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    <title>NSFW &amp;mdash; Aus Hypergrid und Umgebung</title>
    <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/tag:NSFW</link>
    <description>Ein Blog über OpenSimulator und andere virtuelle Welten</description>
    <pubDate>Mon, 20 Apr 2026 12:59:21 +0200</pubDate>
    <item>
      <title>Der Second-Life-Ageplay-Skandal und OpenSim, Teil 2: Die Reaktionen</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-second-life-ageplay-skandal-und-opensim-teil-2-die-reaktionen</link>
      <description>&lt;![CDATA[Wie im ersten Teil bereits geschildert, berichtete ein Nutzer auf Medium von sexuellem Ageplay in Second Life, davon, daß die Lindens wenig bis gar nichts dagegen unternehmen, und davon, daß auch Lindens daran selbst aktiv beteiligt gewesen sein sollen.&#xA;&#xA;Weil die Lindens eben nichts unternehmen, nehmen die Nutzer die Angelegenheit in ihre eigenen Hände. Das heißt, das tun sie schon länger, aber jetzt verstärken sie diese Anstrengungen sogar noch. Und auch OpenSim verschärft seine ohnehin schon laufenden Gegenmaßnahmen gegen das auch da gegenwärtige sexuelle Ageplay.&#xA;&#xA;Allerdings sind diese Maßnahmen nicht ohne Kollateralschäden. !--more--&#xA;&#xA;Präventive Gegenmaßnahmen oder Paranoia?&#xA;&#xA;In OpenSim wird ebenso wie in Second Life nicht erst gegen sexuelles Ageplay vorgegangen, wenn es passiert oder kurz davor ist zu passieren. Das Vorgehen ist proaktiv und präventiv, und man reagiert lieber zuviel als zuwenig. Einiges davon mutet aber als regelrecht paranoide Überreaktionen auf Grundlage völlig verzerrter Standards an.&#xA;&#xA;Zugegeben, wenn jemand eine „familienfreundliche“ FKK-Sim baut, bekommt man automatisch nervöse Zuckungen. Wenn das mal wieder eine Strandsim voller „Mobiliar“ mit Sexanimationen ist, ist derjenige entweder kreuzdämlich und hat keine Ahnung, was er sich da eigentlich hinstellt, oder er ist zu blöd, das tatsächliche Ansinnen der Sim gut genug zu verschleiern. Wenn sie dann auch noch ein Adult-Rating hat, muß man sich fragen, wie das mit „familienfreundlich“ zusammenpassen soll.&#xA;&#xA;Aber selbst wenn die Sim maximal ein Moderate-Rating hat und nachweislich komplett frei von jeglichem Sexmobiliar ist, ist sie zumindest zweifelhaft. Entweder sind die Betreiber neu in virtuellen Welten und komplett ahnungslos, was aber unwahrscheinlich ist, wenn sie eindeutig Erfahrung in der Simgestaltung haben. Oder sie sind naiv und blauäugig genug, daß ausdrückliche Familienfreundlichkeit, ein Moderate-Rating, das Fehlen von Sexmobiliar und sogar ein ausdrückliches Verbot sexueller Elemente in der Nacktheit (z. B. Erektionen) ihre Sim sicher macht. Wie im ersten Teil schon geschrieben, solange kein Gesetzgeber sagt, nackte Kinderavatare sind keine Kinderpornographie, sind sie anzusehen als genau das.&#xA;&#xA;Und wenn dann auch noch die Avatare der Simbetreiber selbst nicht etwa als Personal der Anlage in Erscheinung treten, sondern selbst als Kinder – als nackte natürlich –, dann ist das entweder noch größere Naivität oder ein noch geschickteres Verschleiern von Dingen, die möglicherweise tatsächlich auf ganz anderen Sims stattfinden.&#xA;&#xA;In solchen Situationen Vorsicht walten zu lassen, ist also mehr als selbstverständlich, zumal das durchaus auch für Besucher strafrechtliche Konsequenzen haben kann.&#xA;&#xA;Keine Silikontitten = minderjährig&#xA;&#xA;An anderer Stelle hingegen wird regelrecht überreagiert. Das fängt bei gewissen Meshbodys an. Und nein, ich rede nicht von Kinderbodys.&#xA;&#xA;Ich rede von sogenannten Petite-Bodys. Normale weibliche Meshbodys haben ja idealisierte, also ziemlich große Brüste. Die wenigsten Frauen haben im Real Life so große Brüste, jedenfalls nicht in Form mit einer ansonsten so schlanken Figur. Und wenn sie die haben, dann sind die mit erheblicher Wahrscheinlichkeit irgendwann vergrößert worden, also nicht natürlich. Petite-Bodys entsprechen im wesentlichen diesen Meshbodys, haben aber deutlich kleinere Brüste. Realistischere Brüste.&#xA;&#xA;Das erste Problem ist nun: In Second Life und in OpenSim hat kaum mehr jemand eine realistische Vorstellung von menschlichen Proportionen. Der Standard ist „BBBBBL“: „Big Butt, Big Boobs, Big Lips“. Ein Riesenhintern, Riesenmöpse und gleichermaßen riesige Lippen, die inzwischen sogar häufig in permanenter Kußstellung sind. Ich meine, es wird ja auch als völlig normal angesehen, wenn der Kopf eines Avatars nur ein Neuntel oder weniger der Körpergröße ausmacht, die Körpergröße zu 60% auf die Beine entfällt und die Arme so kurz sind, daß die Fingerspitzen bei nach unten ausgestreckten Armen gerade eben so auf Schritthöhe sind.&#xA;&#xA;Wenn nun also „dicke Dinger“ als Standard für erwachsene Frauen wahrgenommen wird, werden Brüste, die eigentlich realistisch groß sind, Teenagern zugeschrieben. Schon allein auf dieser Grundlage gelten weibliche Avatare ohne das obligatorische Paar Riesenglocken als minderjährig und werden auch so behandelt. Allein deshalb ist auch gerade eine Ladenbetreiberin in Neverworld dabei, von ihren diversen nicht einmal kleinen Freebie-Sims absolut alles an Athena-Petite-Inhalten zu entfernen.&#xA;&#xA;Erschwerend kommt die Kleidung hinzu, die für Petite-Avatare aus Second Life importiert wird. Für die ganz normale Athena wird z. B. seit Jahren nur noch importiert, was sexy genug ist. Für Athena Petite wird dagegen zu großen Teilen importiert, was niedlich und lolitamäßig wirkt, also den Avatar noch weniger erwachsen wirken läßt.