Star Trek Tagebuch

Reviews zu Star Trek-Folgen von mir, der vorher noch nie Star Trek geschaut hat.

StarTrekTagebuch, 28. Eintrag TNG S02F03 (Elementary, Dear Data) SpoilerAlert

Um die ersten beiden, eher schwachen Folgen wiedergutzumachen, kommt hier wieder eine Holodeck-Folge.

Die diversen Bugs und Fehlfunktion desselben mussten ja schon in mehreren Folgen als Plot-Grundlage herhalten und, guess what, es ist immer noch nicht gefixt!

Doch von Anfang. Die Crew hat gerade nichts zu tun und darum Zeit ihren Hobbys zu frönen. Für La Forge heißt das, Modellbau mit antiken Segelschiffen. Etwas, das Data nur schwer nachvollziehen kann. La Forge entgegnet, dass ja auch er (Data) nicht unempfänglich für eine gewisse Nostalgie ist und meint damit natürlich seine Obsession mit Sherlock Holmes.

Da sie auch gerade nichts Besseres zu tun haben (und Geordies Schiff schon fertig ist) bietet er sich als Dr. Watson für eine Runde Defektiv-Simulator 2365 auf dem Holodeck an.

Dabei stößt man aber sogleich auf ein mittelschweres Problem: Da Data natürlich jeden Sherlock-Fall bis zum Wortlaut kennt, spielt er hier quasi im god-mode und hat das Ganze innerhalb von ein paar Sekunden gelöst. Geordi versucht das zu umgehen, indem er das Holodeck anweist einen neuen Fall im “Stil” von Sherlock Holmes zu entwickeln. Das bringt allerdings auch nicht viel, da Data die einzelnen Teile der bekannten Fälle erkennt und kombinieren kann.

Bald kommt auch Dr. Pulaski dazu und gibt Data wenig sensibel zu verstehen, dass er als Android eben keine menschliche Intuition besitzt und nur auf seiner Datenbank vertrauen kann. Folglich wäre er bei einem wirklich neuen Fall ziemlich aufgeschmissen. Wobei, wäre das wirklich der Fall?

Ich frage mich an dieser Stelle, woher diese komische Abneigung Pulaskis ggü. Data herkommt bzw. ihr ständiges Betonen seiner Nicht-Menschlichkeit?

Versucht man hier zwanghaft eine Rivalität, ähnlich wie zwischen Spock und McCoy aufbauen?

Außerdem hat Data ja schon mehrfach bewiesen, dass er durchaus aus völlig neuen Begebenheiten theoretisieren und sinnvolle Schlüsse ziehen kann. Also fools on you Dr. Pulaski.

Jedenfalls hat Geordie noch eine Idee, und zwar den Computer explizit ein Problem entwickeln zu lassen, dass in der Lage ist, Data zu “besiegen”. Womit wir wieder beim verbuggten Holodeck wären, dass statt sowas zu sagen wie:

“Sind Sie sich sicher?”, “Folgendes könnte auftreten:...“, “Sie betreten eine Welt voller Schmerz!” oder “[sudo] password for laforgegeordi”

einfach nur stumpf zu Diensten ist. Ich meine, hat das Dev-Team wirklich nicht gelernt, was Exception-Handling ist?! Oder sitzen die nach jedem Patch so da?

Jedenfalls wirft sich nun auch Pulaski in Schale, um mitzumischen, wird aber direkt zu Beginn entführt (lol). Während jetzt also Data und La Forge durch das Victorianische London streifen, offenbart sich auch der Bösewicht dieses Falls. Und zwar niemand anderes als Moriarty himself.

Dieser ist tatsächlich in der Lage den “Arc” aufzurufen (also sowas wie die Konsole des Holodecks) und sich selbst (!) quasi die Admin-Rechte zu übertragen (soviel zu ungewollten Nebeneffekten 🙃).

Er hat natürlich auch Pulaski entführt und schneidet sogar mit, wo er sich befindet, bzw. “was” er ist. Währenddessen wurde auch Picard informiert und es wird beraten, was man, da man das Holodeck auch nicht mehr herunterfahren kann, was zu tun ist.

La Forge merkt an, dass man das Holodeck auch einmal komplett in eine Mikrowelle verwandeln könnte, mit dem unschönen Nebeneffekt, dass Pulaski natürlich mitgegrillt würde.

Stattdessen entschließt Picard selbst auch in den Smoking zu schlüpfen und mit Moriarty zu verhandeln. Dieser hat inzwischen eine Maschine entwickelt, mit der er die Enterprise durchschüttelt (?) und zu zerstören droht. Anders als seine Buchvorlage hat Moriarty jedoch eine etwas komplexere Persönlichkeit entwickelt, statt einfach nur böse zu sein.

Als man ihm erklärt, dass man ihm das, was er will, nicht geben kann, nämlich außerhalb des Holodecks zu leben (das wusste das Dev-Team dann doch zu verhindern), sieht er das sogar ein und lässt Pulaski gehen.

Als Belohnung dafür, kein komplettes Arschloch zu sein, verspricht ihm Picard sogar, sein Programm zu speichern und ihn zurückzuholen, falls man je die Möglichkeit hat, Holodeck-Abbilder in die reale Welt zu holen (warum zur Hölle auch immer man das wollen würde?!). 🖖

StarTrekTagebuch, 27. Eintrag TNG S02F02 (Where Silence has Lease): SpoilerAlert

In dieser Folge passiert recht wenig, sodass sie eher wie ein weiterer Füller wirkt. Stattdessen gibt es wieder eine Begegnung mit einer extrem weit fortgeschrittenen Lebensform, die direkt aus der SFX-Hölle zu kommen scheint.

Mal ehrlich, wenn man hier etwa extrem verstörendes schaffen wollt, ist das ohne Frage gelungen, vielleicht ein wenig zu gut. Aber zurück zum Anfang:

Die Enterprise entdeckt auf ihrer Reise eine Art “Schwarzes Loch”, was allerdings nicht einem schwarzen Loch im physikalischen Sinne entspricht, sondern einfach ein Stück Raum zu sein scheint, in dem absolut NICHTS ist. Das heißt, dass die Scanner dort weder Materie noch Energie, noch irgendetwas anderes wahrnehmen, was in einem Universum, wo ja zumindest die kosmische Hintergrundstrahlung allgegenwärtig ist, ziemlich ungewöhnlich scheint.

Allerdings breitet sich dieses “Nichts” aus, bzw. bewegt sich und verschluckt schließlich die Enterprise, die sich daraufhin in einem Raum ohne Sterne oder irgendwelche anderen Bezugspunkte befindet. Jeder Versuch, mit dem Warp-Antrieb umzukehren oder überhaupt irgendwo hinzukommen, scheitert. Nachdem Picard eine Sonde hinterlässt und von ihr weg fliegen lässt, bemerkt er außerdem, dass sie die ganze Zeit im Kreis geflogen sind.

Später tauchen auch ein Romulanershiff, welches mit seltsamer Leichtigkeit zerstört werden kann und das Schwesterschiff der Enterprise, die Yamato, auf. Da auf ihr allerdings keine Lebenszeichen zu finden sind, lässt Picard Riker und Worf hinüberbeamen (eine Aktion, die mir, wenn man sich in einem Raum befindet, der nicht den gängigen physikalischen Gesetzen zu folgen scheint, reichlich riskant vorkommt).

Tatsächlich werden Riker und Worf zwar auf “eine Brücke” gebeamt, merken aber bald, als Kopien dieser Brücke und dann auch Kopien ihrer selbst auftauchen, dass es sich hier um geplante Illusionen handelt. Nachdem die beiden im letzten Moment, bevor sich die Yamato ins Nichts auflöst, zurückgebeamt werden, gibt sich schließlich der Verursacher des Ganzen als Nagilum zu erkennen (das grußelige Babyface vom Anfang).

Doch bevor ich darauf eingehe, was Nagilum ist oder will ein kurzes:

Speaking of: Nichts (oder was wir dafür halten)

“Nichts” als das Gegenteil des Seins oder eine absolute Leere ist ein recht abstraktes Konzept, das aber in verschiedenen Disziplinen durchaus nützlich ist.

Ohne die Zahl 0 wäre die meiste elaborierte Mathematik nicht möglich. In der formalen Logik unterscheiden sich “¬” als reiner Negator (also das Gegenteil von etwas) von “¬∃x”, was so viel heißt wie “es existiert kein x” (für das eine bestimmte Bedingung gilt).

Noch viel umfassender spielt das “Nichts” in der Philosophie eine Rolle. Bei Sartre ist es z.B. gerade die Fähigkeit, sich sein eigenes “Nicht-sein” bzw. “Noch-nicht-sein” vorzustellen, die den Menschen ausmacht.

“Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich von bestimmten Zukunfts- und Vergangenheitsbildern zu distanzieren.” (Wikipedia)

Am schwierigsten ist es jedoch, irgendeine konsistente Definition von Nichts in der Physik zu finden. Hierbei könnte man, wie schon erwähnt, die vollständige Abwesenheit von Materie und Energie meinen, wobei da Raum und Zeit immer noch “da” wären. Nimmt man diese auch noch weg, wäre man quasi “vor” der Singularität des Urknalls (wobei zugegebenermaßen “vor” ohne die Existenz von Zeit wenig Sinn macht), doch selbst da scheint zumindest die Quantenphysik nicht ganz “Nichts” zu finden.

Ich empfehle dazu das Buch:

'A Universe from Nothing' von Lawrence Krauss (der hat laut Wikipedia auch 'The Physics of Star Trek' geschrieben, interessant), welches ich zwar gelesen, aber ehrlicherweise auch nur zu höchstens 10% verstanden habe.

Auf jeden Fall ist das “Nichts”, das Nagilum hervorbringt oder aus dem es besteht, eher eine Illusion von “Nichts”. Genauso wie Nagilum handfeste Illusionen hervorbringen kann, kann er den Scannern der Enterprise auch vorgaukeln, nichts wahrzunehmen, wo tatsächlich etwas ist, oder andersherum.

Zurück zur Folge:

Dr. Pulaski stellt fest, dass sich Nagilum verhält wie ein Wissenschaftler mit Laborratten, nur dass in diesem Fall die Crew der Enterprise die Ratten sind. Nagilum will offenbar mehr über den Tod herausfinden, eine Erfahrung, die er selbst nicht machen kann und bringt auch direkt Austauchbares-Crewmitglied-Nr.-31 um (namentlich Officer Haskell, welcher auch nur in dieser Folge auftaucht).

