine Zeit und verursacht währenddessen immens viel Last auf dem Server.</p>

<p>Was Copybots auch noch ermöglichen, ist, Inhalte aus dem jeweiligen Grid komplett zu exportieren. In OpenSim geht das an sich, aber nur, wenn die Rechte entsprechend gesetzt sind. In einigen Grids im Hypergrid gibt es durchaus Dinge, die nicht aus dem Grid mitgenommen werden können. In Second Life geht es an sich überhaupt nicht. Mit Copybots geht es ohne jegliche Einschränkungen – auch aus Second Life heraus.</p>

<p>Dabei müssen Copybots nicht zwingend ständig mit einem Avatar verbunden sein, der dann auch auf einer bestimmten Sim ist. Es scheint auch Copybots zu geben, die z. B. Sims überwachen und von jedem Avatar, der auf die Sim kommt, jeweils automatisch das komplette Inventar copybotten.</p>

<p>Hinzu kommt, daß man mit einem Copybot-Viewer in der Lage ist, die Identität des Erstellers beliebig zu ändern. Wenn es nicht gerade reine Prim-Konstruktionen sind, müssen Copybots das auch, denn dann können sie die Identität des Erstellers nicht automatisch übernehmen. Copybots können dabei jeden x-beliebigen Avatar als Ersteller eintragen; standardmäßig tragen sie den Avatar ein, der sie gerade nutzt.</p>

<p>Copybots haben nur eine Grenze: Sie können keine Skripte kopieren. Sie nehmen sehr wohl die Objekte mit, die Skripte enthalten, inzwischen wohl auch sonst mit dem gesamten Inhalt, aber eben ohne die Skripte. Wenn man die nicht händisch kopieren kann, also bearbeiten und dann copy &amp; paste, wird man sie nachbauen oder nachbauen lassen müssen.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrAnf%C3%A4nger" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürAnfänger</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Copybotting" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Copybotting</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/copybotting-was-ist-das-eigentlich</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Jan 2022 18:25:40 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Grundbegriffe in OpenSim: Rechte</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-rechte</link>
      <description>&lt;![CDATA[Das Rechtesystem in OpenSim entspricht in den ersten drei Parametern – Copy, Modify und Transfer – dem in Second Life. Aufgrund des Hypergrid ist Export hinzugekommen.&#xA;&#xA;Als Eigentümer eines Objekts kann man seine eigenen Rechte nicht verändern. Die bekommt man vom vorherigen Eigentümer, von dem man das Objekt hat. Die Rechte, die man selbst setzen kann, sind die, die der nächste Eigentümer hat – sofern eine Weitergabe des Objekts überhaupt möglich ist. Wenn Rechte eingeschränkt werden, kann der nächste Eigentümer diese Einschränkungen nicht wieder aufheben. !--more--&#xA;&#xA;Copy&#xA;&#xA;Copy ist das Recht, ein Objekt zu kopieren, sei es in-world, sei es im Inventar.&#xA;&#xA;Objekte, die auf No Copy gesetzt werden, dürfen weder im Inventar noch im Grid vervielfältigt werden. Wenn man sie rezzt, verschwinden sie aus dem eigenen Inventar, bis man sie wieder aufnimmt. Man kann sie dann auch nur aufnehmen und nicht kopieren. Wenn man von so einem Objekt also mehrere Exemplare braucht, muß man sich schon beim Händler mehrere Exemplare besorgen.&#xA;&#xA;Am sinnvollsten ist das Copy-Recht noch bei Bezahlware: Mit No Copy kann man seine Kunden dazu zwingen, für jedes Exemplar eines Objekts, das sie brauchen, jeweils den vollen Preis zu zahlen. Bei Freebies ist es relativ sinnlos, erst recht bei Kleidung, von der man selten mehrere identische Exemplare braucht, außer wenn man Läden betreibt und sie da als Ausstellungsware rezzen will.&#xA;&#xA;Modify&#xA;&#xA;Modify ist das Recht, ein Objekt zu modifizieren.&#xA;&#xA;Das schließt auch Größenänderungen ein. Dabei kann es passieren, daß der Viewer auch die Positionseingaben sperrt und man das Objekt nur noch per Hand verschieben kann, was genaues Positionieren stark erschwert.&#xA;&#xA;Der Hintergrund von No Modify ist vor allem, daß damit verhindert werden soll, daß Leute populäre Objekte übernehmen, nur eine Kleinigkeit verändern und sie dann als ihre komplett eigenen Kreationen weitergeben.&#xA;&#xA;Transfer&#xA;&#xA;Transfer ist das Recht, ein Objekt an einen anderen User weiterzugeben.&#xA;&#xA;Ist es nicht gesetzt, kann man das Objekt zum einen nicht mehr im Viewer an einen anderen User weitergeben. Zum anderen kann das Objekt, wenn es gerezzt ist, auch nicht mehr von anderen Usern kopiert oder an andere User verkauft werden.&#xA;&#xA;Mit No Transfer soll gerade bei Freebies verhindert werden, daß sie woanders angeboten werden als im Laden des Erstellers. Der Vorteil ist, daß der Ersteller beispielsweise alte Versionen durch neue ersetzen kann, ohne daß die alten Versionen dann weiterhin überall im Hypergrid verfügbar sind.&#xA;&#xA;Der Nachteil daran ist, daß solche Objekte mitunter schwer zu finden sind, wenn der Laden des Erstellers nicht sonderlich bekannt ist. Und wenn der Laden des Erstellers oder das ganze Grid, in dem sich der Laden befindet, verschwindet, gibt es auch keine Quelle mehr für diese Objekte.&#xA;&#xA;Export&#xA;&#xA;Export ist das Recht, ein Objekt in ein anderes Grid mitzunehmen.&#xA;&#xA;Es wurde eingeführt, um auch in Grids, die im Hypergrid sind, die Mitnahme von Objekten aus dem Grid heraus zu verhindern. Damit kann Content exklusiv fürs eigene Grid hergestellt werden.&#xA;&#xA;Das Export-Recht ist noch ziemlich exotisch. Die meisten Viewer, darunter sowohl Firestorm als auch Singularity, unterstützen zwar die Funktion und respektieren das Recht, bieten aber keinen Schalter dafür.&#xA;&#xA;Full-perm&#xA;&#xA;Full-perm bedeutet, daß die oben genannten Rechte alle gegeben sind.&#xA;&#xA;#OpenSim #FürAnfänger&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Das Rechtesystem in OpenSim entspricht in den ersten drei Parametern – Copy, Modify und Transfer – dem in Second Life. Aufgrund des Hypergrid ist Export hinzugekommen.</p>