&#xA;&#xA;Es gibt leider durchaus auch Ageplayer, die einen Athena Petite haben, um einen minderjährigen Avatar darstellen zu können, der aber zumindest aktuell noch nicht keine attachmenterkennenden Autobans auslöst. Aber ein erheblicher Teil der Petite-Avatare verwendet diesen Body, weil, wer auch immer hinter dem Avatar steckt, keinen Bock auf die Übersexualisierung weiblicher Avatare und das völlig verzerrte Frauenbild hat.&#xA;&#xA;Unter einsachtzig = minderjährig&#xA;&#xA;Als weitere populäre „Früherkennungsmethode“ von Ageplayern wird die Größe des Avatars herangezogen. Das Schöne daran ist: Das kann mit einfachen Mitteln automatisiert werden. Es gibt ein Skript namens „Childgate“, das vollautomatisch alle Avatare, die eine damit ausgestattete Sim betreten und unterhalb einer Mindestgröße sind, nach kurzer Zeit nicht nur von der Sim wirft, sondern dauerhaft sperrt.&#xA;&#xA;Das Childgate hat zwei Vorteile. Zum einen, wie gesagt, funktioniert es vollautomatisch, also auchin Abwesenheit des Simpersonals. Zum anderen funktioniert es unabhängig von der übrigen Gestaltung des Avatars, man kann es also nicht mit ausschließlich „erwachsener“ oder hinreichend obskurer Avatarausstattung, die nicht auf der Blockliste steht, überlisten. So weit, so gut.&#xA;&#xA;Allerdings ist das Childgate vorkonfiguriert auf eine völlig überzogene Vorstellung davon, ab welcher Größe ein Avatar als erwachsen gilt. Die liegt nämlich normalerweise bei 6 Fuß, was 1,83 Meter sind. Wenn man seinen Avatar auf die eigene Körpergröße eingestellt hat, besteht schon bei männlichen Avataren die Chance, daß das das Childgate auslöst und man gesperrt wird. Bei weiblichen Avataren grenzt die Wahrscheinlichkeit gar an Sicherheit, denn das Childgate unterscheidet nicht zwischen Männlein und Weiblein und wendet auf alle Avatare dasselbe Mindestmaß an.&#xA;&#xA;Es gibt sogar Sim-Betreiber, die immer noch die völlig unrealistischen Riesenavatare von Second Life als Standard ansehen, auf die immer noch alles an Mobiliar in Second Life und OpenSim ausgelegt ist. Die rühren ja daher, daß Second Life bis heute einen Bug bei der Größenbestimmung von Avataren hat: Der offizielle Viewer von Second Life mißt sie nicht bis zur Schädeldecke, sondern bis Augenhöhe. Deswegen trauen Second-Life-Nutzer der Größenangabe im Viewer nicht und stellen ihre Avatare Pi mal Auge ein, was zu ebendiesen Riesenavataren von weit über 2 m Körpergröße führt.&#xA;&#xA;Und so ist auf einigen Sims das Childgate tatsächlich allen Ernstes auf 7 Fuß eingestellt, also 2,13 m. Kritik daran tun die Sim-Betreiber dann gern mit „dein Avatar ist zu klein“ ab.&#xA;&#xA;Umgekehrt gibt es zumindest auf europäischen Sims durchaus Childgates, die auf 1,70 m eingestellt sind. Aber auch die sperren viele realistische Avatare aus, ebenso viele Fantasy-Avatare und dergleichen.&#xA;&#xA;Selbst wenn es kein Childgate gibt, gibt es Sim-Betreiber, die Avatare per Hand kicken und sperren, wenn die ihnen zu klein vorkommen. Das „zu klein“ basiert dann auf Augenmaß, manchmal in Kombination mit den Proportionen des Avatars, aber nicht immer. Einige Sim-Betrieber lassen sich wohl auch die Shape-Größe von Avataren anzeigen und „beseitigen“ sie dann händisch, wenn sie ein gewisses Mindestmaß unterschreiten.&#xA;&#xA;Sommersprossen oder zu bunte Klamotten = minderjährig&#xA;&#xA;Aber auch wenn man das oben Genannte alles berücksichtigt, wenn also der eigene Avatar „sexy“ genug ist und auch groß genug, um zumindest keine 6-Fuß-Childgates auszulösen – oder wenn der eigene Avatar zwar „zu klein ist“, es aber kein Childgate gibt –, kann man Probleme bekommen. Denn inzwischen werden auch andere optische Merkmale herangezogen, um zu bewerten, ob ein Avatar „minderjährig aussieht“ oder nicht. Das passiert um so häufiger, je realistischer der eigene Avatar-Shape noch ist, und um so seltener, je weniger man sich den Idealen „Barbie-/Ken-Puppe“, „kurvenreiche Sexbombe mit Wespentaille“ und „muskelbepackter Riese“ annähert.&#xA;&#xA;Trägt ein Avatar zu knallig-bunte Kleidung, wird er schon mal als minderjährig angesehen, gekickt und gesperrt.&#xA;&#xA;Trägt ein weiblicher Avatar zuviel Rosa, ohne daß das Teil des typischen Schlampenlooks à la Jessica Biatchi ist, dito.&#xA;&#xA;Nach Frisur wird auch gern gegangen. Zopf bei weiblichen Avataren ist heikel, mehr als ein Zopf ist noch heikler. Seitliche Pferdeschwänze gehen gar nicht, ziemlich egal, wie der Avatar sonst aussieht. Im Grunde sind weibliche Avatare nur mit einer langen, gewellten Wallemähne, die offen getragen wird, wirklich sicher – und männliche Avatare entweder mit einem kurzen Maschinenschnitt ganz ohne angehängte Haare oder mit einer rockermäßigen Langhaarfrisur, idealerweise nebst Bart.&#xA;&#xA;Sommersprossen werden auch gern als Zeichen von Minderjährigkeit angesehen. Ich meine, kaum ein Avatar in OpenSim trägt Sommersprossen, auch weil die allermeisten Avatare dafür viel zu dunkle braungebrannte Haut haben. Ich würde nicht einmal ausschließen, daß generell zu helle Haut ein Auslöser für die Annahme sein kann, ein Avatar sei minderjährig.&#xA;&#xA;Umdefinition der Content Ratings&#xA;&#xA;Was ebenfalls Teil des Kampfes gegen Kinderavatare ist, ist der Mißbrauch des Adult-Rating. Eigentlich funktioniert das in OpenSim ja nur als Inhaltswarnung, denn gemäß Second-Life-Definition erlaubt es so ziemlich alles, aber OpenSim hat nicht Second Lifes Alterskontrolle.&#xA;&#xA;In Ermangelung einer Alterskontrolle für Nutzer wird das Adult-Rating aber zunehmend umdefiniert zu „keine Avatare, die minderjährig aussehen“. Wohlgemerkt, mitunter ist das das einzige Kriterium. Die in Second Life damit einhergehenden Freiheiten gibt es indes nicht; statt dessen kann eine Sim gleichzeitig Adult-rated und G-rated sein, also trotz Adult-Rating Nacktheit oder auch nur zu leichte Bekleidung überall auf der Sim ausnahmslos verboten sein.