Star Trek Tagebuch

Reviews zu Star Trek-Folgen von mir, der vorher noch nie Star Trek geschaut hat.

StarTrekTagebuch, 10. Eintrag TNG S01F11 (Haven): SpoilerAlert

Ok in dieser Folge gibt es zwei Handlungsstränge, die zunächst parallel laufen. Die Enterprise ist erstmal im Orbit von Haven, einem paradiesischen Planeten, dem nachgesagt wird, dass dort alle Krankheiten und Gebrechen geheilt werden. Als sie dort ankommen, erhält Deanna Troi die Nachricht, dass eine, für sie vor Jahren arrangierte, Hochzeit mit dem Menschen Wyatt Miller vollzogen werden soll.

Dafür werden Trois Mutter (eine reinblütige Betazoid) sowie Wyatt und seine Eltern an Bord der Enterprise gebeamt. Wyatt, dargestellt vom jungen Robert Knepper, erscheint zunächst schüchtern. Kaum zu glauben, dass aus ihm später mal ein sadistischer Mörder und Vergewaltiger wird (Prison Break).

Whatever. Weder er selbst, noch Troi und vor allem nicht Riker, der auch Gefühle für Troi hat, sind besonders glücklich damit. Wayne hat sich Troi ganz anders vorgestellt, er hat sogar Zeichnungen einer Frau dabei, die ihm im Traum erschienen ist und die er für Troi gehalten hat. Als wäre das noch nicht genug, ist Trois Mutter auch noch die Exzentrik in Person und hüpft fröhlich von einem Fettnäppchen ins andere.

Speaking of: Betazoids Eine gute Gelegenheit, mal diese humanoide Spezies näher zu betrachten. Betazoids sind mal wieder rein zufällig (und weil Kostüme teuer sind) äußerlich nicht von Menschen zu unterscheiden. Mir ist nur aufgefallen, das die Augen von Trois Mutter unnatürlich dunkel sind, kann aber auch sein, dass es nur bei ihr so ist. Jedenfalls ist der eigentliche Unterschied zu Menschen ihre telephatischen Fähigkeiten. Troi kann als halb Mensch, halb Betaziod wohl nur Gefühle und verschwommene Gedanken spüren und telephatisch kommunizieren. Ihre Mutter jedoch, als reinblütige Betazoid, liest die Gedanken anderer Wesen bis ins kleinste Detail, was in mir sofort Mitleid mit pubertierende-Teenagerin Deanna Troi hervorruft. So eine Mutter zu haben muss die Hölle gewesen sein.

Jedenfalls geht diese Fähigkeit von Trois Mutter auch mit einer großen Portion Arroganz gegenüber anderen Spezies einher. Wobei ich wieder nicht weiß, ob das bei allen reinblütigen Betazoids so ist oder nur bei Trois Mutter.

Zurück zur Folge. Während also die Hochzeitsvorbereitungen laufen und alle sich gegenseitig auf den Sack gehen, nähert sich ein weiteres Schiff dem Planeten Haven. Dabei handelt es sich um Schiff der Tarellianer, einer weiteren menschenähnlich Spezies, die, wie man geglaubt hat, ausgestorben sei. In deren Vergangenheit hatte es nämlich einen Konflikt zweier Großmächte gegeben, die sich gegenseitig mit Massenvernichtungswaffen ausgelöscht haben. Woran erinnert mich das bloß? 🤔 Jedenfalls handelte es sich dabei nicht um Atom- sondern um Biowaffen in Form einer vernichtenden Krankheit die auch andere Spezies befällt. Infolgedessen sind auch die, die das Massensterben auf ihrem Planeten überlebt haben und geflohen sind entweder auf anderen Planeten gestorben und haben dabei auch noch deren Bewohner angesteckt, oder wurden von anderen Spezies zur Strecke gebracht, die eine Ausbreitung verhindern wollten.

Picard steht jetzt vor einem Dilemma. Denn eigentlich sieht es das Protokoll der Starfleet vor, anderen Spezies in Not zu helfen. Auf der anderen Seite sehen sich natürlich auch die Bewohner von Haven bedroht und drängen auf die Zerstörung des Flüchtlingsschiffs.

Die Enterprise fängt das Schiff deshalb zunächst mit einem Traktorstrahl ein und stellt Kontakt her. Und wer befindet sich auf dem Schiff? Genau, die Frau aus Wyatts Träumen, mit der er, durch eine mysteriöse kosmische Kraft, verbunden zu sein scheint. Kurzentschlossen überwältigt Wyatt den Sicherheitsmann im Transporterraum und beamt sich und seine medizinische Ausrüstung auf das Schiff, im Wissen, dass es kein Zurück gibt.

Damit ist das Problem gelöst: Wyatt ist bei seiner Seelenverwandten und widmet sich der Arbeit an einem Heilmittel und Troi und Riker können weiter umeinander herum scharwenzeln.

Vom Plot her, war das jetzt nicht wirkliche eine spektakuläre Folge, auch wenn mir der Einblick in die Kultur der Betazoids (die offenbar ein Fable für FKK haben) sehr gefallen hat. 🖖

StarTrekTagebuch, 9. Eintrag TNG S01F10 (Hide and Q): SpoilerAlert

Es ist soweit, eines der mächtigsten und gleichzeitig unsympathischsten Wesen hat seinen zweiten Auftritt: Q

Bevor ich anfange, möchte ich noch betonen, dass der Schauspieler John de Lancie, der Q hier in seiner menschlichen Erscheinungsform darstellt, einen herausragenden Job macht, ich hab mich die ganze Zeit gefragt woher ich den kenne, weil mir seine Stimme so bekannt vorkam, aber ich trau mich nicht, weil ich vielleicht gespoilert werde. Er schafft es glaubwürdig ein omnipotentes Wesen zu verkörpern ohne dabei zu overacten Es macht einfach total Spaß zuzusehen, grandios!