Nagilum kündigt an, dass er wohl ungefähr ein Drittel der Crew töten werde, um den Tod umfassend “zu verstehen”. Ohne die Möglichkeit irgendwen zu kontaktieren oder Nagilum zu bekämpfen, beschließt Picard lieber die Selbstzerstörung einzuleiten, anstatt diesem Wesen weitere Informationen zu liefern. In den 20 Minuten des Countdowns erschafft Nagilum Illusionen von Troi und Data, die versuchen, ihn dazu zu bringen, die Sequenz abzubrechen. Picard durchschaut jedoch das Spiel und Nagilum gibt schließlich klein bei und entlässt die Enterprise wieder in den normalen Raum.

So viel zu einem weiteren Überwesen, derer uns in der ersten Staffel ja schon einige begegnet sind. Im Gegensatz zu jemandem wie Q bleibt aber Nagilum aber äußerst eindimensional und man erfährt, außer seiner Neigung zu morbiden Experimenten, kaum etwas. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass Nagilum noch einmal irgendwann auftaucht.🖖

StarTrekTagebuch, 26. Eintrag TNG S02F01 (The Child): SpoilerAlert

In der ersten Folge der zweiten Staffel werden einige Um- und Neubesetzungen präsentiert. Zunächst müssen wir uns von Dr. Crusher verabschieden, die die Leitung der medizinischen Abteilung der Starfleet übernommen hat und damit nicht mehr als Schiffsärztin auf der Enterprise tätig ist.

Ihr Ersatz ist Dr. Pulaski, die etwas derber und strenger, dabei aber nicht minder liebenswürdig auftritt. Außerdem hat niemand anderes als Whoopi Goldberg ihren ersten Auftritt als Barfrau(?) – ja die Enterprise hat jetzt auch eine Bar – wobei ich gespannt bin, welche Rolle sie in Zukunft ausfüllt, das wurde erstmal im Dunkeln gelassen.

Zur Handlung: Die Enterprise hat den Auftrag, Proben einer hochgefährlichen Plasmaseuche (whatever that is) zu transportieren. Damit diese keine Gefahr für die Crew darstellen, hat Jordi, der inzwischen von der Brückencrew auf den Chefingenieursposten gerutscht ist, eine Art Container entwickelt, der die Proben sicher versiegelt. Soweit so gut. Kurz bevor sie an der Wissenschaftsstation ankommen, um die Proben aufzunehmen, dringt eine Art Lichtblob in die Enterprise und schließlich in Counselor Troi ein (!), die daraufhin schwanger wird (!!).

Dr. Pulaski hat also direkt ihren ersten “spannenden” Fall und es ist ziemlich offensichtlich, dass diese Folge in erster Linie ihrer Charakterentwicklung dienen soll. Auch wenn das einigermaßen gelingt, bleibt hier doch die Spannung und innere Logik weitestgehend auf der Strecke.

Stattdessen haben wir hier ein Beispiel für den “Myteriöse/Parasitäre Schwangerschaft”-Topos, der, wie ich finde ziemlich problematisch oder zumindest ziemlich platt und einfallslos ist.

Zeit für ein Speaking of: Übernatürliche Schwangerschaft

Dieses Plotelement taucht meist entweder in Filmen auf, die genau darum aufgebaut sind, oder es “passiert” weiblichen Darstellerinnen im Verlauf einer Serie, wobei es hier fast nie um eine “natürliche” oder positiv konnotierte Schwangerschaft geht, sondern meist um irgendeine Art von Besessenheit. So zu sehen in der Alien-Reihe, bzw. Prometheus, bei Akte X, Das Dorf der Verdammten, Jesus von Nazareth, Star Wars, Dr. Who, Twilight, ...

Problematisch daran ist meist die Reduktion der weiblichen Darstellerin auf ihre physiologische Fähigkeit zu gebären, während ihr emotionaler Umgang damit nur sehr wenig Raum bekommt, bzw. nach der Folge, nie wieder angesprochen wird.

Verstärkt wird das Ganze dadurch, dass solche übernatürlichen Schwangerschaften auch meist übernatürlich schnell ablaufen, bzw. das Kind danach extrem schnell wächst, um Handlungszeit zu sparen. Auf die Spitze getrieben wird das Ganze von Schwangerschaften die einen, meist parasitären, Alien- oder Dämonenfötus erzeugen. Hier wird eine Schwangerschaft in etwas morbides, ekeleregendes oder gefährliches verwandelt, das es meist zu besiegen oder zu töten gilt. Wie die weibliche Rolle damit umgeht, gegen ihren Willen geschwängert zu werden und einen Parasiten auszutragen, bleibt dabei meist auf der Strecke.

Als weiterführende Links, hier ein Videos zu:

Übernatürliche Schwangerschaft in Filmen, Serien und Spielen: https://youtube.com/watch?v=0rhH_QGXtgQ&t=321s

Zurück zur Folge:

Auch bei Troi vergehen von der Empfängnis bis zur Zeit in der das Kind 7 Jahre alt ist (!) nur in etwa 2 Tage. Zwar ist ihr Kind kein parasitäres Alien (bzw. es sieht nicht ekelig aus) sondern eine ziemlich genaue Kopie ihrer Gene, nur in männlich.

Später erfahren wir, dass es sich bei dem Lichtblob um eine Spezies handelt, die es vor allem auf Wissenserwerb abgezielt hat und die Menschen (bzw. Halb-Menschen-halb-Betazoids) erforschen wollte, indem es ihren Lebenszyklus im Schnellverfahren durchläuft.

Ganz zufällig (und weil man das Kind bis zur nächsten Folge noch irgendwie los werden muss) gibt das Kind jedoch eine Art von Strahlung ab, die die Proben (die sich inzwischen an Bord befinden) zum wachsen anregt, wodurch sie drohen, aus den Containern auszubrechen.

Um die Crew und seine Mutter zu retten, beschließt das Kind, sich wieder in seine Lichtblob-Form zu begeben und die Enterprise zu verlassen. Troi ist darüber natürlich emotional zerrüttet, ich bezweifle jedoch stark, dass sie das in irgendeiner der nächsten Folgen noch ernsthaft beschäftigt. So sehr will man(n) sich mit dem ganzen Schwangerschaftsthema dann doch nicht beschäftigen.

Insgesamt leider ein eher unwürdiger Auftakt der 2. Staffel, wobei ich den Charakter von Dr. Pulaski ziemlich interessant finde und auch auf Whoopi Goldbergs Rolle gespannt bin. 🖖

StarTrekTagebuch, Filmspecial: Star Trek III – The Search for Spock(SpoilerAlert):

Auf zum vorerst letzten Filmspecial bevor ich zur 2. Staffel von TNG zurückkehre.

Der Film beginnt quasi genau da, wo der letzte aufgehört hat. Die Enterprise ist auf der Erde angekommen, die meisten Kadetten und Crewmitglieder sind schon versetzt worden. Scotty auf die U.S.S. Excelsior und Saavik und David auf das Wissenschaftsschiff U.S.S. Grissom (beide werden später noch wichtig).

Außerdem soll die Enterprise, da sie schon 20 Jahre alt ist, außer Dienst gestellt werden, obwohl sie ja soweit ich mich erinnern kann, im ersten Film komplett auf den neusten Stand versetzt wurde🤔

Jedenfalls will Admiral Morrow (anscheinend der Oberbefehlshaber und damit höher im Rang als Kirk), nicht zulassen, dass sich auf nahe Zeit irgendjemand dem neu belebten Genesis-Planeten nähert oder auch nur genaueres darüber weiß.

Denn auch die Klingonen haben von dem Planeten erfahren und fühlen sich durch eine solche Waffe bedroht. Soweit so verständlich.

Ohne Spock lässt sich im weiteren Verlauf des Films leider nur wenig Logik finden (pun intended 🙃). Spocks Vater hat einen Auftritt, der Kirk Vorwürfe macht ihn zurückgelassen zu haben und ihm verät, dass Vulkanier ihr Bewusstsein durch Berührung auf andere Lebewesen übertragen können.

Aus den Aufzeichnungen ist zu sehen, wie Spock genau das tut, als er McCoy kurz vor seiner Selbstaufopferrung mit dem Wuxi-Fingergriff ausknockt. Wobei ich mich direkt gefragt habe, warum er das nicht in einem kurzen Nebensatz hätte erwähnen können? Ich meine, wer Zeit für lange Aphorismen über die Bedürfnisse vieler oder einzelner hat, kann auch kurz erwähnen:

“Hey, außerdem steckt mein Geist in McCoy, nur falls ihr damit irgendwas anfangen wollt, mich wiederbeleben zum Beispiel.” McCoy wiederum wäre wohl über kurz oder lang zu einem brabbelndem Irren geworden, hätten sich Kirk und Spocks Vater nicht diese Aufzeichnung angeschaut. Menschen scheint es nämlich langfristig nicht gut zu tun, das Bewusstsein eines Vulkaniers in sich zu tragen, who could have guesed that!

Als Kirk das ganze vor Admiral Morrow bringt, lässt dieser sich trotzdem nicht umstimmen. Was macht man also? Richtig: Meuterei!!

Aber zunächst zurück zum Planeten, zu dessen Erforschung sich Saavik und Daivd auf die Oberfläche haben beamen lassen. Dort finden sie – surprise, surprise – Baby Yoda.. äh ich meine natürlch Toddler-Spock der halb erfroren im Schnee liegt.

Insgesamt scheint das Wetter auf Genesis ziemlich unbeständig zu sein, völlig verschiedene Klimazonen liegen in Minecraft-Manier direkt nebeneinander und auch die ganze Vegetation und der Planet scheint seltsam beschleunigt.

Kruge nimmt, nachdem er die U.S.S. Grissom weggeballert hat, Saavik und David (und mittlerweile Teenager-Spock) gefangen und versucht aus ihnen Informationen über Genesis rauszuquetschen.

Hierbei erfahren wir auch den Grund für die eigenartigen Zustände auf Genesis:

Davids Wissenschaftsteam hat bei der Entwicklung der Genesis-Sonde sog. Proto-Materie verwendet, von der man nichts weiter erfährt, als dass sie “kein moralischer Wissenschaftler” verwenden würde (dum dum duuuum) und dass sie der Grund ist, warum Spock und alles andere auf dem Planeten so schnell altert und der Planet generell kurz vorm explodieren steht.

Inzwischen haben Kirk, Scotty, McCoy, Chekov und Uhura, erfolgreich die Enterprise gekapert.

Mal abgesehen davon, dass es ein ziemliches Armutszeugnis für die Föderation ist, dass man einfach so zu fünft ein Schiff AUS DEM GESCHLOSSENEN HANGAR stehlen kann, macht sich Kirk offenbar auch keine Sorgen, dass sie alle für Hochverrat angeklagt werden, eher so: Whatever.