&#xA;&#xA;Sim-Betreiber kommen im allgemeinen problemlos damit davon. Es gibt keine OpenSim-weite Instanz, die die Ratings definiert und die Einhaltung der Definitionen durchsetzt. Die allermeisten Grids haben auch keine verbindlichen Definitionen für die Ratings, weil viele Gridowner felsenfest davon ausgehen, daß es Konsens sei, daß die Definitionen doch sowieso praktisch dieselben sind wie in Second Life. Die einzige Ausnahme ist DigiWorldz, und DigiWorldz erlaubt es tatsächlich, das Adult-Rating in seinen Freiheiten beliebig einzuschränken – also tatsächlich bis zum Pendant zu FSK0.&#xA;&#xA;Einen Nachteil hat das Ganze aber: In Second Life lernt man ganz schnell, daß schon das Moderate-Rating bedeuten kann, daß man in aller Öffentlichkeit auf nackte Avatare treffen kann – und das Adult-Rating, daß man noch „Schlimmeres“ sieht. In OpenSim glauben jetzt schon viele, daß das ganze Hypergrid – abseits dedizierter Sex- oder BDSM-Sims – komplett blitzsauber sei, weil ja sogar das Adult-Rating nicht einmal öffentliche Nacktheit zuläßt. Um so verstörter sind sie dann, wenn sie tatsächlich auf einer Adult-Sim auf nackte Avatare stoßen.&#xA;&#xA;Es wird noch weiter eskalieren&#xA;&#xA;Das Ende der Fahnenstange bei den Gegenmaßnahmen ist noch längst nicht erreicht. Wie schon im ersten Teil geschrieben, wurde alles, was mit Athena Petite zu tun hat, von drei recht umfangreichen Freebie-Sims in Neverworld restlos entfernt. Es würde mich nicht wundern, wenn zunächst einmal genug Druck aufgebaut wird, daß weitere Freebie-Sims denselben Schritt tun, und dann Legacy Perky als nächstes dran ist – ungeachtet Legacys notorisch überbreiter Hüften.&#xA;&#xA;Mehr und mehr Sims werden Avatare, die nicht „erwachsen“ wirken, ausschließen. Mehr und mehr von ihnen werden Childgates einrichten. Sowohl bei neuen als auch bei vorhandenen Childgates wird die Mindestgröße angehoben, auf amerikanischen Sims möglicherweise vermehrt von 6 auf 7 Fuß. Und wer das nicht alles tut, wird gebrandmarkt als Unterstützer von Pädos oder gleich selbst als Pädo.&#xA;&#xA;Auch die optischen Kriterien für minderjährige Avatare werden noch erweitert werden. Bei weiblichen Avataren beispielsweise flache Sneakers, schlimmstenfalls gar mit Socken. Oder überhaupt Schuhe mit Absatzhöhen von unter 15 cm. Weibliche Avatare werden außerdem keine kurzen, weiten Röcke mehr tragen dürfen, es sei denn, diese legen selbst aus der standardmäßigen Kameraperspektive den Hintern frei.&#xA;&#xA;Für weibliche Avatare werden Make-up und Nagellack zur Pflicht. Bei Meshbodys aus Second Life geht der Nagellack normalerweise sowieso nicht zu entfernen, und die Ruth2-Familie, die standardmäßig keinen Nagellack trägt, ist weitestgehend unbekannt, also wird fehlender Nagellack als Zeichen für einen Teenagerbody gewertet. Und das Make-up darf auch nicht zu dezent sein. A propos: Weibliche Avatare ohne Fischlippen werden in Zukunft auch „Kinderavatare“ sein.&#xA;&#xA;Männliche Avatare ohne Bart, und sei es ein Stoppelbart, werden als minderjährig angesehen werden, so selten die auch sind. Auch die Auswahl an zulässigen Bekleidungsfarben wird noch weiter reduziert, bis schlimmstenfalls bei männlichen Avataren nur noch Schwarz, Weiß, Flecktarn und blaues Denim durchgehen.&#xA;&#xA;Es ist gar damit zu rechnen, daß Haut- und Haarfarben mehr zum Kriterium werden. Hautfarben zwischen Gothic-Leichenblässe – und bei weiblichen Avataren geht auch die nur mit Gothic-Make-up durch – und knackbraun werden vermehrt als Zeichen der Minderjährigkeit gelten. Dasselbe wird gelten für helle Haare, vor allem alle Blondtöne, zumindest, bis die ersten Sim-Betreiber sich mit anderen Sim-Betreibern, DJs, Performern oder Gridownern anlegen, die blöderweise zufällig blond sind.&#xA;&#xA;Statt Sichtkontrollen werden sich so etwas wie „Attachment Gates“ ausbreiten, die Avatare automatisch kicken und sperren, je nachdem, was die Avatare tragen. Die gibt es schon mit Blocklisten, die voll sind mit tatsächlicher Kinderavatarausstattung oder zumindest einschlägigen Kinder- oder Teenager-Meshbodys. Aber die werden zum einen zahlreicher und zum anderen zunehmend schärfer konfiguriert, um auch automatisch diejenigen abfischen zu können, die mit „herkömmlicheren“ Mitteln versuchen, jugendlich wirkende Avatare zu bauen.&#xA;&#xA;Statt Schilder aufzustellen, die Kinderavataren den Zutritt verbieten, werden noch mehr Sims, womöglich gar noch mehr ganze Grids, das Adult-Rating mißbrauchen, um Kinderavatare auszusperren. Gleichzeitig werden auf Sims, die das Adult-Rating als Gegenmittel für Kinderavatare verwenden, Nacktheit und sexuelle Handlungen noch sehr viel häufiger gänzlich verboten, um ganz auf Nummer sicher zu gehen.&#xA;&#xA;Ich bin schon gespannt auf das Drama zwischen denjenigen, die all diese Maßnahmen für das ganze Hypergrid einfordern, und denjenigen, die sie ablehnen, und sei es, weil sie solchen Maßnahmen selbst fälschlicherweise zum Opfer gefallen sind.&#xA;&#xA;#OpenSim #SecondLife #FürFortgeschrittene #News #Drama #NSFW]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-second-life-ageplay-skandal-und-opensim-teil-1-die-situation" rel="nofollow">im ersten Teil</a> bereits geschildert, berichtete ein Nutzer auf Medium von sexuellem Ageplay in Second Life, davon, daß die Lindens wenig bis gar nichts dagegen unternehmen, und davon, daß auch Lindens daran selbst aktiv beteiligt gewesen sein sollen.</p>