OK, zurück zur Folge, die Enterprise ist auf dem Weg zu einem Planeten um Zivilisten nach einem Minenunfall zu helfen, als sie von Q und seinem riesigen Energiefeld aufgehalten werden. Q ist diesmal weniger an Picard, sondern an Riker interessiert, auch wenn erstmal nicht wirklich klar ist, was es (ich glaube nehme doch mal lieber dieses Pronomen für eine vergeistigte Entität) eigentlich von ihm will. Es beamt die komplette Brückenbesatzung, mit Ausnahme von Picard, auf einen fremden Planeten (bzw. erschafft einfach eine alternative Realität) auf dem sie Q (diesmal in schneidiger napoleanischer Uniform) zu einem “Spiel” drängt, bei dem sie von affenartigen Humanoiden (eigentlich eine Tautologie, wenn man drüber nachdenkt) – ebenfalls in Soldatenuniformen des 19. Jahrhunderts. – angegriffen werden. Nach Gewinnen des Spiels soll die Crew, bzw. Riker, ein Geschenk erhalten, welches “jenseits menschlicher Vorstellungskraft” liegen soll.

Q's eigentliches Ziel ist, sich das menschliche Streben nach Veränderung und Fortschritt, eine Eigenschaft die es fürchtet, zu eigen zu machen. Dazu will es Riker auf seine Seite ziehen und ihm die Macht des Q verleihen, wenn er im Gegenzug eins mit dem Q wird.

Speaking of: Q

In dieser Folge erfährt man einiges neues über Q. Zunächst einmal, dass es nicht unbedingt ein Individuum ist, sondern eher ein gemeinsam agierendes Kollegtiv. Ich weiß nicht, ob es bei Q überhaupt Sinn macht, diese Unterscheidung zu treffen. Jedenfalls scheint die physische Erscheinung (also John de Lancie) nur ein Teil des Kollegtivs zu sein, das sich abspaltet, um mit Wesen in unserer Dimension zu interagieren, zumindest lässt dies der Schluss vermuten. Was ich mich noch Frage: Q ist an dieser menschlichen Eigenschaft, dem Streben nach Veränderung interessiert. Aber warum? Hat es die nicht selbst? Wie ist es dann zu dem geworden, was es ist? Und wenn es fürchtet, dass die Menschen eines Tages so mächtig werden wie Q oder mächtiger, wäre es doch ein leichtes, sie einfach zu vernichten oder zu versklaven?

Zurück zur Folge:

Picard, der währenddessen allein auf der Enterprise ist, durchschaut Q und seine Ziele und wettet mit ihm, dass Riker sich nicht von Q verführen lässt. Als Wetteinsatz bietet er sein Kommando (was auch immer Q damit anfangen soll) gegen Q's Versprechen, die Menschheit in Zukunft in Ruhe zu lassen.

Q geht darauf ein. Nach einigem hin und her, rauf und wieder runterbeamen auf den fremden Planeten mit den Affensoldaten, sieht sich Riker schließlich gezwungen seine Macht einzusetzen, um die Crewmitglieder vor dem sicheren Tod zu retten und mit ihnen auf die Enterprise zurückzukehren. Die Rettungsmission wird fortgesetzt und Riker verspricht, seine Kräfte nicht einzusetzen (z.B. um ein bei dem Unglück gestorbenes Kind wiederzubeleben), wird aber Stück für Stück korumpiert und macht so verückte Sachen wie.. wait for it.. Captain Picard mit Vornamen anzusprechen 😱. Was für ein Bad Boy.

In der Schlussszene (mit Q, diesmal in Mönchskutte) will er schließlich seine Macht einsetzen um den Crewmitgliedern ihre sehnlichsten Wünsche zu erfüllen. Er macht Wesley erwachsen, La Forge sehend, Worf bekommt ne Klingonenfrau und er ist auch kurz davor Data in einen echten Jungen.. ähm ich meine in einen Menschen zu verwandeln. Dieser lehnt aber ab und auch die anderen sehen ein, dass die Dinge die wir uns wünschen und die Dinge die wir brauchen, oft nicht dieselben sind. Auch Riker sieht das schließlich ein und es folgt das bisher beste Zitat, der Serie wie ich finde:

Riker: “I feel like such an idiot.” Picard: “Quite right, so you should!” 🤣👌

Q hat damit seine Wette verloren und verschwindet (wahrscheinlich) auf nimmerwiedersehen.🖖

StarTrekTagebuch, 8. Eintrag TNG S01F09 (The Battle): SpoilerAlert

In dieser Folge wird Captain Picard von seiner Vergangenheit eingeholt und wir treffen unsere liebsten Kapitalistenschweine wieder, die Ferengi.

Diese haben um ein Treffen mit der Enterprise gebeten und nachdem sie sie erstmal drei Tage haben warten lassen, treffen sich DaiMon Bok (der Captain der Ferengi) und seine Offiziere mit der Crew der Enterprise.

Als sie sich vorstellen, ist mir etwas ungewöhnliches aufgefallen: Riker wird von Picard als First Officer vorgestellt, also quasi sein Stellvertreter und dann aber Lt. Commander Data als “second” in command. Das hat mich verwirrt. Hätte nicht Riker das Kommando, wenn Picard irgendwas zustößt? Und wäre Data dann nicht “third” in command nach Picard und Riker? Whatever.

Es stellt sich heraus, dass die Ferengi das alte Schiff von Picard die “Stargazer” (btw, gleich mal den gleichnamigen Rainbow-Song anmachen, der ist echt gut) gefunden haben, welches nach einer Schlacht mit einem unbekannten Schiff evakuiert werden musste. Die Ferengi wollen es jetzt dem “Helden von Maxia” (gemeint ist Picard) zurückgeben. Picard hat, wie sich herausstellt, als Captain der Stargazer einst ein unidentifiziertes Raumschiff zerstört, welches ohne Ankündigung angriff und dabei zum ersten Mal das nach ihm benannte Picard-Manöver ausgeführt.