Jedenfalls schaffen sie es durch Scottys Sabotage (!) an der U.S.S. Excelsior, die deren Trans-Warp-Antrieb lahmlegt, ungehindert bis nach Genesis.

Nach einem Feuergefecht mit dem dortigen Klingonenschiff, kommt es zu einer Pattsituation. Das Klingonenschiff wird schwer beschädigt, aber auch die Enterprise, steht ohne Schilde und Waffensysteme da.

Kruge zieht daraufhin seinen Joker: die Gefangenen Saavik und David. Um seinen Standpunkt zu unterstreichen, will er auch direkt einen Gefangenen töten lassen.

Doch bevor der Anführer des klingonischen Away-Teams Saavik hinrichtet, wirft sich David heldenhaft dazwischen und wird getötet. Ich hab erwarted das Kirk zu einem martialischen “KRUGE!!”-Schrei ansetzt, wurde aber enttäuscht. 😕

Etwas vorgezogene Rache bekommt Kirk jedoch, indem er den Selbstzerstörungsmodus der Enterprise anwirft und auf die Planetenöberfläche evakuiert, kurz bevor ein Entertrupp der Klingonen auf die Enterprise beamt und schließlich zusammen mit der Enterprise hochgejagt werden.

Auf der Oberfläche nimmt er wieder Kontakt zu Kruge auf und fordert die Rettung seiner Crew im Tausch gegen die Genesis-Informationen. Statt darauf einzugehen, beamt Kruge selbst auf den Planeten, der btw immer instabiler wird. Er sieht ein, dass der Planet selbst für Klingonen nicht wirklich gemütlich ist und lässt alle bis auf Kirk und Spock auf sein Schiff beamen.

Wer noch einen Beweis braucht, das Logik nicht Teil der militärischen Ausbildung bei den Klingonen sein kann, bekommt ihn hier geliefert:

Die vorher auf die Enterprise gebeamte und vernichtete Entertruppe war offenbar die GESAMTE FUCKING Crew des Klingonenschiffs, was, minus Kruge, nur noch einen Klingonen auf dem Schiff zurücklässt, der von der eben hochgebeamten Enterprise-Crew natürlich leicht überwältigt wird.

Kirk und Kruge liefern sich derweile einen Fistfight auf der Oberfläche, die sich nun entgültig zu Mordor geworden ist. Thematisch passend macht Kruge dann auch den Gollum, bzw. wird von Kirk in die überall hervorsprudelnde Lava gestoßen.

Kirk und Spock können hochgebeamt werden und nehmen Kurs auf Vulkan, wo der inzwischen Erwachsene Spock, sein Backup von McCoy wieder eingespeist bekommt.

Speaking of: Bewusstseinsübertragung

In einer Review zur TNG-Folge: 'Loneley among us' habe ich schonmal angerissen, dass Star Trek im Bezug auf Bewusstsein oder “Seele” eher einen Monismus, bzw. Materialismus vertritt.

Das heißt, ein Bewusstsein ist immer an den Körper (oder einen anderen physischen Träger) gekoppelt und kann nicht außerhalb davon existieren (es gibt also keine Seelen). Gerade die Überlegung, dass es nicht immer nur ein einziger Körper sein muss, wurde schon oft in der Science Fiction aufgegriffen. Meist geht es dabei darum, in Form von “Mind uploading” das Bewusstsein von einem Körper, in ein künstliches Objekt (meist einen Computer) zu übertragen.

So zu sehen z.B. in: The Creation of the Humanoids (1962) oder Transcendence (2014) oder in der fantastischen Buchreihe Children of Time

Auch in der realen Forschung gab es dazu schon Überlegungen (z.B. mit Fruchtfliegen). Allerdings scheitert eine Umsetzung wohl bisher daran, dass die extreme Komplexität einen menschlichen Gehirns, mit der uns verfügbaren Halbleitertechnik nicht abgebildet werden kann. Ganz zu schweigen davon, wie der “Upload” technisch realisiert werden soll.

Davon unterscheiden würde ich noch die Übertragung von Bewusstsein zwischen Lebewesen, wie es hier im Film passiert ist.

Ob es wirklich einfacher ist, ein Bewusstsein in ein Gehirn einer Spezies zu kopieren, mit der man noch nicht einmal eine gemeinsame Evolution teilt (z. B. auch bei Avatar – Aufbruch nach Pandora) oder ob man eine Art von Computer nutzt, ist fraglich.

Eine mögliche Fusion beider Methoden ist ein sog. Biocomputer, der zwar künstlich ist, aber, wie das Gehirn, biochemisch arbeitet, statt elektrisch.

Im Film werden all diese Fragen nicht geklärt, sondern der “Mind meld” wird als inharente Eigenschaft von Vulkaniern präsentiert, auch wenn ich sicher bin, dass das in TOG oder später noch detaillierter ausgeführt wird.

Generell geht es beim Mind Upload als Topos in der Science Fiction meist entweder darum Unsterblichkeit zu erlangen oder das Bewusstsein zu konservieren, wie auch hier im Film, oder um Augmentation also Verbesserung der eigenen Hirnleistung. Meist werden dabei moralische Konflikte aufgebaut, wie z.B. Klassismus zwischen Augmentierten oder Unsterblichen und denen, die das nicht haben (oder sich nicht leisten können).

Andererseits ist auch der Verlust der eigenen Persönlichkeit oder Größenwahn infolge der erlangten Macht ein beliebter Plot. Fun fact zum Schluss: wenn es nur darum geht eine perfekte Kopie eines Bewusstseins (was gleichbedeutend mit der Kopie eines Körpers ist), sind bei Star Trek mit dem Transporter schon alle technischen Möglichkeiten gegeben, was allerdings zum berühmten Beaming-Paradox führt.

Fazit zum Film:

So wie sich der Boden auf Genesis aufgetan hat, musste man auch im Plot dieses Films aufpassen, nicht in die riesigen Logiklöcher zu fallen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass es primär darum ging Spock zurückzuholen (wahrscheinlich aus Selbstschutz um nicht von einem wütenden Trekkie-Mob gelyncht zu werden) und drumherum einfach irgendeine Story mit bekannten Elementen (Klingonen, Genesis, Mind meld) zusammengeschustert, wobei eigentlich spannende und epische Momente, wie der Tod Davids oder die Opferung der Enterprise seltsam beliebig und lieblos daherkommen.

Darum war The Search for Spock, wie ich finde, leider der bisher schlechteste Film, aus dem man aber mehr hätte machen können. 🖖

Kurzer Nachtrag:

ich kann gerade nicht fassen, dass mir das erst jetzt auffällt aber Kruge, der Klingonencaptain wird von keinem anderen gespielt als Doc Brown (a.k.a. Christopher Lloyd) himself.

StarTrekTagebuch, Filmspecial: Star Trek II – The Wrath of Khan (SpoilerAlert):

Einige Jahre nach der Handlung des ersten Films (der wohl nicht so richtig zum Kanon gezählt wird) trifft sich Admiral Kirk wieder mit der alten Crew.

Die Enterprise ist unte Captain Spock mittlerweile ein Trainingsschiff, auf dem Starfleet-Kadetten ausgebildet werden. Eine der jungen Kadetten ist die Vulkanierin Saavik, die gerade den Kobayashi-Maru-Test absolviert. Hierbei soll sie in einer Simulation als Captain eine kritische Situation lösen.

Dabei scheitert und verliert ihr Schiff. Eigentlich soll die Situation in diesem Test gar nicht gelöst werden können, sondern es soll ein Charaktertest sein, in dem junge Kadetten mit der Ausweglosigkeit im Angesicht des sicheren Todes klar kommen sollen (etwas ähnlichem musste sich Wesley ja auch schon bei seiner Prüfung zur Aufnahme in die Academy stellen, wenn auch in kleinerem Maßstab).

Kirk hat als Einziger den Test jemals “gelöst” (also eine Möglichkeit gefunden, bei der nicht alle drauf gehen), wie genau, wird aber erst später geklärt.

Kirk soll demnächst die Enterprise inspizieren, feiert aber vorher noch seinen Geburtstag zusammen mit McCoy, der ihn bequatscht, dass er wieder ein Kommando braucht, um nicht völlig einzurosten (wenig subtiles foreshadowing an dieser Stelle).

Szenenwechsel:

Die U.S.S. Reliant unter dem Kommando von Captain Clark Terrell (und mit einem weiteren ehemaligen Enterprise-Crewmitglied: Pawel Chekov) soll für das Forschungsprojekt “Genesis” unbelebte Planeten suchen. Dabei handelt es sich offenbar um ein fortschrittliches Terraforming-Tool was allerdings nur auf Planeten angewandt werden darf, auf der es nicht einmal die ursprünglichsten Formen von Leben gibt (warum wird auch später geklärt).

Auf Ceti Alpha VI entdeckt man schwache Spuren von Leben und der Captain beamt zusammen mit Chekov runter, um es zu untersuchen.

Warum man nicht einfach weiter nach einem unbelebten Planeten sucht, ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich ist die Untersuchung neuer Lebensformen sowas wie die oberste Starfleet-Dienstanweisung. Ich kann mir aber vorstellen, dass dadurch das Projekt ganz schön verzögert wird, wenn man für jede Mikrobe einen Zwischenstopp einlegt.

Terell und Chekov entdecken aber weitaus mehr als Mikroben Sie entdecken eine “Bande” von ausgesetzten “Menschen”. Anführungsstriche hier, weil nicht ganz klar ist “was” genau Khan und seine Anhänger eigentlich sind. Sie (oder nur er?) wurden laut ihm schon vor über 200 Jahren geboren, also sind sie entweder durch genetische Augmentation wesentlich langlebiger oder haben die meiste Zeit im Kälteschlaf verbracht (nicht sehr zuverlässig wie wir aus der letzten TNG-Folge wissen). Genetisch verändert im Hinblick auf erhöhte Körperkraft und Intelligenz (was er nicht müde wird zu erwähnen) ist Khan auf jeden Fall.

Jedenfalls wurde er von Captain Kirk vor etlichen Jahren auf Ceti Alpha V ausgesetzt.

Ja richtig V (fünf) nicht VI (sechs) ist der Planet auf dem sie sich gerade befinden (nach gängiger Namensgebung also der fünftnächste Planet des Sterns Ceti Alpha). Nummer 6 ist kurz nach Kahns Ankunft explodiert (warum auch immer) und die Umlaufbahn von Kahns Planeten wurde etwas mehr zum Rand der Goldlöckchen-Zone geschoben, was ihn zum Wüstenplaneten gemacht hat.