<p>Weil die Lindens eben nichts unternehmen, nehmen die Nutzer die Angelegenheit in ihre eigenen Hände. Das heißt, das tun sie schon länger, aber jetzt verstärken sie diese Anstrengungen sogar noch. Und auch OpenSim verschärft seine ohnehin schon laufenden Gegenmaßnahmen gegen das auch da gegenwärtige sexuelle Ageplay.</p>

<p>Allerdings sind diese Maßnahmen nicht ohne Kollateralschäden. </p>

<h2 id="präventive-gegenmaßnahmen-oder-paranoia">Präventive Gegenmaßnahmen oder Paranoia?</h2>

<p>In OpenSim wird ebenso wie in Second Life nicht erst gegen sexuelles Ageplay vorgegangen, wenn es passiert oder kurz davor ist zu passieren. Das Vorgehen ist proaktiv und präventiv, und man reagiert lieber zuviel als zuwenig. Einiges davon mutet aber als regelrecht paranoide Überreaktionen auf Grundlage völlig verzerrter Standards an.</p>

<p>Zugegeben, wenn jemand eine „familienfreundliche“ FKK-Sim baut, bekommt man automatisch nervöse Zuckungen. Wenn das mal wieder eine Strandsim voller „Mobiliar“ mit Sexanimationen ist, ist derjenige entweder kreuzdämlich und hat keine Ahnung, was er sich da eigentlich hinstellt, oder er ist zu blöd, das tatsächliche Ansinnen der Sim gut genug zu verschleiern. Wenn sie dann auch noch ein Adult-Rating hat, muß man sich fragen, wie das mit „familienfreundlich“ zusammenpassen soll.</p>

<p>Aber selbst wenn die Sim maximal ein Moderate-Rating hat und nachweislich komplett frei von jeglichem Sexmobiliar ist, ist sie zumindest zweifelhaft. Entweder sind die Betreiber neu in virtuellen Welten und komplett ahnungslos, was aber unwahrscheinlich ist, wenn sie eindeutig Erfahrung in der Simgestaltung haben. Oder sie sind naiv und blauäugig genug, daß ausdrückliche Familienfreundlichkeit, ein Moderate-Rating, das Fehlen von Sexmobiliar und sogar ein ausdrückliches Verbot sexueller Elemente in der Nacktheit (z. B. Erektionen) ihre Sim sicher macht. Wie im ersten Teil schon geschrieben, solange kein Gesetzgeber sagt, nackte Kinderavatare sind keine Kinderpornographie, sind sie anzusehen als genau das.</p>

<p>Und wenn dann auch noch die Avatare der Simbetreiber selbst nicht etwa als Personal der Anlage in Erscheinung treten, sondern selbst als Kinder – als nackte natürlich –, dann ist das entweder noch größere Naivität oder ein noch geschickteres Verschleiern von Dingen, die möglicherweise tatsächlich auf ganz anderen Sims stattfinden.</p>

<p>In solchen Situationen Vorsicht walten zu lassen, ist also mehr als selbstverständlich, zumal das durchaus auch für Besucher strafrechtliche Konsequenzen haben kann.</p>

<h2 id="keine-silikontitten-minderjährig">Keine Silikontitten = minderjährig</h2>

<p>An anderer Stelle hingegen wird regelrecht überreagiert. Das fängt bei gewissen Meshbodys an. Und nein, ich rede nicht von Kinderbodys.</p>

<p>Ich rede von sogenannten Petite-Bodys. Normale weibliche Meshbodys haben ja idealisierte, also ziemlich große Brüste. Die wenigsten Frauen haben im Real Life so große Brüste, jedenfalls nicht in Form mit einer ansonsten so schlanken Figur. Und wenn sie die haben, dann sind die mit erheblicher Wahrscheinlichkeit irgendwann vergrößert worden, also nicht natürlich. Petite-Bodys entsprechen im wesentlichen diesen Meshbodys, haben aber deutlich kleinere Brüste. Realistischere Brüste.</p>

<p>Das erste Problem ist nun: In Second Life und in OpenSim hat kaum mehr jemand eine realistische Vorstellung von menschlichen Proportionen. Der Standard ist „BBBBBL“: „Big Butt, Big Boobs, Big Lips“. Ein Riesenhintern, Riesenmöpse und gleichermaßen riesige Lippen, die inzwischen sogar häufig in permanenter Kußstellung sind. Ich meine, es wird ja auch als völlig normal angesehen, wenn der Kopf eines Avatars nur ein Neuntel oder weniger der Körpergröße ausmacht, die Körpergröße zu 60% auf die Beine entfällt und die Arme so kurz sind, daß die Fingerspitzen bei nach unten ausgestreckten Armen gerade eben so auf Schritthöhe sind.</p>

<p>Wenn nun also „dicke Dinger“ als Standard für erwachsene Frauen wahrgenommen wird, werden Brüste, die eigentlich realistisch groß sind, Teenagern zugeschrieben. Schon allein auf dieser Grundlage gelten weibliche Avatare ohne das obligatorische Paar Riesenglocken als minderjährig und werden auch so behandelt. Allein deshalb ist auch gerade eine Ladenbetreiberin in Neverworld dabei, von ihren diversen nicht einmal kleinen Freebie-Sims absolut alles an Athena-Petite-Inhalten zu entfernen.</p>

<p>Erschwerend kommt die Kleidung hinzu, die für Petite-Avatare aus Second Life importiert wird. Für die ganz normale Athena wird z. B. seit Jahren nur noch importiert, was sexy genug ist. Für Athena Petite wird dagegen zu großen Teilen importiert, was niedlich und lolitamäßig wirkt, also den Avatar noch weniger erwachsen wirken läßt.</p>

<p>Es gibt leider durchaus auch Ageplayer, die einen Athena Petite haben, um einen minderjährigen Avatar darstellen zu können, der aber zumindest aktuell noch nicht keine attachmenterkennenden Autobans auslöst. Aber ein erheblicher Teil der Petite-Avatare verwendet diesen Body, weil, wer auch immer hinter dem Avatar steckt, keinen Bock auf die Übersexualisierung weiblicher Avatare und das völlig verzerrte Frauenbild hat.</p>

<h2 id="unter-einsachtzig-minderjährig">Unter einsachtzig = minderjährig</h2>

<p>Als weitere populäre „Früherkennungsmethode“ von Ageplayern wird die Größe des Avatars herangezogen. Das Schöne daran ist: Das kann mit einfachen Mitteln automatisiert werden. Es gibt ein Skript namens „Childgate“, das vollautomatisch alle Avatare, die eine damit ausgestattete Sim betreten und unterhalb einer Mindestgröße sind, nach kurzer Zeit nicht nur von der Sim wirft, sondern dauerhaft sperrt.</p>

<p>Das Childgate hat zwei Vorteile. Zum einen, wie gesagt, funktioniert es vollautomatisch, also auchin Abwesenheit des Simpersonals. Zum anderen funktioniert es unabhängig von der übrigen Gestaltung des Avatars, man kann es also nicht mit ausschließlich „erwachsener“ oder hinreichend obskurer Avatarausstattung, die nicht auf der Blockliste steht, überlisten. So weit, so gut.</p>

<p>Allerdings ist das Childgate vorkonfiguriert auf eine völlig überzogene Vorstellung davon, ab welcher Größe ein Avatar als erwachsen gilt. Die liegt nämlich normalerweise bei 6 Fuß, was 1,83 Meter sind. Wenn man seinen Avatar auf die eigene Körpergröße eingestellt hat, besteht schon bei männlichen Avataren die Chance, daß das das Childgate auslöst und man gesperrt wird. Bei weiblichen Avataren grenzt die Wahrscheinlichkeit gar an Sicherheit, denn das Childgate unterscheidet nicht zwischen Männlein und Weiblein und wendet auf alle Avatare dasselbe Mindestmaß an.</p>