Dieses Raumschiff war von den Ferengi, wobei DaiMon Bok den Vorfall, als bedauerlichen Unfall abtut und nun das alte Schiff quasi als ein Friedensangebot als Geschenk (Schnappatmung bei den anderen Ferengi) übergeben will. Picard wird währenddessen immer wieder von starken Kopfschmerzen und Halluzinationen geplagt, die große Sorge bei Dr. Chrusher auslösen.

Speaking of Medizin in StarTrek:

In dieser Folge wird konkret über den mdeizinischen Fortschritt gesprochen, der in der Zukunft von StarTrek vorherrscht. Leichte Erkrankungen, wie ein grippaler Infekt, kommen so gut wie gar nicht mehr vor und auch Kopfschmerzen treten nicht einfach so auf, sondern haben eine ernste Ursache, weshalb Dr. Chrusher auch so besorgt ist.

Es gibt sofort wirkende Schmerzmittel und das Gehirn ist genau kartiert. Dennoch existieren immer noch bedrohliche Krankheiten, wie z.B. die, gegen die in einer früheren Folge (Code of Honor) ein Impfstoff besorgt werden musste und auch Protesen z.B. gegen die angeborene Blindheit von La Forge, sind nicht ohne Nebenwirkungen. Eine große Bedrohung bleiben auch unerforschte Dinge, wie die Gravitationseffekte in “The Naked Now” oder wie in dieser Folge, fremde Technologie zur Gedankenkontrolle.

Zurück zur Folge: Genau so eine Technologie wird nämlich von DaiMon Bok genutzt, der – surprise, surprise – nicht die besten Intentionen hatte, sondern seinen Sohn rächen will, der auf genau dem Schiff gewesen ist, dass von Picard zerstört wurde. Mit einer Art Kugel, die die Gehirnaktivität von Picard manipuliert, löst er nicht nur Kopfschmerzen aus, sondern bringt Picard dazu, sich auf die Stargazer zu beamen und gaukelt ihm vor, die Enterprise wäre das angreifende Ferengi-Schiff von damals. Als Picard das Picard-Manöver erneut ausführen will, rettet ma boy Data mal wieder den Tag.

So wie ich es verstanden habe, bedeutet das Picard-Manöver, dass man kurzzeitig auf hohe Warpgeschwindigkeit springt und dann vor dem feindlichen Schiff wieder auftaucht. Da die Sensoren dabei mit einer kleinen Verzögerung reagieren, erscheint das gesprungene Schiff wie an zwei Orten gleichzeitig und die Waffensysteme feuern auf den so erzeugten Decoy, statt auf das echte Schiff, was einem selbst Zeit zum feuern verschafft.

Da es bis dato keine Verteidigung dagegen gibt, da man nicht wissen könne, welches das Echte ist (wäre das nicht immer das, was näher am feindlichen Schiff ist? 🤔), lässt Data seine Prozessoren heiß laufen um fix eine Strategie zu entwickeln. Er kommt darauf, dass das echte Schiff durch seine Masse, eine Kompression der Spurengase im Vakuum auslöst, durch die man es identifizieren könne, wenn es auftaucht. Riker (der jetzt das Commando hat) nutzt diese Information natürlich nicht, um die Stargazer ins Vakuum zu ballern, sondern er fängt das Schiff mit einem gezielten Traktorstrahl ein. Picard schafft es danach, die Gedankenkontrolle zu überwinden und zerstört die Kugel, den “Thought Maker” mit seinem Phaser.

Der erste Offizier der Ferengi Kazago hat unterdessen DaiMon Bok das Kommando entzogen, da persönliche Blutrache bei den Ferengi offenbar nicht als profitabel angesehen wird. Damit wird der Tag mal wieder gerettet und wahrscheinlich geht jetzt neben dem Picard-Manöver auch die Data-Verteidigung in die Lehrbücher der Starfleet ein. 🖖

StarTrekTagebuch, 7. Eintrag TNG S01F08 (Justice): SpoilerAlert

Anders als ich erwartet habe geht es diesmal nicht mit den Antica und den Selay weiter. 🤷‍♂️

Stattdessen wird es wieder philosophisch. Nachdem die Enterprise einige Siedler auf einem Planeten abgesetzt hat, entdeckt die Crew einen weiteren Planeten im System, der allerdings schon bewohnt ist. Die Edo sind komischerweise (und weil Kostürme teuer sind) wieder sehr menschenähnlich.

Als die Delegation der Enterprise, bestehend aus Riker, Worf, Yar und Wesley, runterbeamt wird, begegnet ihnen diesmal kein Abriss des vorkolonialen Afrikas, sondern leichtbekleidete Hippie-Arier, die allem Anschein nach zu jeder Gelegenheit vögeln wie die Bonobos. Der Friede ist allerdings trügerisch, denn die Crew an Bord der Enterprise entdeckt eine Art sureale Raumstation im Orbit des Planeten, die von höher entwickelten und mehrdimensionalen Wesen (ähnlich dem Traveler) gesteuert wird und mit Data in Verbindung tritt und Informationen austauscht.

Auf der Oberfläche schlägt die paradiesische Stimmung bald um, als Wesley beim Spielen mit einheimischen Kindern über eine Barriere fällt und ein paar Pflanzen zerstört.

Wie sich herausstellt, ist der Preis für das friedliche Leben der Edo ein drakonisches Gesetz, nachdem jeden Tag in einem bestimmten Bereich des Planeten jedes Verbrechen mit dem Tod bestraft wird. Also egal ob du jemanden umbringst oder etwas stiehlst, zack Todesspritze, falsch geparkt, Todesspritze, alte Leute nicht gegrüßt, gues what: Todesspritze. Oder eben wie Wesley ein paar Blumen zertreten.