Hier wurde ich kurz stutzig. Ich meine, dass man als Starfleet nicht jeden Tag nachschaut, wie sich irgendwelche Verstoßenen im Exil schlagen, ok. Aber wenn in einem Sternensystem plötzlich ein Planet weniger da ist, als auf den Karten verzeichnet, hätte doch spätestens der Reliant auffallen müssen. Ich meine, so ein Planet rollt ja nicht einfach so unters Sofa und auch wenn er explodiert ist, bleibt doch zumindest planetarer Schutt übrig?

However. Khan ist jeden fall sehr interessiert an dem Projekt Genesis und daran, sich an Kirk für seine Verbannung zu rächen. Er pflanzt Terell und Chekov ein paar entfernte Verwandte der späteren Stop-Motion-Krabben ein, um sie zu kontrollieren und mit ihrer Hilfe die Reliant zu kapern.

Von da fliegt er zur Forschungsstation des Genesis-Projektes ordnet (über Chekov) an, ihm nach seiner Ankunft die kompletten Forschungsmaterialien zu überlassen. Angeblich alles auf Kirks Befehl hin, womit er natürlich plant Kirk zu ihm zu locken.

Speaking of: Wie bau ich mir einen “guten” Bösewicht (am Beispiel Khan)?

Etwas mehr Meta-Talk jetzt über die Charakterbildung des Films und im speziellen zum “Bösewicht” Kahn. Aus meiner Sicht steht und fällt eine Story mit dem Bösewicht und der zweite Star Trek-Film bringt hier einen außergewöhnlich Gelungenen.

Ein Bösewicht muss zunächst einmal eine glaubhafte Bedrohung sein, was Khan durch seine genetischen Verbesserungen zweifelsohne erfüllt, zusammen mit der “Waffe” in Form des Genesis-Projektes (zu dem komm ich später).

Mindestens genau so wichtig ist aber auch die Motivation, des Bösewichts. Von ihr hängt ab, ob der Böswicht einfach “schon immer böse” ist (Imperator Palpatine, T1000, Melkor, Voldemort, usw.), was ziemlich eindimensional ist oder ob sein “böse-sein” einen vielschichtigeren Grund hat. Wie ein traumatisches Erlebnis/Kindheit (Darth Vader, Two Face, Joker), das Einfluss einer anderen bösen Macht (Darth Vader, Saruman) oder sogar der Kampf für ein angebliches “größeres Wohl” (Magneto, Grindelwald).

Letztere machen einen Bösewicht vielschichtiger, da man als Zuschauer ihre Beweggründe ein Stück weit nachvollziehen kann. Im Falle Khans, kann ist Rache die primäre Motivation und ich meine ich kann es durchaus verstehen. Ich wäre auch sauer, wenn man mich (gerechtfertigt oder nicht) auf einem Planeten aussetzt und dann nie wieder nachschaut was aus mir geworden ist, während ich dort ums Überleben kämpfe. Auch kümmert sich Khan durchaus um seine Anhänger/Gefährten, die für ihn mehr sind als austauchbare Minions, was ihn schon fast ein Stück sympathisch macht.

Kirk wird nun von Dr. Marcus (offenbar eine alte Bekannte) von der Genesis-Forschungsstation Regula 1 kontaktiert. Die Verbindung ist allerdings so gestört, dass Kirk nur versteht, irgendjemand wolle die Forschungsdaten abholen.

Aus der Routineinspektion wird nun eine ernsthafte Mission und Kirk wird (surprise, surprise) von Spock das Kommando übertragen.

Die Enterprise trifft auf dem Weg nach Regula I auf die gekaperte Reliant, der sie zunächst ohne hochgefahrene Waffensysteme begegnet. Khan eröffnet das Feuer und die Enterprise wird stark beschädigt. Nun eröffnet er auch Kirk seine Identität und verlangt alle Informationen zum Genesis Projekt. Kirk geht zum Schein darauf ein, nutzt aber die Zeit um über eine Art Starfleet-internen Team-Viewer auf die Systeme der Reliant zuzugreifen und deren Schilde herunterzufahren. Kahn muss nun seinerseits einiges einstecken und zieht sich in Richtung Regula zurück.

Die Enterprise nimmt die Verfolgung auf, ist aber aufgrund eines beschädigten Warp-Antriebs um einiges langsamer. Bei Regula I angekommen ist zunächst von der Reliant nichts zu sehen. Kirk, McCoy und Saavik beamen auf die Forschungsstation, während Spock mit den Reparaturen beginnt.

Auf der Station finden Kirk und Co. den zurückgelassenen Chekov und Terell, während der Rest der Forscherinnen offenbar gefoltert und getötet wurden. Beim Transporter der Station finden sie heraus, dass sich offenbar einige überlebende Forscherinnen zusammen mit den Genesis-Materialien auf die Planetenoberfläche gebeamt haben.

Bevor sie folgen, holt Kirk von Spock eine Schadensmeldung ein, der im berichtet (Achtung wichtig!), dass die Reparaturen mehrere Tage dauern werden, woraufhin Kirk ihm den Befehl gibt, sich aus dem System zurückzuziehen, wenn sie nach einer Stunde nichts von ihnen hören.

In einer Höhle des Planeten trifft Kirks Team auf Dr. Marcus Sohn David, der sie zunächst angreift, aber von Kirk überwältigt werden kann und ihn und Dr. Marcus davon überzeugt, dass nicht die Starfleet, sondern Kahn sich die Materialien aneignen will.

Plötzlich ziehen Chekov und Terell ihre Phaser und bedrohen die anderen, während sie Khan kontaktieren, der offenbar die ganze Zeit zugehört hat. Er weiß nun auch wo genau sich die Sonde befindet und kann sie zu sich an Bord beamen.

Dann befiehlt er Chekov und Terell Kirk zu töten. Terell kann sich jedoch dem Parasiten in seinem Hirn soweit widersetzen, als dass er die Waffe auf sich selbst richtet und sich erschießt. Chekov widersetzt sich auch, woraufhin die Kreatur aus seinem Ohr gekrochen kommt und von Kirk vernichtet wird. Khan muss sich nun damit zufrieden geben, Kirk und die anderen in der Höhle zurückzulassen.

Dort wird nun das ganze Ausmaß des Genesis-Projektes sichtbar, mit dem Dr. Marcus diesen Teil der unbelebten Höhle in einen üppigen Dschungel verwandelt hat.

Speaking of: Das Genesis-Projekt aka. Agent-Orange-Terraforming

Namensgebend für dieses Terraforming-Projekt ist das 1. Buch Mose (Genesis – griech. für „Geburt“, „Ursprung“, „Entstehung“) aus dem alten Testament, womit wohl auf den nur wenige Tage dauernden Schöpfungsmythos angespielt werden soll.

Technisch soll das ganze so funktionieren, dass in einer Art Kettenreaktion, ein Teil der unbelebten Materie aufgelöst wird und aus der daraus gewonnenen Energie, belebte Materie in hoher Geschwindigkeit reproduziert wird.

Der Nachteil (in Form einer wenig subtilen Atombomben-Analogie) besteht allerdings darin, dass, wenn man die Genesis-Sonde auf einem bereits belebten Planeten oder Mond aktiviert, dort zunächst sämtliches Leben ausgelöscht wird.

Wobei mit Leben hier wahrscheinlich wieder nur kohlenstoffbasierte Lebensformen gemeint sind. In wie weit so eine Sonde eine Bedrohung für z.B. machine-life sein würde, wird nicht vertieft. Dieser Umstand erklärt einerseits, warum es so wichtig war, nach einem Planeten ohne jedes Potential für Leben zu suchen (alles andere wäre offensichtlich ein krasser Verstoß gegen die Prime Directive) und warum Khan es sich als effektive Massenvernichtungswaffe aneignen will.

Zurück zum Film:

Während Kirks Team auf Kontakt zur Enterprise wartet, verbringt man die Zeit mit ein wenig Charakterentwicklung:

Dr. Marcus junior stellt sich als Kirks Sohn heraus, von dem er nichts wusste. Saavik fragt ihn erneut nach dem Kobayashi-Maru und wie er ihn gelöst habe. Kirk eröffnet ihr, dass er damals mehr gemogelt als wirklich eine Lösung gefunden hat. Er hat einfach unbemerkt die Software des Tests umprogrammiert und damit das eigentliche Prüfungsziel (den Umgang mit dem Tod) umgangen.

Statt nun mehrere Tage auf die Reparatur der Enterprise zu warten, nimmt Kirk plötzlich in einem shyamalanischen Twist Kontakt zu Spock auf und lässt das Team zurück auf die gefechtsbereite Enterprise beamen.

Spock hatte ihm beim letzten Funkkontakt subtextuell zu verstehen gegeben, dass er mit der Reparaturzeit maßlos übertrieben habe, um Khan in falscher Sicherheit zu wiegen, da er den Verdacht hatte (woher auch immer), dass dieser mithöre.

Es folgt ein Raumgefecht innerhalb eines undurchsichtigen Weltraumnebels (wobei der wohl eher der Phantasie des Drehbuchschreibers entspringt, statt etwas mit einer realen interstellaren Wolke zu tun zu haben). Dabei gelingt es Kirk mit seiner größeren Erfahrung die Reliant auszumanövrieren und Khan zu schlagen.

Statt zu kapitulieren zündet der besiegte Khan die Genesis-Sonde, die (nach einem countdown von vier Minuten) alles Leben in einem größeren Umkreis, inklusive der Enterprise, zu vernichten droht.

Das Problem ist, dass der Warp Antrieb der Enterprise immernoch massiv beschädigt ist, was eine schnelle Flucht aus dem System unmäglich macht.

Spock begibt sich kurzentschlossen in den Maschinenraum um bei der Reparatur zu helfen, indem er die “Brennstäbe”(?) von Hand austauscht (Kinder, macht das nicht Zuhause nach), sich aber dabei einer tödlichen Dosis Strahlung aussetzt und stirbt.

Der Enterprise geling durch Spocks Opfer eine Flucht in letzter Sekunde. Im Epilog wird Spocks Leichnam auf die nun vor Leben pulsierende Oberfläche von Regula geschossen. Zusammen mit McCoys Aussage, dass er “nicht wirklich Tod” sei (wink, wink) und, dass man nicht wisse, wie sich Genesis-Sonde auswirke, wird hier gleich mit einer ganzen Zaunsreihe gewunken.

Da wird man wohl auf ein Jesus-mäßiges Comeback hoffen können.

Fazit:

Dieser Film hat sich wirklich sehr gut aus den Zutaten für einen guten Plot orientiert.