<p>Es gibt sogar Sim-Betreiber, die immer noch die völlig unrealistischen Riesenavatare von Second Life als Standard ansehen, auf die immer noch alles an Mobiliar in Second Life und OpenSim ausgelegt ist. Die rühren ja daher, daß Second Life bis heute einen Bug bei der Größenbestimmung von Avataren hat: Der offizielle Viewer von Second Life mißt sie nicht bis zur Schädeldecke, sondern bis Augenhöhe. Deswegen trauen Second-Life-Nutzer der Größenangabe im Viewer nicht und stellen ihre Avatare Pi mal Auge ein, was zu ebendiesen Riesenavataren von weit über 2 m Körpergröße führt.</p>

<p>Und so ist auf einigen Sims das Childgate tatsächlich allen Ernstes auf 7 Fuß eingestellt, also 2,13 m. Kritik daran tun die Sim-Betreiber dann gern mit „dein Avatar ist zu klein“ ab.</p>

<p>Umgekehrt gibt es zumindest auf europäischen Sims durchaus Childgates, die auf 1,70 m eingestellt sind. Aber auch die sperren viele realistische Avatare aus, ebenso viele Fantasy-Avatare und dergleichen.</p>

<p>Selbst wenn es kein Childgate gibt, gibt es Sim-Betreiber, die Avatare per Hand kicken und sperren, wenn die ihnen zu klein vorkommen. Das „zu klein“ basiert dann auf Augenmaß, manchmal in Kombination mit den Proportionen des Avatars, aber nicht immer. Einige Sim-Betrieber lassen sich wohl auch die Shape-Größe von Avataren anzeigen und „beseitigen“ sie dann händisch, wenn sie ein gewisses Mindestmaß unterschreiten.</p>

<h2 id="sommersprossen-oder-zu-bunte-klamotten-minderjährig">Sommersprossen oder zu bunte Klamotten = minderjährig</h2>

<p>Aber auch wenn man das oben Genannte alles berücksichtigt, wenn also der eigene Avatar „sexy“ genug ist und auch groß genug, um zumindest keine 6-Fuß-Childgates auszulösen – oder wenn der eigene Avatar zwar „zu klein ist“, es aber kein Childgate gibt –, kann man Probleme bekommen. Denn inzwischen werden auch andere optische Merkmale herangezogen, um zu bewerten, ob ein Avatar „minderjährig aussieht“ oder nicht. Das passiert um so häufiger, je realistischer der eigene Avatar-Shape noch ist, und um so seltener, je weniger man sich den Idealen „Barbie-/Ken-Puppe“, „kurvenreiche Sexbombe mit Wespentaille“ und „muskelbepackter Riese“ annähert.</p>

<p>Trägt ein Avatar zu knallig-bunte Kleidung, wird er schon mal als minderjährig angesehen, gekickt und gesperrt.</p>

<p>Trägt ein weiblicher Avatar zuviel Rosa, ohne daß das Teil des typischen Schlampenlooks à la Jessica Biatchi ist, dito.</p>

<p>Nach Frisur wird auch gern gegangen. Zopf bei weiblichen Avataren ist heikel, mehr als ein Zopf ist noch heikler. Seitliche Pferdeschwänze gehen gar nicht, ziemlich egal, wie der Avatar sonst aussieht. Im Grunde sind weibliche Avatare nur mit einer langen, gewellten Wallemähne, die offen getragen wird, wirklich sicher – und männliche Avatare entweder mit einem kurzen Maschinenschnitt ganz ohne angehängte Haare oder mit einer rockermäßigen Langhaarfrisur, idealerweise nebst Bart.</p>

<p>Sommersprossen werden auch gern als Zeichen von Minderjährigkeit angesehen. Ich meine, kaum ein Avatar in OpenSim trägt Sommersprossen, auch weil die allermeisten Avatare dafür viel zu dunkle braungebrannte Haut haben. Ich würde nicht einmal ausschließen, daß generell zu helle Haut ein Auslöser für die Annahme sein kann, ein Avatar sei minderjährig.</p>

<h2 id="umdefinition-der-content-ratings">Umdefinition der Content Ratings</h2>

<p>Was ebenfalls Teil des Kampfes gegen Kinderavatare ist, ist der Mißbrauch des Adult-Rating. Eigentlich funktioniert das in OpenSim ja nur als Inhaltswarnung, denn gemäß Second-Life-Definition erlaubt es so ziemlich alles, aber OpenSim hat nicht Second Lifes Alterskontrolle.</p>

<p>In Ermangelung einer Alterskontrolle für Nutzer wird das Adult-Rating aber zunehmend umdefiniert zu „keine Avatare, die minderjährig aussehen“. Wohlgemerkt, mitunter ist das <em>das einzige Kriterium</em>. Die in Second Life damit einhergehenden Freiheiten gibt es indes nicht; statt dessen kann eine Sim gleichzeitig Adult-rated und G-rated sein, also trotz Adult-Rating Nacktheit oder auch nur zu leichte Bekleidung überall auf der Sim ausnahmslos verboten sein.</p>

<p>Sim-Betreiber kommen im allgemeinen problemlos damit davon. Es gibt keine OpenSim-weite Instanz, die die Ratings definiert und die Einhaltung der Definitionen durchsetzt. Die allermeisten Grids haben auch keine verbindlichen Definitionen für die Ratings, weil viele Gridowner felsenfest davon ausgehen, daß es Konsens sei, daß die Definitionen doch sowieso praktisch dieselben sind wie in Second Life. Die einzige Ausnahme ist DigiWorldz, und DigiWorldz erlaubt es tatsächlich, das Adult-Rating in seinen Freiheiten beliebig einzuschränken – also tatsächlich bis zum Pendant zu FSK0.</p>

<p>Einen Nachteil hat das Ganze aber: In Second Life lernt man ganz schnell, daß schon das Moderate-Rating bedeuten kann, daß man in aller Öffentlichkeit auf nackte Avatare treffen kann – und das Adult-Rating, daß man noch „Schlimmeres“ sieht. In OpenSim glauben jetzt schon viele, daß das ganze Hypergrid – abseits dedizierter Sex- oder BDSM-Sims – komplett blitzsauber sei, weil ja sogar das Adult-Rating nicht einmal öffentliche Nacktheit zuläßt. Um so verstörter sind sie dann, wenn sie tatsächlich auf einer Adult-Sim auf nackte Avatare stoßen.</p>

<h2 id="es-wird-noch-weiter-eskalieren">Es wird noch weiter eskalieren</h2>

<p>Das Ende der Fahnenstange bei den Gegenmaßnahmen ist noch längst nicht erreicht. Wie schon im ersten Teil geschrieben, wurde alles, was mit Athena Petite zu tun hat, von drei recht umfangreichen Freebie-Sims in Neverworld restlos entfernt. Es würde mich nicht wundern, wenn zunächst einmal genug Druck aufgebaut wird, daß weitere Freebie-Sims denselben Schritt tun, und dann Legacy Perky als nächstes dran ist – ungeachtet Legacys notorisch überbreiter Hüften.</p>