Statt die Gelegenheit zu nutzen, ein nerviges Kind weniger an Bord zu haben, versucht Picard natürlich sein möglichstes, um ihn zu retten. Dabei kommt er in Konflikt mit Dr. Crusher, die an ihrem Sohn zu hängen scheint, der Prime Directive, die es verbietet, sich über Gesetze einer fremden Spezies einfach hinwegzusetzen und schließlich auch mit der Überspezies im Orbit, die die Edo als Gott sehen und die jede Einmischung in die Entwicklung ihrer “Kinder” als Aggression auffasst.

Speaking of Hochentwickelte Spezies:

Gerade mal acht Folgen StarTrek und es sind schon etliche Spezies und Entitäten aufgetaucht, die wesentlich höher entwickelt und/oder mächtiger sind als die Menschen dieser fiktiven Zukunft.

Um nicht den Überblick zu verlieren, rekapituliere und zähle ich die hier mal auf und ordne sie mit meinem bisherigen Wissen ein. Am nützlichsten ist hierbei wohl die, nach einem russischen Astronomen benannte Kardaschow-Skala. Sie ordnet Zivilisationen nach dem Grad ihrer Energiegewinnung. Dabei wäre:

Stufe 1: Die Zivilisation kann die komplette verfügbare Energie ihres Planeten erschließen.

Stufe 2: Die Zivilisation hat komplette Kontrolle über die Energie ihres Sonnensystems (z.B. mit einer Dyson-Sphäre)

Stufe 3: Die Zivilisation hat Kontrolle über die komplette Energie ihrer Galaxis.

Carls Sagan hat die aktuelle Menschheit bei ca. 0,7 eingeordnet. Die Menschheit wie sie in StarTrek auftritt, bzw. die UFP schätze ich mal auf 1,5-1,8. Mehrdimensionale Wesen sind natürlich hier schwer einzuordnen, aber ich schätze jetzt einfach mal ein: In der Reihenfolge wie sie bisher aufgetaucht sind:

“Q” (>= 3): Unklar ob es sich dabei um ein einzelnes Wesen oder ein Kollektiv handelt, ist diese Entität die wohl bisher mächtigste. Müheloses interstellares Reisen, Gedankenkontrolle, scheinbar unbegrenzte Macht. Auch wenn nicht klar ist, woher Q seine Energie bezieht, defintiv ein 3er Kanditat.

Tkon (~2,3 auf der Höhe ihrer Macht): eine Zivilisation, die offenbar einst viele Sternensysteme beherrschte, über die allerdings sonst wenig bekannt ist.

Traveler (2-3): wie gesagt, schwer einzuschätzen, aber mit der Fähigkeit sogar über die Grenzen von Raum und Zeit zu reisen auch eher ein 3er Kandidat.

Energiewolke (~2): da dieses Wesen aus reiner Energie besteht, stellt sich natürlich die Frage, wie viel Energie genau? Mmn aber auf jeden Fall um 2 herum.

Edo Gods (>2): auch mehrdimensional und in Kontrolle über einen ganzen Sternencluster.

Zurück zur Folge:

Die Götter der Edo veranschaulichen in dieser Folge ein alternatives Verhalten, weniger entwickelten Spezies gegenüber. Im Gegensatz zur Prime Directive steuern sie die Entwicklung ihrer “Kinderspezies” und beschützen sie. Das heißt nicht, dass dieser Weg in irgendeiner Hinsicht besser oder schlechter wäre. Mit der Prime Directive sichert man zwar die Autonomie anderer Spezies, geht aber auch das Risiko ein, dass eine räuberische Spezies sich zu einer potentiellen Gefahr entwickelt.

Die Edo Götter herrschen natürlich paternalistisch, vermeiden aber so vielleicht viel unnötiges Leid. Man stelle sich die Frage, ob wir als Menschheit es akzeptieren würden, uns unter die Herrschaft einer hochentwickelten, wohlmeinenden Alien-Spezies zu stellen, wenn diese dafür Krieg, Hunger und Leid für immer beseitigt? Ich könnte das nicht auf die Schnelle entscheiden.

Zum Schluss gelingt es Picard und Riker, die Edo Götter zur Einsicht zu bewegen, dass Gesetze sich nie absolut setzen lassen und dass man Gesetze die man sich als Spezies oder Kollektiv gegeben hat, niemandem außerhalb aufzwingen sollte. Wesley wird gehen gelassen und Picard beschließt, die Menschen von der anderen Kolonie wegzuholen, um einen weiteren Konflikt zu vermeiden.🖖

StarTrekTagebuch, 6. Eintrag TNG S01F07 (Lonely Among Us): SpoilerAlert

Puh, über die Folge gibt es viel, was mir duch den Kopf schießt, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Also die Handlung beginnt damit, dass die Enterprise zwei Delegationen verfeindeter Spezies, die Antica und Selay, nach Paliarment (einen neutralen Planeten) bringen soll, da dort über einen Frieden und über die Aufnahme in die “United Federation of Planets” verhandelt werden soll, um die sich beide Spezies beworben haben.

Ich dachte bisher, die sog. “Starfleet” wäre die Bezeichnung für die Fraktion der Menschen und ihren Verbündeten, wobei die wahrscheinlich eher, wie der Name schon sagt, die Flotte oder Executive darstellt und die UFP den Planetenbund, also so etwas wie eine interstellare UN.

Die Antica und Selay bieten ein weiteres interessantes SciFi-Motiv: was passiert, wenn sich in einen Sonnensystem zwei intelligente Spezies unabhängig voneinander, aber zur selben Zeit entwickeln?

Man stelle sich vor, wir hätten mit Beginn der Weltraumforschung eine ähnliche Zivilisation wie die unsere auf dem Mars entdeckt. Wie hätten wir reagiert? Hätten die USA und Sowjetunion ihren Konflikt beigelegt, um gemeinsam Kontakt aufzunehmen? Hätte man sie als Bedrohung angesehen? Hätten sie uns als Bedrohung gesehen? Die Antica und Selay sahen sich offenbar gegenseitig als Bedrohung und sind beide wohl nicht wirklich zu einem Frieden bereit.