Angefangen bei einem glaubwürdigen Bösewicht, überraschenden Twists, heroischen Opfern, bis hin zu vielschichtigen Charakteren. Besonders Saaviks comming-of-age Nebenstory hat mir gut gefallen. Hoffentlich ist sie bei den nächsten Filmen auch wieder mit von der Partie. Ganz zu Schweigen von dem (wenig subtilen) Cliffhanger, der einen auf den nächsten Film gespannt macht.

Da werde ich wohl auch den Rat annehmen, mir doch gleich noch den Nächsten anzusehen, bevor ich mit TNG fortfahre. 🖖

StarTrekTagebuch – Filmspecial: Star Trek – The Motion Picture (SpoilerAlert):

Auf gehts zu meinem ersten Star Trek Film und gleichzeitig meiner ersten Begegnung mit der TOS Crew. Vorab, so schlecht, wie er mir angekündigt wurde, fand ich ihn gar nicht. Ja, an einigen Stellen etwas unausgegoren, aber insgesamt ganz ok.

Der Film beginnt mit der Vorstellung des “Bösewichts” in Form einer riesigen Energiewolke, die sich auf die Erde zubewegt und alles auf ihrem Weg vernichtet. Erst müssen ein paar Klingonen dran glauben, später eine ganze Raumstation der Föderation.

Szenenwechsel: Wie begegnen Spock im Corona-Quarantäne-Outfit und Frisur, der wohl an einer Art Ritual (Kolinahr) abhält um sich von seinen Emotionen zu “reinigen”. Kurz vor Abschluss spürt er jedoch telepatisch die Präsenz der Wolke und bricht das Ritual ab.

Unterdessen erfährt Kirk auf der Erde, der mittlerweile zum Admiral befördert wurde, von der Bedrohung. Er nutzt die Gelegenheit, um wieder das Kommando über die alte/neue Enterprise zu übernehmen, die gerade generalüberholt und umgebaut wurde.

Zusammen mit einem weiteren alten Crewmitglied Montgomery 'Scotty' Scott, von dem ich nur weiß, dass er der Chefingenieur ist, begibt er sich zum Schiff.

Es folgen 10 Minuten, die man mit “Kirk starrt erhaben auf die Enterprise” zusammenfassen kann.

Der neue Captian der Enterprise, Decker, ist weniger begeistert über seine Degradierung und kurz nach der Kommandoübernahme durch Kirk geht auch schon einiges schief. Der Schiffsarzt (Leonard McCoy) wird zwar noch erfolgreich an Bord gebeamt, der von Kirk gewünschte Wissenschaftsoffizier, ein Vulkanier (nicht Spock) verschwindet, nach einem Transporterunglück im Limbus (whoopsiedaisy).

Kurz nach dem Aufbruch muss Decker auch noch verhindern, dass Kirk alle umbringt, als sie in ein Wurmloch geraten und es gibt einige hitzige Worte zwischen Kirk, Decker und McCoy.

Als dannach eine Fähre an die Enterprise andockt, hat Spock (rasiert und in Schale geschmissen) seinen großen Auftritt und übernimmt seinen alten Posten als Wissenschaftsoffizier.

Da nun die alte Crew, soweit ich sie kenne, komplett ist, ist es, denke ich ein guter Augenblick, um sie mal unter die Lupe zu nehmen und in Relation zur TNG-Crew zu stellen:

Speaking of: Die TOS-Crew (im Vergleich zur TNG-Crew)

Captain Kirk: Wie ich schonmal erwähnt habe, entspricht Kirk so ziemlich dem Archetyp des amerikanischen Helden, ehrgeizig, geradeheraus, vielleicht etwas forsch, mehr Soldat als Entdecker (im Gegensatz zu Picard).

Spock: Als wohl bekannteste Figur aus Star Trek steht Spock wie kein zweiter für kühle Rationalität und Wissenschaft. Zusammen mit seinen “übermenschlichen” Fähigkeiten lässt er sich wohl am ehesten mit Data vergleichen, auch wenn Data mMn mehr Humor und kindliche Neugier besitzt. Auch sind Datas Fähigkeiten eher technischer Natur (duh!) als Spocks Telepathie. Wenn die TOS-Crew eine DND-Gruppe wäre, wäre Spock der Zauberer.

Dr. Leonard McCoy: Ähnlich wie Dr. Crusher scheut auch Dr. McCoy nicht davor zurück, dem Captain seine Meinung zu geigen, auch wenn Dr. Crusher etwas herzlicher rüber kommt, auch scheint er Spock und Beamen nicht leiden zu können.

Montgomery Scott: Einen Chefingenieur, der eine so vordergründige Rolle spielt wie 'Scotty', gibt es in TNG leider nicht (dafür ist mir in der TOS-Crew noch kein Sicherheitschef begegnet). Zumdest in diesem Film bleibt sein Charakter auch eher flach, er ist liebenswürdig, loyal Kirk gegenüber und gewissenhaft.

Über den Pilot Sulu lässt sich auch noch zu wenig sagen, genauso wie über den Navigator Pavel Chekov oder Lt. Uhura, obwohl ich weiß, dass sie auf jeden Fall wichtige Rollen einnehmen.

Zuletzt noch Captain Decker und Lt. Ilia:

Ich weiß nicht, in wie weit die vorher schonmal aufgetreten sind, ich hatte aber den Eindruck, dass sie nur in diesem Film eine Rolle spielen. Decker ist so ziemlich “Kirk in jung und sportlicher” und über Ilia erfährt man außer “love-interest von Decker” auch wenig.

Zurück zur Folge.. zum Film mein ich:

Bei der Wolke angekommen, macht man ein massives Objekt in deren Inneren aus. Kirk will ihr mit runtergelassenen Hosen (ohne Schilde und ohne Scan) begegnen, damit man durch nichts zu einem Angriff provoziert.

Spock gelingt es schließlich telepatisch Kontakt herzustellen und das Objekt dann von der friedlichen Absicht zu überzeugen, woraufhin die Angriffe eingestellt werden und die Enterprise in die Wolke vordringen kann.

Die Struktur arbeitet laut Spock mit Energien die sogar über die Strahlungsleistung der Sonne hinausgehen, ähnelt aber vom Charakter her eher einem Kind

Eine “Energiesäule” taucht auf der Brücke auf, offenbar eine Sonde des Objekts, dass anfängt die Datenbanken des Schiffes auszulesen.

Als Spock das Terminal mit einem gefürchteten beidhändigem Vulkanierschwinger zerstört, gefällt das der Sonde gar nicht. Sie schmeißt mit Blitzen um sich und “vernichtet” Lt. Ilia, wie vorher die Klingonenschiffe. Die Enterprise wird von einem Traktorstrahl ins Innere der riesigen Struktur gezogen.

Bald darauf sendet sie eine neue “Sonde” diesmal in Gestalt einer “umprogrammierten” Kopie von Ilia auf die Enterprise und stellt sich als “Vger” vor.

Spock versucht schließlich eigenmächtig weiter ins innere vorzudringen und zu Vger selbst Kontakt aufzunehmen, was ihm wohl auch gelingt. Er erfährt, dass Vger seinen “Schöpfer” sucht und plant alle “Carbon-Units”(also Menschen) auf der Erde auszulöschen.

Diese Bedrohung wird akut, denn die Vger hat zusammen mit der Enterprise inzwischen die Erde erreicht.

Kirk kann die Ilia-Sonde schließlich dazu überreden, die Vernichtung noch ein wenig aufzuschieben, da er wichtige Informationen für Vger habe, die er aber nur Vger direkt übermitteln könne.

In Vgers Innerem entdeckt die Crew zu ihrer Verblüffung, die NASA Sonde Vovager 6 (das “ova” war verwischt), die in der Welt von Star Trek mehr als 300 Jahre alt ist.

Die Sonde ist auf ihrer Reise offenbar einer Maschinen-Spezies begegnet, die sie in ihrer Programmierung “Suche alle Informationen die du kriegen kannst und bringe sie zurück zu deinem Schöpfer” unterstützt und umgebaut hat, so dass sich im Laufe der Zeit schließlich diese riesige Struktur um die Sonde gebildete.

Speaking of: das Voyager-Programm

Das Voyager-Programm ist wohl eines der bekanntesten und faszinierendsten Nasa-Projekte.

Es umfasst die beiden Sonden Voyager 1 und Voyager 2 (Voyager 3-6 gab es bisher noch nicht und sind auch meines Wissens nicht geplant).

Sie wurden 1977 im Abstand von 16 Tagen gestartet (Voyager 2 zuerst) und ihr Missionsziel war zunächst die Untersuchung der beiden Gasriesen Jupiter und Saturn und deren Monde. Hier ein Schema ihrer Flugbahnen und Swing-by's.

Hierbei schossen die beiden Sonden einige sehr detailreiche Fotos, später auch von Uranus und Neptun, und setzten ihre Reise weiter fort. Voyager 1 verließ unser Sonnensystem am 25. August 2012 und war damit das erste menschengemachte Objekt im interstellaren Raum. Voyager 2. folgte 2018.

1980 nahm Voyager 1 auf drängen des herrausragenden Wissenschaftlers Carl Sagan das mMn eindrucksvollste Weltraumfoto: Pale Blue Dot auf, auf dem die Erde als winziger Punkt aus 6 Milliarden km zu sehen ist.

Als Inspiration für die Science Fiction (und bestimmt auch für diesen Star Trek-Film) spielen auch die Golden Records eine Rolle. Die beiden vergoldeten Kupferscheiben sind an beiden Sonden angebracht und enthalten Informationen, wie die Position des Sonnensystems und der Erde, Grüße in 55 Sprachen, Naturgeräuche, Musik und Audiobotschaften des damaligen UN-Genralsekretärs und des US-Präsidenten, usw., die potentiellen intelligenten Spezies als Botschaft der Menschheit dienen soll.

Die fiktive Voyager 6-Sonde aus Star Trek nimmt im Gegensatz zu ihren Vorgängern, eine weitaus weniger passive Rolle ein. Sie wurde offenbar mit dem Plan verschickt, irgendwann zur Erde zurückzukehren und war mit einer rudimentären KI ausgestattet, die sie dazu brachte Informationen zu sammeln und zurückzubringen.

Voayger 1 und 2 können nicht zurückkehren (zumindest ist das bisher nicht möglich) ihre Mission dauert jedoch bis heute an und lässt sich hier verfolgen: https://voyager.jpl.nasa.gov

Der Funkkontakt wird vorraussichtlich bis 2035 halten. Danach wird ihr Verbleib zunehmend ingewisser. Man kann nur hoffen, dass, falls sie einer intelligenten Spezies begegnet, diese keine feindselige ist. Denn mit den Golden Records wurde die Erde quasi auf den Präsentierteller gesetzt.