<p>Mehr und mehr Sims werden Avatare, die nicht „erwachsen“ wirken, ausschließen. Mehr und mehr von ihnen werden Childgates einrichten. Sowohl bei neuen als auch bei vorhandenen Childgates wird die Mindestgröße angehoben, auf amerikanischen Sims möglicherweise vermehrt von 6 auf 7 Fuß. Und wer das nicht alles tut, wird gebrandmarkt als Unterstützer von Pädos oder gleich selbst als Pädo.</p>

<p>Auch die optischen Kriterien für minderjährige Avatare werden noch erweitert werden. Bei weiblichen Avataren beispielsweise flache Sneakers, schlimmstenfalls gar mit Socken. Oder überhaupt Schuhe mit Absatzhöhen von unter 15 cm. Weibliche Avatare werden außerdem keine kurzen, weiten Röcke mehr tragen dürfen, es sei denn, diese legen selbst aus der standardmäßigen Kameraperspektive den Hintern frei.</p>

<p>Für weibliche Avatare werden Make-up und Nagellack zur Pflicht. Bei Meshbodys aus Second Life geht der Nagellack normalerweise sowieso nicht zu entfernen, und die Ruth2-Familie, die standardmäßig keinen Nagellack trägt, ist weitestgehend unbekannt, also wird fehlender Nagellack als Zeichen für einen Teenagerbody gewertet. Und das Make-up darf auch nicht zu dezent sein. A propos: Weibliche Avatare ohne Fischlippen werden in Zukunft auch „Kinderavatare“ sein.</p>

<p>Männliche Avatare ohne Bart, und sei es ein Stoppelbart, werden als minderjährig angesehen werden, so selten die auch sind. Auch die Auswahl an zulässigen Bekleidungsfarben wird noch weiter reduziert, bis schlimmstenfalls bei männlichen Avataren nur noch Schwarz, Weiß, Flecktarn und blaues Denim durchgehen.</p>

<p>Es ist gar damit zu rechnen, daß Haut- und Haarfarben mehr zum Kriterium werden. Hautfarben zwischen Gothic-Leichenblässe – und bei weiblichen Avataren geht auch die nur mit Gothic-Make-up durch – und knackbraun werden vermehrt als Zeichen der Minderjährigkeit gelten. Dasselbe wird gelten für helle Haare, vor allem alle Blondtöne, zumindest, bis die ersten Sim-Betreiber sich mit anderen Sim-Betreibern, DJs, Performern oder Gridownern anlegen, die blöderweise zufällig blond sind.</p>

<p>Statt Sichtkontrollen werden sich so etwas wie „Attachment Gates“ ausbreiten, die Avatare automatisch kicken und sperren, je nachdem, was die Avatare tragen. Die gibt es schon mit Blocklisten, die voll sind mit tatsächlicher Kinderavatarausstattung oder zumindest einschlägigen Kinder- oder Teenager-Meshbodys. Aber die werden zum einen zahlreicher und zum anderen zunehmend schärfer konfiguriert, um auch automatisch diejenigen abfischen zu können, die mit „herkömmlicheren“ Mitteln versuchen, jugendlich wirkende Avatare zu bauen.</p>

<p>Statt Schilder aufzustellen, die Kinderavataren den Zutritt verbieten, werden noch mehr Sims, womöglich gar noch mehr ganze Grids, das Adult-Rating mißbrauchen, um Kinderavatare auszusperren. Gleichzeitig werden auf Sims, die das Adult-Rating als Gegenmittel für Kinderavatare verwenden, Nacktheit und sexuelle Handlungen noch sehr viel häufiger gänzlich verboten, um ganz auf Nummer sicher zu gehen.</p>