Abgesehen davon, eine andere kleine Sache, über die ich sehr positiv überracht war, war Rikers Reaktion auf die kulinarischen Gepflogenheiten der Antica, die verlangt haben, lebende Nutztiere an Bord zu beamen, um sie frisch zu schlachten. Um die Verwirrung Yars darüber zu erklären, sagt er nur:

“We no longer enslave animals for food purposes.”

Die Materie-Energie-Wandler, die zum Beamen genutzt werden, sind wohl auch in der Lage organische Rohstoffe in beliebige Nahrung zu verwandeln, ohne dass ein Tier dafür getötet werden muss. Natürlich haben wir heute noch nicht dieselbe Technik, aber wenn man sich Sachen wie Beyond Meat anschaut, bin ich optimistisch, dass auch wir es in naher Zukunft nicht mehr für notwenig halten müssen, Tiere für unser Essen zu töten. Um so erstaunter bin ich, dass schon für die Macher von StarTrek vor 40 Jahren, eine vegane Ernährung offenbar Teil ihres optimistischen Zukunftsbildes war.

Da ich TOS nicht geschaut habe, interessiert mich, ob dieses Thema schon vor TNG angesprochen wurde?

Zurück zur Handlung: Während die Crew der Enterprise damit beschäftigt ist, dass sich die beiden Delegationen nicht an die Gurgel gehen, durchfliegt das Schiff auf dem Weg nach Parliament eine eigenartige Energiewolke. Etwas davon scheint unbemerkt auf die Enterprise zu gelangen und von den Crewmitgliedern Besitz zu ergreifen. Als eine Art Kurzschluss springt es über die Sensoren erst auf Commander Worf, dann auf Dr. Crusher und noch auf andere, bis es schließlich Picard erreicht. Das Wesen scheint besonders an ihm interessiert, da auch es sich nach Wissen und Erkundung sehnt. Der besessene Picard lässt das Schiff wenden, lähmt die anderen Crewmitglieder und beamt sich in die Wolke, um sich mit ihr zu vereinigen.

Speaking of Beamen:

So wie ich es bisher mitbekommen habe, funktioniert der Transport über kurze Distanzen in StarTrek als eine Art der Teleportation. Da Materie und Energie im Grunde genommen dasselbe sind, zerlegt der Transporter beim Beamen eine Person (oder auch Essen) in ein Energie-Schema, welches sich per Lichtgeschwindigkeit übertragen und an einem anderen Ort wieder zusammensetzen lässt.

Zwei Sachen sind hierbei interessant: 1. Monismus bzw. Materialismus im Bezug auf das Bewusstsein. Sprich, eine Person besteht einzig und allein aus der Summe ihrer Moleküle, ein Bewusstsein ist direkt an die Materie des Körpers gebunden und eine davon unabhängige “Seele” existiert nicht. Das sehe ich übrigens genauso, nur weiß ich, dass die meisten anderen Menschen, gerade Religöse, dem wohl vehement widersprechen würden.

  1. Wie verhält es sich mit dem Energieschema, welches nun den gesamten “Bauplan” eines Menschen oder eines Gegenstandes speichert? Ist dieses Schema einzigartig und wird bei der Rematerialisierung quasi verbraucht oder ist es mit zusätzlichem Energieaufwand vielleicht sogar duplizierbar? Wenn man mehrere Picards materialisieren könnte, welcher wäre der “Echte”? (Ich bin mir fast schon sicher, dass wird in zukünftigen Folgen ein Thema)

In dieser Folge passiert beim Beamen etwas sehr interessantes: der besessene Picard beamt sich wie gesagt von der Enterprise in die Wolke, aber ohne sich dort wieder zu rematerialisieren, sondern nur als Energie-Schema. Die Vereinigung mit diesem Wesen (ich musste da übrigens die ganze Zeit an den intelligenten Ozean aus Stanislaw Lems Solaris denken) scheint nicht zu funktionieren und der Energie-Picard versucht nach ein paar Stunden wieder in das Schiff zu gelangen.

Die Rematerialisierung klappt auch, aber interessanterweise nur auf das letzte bekannte Schema, wie auf einen alten Speicherstand, bei dem der aktuelle Fortschritt verloren geht. Der rematerialiserte Picard hat also keine Erinnerung an die Zeit in der Wolke, technisch gesehen, war dieser Picard auch nie dort.

Also der Beamer bietet wohl das Potential einige paradoxe Geschehnisse auszulösen. Ich bin gespannt auf die weiteren Folgen und ob der Konflikt zwischen den Antica und den Selay vielleicht doch noch gelöst werden kann. 🖖

StarTrekTagebuch, 5. Eintrag TNG S01F06 (Where No One Has Gone Before): SpoilerAlert

Eine weitere großartige Folge, die ihr Licht mehr auf die technischen Möglichkeiten wirft, die die Zukunft in StarTrek zu bieten hat. In dieser Folge spielen weniger unbekannte Spezies eine Rolle (zumindest vorerst), sondern es geht um die Starfleet selbst, genauer um den Warp-Antrieb.

Ein überheblicher menschlicher Ingenieur und sein nicht-menschlicher Assistent sind zu Gast auf der Enterprise um einige Tests am Warp-Antrieb durchzuführen. Diese sollen schon zur Verbesserung bei einigen anderen Schiffen beigetragen haben, machen aber auf den ersten Blick keinen Sinn für die Ingenieure der Enterprise.

Nach einer Beschleunigung mit den neuen Konfigurationen heizt der Warp-Antrieb plötzlich mit weit mehr als Warp 10 durchs All und katapultiert die Enterprise “where no one has gone before”, nämlich um 2.700.000 Lichtjahre und mehrere Galaxien weit in unbekanntes Terain.