Zurück zum Film:

Die Voyager 6 Sonde hat im Laufe der Zeit offenbar “vergessen”, dass ihre Schöpfer Menschen waren und keine Maschinen. Allerdings hat sie offenbar eine Persönlichkeit entwickelt und fragt nun nach einem höherem Sinn ihres Daseins.

V'ger verlangt sich mit einem Menschen zu “vereinen” um deren Perspektive auf das Leben zu erhalten, die ihm fehlt. Decker erklärt sich bereit sich dafür zu opfern und vereint sich, bevor ihn jemand aufhalten kann mit der Ilia-Sonde.

V'ger, bzw. seine riesige Struktur, beginnt sich aufzulösen und dringt dabei offenbar in eine höhre Dimension vor und verschwindet. Decker und Ilia werden von Kirk als “vermisst” gemeldet.

Fazit:

Auch wenn die Charaktere ziemlich flach bleiben (jemand der TOS kennt betrifft das natürlich weniger), finde ich die Idee an sich nicht schlecht.

Der Spannungsbogen plätschert eher so vor sich hin, als einen wirklich zu fesseln und weder Kirk noch Spock sind mir bisher wirklich sympathisch geworden. McCoy hingegen habe ich als sehr vielschichtige sympathische Figur erlebt.

Insgesamt wirkt der ganze Film mehr, als ob man irgendwie versucht hat, die alte Crew wieder zusammenzubringen und dann darum eine Story geponnen hat.

Ich bin trotzdem gespannt, was daraus wird und freue mich auf die nächsten Filme. 🖖

StarTrekTagebuch, 25. Eintrag TNG S01F26 (The Neutral Zone): SpoilerAlert

Ok, letzte Folge dieser Staffel, in der eigentlich nicht so viel passiert, die aber trotzdem sehr interessant war.

Die Haupthandlung lässt sich dabei in zwei-drei Sätzen zusammenfassen:

Die Enterprise untersucht zerstörte Kolonien in der neutralen Zone (neutrale Zone zu wem? kommt gleich..). Sie verdächtigen die Romulaner (sowas wie die Evil-Twins der Vulkanier). Es stellt sich aber raus, als sie auf ein romulanisches Schiff treffen, dass die auch keinen Plan haben und dass deren Kolonien genauso zerstört wurde wie die der Föderation. Nach der Devise: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, einigt man sich zähneknirchend, dem Ganzen gemeinsam nachzugehen.

Viel interessanter ist die Nebenhandlung, denn auf dem Weg finden sie eine jahrhundertealte Raumstation mit einigen noch funktionierenden Kryokapseln an Bord.

Die drei Überlebenden an Bord, wurden kurz nach ihrem Tod (!) eingefroren, in der Hoffnung, dass man sie in der Zukunft wiederbeleben und ihre Krankheiten heilen kann.

Speaking of: Kryonik (Kälteschlaf)

Auch wenn man Körper heute schon problemlos einfrieren kann, sind, zumindest menschliche Körper, danach ein bisschen zu tot, als dass man noch viel mit ihnen anfangen könnte.

Zwar kann man kleinere Teile des menschlichen Körpers (z.B. Spermien) gut kryokonservieren. Größeren Organen oder einem ganzen Körper fügt die Abkühlung auf minus 196 °C momentan noch irreparable Schäden zu. Trotzdem gibt es seit den 60er Jahren Anbieter für Kryokonservierung und welche die sie nutzen, eben mit der Hoffnung, dass, wie in der Folge, die Medizin irgendwann weiter ist.

Für die Raumfahrt interessant und in der Science Fiction häufig genutzt, ist auch der Kälteschlaf um lange Weltraumreisen zu überstehen, ohne zu viele Resourcen zu verbrauchen und am Ende der Reise kein alter Knacker zu sein. Andere Faktoren, wie z.B. eine KI die den Kälteschlaf überwacht, etwaige Zeitdilatation oder kosmische Strahlung kommen hierbei aber erschwerend hinzu. Trotzdem ist das eine Technologie, die vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft liegt.

Zurück zur Folge:

Bei den drei Überlebenden handelt es sich um eine Hausfrau, einen Finanztypen und einen Musiker (der lustigerweise an Drogenmissbrauch gestorben ist).

Es war interessant zu sehen, gleichzeitig aber auch ein bisschen klischeemäßig, wie die drei jeweils damit umgegangen sind, in einem anderen Jahrhundert aufzuwachen. Einen Technologieschock hatte komischerweise keiner so richtig. Die Hausfrau, die gar nicht wusste, dass sie eingefroren wurde (ihr Mann hatte das für sie “gebucht”) war erst ziemlich verzweifelt, hat dann aber, zusammen mit Troi, nach ihren Urururenkeln gesucht.

Der Finanzier hat sich natürlich zuallererst um sein Geld Sorgen gemacht und ist dabei Picard am meisten auf den Sack gegangen, der ja in dem Moment selbst genug Probleme hatte. Es war wohl ein ziemlicher Schock für ihn, dass es in dieser Zukunft kein Geld mehr gibt und alle den Traum des space communism leben (was sicher auch nochmal Thema eines Speaking of wird).

Der Musiker (der mit dem fürchterlichsten amerikanischen Aktzent gesprochen hat, den man sich vorstellen kann) hat alles eher auf die leichte Schulter genommen.

Da alle seine Werke in Vergessenheit geraten sind (was ich bezweifle, irgendwo werden die schon noch zu finden sein), plant er einfach alles nochmal als brandneu rauszubringen. An Drogen ranzukommen wird aber wahrscheinlich schwierig werden. Ich bin mir nicht sicher, aber es wurde schon ein paar mal angedeutet, dass Drogenkonsum in der Welt von Star Trek, zumindest in der Föderation, der Vergangenheit angehört.

Vielleicht irre ich mich auch und man kann einfach Drogen konsumieren, ohne sich um die negativen Effekte sorgen zu müssen. In dem Fall hat der Musiker natürlich das große Los gezogen.

Die Folge endet mit einem Cliffhanger, man weiß nicht welche Bedrohung den Romulanern und der Föderation gleichermaßen zusetzt. Sind es die Stop-Motion-Krabben? Wer weiß.🖖

Wie bereits angekündigt, werde ich, bevor ich mit der nächsten TNG Staffel anfange, mir die ersten beiden Filme anschauen.

Nach der nächsten Staffel dann Film 3 und 4 und so weiter, so dass ich die ersten 6 Filme vor der 4. Staffel gesehen habe, weil das irgendwie wichtig ist.

Es wird also meine erste richtige Begegnung mit der alten Crew, Kirk, Spock und so weiter sein. Ich hoffe auf viele interessante Einblicke und vielleicht wird dadurch auch vieles in TNG klarer.

StarTrekTagebuch, 24. Eintrag TNG S01F25 (Conspiracy): SpoilerAlert

Wie um mich für die letzten beiden Folgen, die sagen wir mal, hinter den Ansprüchen zurückgeblieben sind, kommt diesmal eine Folge die es echt in sich hat.

Die Enterprise ist auf dem Weg zum ozeanischen Planeten Pacifica um Urlaub zu machen, aber wie immer kommt eine wichtige Mission dazwischen (fragt sich, wann die ganzen Überstunden abgebaut werden).

Die Brückencrew (Picard schläft gerade) erhält einen Code 47, was offenbar bedeutet, dass die Übertragung nur für die Ohren des Captains bestimmt ist.

Ein sicherer Kanal wird in Picards Quartier aufgebaut auf dem Walker Keel, ein alter Freund Picards und ebenfalls Captain eines Schiffes, um eine geheime Unteredung bittet. Etwas gehe nicht mit rechten Dingen zu in der Starfleet. Mehr will er vorerst nicht sagen, aber er bittet Picard niemandem zu vertrauen.

Picard willigt schließlich ein und lässt die Enterprise Kurs nach Dytallix B setzen. Seine Crew setzt er nicht ins Bilde, sondern ordnet nur an, dass von dieser Kursänderung nichts im offiziellen Bericht vermerkt werden soll.

Allein beamt er auf den Planeten und trifft auf drei weitere Starfleet Kapitäne, darunter Keel und Cpt. Traila Scott (Mensch oder menschenähnlich) und Cpt. Rix (nicht menschlich), die ihn in Kenntnis setzen, doch nicht bevor sie sich, durch einige Fangfragen, versichert haben, das Picard auch wirklich Picard ist. Wie schon Admiral Quinn ein paar Folgen zuvor angedeutet hat, scheint eine geheimnisvolle Kraft, die im dunkeln operiert, Einfluss auf die Starfleet zu nehmen. Es gab eine Reihe von Todesfällen, die miteinander in Verbindung zu stehen scheinen, jedoch offiziell als Unfälle vermerkt wurden. Posten wurden neu besetzt und Stationen evakuiert, alles ohne ersichtlichen Grund.

Außerdem scheint diese Partei sehr an der Enterprise interessiert zu sein. Picard hält das alles zunächst für vage Vermutungen ohne Beweise, verspricht aber, das Treffen geheim zu halten und auf Verdächtiges zu achten.

Zurück auf der Enterprise beauftragt er Data, nach ungewöhnlichen Mustern den Datenbanken der Starfleet zu suchen. Kurz darauf berichtet Worf von einer Turbulenz in einem nahen Sektor, die sich bald als Wrack eines zerstörten Kreuzers herausstellt. Der USS Horatio, das Schiff von Keel (dam – dam – daaaaaaaam!)

Picard, nun ernsthaft besorgt, weiht Riker ein und auch Data konnte etwas herausfinden. Die Neubesetzungen in der letzten Zeit, scheinen sich auf die wichtigsten Sektoren der Föderation zu konzentrieren, sind direkt aus dem inneren Kreis des Flottenkommandos gekommen und deuten auf die Vorbereitung einer Invasion hin. Picard lässt sofort Kurs auf die Erde setzen.

Die Admiräle der Flotte, darunter auch Quinn und Commander Remmick, begrüßen ihn freundlich und laden ihn und Riker zum Abendessen ein.

Quinn meint, sich bei dieser Gelegenheit noch einmal die Enterprise anschauen zu wollen, was Picard als Gelegenheit für ein vertrauliches Gespräch deutet. Auf die Verschwörung angesprochen, wiegelt Quinn jedoch ab und meint Picard habe ihn falsch verstanden. Picard ist sich sicher, dass es sich bei ihm nicht um den richtigen Quinn handelt und bittet Riker ihn im Auge zu behalten, während er sich mit den Admirälen trifft.

Riker nun allein mit Quinn bemerkt eine Tasche in der sich, wie der Zuschauer vorher gesehen hat, eine Art Insekt oder Schalentier befindet.