<p>Ich bin schon gespannt auf das Drama zwischen denjenigen, die all diese Maßnahmen für das ganze Hypergrid einfordern, und denjenigen, die sie ablehnen, und sei es, weil sie solchen Maßnahmen selbst fälschlicherweise zum Opfer gefallen sind.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:SecondLife" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">SecondLife</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:News" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">News</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Drama" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Drama</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:NSFW" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">NSFW</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-second-life-ageplay-skandal-und-opensim-teil-2-die-reaktionen</guid>
      <pubDate>Sun, 03 Mar 2024 18:11:39 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Second-Life-Ageplay-Skandal und OpenSim, Teil 1: Die Situation</title>
      <link>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-second-life-ageplay-skandal-und-opensim-teil-1-die-situation</link>
      <description>&lt;![CDATA[Am Freitag, dem 1. März ging es durch den Second-Life-Buschfunk: Auf Medium hat jemand einen Artikel veröffentlicht, in dem es um Ageplay in Second Life geht. Nicht nur legt der Artikel dar, daß es so etwas in Second Life entgegen a) den Regeln in Second Life und b) den Beteuerungen von Linden Lab tatsächlich gibt – nein, es heißt auch, daß Lindens selbst daran teilgenommen haben.&#xA;&#xA;Die Reaktionen der Communitys von Second Life und OpenSim fallen aktuell entsprechend aus. Aber nicht nur auf die behauptete Teilnahme von Lindens, sondern darauf, daß es öffentlich angesprochen wird, daß so etwas existiert. !--more--&#xA;&#xA;Den Artikel auf Medium werde ich nicht verlinken; so ziemlich jeder, der diesen Artikel behandelt, weigert sich dagegen, so heikel ist der. Statt dessen kann man sich den dazugehörigen Thread im englischsprachigen Second-Life-Subreddit zu Gemüte führen.&#xA;&#xA;Ageplay?&#xA;&#xA;Zunächst einmal: Worum geht es hier eigentlich? Was ist dieses Ageplay?&#xA;&#xA;Gemeint ist hier sexuelles Ageplay. Im Klartext: Erwachsene Avatare, die von erwachsenen Nutzern gesteuert werden, führen sexuelle Handlungen durch mit Kinderavataren, die von erwachsenen Nutzern gesteuert werden. Und ja, das ist in Second Life eigentlich komplett verboten, und zwar auch auf Sims mit Adult-Rating.&#xA;&#xA;Fakt ist aber: Das gibt es trotzdem. Einige der ältesten Sims in Second Life spezialisieren sich geradezu auf so etwas – zwar nur hinter vorgehaltener Hand, aber wer weiß, wo man sich wie informieren kann, der findet das. Und es macht den Anschein, als hätten ausgerechnet die Lindens es in mehr als anderthalb Jahrzehnten nicht geschafft, das zu entdecken.&#xA;&#xA;Dabei kann es so undergroundig gar nicht sein. Es gibt ja tatsächlich Content, der ziemlich eindeutig genau dafür erschaffen wurde. Ich bin zwar selbst nicht in Second Life, geschweige denn in dieser Szene. Aber daß es diesen Content gibt, weiß ich daher, daß er zum einen immer wieder genannt wird, wenn es um das Problem Ageplay geht, und zum anderen es genau diesen Content auch in OpenSim gibt.&#xA;&#xA;Gibt es das wirklich?&#xA;&#xA;Annähernd alles, was seit ca. 2015 in OpenSim neu an Kindercontent aufgetaucht ist, wurde aus Second Life geklaut. Und damit es aus Second Life geklaut werden kann, muß es folgerichtigerweise in Second Life existieren.&#xA;&#xA;Gut, zunächst einmal kann man daran, daß es Sachen gibt, mit denen man seinen Avatar als Kind ausstaffieren kann, nichts Verwerfliches finden. Kann ja mal sein, daß jemand eine unbeschwerte Kindheit, die man selbst nie hatte, spielen will. Oder daß sich ein paar Leute zusammentun und eine Familie spielen wollen. Oder so.&#xA;&#xA;Aber dann guckt man sich den Content, den es in den Kinderläden auf einigen Freebie-Sims so gibt, mal genauer an. Da gibt es dann Kinder-Meshbodys. Mit dazugehörigen Skin-Appliern, denn das ist alles noch aus Vor-BoM-Zeiten. Und auf der Box ist dann eben so ein Kinderavatar mit diesem Meshbody abgebildet.&#xA;&#xA;Nackt.&#xA;&#xA;Standardmäßig ist da ein Mädchen zu sehen. Bei älteren Ausgaben der Box ist der Genitalbereich des Mädchens komplett unbedeckt. Diese Textur im Viewer-Cache zu haben, kann eigentlich schon den Straftatbestand des Besitzes von Kinderpornographie erfüllen, zumal es da bis heute keine juristischen Entscheidungen darüber gibt, wo die in virtuellen Welten anfängt und aufhört. Neuere Ausgaben derselben Box haben einen Querbalken mit dem Namen des Body über den Genitalbereich gelegt – und zwar ganz knapp, daß gerade eben so überdeckt wird, was unbedingt überdeckt werden muß.&#xA;&#xA;Da fragt man sich: Wofür muß ein Kinderavatar überhaupt die Möglichkeit haben, nackt zu sein? Kann man auf die Skin nicht zumindest einen Schlüpfer fest aufbaken, wie es ja teilweise tatsächlich praktiziert wird? Und auch Mesh-Badesachen können so zugeschnitten werden, daß sie den aufgebaketen Schlüpfer komplett überdecken, so daß man den nicht sieht.&#xA;&#xA;Wer so etwas in einem Laden anbietet, kuratiert entweder die Sachen nicht, die er an die Wände ballert, und guckt auch selbst nie nach, was da so hängt. Oder er will ganz einfach möglichst viel Content anbieten, egal, was es sein möge. Oder … denken wir lieber nicht darüber nach.&#xA;&#xA;Wenn man sich in so einem Kinderavatarladen etwas genauer umguckt, wird man auch auf mindestens eine Box stoßen mit – jetzt kommt’s – einem Kinderpimmel. Einem geskripteten, also mit gewissen Funktionen.&#xA;&#xA;Gut, jetzt kann man sagen: Die Nacktskins und den Schniepel braucht man z. B. für einen Nacktbadestrand oder eine FKK-Sim oder so. Oder vielleicht will die Familie ihr Kind ja auch mal baden. Ist doch eigentlich alles ganz harmlos.&#xA;&#xA;Zunächst einmal: Nein, in virtuellen Welten ist das nicht harmlos. Wie gesagt: Es gibt noch keine eindeutige, allgemeingültige juristische Entscheidung darüber, ob nackte Kinderavatare in virtuellen Welten Kipo sind oder nicht. Und solange es keine solche Entscheidung gibt, ist davon auszugehen, daß es als Kipo angesehen und entsprechend geahndet werden kann. Will sagen: Du kannst buchstäblich in den Knast dafür gehen, daß du einmal auf einer FKK-Sim warst.&#xA;&#xA;Vom Juristischen mal ganz abgesehen, ist da immer noch der Umstand, daß dieser Kinderschniepel geskriptet ist. Der hat also Funktionen, die auch Erwachsenenpimmel haben – möglicherweise vom Samenerguß abgesehen, der in dem Alter noch nicht möglich ist. Aber sonst alles. Jetzt kann man das Pipimachen als notwendigen Teil eines harmlosen Rollenspiels einer Familie oder gar einer Kinderbande auf einem FKK-Zeltplatz zu rechtfertigen versuchen, aber schon damit begibt man sich auf dünnes Eis. Und wofür, bitteschön, muß so ein Kinderschniepel zu Erektionen fähig sein? Wie will man das ohne sexuellen Kontext rechtfertigen?&#xA;&#xA;Präzedenzfälle in OpenSim&#xA;&#xA;Nun könnte man sagen: „Okay, es gibt all diese Sachen. Aber das benutzt doch keiner. Und sexuelles Ageplay macht doch auch keiner. Das kann ich mir nicht vorstellen.“&#xA;&#xA;Ich konnte mir bis 2021 auch nicht vorstellen, daß jemand die Sexanimationen in damit ausgestatteten Möbelstücken tatsächlich benutzt, bis ich das erste Mal in-world verführt worden bin.&#xA;&#xA;Und ja, Ageplay gibt es. Und ja, es gibt auch Pädophile in OpenSim. Eigentlich könnte man sagen, in Second Life haben die nicht viel zu verlieren, weil die Lindens auf dem Auge, das die einschlägigen Ageplay- und Pädo-Sims sehen könnte, blind sind. Aber es gibt eben die, denen das nicht reicht, die also ein Umfeld brauchen, in dem sie sich noch sicherer fühlen. Und OpenSim, das ja keinerlei wie auch immer geartete zentrale Administration hat, ist für sie genau das.