Speaking of (das wird in Zukunft wohl eine regelmäßige Unterkategorie) der Warp-Antrieb:

Nahezu jede Science Fiction die interstellare Reisen beinhaltet, muss sich mit dem Problem der Lichtgeschwindigkeit auseinanderzusetzen. Diese ultimative Grenze der Ausbreitung, nicht nur von Licht, sondern von jeglicher Information, ist in der realen Welt (noch) unüberwindlich. Massereiche Objekte, ganz zu schweigen von großen Raumschiffen, auf auch nur einen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, würde immense Mengen an Energie verschlingen und auch die Wahrnehmung der Zeit für die Reisenden verändern. Spätestens hier wird also der Raum der Fiction betreten und eine futuristische Technologie oder ein bis dahin unentdecktes natürliches Phänomen erdacht, die solche Reisen eben doch möglich werden lassen.

Sei es der Hyperraum in Star Wars, die Masseneffektantriebe und Portale in Mass Effect oder das Wurmloch in Interstellar (mein bisheriger Favorit) oder eben der Warp-Antrieb. Soweit ich es bisher beurteilen kann, ist das eine sehr komfortable und kontrollierbare Möglichkeit des Reisens auf verschiedenen Stufen der Über-Lichtgeschwindigkeit.

Es wird zwar nicht direkt erwähnt, aber ich nehme mal an (berichtigt mich wenn ich falsch liege), dass so etwas wie Warp 1.5 den Faktor beschreibt,mit dem die Lichtgeschwindigkeit überschritten wird? Also 1.5 für anderthalbfache LG oder Warp 8 für achtfache LG?

Zeit für ein wenig Mathe (sry, wem das jetzt zu nerdig wird, aber hey, wir sind bei StarTrek, selber Schuld):

Die LG c = 300.000 km/s (übern Daumen 1 Mrd. km/h).

In Relation: Licht von der Erde zum Mond braucht ca. 1,3 Sekunden, von der Sonne zur Erde ca. 8 Minuten.

Bei einer bequemen Reisegeschwindigkeit Warp 1.5 (also 1,5*c nach meiner Vermutung) könnte die Enterprise in nur knapp 6 Minuten von der Erde zur Sonne Reisen.

Für einmal quer durch die Planetenzone unseres Sonnensytems – also vom einem Ende der Neptunumlaufbahn (Pluto ist kein Planet sorry not sorry) zum anderen: ca. 9 Mrd. Kilometer – müsste man schon einen Gang höher schalten. Mit Warp 5 in knapp 2 Stunden machbar.

Aber wir wollen ja interstellar Reisen:

Der nächste Stern Proxima Centauri ist 4,2 Lichtjahre entfernt. Nach meiner These würde man also selbst mit Warp 10 (was die obere Grenze zu sein scheint) ein knappes halbes Jahr dafür brauchen.

In der aktuellen Folge wird gesagt, man habe schon 17% der Milchstraße erforscht und das nach wieviel? 200 Jahren?

Das kann nicht hinhauen, merke ich gerade selber. Also entweder hat Warp doch nichts mit Lichtgeschwindigkeit zu tun oder es ist vielleicht nicht der Faktor, sondern sowas wie der Exponent zur LG (die Mathe dazu spar ich mir aber jetzt😅).

Weiter mit der Folge:

Nachdem die Crew beschlossen hat, mit derselben Methode zurückzureisen, stellt sich heraus, dass nicht der arrogante Ingenieur, sondern sein “Assistent” für die Sprünge verantwortlich ist. Dieser erklärt, dass neben Raum und Zeit auch Gedanken Energie besitzen und so die Grenzen der beiden ersteren sprengen können. Wie zum Beweis hat die Enterprise bei diesem zweiten Sprung nicht nur die Position im Raum, sondern anscheinend auch in der Realität/Dimension gewechselt und die Gedanken der Crewmitglieder beginnen Gestalt anzunehmen.

Der Assistent gibt sich als Angehöriger der Spezies der “Traveler” zu erkennen, die diese “Gedankenkraft” kontrollieren und fokusieren können und damit durch verschiedene Realitäten reisen.

Ziel des Travelers ist es, Angehörige anderer Spezies zu finden, die ebenfalls eine Veranlagung für diese Kraft haben und er eröffnet Picard, das Wesley ein solcher Kandidat ist.

Sichtlich geschwächt von zwei Sprüngen gelingt es dem Traveler schließlich doch, mit der geballten Gedankenkraft der Crew, die Enterprise wieder in die ursprüngliche Realität und und an den ursprünglichen Ort zurückzuschicken. Er selbst verblasst dabei, offenbar auf dem Weg in eine andere Realität.

Ich finde es Klasse, dass bisher fast in jeder Folge eine Spezies auftaucht, die den Menschen weit überlegen, aber (bis auf Q vielleicht) immer gutmütig ist und eher Wissen und Weisheit sucht, als Eroberung und Zerstörung. Wobei es bestimmt auch welche gibt (irgendwas mit Bork?), die nicht so nett sind.

Puh, das war ein langer Eintrag. Danke fürs Lesen und bis bald.🖖

StarTrek StarTrekTagebuch, 4. Eintrag TNG S01F05 (The Last Outpost): SpoilerAlert

In dieser Folge begegnen mir gleich zwei neue Spezies. Eine davon wurde schon in der Farpoint-Folge erwähnt: die Ferengi. Die zweite sind die Tkon, bzw. ein Vertreter des untergegangenen Tkon-Reiches.

Zunächst zu Ersteren: über die Ferengi ist auch der Crew der Enterprise wenig bekannt. Sie werden grob beschrieben als “Yankee-Traders” also im positiven Sinne Händler, im negativen Schmuggler, die einzig und allein auf Profit aus sind. Data beschreibt sie als “worst kind of capitalists” (is there any good kind?), was mich erneut schmunzeln lässt, da das wohl, in den 80ern und auch heute, ein Titel wäre, den viele auch den USA, oder generell dem westlichen Kapitalismus, geben würden.