Als Quinn Rikers Verdacht bemerkt, prügelt er auf einmal mit der Kraft eines wesentlich jüngeren Mannes auf ihn ein. Worf und Jordi kommen bald hinzu, doch erst Dr. Crusher, kann Quinn mit ihrem Phaser außer Gefecht setzen.

Als Quinn daraufhin in der Krankenstation untersucht wird, entdecken sie eine Kreatur, wie die aus der Tasche, die sich an seiner Wirbelsäule direkt unter dem Hirnstamm festgesetzt hat und ihn offenbar nicht nur kontrolliert, sondern übermenschlich stark macht.

Von außen fällt dieser Parasit nur durch einen kleinen Stachel auf, der am Nacken aus der Haut ragt. Eine Auffälligkeit, vor der sie Picard sogleich warnt, der sich kurz vor dem Dinner mit den Admiralen befindet

Speaking of: Parasitäre Aliens

Parasitäre Organismen findet man auch auf der Erde, sowohl in Pflanzen, Pilzen oder Tieren. Parasitismus, bezeichnet allgemein den Resourcengewinn eines Lebewesens (Parasit) direkt über den Organismus eines anderen Lebewesens (Wirt).

Der Unterschied zu Symbiose besteht darin, dass nur der Parasit daraus Gewinn zieht und dem Wirt schadet, ihn aber meist nicht (sofort) tötet (wie in einem üblichen Jäger-Beute-Verhältnis). Weit verbreitete Parasiten sind z.B. Mücken oder Misteln, aber auch extreme Beispiele wie der Leucochloridium paradoxum, der sich in den Fühlern von Schnecken festsetzt und ihre Bewegungen kontrolliert, was schon mehr den Parasiten in dieser Folge ähnelt.

Parasiten sind durch ihre meist schädliche und subtile Natur kulturell negativ besetzt (im Gegensatz zu einem “edlen Jäger” wie dem Löwen) und stehen in verschiedenen Motiven für das niederträchtige Böse.

Parasitäre Aliens sind so auch ein in der Science Fiction ein gern verwendeter Topos, meist um einen starken Bösewicht zu konstruieren, der in einer extrem furcht- und ekeleregenden Weise operiert. So z.B. in den Alien-Filmen, als prominentestes Beispiel. Dort werden die Körper von Menschen nur als “Brutbehältnisse” benutzt (ähnlich dem Verhalten von Schlupfwespen) während in der aktuellen Folge die Parasiten die Körper ihrer auch Opfer kontrollieren und offenbar gleichzeitig ihre Ressourcen anzapfen. Außerdem scheint es sich dabei um äußerst intellgente Wesen zu handeln, die sehr subtil vorgehen, statt nur ihren niederen Instinkten zu folgen.

Zurück zur Folge:

Picard ist nun bei Tisch, bekommt aber statt “normalem” Essen, lebende Larven vorgesetzt – offenbar eine beliebte Speise des Parasiten und auch Cpt. Scott taucht auf, womit klar wird, dass auch sie befallen wurde.

Schließlich taucht auch Riker auf, der offenbar auch kontrolliert wird und auch den Stachel am Nacken trägt. Die Lage scheint aussichtslos für Picard, als Riker plötzlich anfängt, auf die anderen Admiräle zu feuern.

Das Überachungsmoment nutzend, schalten sie die Admiräle nacheinander aus, den letzten, der fliehen wollte auf dem Gang draußen. Der Parasit krabbelt daraufhin aus dem Mund seines Opfers auf einem Raum zu, in dem Picard und Riker auf Rimmick treffen, der den Parasiten über den Mund aufnimmt und auch sonst auf besondere Art und Weise befallen scheint.

Sein Hals wölbt sich als er spricht, als ob gleich mehrere dieser Wesen in seinem Körper leben. Bevor er jedoch angreifen kann kreuzen Picard und Riker die Strahlen (hehe) und lassen, in bester Splatter-Manier, Rimmicks Kopf explodieren.

Darufhin bricht offenbar ein Muttertier der Parasiten (auf das Ridley Scott stolz gewesen wäre) aus dem Brustkorb Rimmicks, wird aber auch sofort von Picard un Riker pulverisiert.

Die anderen scheinen sich, von den Parasiten befreit, schnell zu erholen. Die Folge endet mit einem Cliffhanger, bei dem Data berichtet, das der Parasiten-Rimmick kurz zuvor eine Warnung in einen unbekannten Sektor geschickt habe, eine Warnung vor der Menschheit... 🖖

Ich muss bei dieser Folge ein ehrliches Lob an die Special-Effekts-Leute aussprechen. Ich bin immer ein großer Fan von Stop-Motion und handgemachten Effekten gewesen und auch wenn sie heute antiquiert erscheinen, sind sie doch meist mit viel Liebe gemacht und bieten einen sehr besonderen Reiz.

StarTrekTagebuch, 23. Eintrag TNG S01F23 (We'll Always Have Paris): SpoilerAlert

Sorry wenn ich immer noch ein wenig angepisst von der letzten Folge bin, aber auch diese Folge ist eher dürftig strukturiert.

Picard ist gerade am Fechten mit einem anderen Besatzungsmitglied (wohl eher ein Hobby, als Teil eines Nahkampftrainings), als plötzlich eine Zeitschleife auftritt, in der, wie es scheint, ein kurzer Moment nochmal abläuft. In anderen Teilen des Schiffes scheint dasselbe passiert zu sein.

Zurück auf der Brücke erhält die Enterprise einen Hilferuf in Form einer automatischen Aufzeichnung aus dem Pegos Minor-System von einem gewissen Dr. Manheim. Picard scheint ihn zu kennen und weiß, dass er zur nichtlinearen Zeit forscht.

Manheim scheint eine Rolle in Picards Vergangenheit gespielt zu haben, wie auch Troi bemerkt, deren Hilfe Picard jedoch ausschlägt. Stattdessen besucht er das Holodeck in Form eines Pariser Cafés, in dem er sich zu Beginn seiner Karriere wohl von jemandem verabschieden wollte, es aber dann doch nicht getan hat.

Bei dem Planeten angekommen, erfährt Picard, dass es nur zwei Überlebende gibt. Den offenbar schwer verletzten Dr. Manheim selbst und seine Frau Jenice die sogleich an Bord gebeamt werden.

Wer vorher den Wink mit dem Zaunspfahl nicht verstanden hat, erfährt spätestens jetzt, das Jenice und Picard früher eine Beziehung hatten, die Picard aber für seine Karriere aufgegeben hat.

Der Grund für die Zeitschleifen sind die Experimente Dr. Manheims, mit denen er in andere Dimensionen vorgedrungen ist und bei denen wohl die anderen Wissenschaftler auf der Station umgekommen sind.

Grund dafür ist ein “offener Riss” im Raum-Zeit-Kontinuum, den Dr. Brown, ähh.. Manheim nicht mehr schließen konnte.

Kurz darauf tritt eine erneute Zeitschleife auf, die Picard zusammen mit Data und Riker erlebt, als sie den Fahrstuhl benutzen.

Speaking of: Zeit und Zeit-Paradoxa

Zeit ist nach der allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins, die vierte Dimension, die mit den drei räumlichen Dimensionen die vierdimensionale Raumzeit bildet in der wir leben. Ich bin kein Physiker, deshalb berichtigt mich bitte, wenn ich hier kompletten Quatsch erzähle. Newton dachte zu seiner “Zeit”, das Zeit absolut konstant abläuft, also an jedem Ort im Universum gleich und unveränderbar ist.

Nach Einstein wissen wir, dass dies nicht der Fall ist. Gravitation beeinflusst die Zeit, so dass für einen entfernten beobachter Objekte, die z.B. auf ein Schwarzes Loch zufliegen immer langsamer erscheinen, während die Zeit für einen Beobachter auf einem solchen Objekt “normal” abläuft. Ähnliches passiert mit Beobachtern, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen und für die die Zeit von langsameren Objekten “schneller” zu vergehen scheint.

“Schneller” und “langsamer” sind hier nicht wirklich die richtigen Begriffe, “gestauchte” und “gestreckte” Zeit sind vielleicht besser. Die genannten Effekte (Zeitdilatation) bieten für die Science Fiction natürlich einen reichen Schatz an dramatischen Elementen, um die ganze Stories gesponnen werden können.

So z.B. im Film Interstellar, der die gravitationsbedingte Zeitdilatation gekonnt und halbwegs wissenschaftlich fundiert in Szene setzt. Andere Darstellungen entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage (insbesondere Reisen in die Vergangenheit).

In der aktuellen Folge wird die Zeit durch die Interaktion mit einer weiteren (wahrscheinlich auch zeitlichen) Dimension beeinflusst, wodurch zwei oder mehr Zeitstränge, etwas versetzt abzulaufen scheinen.

Dem kritischen Zuschauer (wozu ich mich zähle) fällt auf, dass davon offenbar nur die Besatzungsmitglieder und kleinere Gegenstände betroffen sind, nicht aber z.B. die gesamte Enterprise oder der Planet. Außerdem gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen der Zeitschleife die Picard zuerst erlebt und bei der es scheinbar zu einem kurzen zeitlichen rewind kommt (wodurch verwunderlich ist, warum der überhaupt bemerkt wird) und der zweiten “Zeitschleife” bei der es zu der genannten Parallelität kommt.

Wie genau dieser “Manheim-Effekt” wie Data ihn tauft, sich auswirkt, bleibt in dieser Folge leider unbesprochen.

Zurück zur Folge:

Picard schickt nun Data als 1-Mann-Team zur Oberfläche um dafür zu Sorgen, dass seine Eltern doch noch zusammenkommen.. Moment, schon wieder falscher Film..

..ich meine um den “Riss” in der Raumzeit zu schließen. Er begründet das damit, dass Data wahrscheinlich weit weniger gefährdert ist, von Zeitparadoxa emotional aus der Bahn geworfen zu werden (eine der wenigen logischen Sachen in dieser Folge).

In der Station kann Data das Sicherheitssystem überwinden und versucht nun mit Antimaterie (wieso? egal, Antimaterie ist wie Bluetooth, alles ist besser mit Antimaterie) den Riss zu “flicken”. Dabei tauchen gleich mehrere Kopien seiner selbst in verschiedenen Zeitspuren auf von denen er/sie ausmachen kann/können (wie auch immer?) wer genau den Riss in seiner Zeitspur schließen muss.

Das gelingt schließlich und an Bord der Enterprise erholt sich Dr. Manheim augenblicklich und bekommt von Picard die Erlaubnis zur Station zurückzukehren und mit seinen Experimenten fortzufahren?!!! BITTE WAS?!