<p>Als Eigentümer eines Objekts kann man seine eigenen Rechte nicht verändern. Die bekommt man vom vorherigen Eigentümer, von dem man das Objekt hat. Die Rechte, die man selbst setzen kann, sind die, die der nächste Eigentümer hat – sofern eine Weitergabe des Objekts überhaupt möglich ist. Wenn Rechte eingeschränkt werden, kann der nächste Eigentümer diese Einschränkungen nicht wieder aufheben. </p>

<h2 id="copy">Copy</h2>

<p>Copy ist das Recht, ein Objekt zu kopieren, sei es in-world, sei es im Inventar.</p>

<p>Objekte, die auf No Copy gesetzt werden, dürfen weder im Inventar noch im Grid vervielfältigt werden. Wenn man sie rezzt, verschwinden sie aus dem eigenen Inventar, bis man sie wieder aufnimmt. Man kann sie dann auch nur aufnehmen und nicht kopieren. Wenn man von so einem Objekt also mehrere Exemplare braucht, muß man sich schon beim Händler mehrere Exemplare besorgen.</p>

<p>Am sinnvollsten ist das Copy-Recht noch bei Bezahlware: Mit No Copy kann man seine Kunden dazu zwingen, für jedes Exemplar eines Objekts, das sie brauchen, jeweils den vollen Preis zu zahlen. Bei Freebies ist es relativ sinnlos, erst recht bei Kleidung, von der man selten mehrere identische Exemplare braucht, außer wenn man Läden betreibt und sie da als Ausstellungsware rezzen will.</p>

<h2 id="modify">Modify</h2>

<p>Modify ist das Recht, ein Objekt zu modifizieren.</p>

<p>Das schließt auch Größenänderungen ein. Dabei kann es passieren, daß der Viewer auch die Positionseingaben sperrt und man das Objekt nur noch per Hand verschieben kann, was genaues Positionieren stark erschwert.</p>

<p>Der Hintergrund von No Modify ist vor allem, daß damit verhindert werden soll, daß Leute populäre Objekte übernehmen, nur eine Kleinigkeit verändern und sie dann als ihre komplett eigenen Kreationen weitergeben.</p>

<h2 id="transfer">Transfer</h2>

<p>Transfer ist das Recht, ein Objekt an einen anderen User weiterzugeben.</p>

<p>Ist es nicht gesetzt, kann man das Objekt zum einen nicht mehr im Viewer an einen anderen User weitergeben. Zum anderen kann das Objekt, wenn es gerezzt ist, auch nicht mehr von anderen Usern kopiert oder an andere User verkauft werden.</p>

<p>Mit No Transfer soll gerade bei Freebies verhindert werden, daß sie woanders angeboten werden als im Laden des Erstellers. Der Vorteil ist, daß der Ersteller beispielsweise alte Versionen durch neue ersetzen kann, ohne daß die alten Versionen dann weiterhin überall im Hypergrid verfügbar sind.</p>

<p>Der Nachteil daran ist, daß solche Objekte mitunter schwer zu finden sind, wenn der Laden des Erstellers nicht sonderlich bekannt ist. Und wenn der Laden des Erstellers oder das ganze Grid, in dem sich der Laden befindet, verschwindet, gibt es auch keine Quelle mehr für diese Objekte.</p>

<h2 id="export">Export</h2>

<p>Export ist das Recht, ein Objekt in ein anderes Grid mitzunehmen.</p>

<p>Es wurde eingeführt, um auch in Grids, die im Hypergrid sind, die Mitnahme von Objekten aus dem Grid heraus zu verhindern. Damit kann Content exklusiv fürs eigene Grid hergestellt werden.</p>

<p>Das Export-Recht ist noch ziemlich exotisch. Die meisten Viewer, darunter sowohl Firestorm als auch Singularity, unterstützen zwar die Funktion und respektieren das Recht, bieten aber keinen Schalter dafür.</p>

<h2 id="full-perm">Full-perm</h2>

<p>Full-perm bedeutet, daß die oben genannten Rechte alle gegeben sind.</p>

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      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/grundbegriffe-in-opensim-rechte</guid>
      <pubDate>Sat, 15 Jan 2022 22:07:22 +0100</pubDate>
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