Dadurch wird mir auch langsam klar wie sehr sich StarTrek von anderer Science Fiction unterscheidet. Das hier ist keine Galaxy far far away mit feudalen Strukturen und auch keine orwellsche Dystopie, sondern eine menschlichen Zukunft, in der Interessen wie Eroberung, Ausbeutung, Macht und Profit so ziemlich überwunden sind (zumindest von den Menschen und ihren Verbündeten) und allein Entdeckung, Forschung und gegenseitiges Lernen eine Rolle spielen.

Die hyperkapitalistischen Ferengi werden daher als weniger entwickelt angesehen (und sind auch optisch nicht gerade ansehnlich).

Zum Plot der Folge:

Die Crew erkennt, nach einigem hin und her, das beide Schiffe, die Enterprise und das der Ferengi. Von einem Kraftfeld des nahen Planeten festgehalten werden und ihnen langsam die Energie ausgeht. Picard und Tarr (der Captain der Ferengi) einigen sich darauf, ein gemeinsames Bodenteam zu entsenden. Auf dem Planeten kommt es zum Konflikt und bald erwacht eine Art Wächter des Tkon-Reiches. Der überwindet den Schock über den Untergang seiner kompletten Zivilisation(!) ziemlich schnell und unterzieht beide Spezies (ähnlich wie Q in der ersten Folge) einem Test (ich musste sehr lachen als er zuerst meinte: “bipedals, excellent”, was wohl schon mal ein wichtiges Kriterium zu sein scheint).

Dabei spielt wieder die Prime Directive eine Rolle, die (wie ich schon im letzten Eintrag vermutet hatte) besagt, das man weniger entwickelte Zivilisationen ihren eigenen Weg finden lassen soll und ihnen z.B. Waffen, aber auch fortschrittliche Technik oder Medizin verwehrt.

Das wird vom Wächter zunächst in Frage gestellt und auch die Ferengi (für die ja nur der Profit zählt) springen darauf an und beschuldigen die Menschen egoistisch zu handeln. Nach einer Mutprobe und einigen weisen Worten von Sun Tzu lässt sich der Wächter jedoch beschwichtigen und lässt die Enterprise und auch das Ferengi-Schiff frei.

Danach legt er sich wieder schlafen um auf die Nächsten zu warten, die um Einlass in sein (untergegangenes?) Reich bitten. Whatever.

Hoffentlich tauchen die Tkon oder was von ihnen übrig ist, auch in den nächsten Folgen auf, denn ich war schon bei Mass Effect (sry der Vergleich wird öfter kommen) großer Fan untergegangener Alien-Zivilisationen, wie den Protheanern.🖖

StarTrekTagebuch, 3. Eintrag TNG S01F04 (Code of Honor): SpoilerAlert

Ok, diese Folge ist eine, bei der man beobachten kann, wie viel subtiler Rassismus, selbst in den späten 80ern, Einzug in Serien findet. Auch wenn StarTrek, meines Wissens nach, als seiner Zeit voraus gilt, was das angeht, finden sich leider in dieser Folge etliche rassistische Motive, auf welche ich hier, neben der restlichen Handlung, hinweisen will.

Die Folge spielt bei Ligon II, deren Einwohner als sehr menschenähnlich aber weniger fortschrittlich angekündigt werden und, wie sich herausstellt, alle schwarz sind.

Die Ligoner werden optisch mit einer bunten Mischung aus Steampunk und traditionell-afrikanischer Kleidung dargestellt. Darüber hinaus baut sich ihre Kultur um einen strikten Ehrenkodex auf, im Gegensatz zur rational-wissenschaftlichen Kultur der Menschen von der Erde.

Als ob der Topos des “edlen Wilden” damit nicht schon genug bedient wäre, wird Lt. Yar von ihrem Anführer entführt, der sie heiraten(!) will. Seine bisherige 1. Frau (natürlich haben Ligoner auch Vielehen) ist davon nicht begeistert und fordert Yar zum Duel.

Ein kleiner Twist zur bisherigen Darstellung der Ligoner ist ihre Gesellschaftsstruktur. Es stellt sich heraus, dass es Frauen sind, die sich die Männer aussuchen und nicht umgekehrt, da sie in der Gesellschaft das gesamte Land und die Reichtümer besitzen. Den Ehemännern kommt dabei die nur Rolle des Beschützers und “Regenten” zu (obwohl, wie sich zeigt, die Ligonerinnen durchaus in der Lage sind zu kämpfen), der aber abgesetzt wird, sobald die reichste Frau sich einen neuen Partner erwählt. Am Ende gelingt es der Crew der Enterprise, das Duel ohne tödliche Verluste auf beiden Seiten zu beenden und einen seltenen Impfstoff (der Grund weshalb sie eigentlich bei Ligon II sind) zu erhalten, ohne die Prime Directive zu verletzen. Zur Prime Directive: Da ich mich ja von sämtlichen Wikis oder anderen Spoilern fernhalte, weiß ich bisher nicht, was die Prime Directive (so was wie das Grundgesetz der Sternenflotte?) genau besagt. Jedenfalls konnte die Crew der Enterprise dadurch nicht einfach ihre fortschrittlichen Waffen einsetzen, um die Ligoner zur Aufgabe zu zwingen, sondern musste sich auf ihre Spielregeln einlassen, was mir zuerst ziemlich unlogisch vorkam.

Wahrscheinlich geht es darum, weniger entwickelten Zivilisationen, keine fortschrittliche Technologie in die Hände zu geben, oder auch nur zu zeigen, da man die Auswirkungen nicht kontrollieren kann (erinnert mich an das Problem mit den Kroganern im Mass Effect Franchise).

Und noch etwas ist mir aufgefallen, dass ich vielleicht in den nächsten Folgen noch durchblicke: Die Farben der Uniformen. Ich weiß, dass in TOS Spock blau trägt, Kirk gelb und das die Crewmitglieder mit roten Uniformen immer erschossen werden. In TNG trägt Picard rot (und wird offensichtlich nicht erschossen), genauso wie Riker und La Forge – Data, Worf und Yar tragen gelb und Dr. Crusher trägt Blau, bei Troi scheint es zu wechseln.