“Joa, sind halt paar Wissenschaftler gestorben und im schlimmsten Fall wird das Raumzeit-Gefüge aus den Angeln gehoben. Schon wieder. Aber pff, mach mal ruhig weiter Ehemann-meiner-füheren-Jugendliebe, dass ist ja so ne Kleinigkeit, da müssen wir nicht erst Starfleet, die Föderation oder irgendeine andere Zivilisation vorher fragen. Ok, Brudi muss los.”

So oder so ähnlich müssen wohl ungefähr Picards Gedanken dazu ausgesehen haben.

Überhaupt drängt sich die Vermutung auf, dass diese Zeitschleifen-Geschichte nur ein (weiterer) schlechter Mac Guffin war, um Picards Hintergrundstory ein wenig auszubauen. 🖖

Nachtrag: Ich kann mir den Dialog dazu in der Produktion bildlich vorstellen:

Regissieur: “Ja und für die nächste Folge will ich, dass wir Picards Vergangenheit zeigen, der hat nämlich seine Schnalle damals verlassen, ohne sich zu Verabschieden, der Arsch, und jetzt hat der Schuldgefühle und so und in der nächsten Folge trifft der die wieder:”

Drehbuchschreiber: “Aber ist das nicht bisschen lame für ne ganze Folge?”

R: “Ja pass auf, der Mann von der Schnalle ist son Forscher und der hat bei seinem Experiment die Raumzeit auseinandergesmashed”

D: “Aber was hat das damit zu tun..”

R: “Ja und wenn Picard gerade am Fechten ist, da wird die Zeit auf einmal zurückgespult, und später passiert das Gleiche im Aufzug, ne warte, da sehen die sich dann doppelt.”

D: “Aber..”

R: “Und dann, dann muss Data den Riss in der Raumzeit schließen und zwar mit, ähh.., mit Antimaterie! Ja Antimaterie geht immer!”

D: “Das macht doch gar keinen Sinn!”

R: “Tuts wohl, und zum Schluss..”

D: “Wird der Dr. Manheim für den Tod seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht?”

R: “Was? Nee, der forscht dann halt weiter, ist doch klar.”

D: “!?”

R: “Ja und dann haben Picard und seine Schnalle noch einen total romantischen Moment auf dem Holodeck”

D: (ich sollte echt kündigen, vielleicht geh ich zu George Lucas)

R: “Ja, das klingt super, so machen wir das, ich hab das so entschieden.. ich.. als Regisseur!”

StarTrekTagebuch, 23. Eintrag TNG S01F23 (We'll Always Have Paris): SpoilerAlert

Sorry wenn ich immer noch ein wenig angepisst von der letzten Folge bin, aber auch diese Folge ist eher dürftig strukturiert.

Picard ist gerade am Fechten mit einem anderen Besatzungsmitglied (wohl eher ein Hobby, als Teil eines Nahkampftrainings), als plötzlich eine Zeitschleife auftritt, in der, wie es scheint, ein kurzer Moment nochmal abläuft. In anderen Teilen des Schiffes scheint dasselbe passiert zu sein.

Zurück auf der Brücke erhält die Enterprise einen Hilferuf in Form einer automatischen Aufzeichnung aus dem Pegos Minor-System von einem gewissen Dr. Manheim. Picard scheint ihn zu kennen und weiß, dass er zur nichtlinearen Zeit forscht.

Manheim scheint eine Rolle in Picards Vergangenheit gespielt zu haben, wie auch Troi bemerkt, deren Hilfe Picard jedoch ausschlägt. Stattdessen besucht er das Holodeck in Form eines Pariser Cafés, in dem er sich zu Beginn seiner Karriere wohl von jemandem verabschieden wollte, es aber dann doch nicht getan hat.

Bei dem Planeten angekommen, erfährt Picard, dass es nur zwei Überlebende gibt. Den offenbar schwer verletzten Dr. Manheim selbst und seine Frau Jenice die sogleich an Bord gebeamt werden.

Wer vorher den Wink mit dem Zaunspfahl nicht verstanden hat, erfährt spätestens jetzt, das Jenice und Picard früher eine Beziehung hatten, die Picard aber für seine Karriere aufgegeben hat.

Der Grund für die Zeitschleifen sind die Experimente Dr. Manheims, mit denen er in andere Dimensionen vorgedrungen ist und bei denen wohl die anderen Wissenschaftler auf der Station umgekommen sind.

Grund dafür ist ein “offener Riss” im Raum-Zeit-Kontinuum, den Dr. Brown, ähh.. Manheim nicht mehr schließen konnte.

Kurz darauf tritt eine erneute Zeitschleife auf, die Picard zusammen mit Data und Riker erlebt, als sie den Fahrstuhl benutzen.

Speaking of: Zeit und Zeit-Paradoxa

Zeit ist nach der allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins, die vierte Dimension, die mit den drei räumlichen Dimensionen die vierdimensionale Raumzeit bildet in der wir leben. Ich bin kein Physiker, deshalb berichtigt mich bitte, wenn ich hier kompletten Quatsch erzähle. Newton dachte zu seiner “Zeit”, das Zeit absolut konstant abläuft, also an jedem Ort im Universum gleich und unveränderbar ist.

Nach Einstein wissen wir, dass dies nicht der Fall ist. Gravitation beeinflusst die Zeit, so dass für einen entfernten beobachter Objekte, die z.B. auf ein Schwarzes Loch zufliegen immer langsamer erscheinen, während die Zeit für einen Beobachter auf einem solchen Objekt “normal” abläuft. Ähnliches passiert mit Beobachtern, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen und für die die Zeit von langsameren Objekten “schneller” zu vergehen scheint.

“Schneller” und “langsamer” sind hier nicht wirklich die richtigen Begriffe, “gestauchte” und “gestreckte” Zeit sind vielleicht besser. Die genannten Effekte (Zeitdilatation) bieten für die Science Fiction natürlich einen reichen Schatz an dramatischen Elementen, um die ganze Stories gesponnen werden können.

So z.B. im Film Interstellar, der die gravitationsbedingte Zeitdilatation gekonnt und halbwegs wissenschaftlich fundiert in Szene setzt. Andere Darstellungen entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage (insbesondere Reisen in die Vergangenheit).

In der aktuellen Folge wird die Zeit durch die Interaktion mit einer weiteren (wahrscheinlich auch zeitlichen) Dimension beeinflusst, wodurch zwei oder mehr Zeitstränge, etwas versetzt abzulaufen scheinen.

Dem kritischen Zuschauer (wozu ich mich zähle) fällt auf, dass davon offenbar nur die Besatzungsmitglieder und kleinere Gegenstände betroffen sind, nicht aber z.B. die gesamte Enterprise oder der Planet. Außerdem gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen der Zeitschleife die Picard zuerst erlebt und bei der es scheinbar zu einem kurzen zeitlichen rewind kommt (wodurch verwunderlich ist, warum der überhaupt bemerkt wird) und der zweiten “Zeitschleife” bei der es zu der genannten Parallelität kommt.

Wie genau dieser “Manheim-Effekt” wie Data ihn tauft, sich auswirkt, bleibt in dieser Folge leider unbesprochen.

Zurück zur Folge:

Picard schickt nun Data als 1-Mann-Team zur Oberfläche um dafür zu Sorgen, dass seine Eltern doch noch zusammenkommen.. Moment, schon wieder falscher Film..

..ich meine um den “Riss” in der Raumzeit zu schließen. Er begründet das damit, dass Data wahrscheinlich weit weniger gefährdert ist, von Zeitparadoxa emotional aus der Bahn geworfen zu werden (eine der wenigen logischen Sachen in dieser Folge).

In der Station kann Data das Sicherheitssystem überwinden und versucht nun mit Antimaterie (wieso? egal, Antimaterie ist wie Bluetooth, alles ist besser mit Antimaterie) den Riss zu “flicken”. Dabei tauchen gleich mehrere Kopien seiner selbst in verschiedenen Zeitspuren auf von denen er/sie ausmachen kann/können (wie auch immer?) wer genau den Riss in seiner Zeitspur schließen muss.

Das gelingt schließlich und an Bord der Enterprise erholt sich Dr. Manheim augenblicklich und bekommt von Picard die Erlaubnis zur Station zurückzukehren und mit seinen Experimenten fortzufahren?!!! BITTE WAS?!

“Joa, sind halt paar Wissenschaftler gestorben und im schlimmsten Fall wird das Raumzeit-Gefüge aus den Angeln gehoben. Schon wieder. Aber pff, mach mal ruhig weiter Ehemann-meiner-füheren-Jugendliebe, dass ist ja so ne Kleinigkeit, da müssen wir nicht erst Starfleet, die Föderation oder irgendeine andere Zivilisation vorher fragen. Ok, Brudi muss los.”

So oder so ähnlich müssen wohl ungefähr Picards Gedanken dazu ausgesehen haben.

Überhaupt drängt sich die Vermutung auf, dass diese Zeitschleifen-Geschichte nur ein (weiterer) schlechter Mac Guffin war, um Picards Hintergrundstory ein wenig auszubauen. 🖖

Nachtrag: Ich kann mir den Dialog dazu in der Produktion bildlich vorstellen:

Regissieur: “Ja und für die nächste Folge will ich, dass wir Picards Vergangenheit zeigen, der hat nämlich seine Schnalle damals verlassen, ohne sich zu Verabschieden, der Arsch, und jetzt hat der Schuldgefühle und so und in der nächsten Folge trifft der die wieder:”

Drehbuchschreiber: “Aber ist das nicht bisschen lame für ne ganze Folge?”

R: “Ja pass auf, der Mann von der Schnalle ist son Forscher und der hat bei seinem Experiment die Raumzeit auseinandergesmashed”

D: “Aber was hat das damit zu tun..”

R: “Ja und wenn Picard gerade am Fechten ist, da wird die Zeit auf einmal zurückgespult, und später passiert das Gleiche im Aufzug, ne warte, da sehen die sich dann doppelt.”

D: “Aber..”

R: “Und dann, dann muss Data den Riss in der Raumzeit schließen und zwar mit, ähh.., mit Antimaterie! Ja Antimaterie geht immer!”

D: “Das macht doch gar keinen Sinn!”

R: “Tuts wohl, und zum Schluss..”

D: “Wird der Dr. Manheim für den Tod seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht?”

R: “Was? Nee, der forscht dann halt weiter, ist doch klar.”

D: “!?”

R: “Ja und dann haben Picard und seine Schnalle noch einen total romantischen Moment auf dem Holodeck”

D: (ich sollte echt kündigen, vielleicht geh ich zu George Lucas)

R: “Ja, das klingt super, so machen wir das, ich hab das so entschieden.. ich.. als Regisseur!”