Ich versuche mir die ganze Zeit einen Reim darauf zu machen, was die Farben bedeuten. Ich dachte an gelb für Lieutenant, rot für irgendwas über Lieutenant (was ist dann mit Kirk?) und blau für non-militaries, also Wissenschaftler, Ärtzte oder Berater? Whatever, vielleicht kann mir jemand sagen ,ob ich da auf dem Holzweg bin.

Als Fazit lässt sich sagen, dass man an dieser Folge sieht, dass auch StarTrek ein Produkt seiner Zeit und keineswegs frei und unbeeinflusst von rassistischen und kolonialen Sterotypen ist. Ich finde es jednfalls, bei aller Liebe zu der Serie, wichtig, so etwas zu erkennen und zu reflektieren.🖖

StarTrekTagebuch, 2. Eintrag TNG S01F03 (The Naked Now):

(natürlich SpoilerAlert)

Im Gegensatz zur 1. Folge, wurde es jetzt etwas humorvoller.

Soweit ich es verstanden habe, bewirken die Verschiebungen in der Gravitation eines sterbenden roten Zwerges die Entstehung von Alkohol im Stoffwechsel der Crewmitglieder. Was mir unklar ist, warum das nicht alle Crewmitglieder gleichermaßen betrifft, sondern sich wie ein Virus verbreitet. Whatever.

Auch dachte ich zuerst, dass es ein Protokoll gibt, nach dem in solchen Fällen einer Epidemie, vor allem wenn sie den Verstand betrifft, das Kommando automatisch an Lt. Commander Data geht, da er ja nicht befallen werden kann. Das stellt sich aber als falsch raus und Data wird auch befallen (was ein ziemlicher Konstruktionsfehler ist, wenn ihr mich fragt). Speaking of ma'boy Data: es stellt sich heraus, dass er eine vollumfängliche Koitus-Funktion hat! Das wirft viele Fragen auf:

  1. Warum? Ernsthaft. WARUM?!

  2. Hat er auch einen Sexualtrieb? Bzw. hat er irgendwas davon?

  3. Wie kann ich mir das Debugging eines solchen Moduls vorstellen? Trial and error mit freiwilligen Testpersonen?

  4. (das kommt bestimmt in späteren Folgen, deshalb eher rethorisch) Wie viel freien Willen hat Data? Könnte ihn ein Captain auch zu ihrem/seinem Sexsklaven machen?

  5. Wo finde ich die Fanfictions dazu?

Ok, genu von Data, auch für einige andere Crewmitglieder bietet diese Folge viel Charakterentwicklung (in vino veritas):

La Forge, obwohl er mit seinen Google-Glasses das gesamte elektromagnetische Spektrum wahrnehmen kann, sehnt sich nach der limiterten Sicht biologischer Augen.

Yar, die knallharte Sicherheitschefin, ist insgeheim ein Fashion-Girl und sexuell sehr aufgeschlossen. Generell scheint Alkohol alle Frauen in StarTrek promiskuitiv werden zu lassen.🤔

Troi ist einfach nur next-level-Emo.

Und auch bei Wesley stelle ich keine große Veränderung fest. Immer noch nerviger Teenager, der am Ende den Tag rettet (wobei sie eigentlich erst durch ihn ernsthaft in Gefahr geraten sind). Abgesehen, das die Wirkung von Alkohol natürlich maßlos übertrieben dargestellt wurde, frage ich mich, ob er in der utopischen Zukunft von StarTrek immernoch so selbstverständlich konsumiert wird?

Das wars für heute. Und denkt dran: Don't drink and fly spaceships. 🖖

StarTrekTagebuch 1. Eintrag TNG S01F01 (Encounter at Farpoint, Teil 1 & 2):

Auf geht's: (und natürlich Spoiler-Alert)

Was ich gleich zuerst feiere ist die nicht gerade subtile Gesellschaftskritik. Als Picard das Verhalten der Menschheit des 2. Jahrtausend als “childish behavoir” bezeichnet, welches längst überwunden ist.

Nachdem der erste cringe überwunden ist, startet die erste Folge schon hochphilosophisch. Ist eben dieses Verhalten eines brutalen und räuberischen Primaten die menschliche Natur, oder sind wir darüber hinausgewachsen? Q, ein Wesen das scheinbar wesentlich weiter auf der Kardaschow-Skala steht, spielt hier den Richter.

Als Test steht die Lösung des Rätsels auf der Farpoint-Station (einfallsreicher Name) and deren Bewohner, die Bandi (was keine Menschen sind?), welche sich um Mitgliedschaft in der Starfleet bewerben.

Als ob die Folge noch nicht genug übermächtige Spezies hat, spielen auch noch zwei Formwandler-Spacequallen eine Rolle, aber genug zu Handlung.

Was ist mein erster Eindruck:

Picard ist weniger der strahlende (amerikanische) Held sondern eher ein kühler und rationaler Profi und Diplomat, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Da bin ich schonmal angenehm überrascht. Auch sonst ergänzt sich die bisher vorgestellte Crew sehr gut.

Es ist zwar erst die erste Folge, aber ich glaube ich habe mit Commander Data schon meinen Lieblingscharakter gefunden. Ich hatte ihn erst für einen Vulcanier und Discount-Spock gehalten (wobei ich da wohl nicht der einzige bin). Ich liebe ja Stories über menschenähnliche KIs, gerade, wenn sie nicht Skynet-mäßig bösartig sind. Am Ende haben Picard und seine Crew Q's moralischen Test bestanden und Q verschwindet (vorerst).

Ok, das wars mit meiner ersten Review und ich kann sagen, ich wurde von der ersten Folge schonmal alles andere als enttäucht.🖖