&#xA;&#xA;Ich möchte mal zwei Beispiele aufführen.&#xA;&#xA;Travesty Winesmith&#xA;&#xA;Das eine war Travesty Winesmith, ein Texaner mit durchweg erwachsenen männlichen Avataren. Später agierte er auch unter den Namen Trav Gambino und Paul Jones. Seine eine Eigenart waren ständige Versuche, geltende Regeln als für ihn selbst ungültig zu erachten und durch seine eigenen zu ersetzen. Wenn er das nicht konnte, versuchte er sie zu umschiffen.&#xA;&#xA;So setzte er teilweise auf sogenanntes Daddyplay. Dafür trieb er sich auf Adult-Sims herum, auf denen die Wahrscheinlichkeit groß genug war, auf einzelne weibliche Avatare zu treffen, die idealerweise sogar nackt waren. Das Daddyplay, das er vorhatte, sollte ein Rollenspiel sein, in dem sein erwachsener männlicher Avatar den Papa spielt und ein erwachsener (!) weiblicher Avatar seine implizit oder gar explizit minderjährige (!) Tochter (!).&#xA;&#xA;Er wußte ganz genau, daß man ihn dafür nicht sanktionieren konnte. Immerhin hätte es sich de facto immer noch um ein sexuelles Rollenspiel zwischen zwei erwachsenen Avataren gehandelt, von denen einer eben nur eine minderjährige Person gespielt hätte. Wohlgemerkt, in beiderseitigem Einvernehmen. Das hätte nicht gegen die jeweiligen Simregeln verstoßen, das hätte nicht gegen die jeweiligen Gridregeln verstoßen, das hätte auch nicht gegen geltendes Real-Life-Recht verstoßen, zumindest nicht in der westlichen Welt, in der fast alles in OpenSim läuft. Jeglicher Versuch, das zu ahnden, wäre laut ihm nichts weiter gewesen als Teil einer Hexenjagd und Verleumdungskampagne gegen ihn.&#xA;&#xA;Manchmal reichte ihm aber auch das nicht aus. Es gab mindestens einmal einen Fall, in dem öffentlich ein Bild gepostet wurde, das ihn auf einer Sim mit Kinderthema und General-Rating zeigt, wie er nackt neben einem angezogenen Kinderavatar steht. Wohlgemerkt, das Bild wurde nicht mit der Fotofunktion gerendert, sondern es war tatsächlich ein Screenshot mit Namen über den Avataren. Der Name des Kinderavatars wurde unkenntlich gemacht, ebenso Travs Gemächt, aber was da zu sehen war, war eindeutig. Travs Reputation wurde dadurch nicht geschädigt, sondern eher bestätigt, aber die Sim und ihre Betreiberin standen in einem sehr schlechten Licht da.&#xA;&#xA;Nachdem die Identität „Travesty Winesmith“ komplett verbrannt war, kehrte er zurück als Trav Gambino. Als solcher führte er sich aber wieder genauso auf, und es war in nullkommanix klar, daß das Travesty Winesmith mit neuem Namen war. Daraufhin legte er sich die Identität Paul Jones zu, die zum einen weniger offensichtlich sein sollte, und die er zum anderen nur in-world verwendete, aber nicht auf wie auch immer gearteten Websites. Aber auch hier blieb nicht lange unklar, wer das war.&#xA;&#xA;Der Engländer mit den vielen Kleinmädchenavataren&#xA;&#xA;Das andere war ein wegen pädophiler Straftaten bereits vorbestrafter Engländer. Der ging anders vor: Statt jeweils immer nur eines einzigen erwachsenen Männeravatars hatte er etliche Avatare in Gestalt kleiner Mädchen. Er hatte dafür eine ganze Liste an Identitäten, mindestens ein halbes Dutzend davon. Er legte Avatare mit diesen Identitäten jeweils auf etlichen Grids an. Und er hatte mit Sicherheit immer eine und dieselbe Avatar-Grundausstattung, die er von Avatar zu Avatar weitergab, um die Ausgestaltung der Avatare zu beschleunigen.&#xA;&#xA;Dann nahm er einen dieser Mädchenavatare und schickte ihn auf eine Sim mit mindestens einem weiteren Avatar darauf. Diese Sim mußte er sicherlich vorher auskundschaften, denn sie durfte nicht die Kombination eines Landepunktes direkt neben einer aktiv genutzten Partylocation mit einem Verbot von Kinderavataren haben. Oder er riskierte es einfach, daß einer seiner Avatare ungünstig landete und damit für diese Sim oder das ganze Grid verbrannt war – egal, er hatte ja dutzendweise Ersatzavatare und konnte jederzeit mit minimalem Aufwand neue machen.&#xA;&#xA;Der nächste Schritt war dann, die Liste der auf der Sim befindlichen Avatare zu öffnen und einen männlichen Avatar herauszusuchen – oder einen, dessen Name männlich erschien. Er war nämlich nicht die hellste Kerze auf der Torte und hielt „Juno“ für einen Männernamen.&#xA;&#xA;Diesen Avatar schrieb er dann per PN an. Dabei schrieb er immer exakt denselben Wortlaut. Zumindest die Zeilen fürs Anschreiben hatte er auf einer Notecard oder in einer Textdatei oder einem Word-Dokument oder so und copy-pastete sie immer in den Chat, statt sie neu zu tippen.&#xA;&#xA;Als erstes winkte er dem anderen Avatar zu – selbst wenn das über eine Distanz von über 100 Metern war mit etlichen Sichtbarrieren dazwischen. Auch wenn man nicht darauf einging, schob er eine Frage nach dem werten Befinden hinterher, die er immer „How is you“ schrieb. Wenn man dann darauf einging, kam als nächstes die Ansage dieses Mädchens, daß ihr Papa gerade nicht zu Hause ist, und ob man mit ihr nach Hause kommen möchte. Wie gesagt, immer 100% identischer Wortlaut.&#xA;&#xA;Wenn er das auf einer Partysim tat, schrieb er auf diese Art mitunter gleich mehrere Avatare gleichzeitig an in der Hoffnung, einer würde anbeißen.&#xA;&#xA;Der Kerl war damals derart aktiv, daß es nicht lange dauerte, bis man von ihm mehrfach angeschrieben worden war. Er führte ja nie Buch darüber, wo er schon war und wen er schon angeschrieben hatte. Nach ein paarmal erkannte man ihn sofort an seiner gecopypasteten Schreibweise, ohne seinen Avatar auch nur zu sehen. Nach ein paarmal mehr kannte man auch zumindest ein paar der Namen, die seine Avatare trugen. Wie gesagt, denselben Namen gab es durchaus auf zwei, drei oder noch mehr Grids.&#xA;&#xA;Gegenmaßnahmen&#xA;&#xA;Die beiden waren allerdings keine Einzelfälle und schon gar nicht die einzigen. Wer nicht gerade in einer winzigen Blase sitzt und diese nie verläßt, weiß, daß es in OpenSim einiges an Pädophilie gibt. In Ermangelung einer zentralen Administration, einer zentralen Definition von Regeln und einer zentralen Durchsetzung dieser Regeln obliegt es der Community, dagegen etwas zu unternehmen. Und angesichts des Berichts über Ageplay in Second Life ist nicht nur davon auszugehen, daß dies noch verschärft wird – es passiert bereits.&#xA;&#xA;Die Konsequenzen dieser Maßnahmen, die harmlosen Avataren in Gestalt Minderjähriger ebenso wie auch manchen eigentlich erwachsenen Avataren das Leben schwer machen, möchte ich im zweiten Teil schildern.&#xA;&#xA;#OpenSim #SecondLife #FürFortgeschrittene #News #Drama #NSFW&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, dem 1. März ging es durch den Second-Life-Buschfunk: Auf Medium hat jemand einen Artikel veröffentlicht, in dem es um Ageplay in Second Life geht. Nicht nur legt der Artikel dar, daß es so etwas in Second Life entgegen a) den Regeln in Second Life und b) den Beteuerungen von Linden Lab tatsächlich gibt – nein, es heißt auch, daß Lindens selbst daran teilgenommen haben.</p>

<p>Die Reaktionen der Communitys von Second Life und OpenSim fallen aktuell entsprechend aus. Aber nicht nur auf die behauptete Teilnahme von Lindens, sondern darauf, daß es öffentlich angesprochen wird, daß so etwas existiert. </p>

<p>Den Artikel auf Medium werde ich nicht verlinken; so ziemlich jeder, der diesen Artikel behandelt, weigert sich dagegen, so heikel ist der. Statt dessen kann man sich <a href="https://old.reddit.com/r/secondlife/comments/1b3etxt/confirmed_linden_lab_investigating_serious/" rel="nofollow">den dazugehörigen Thread im englischsprachigen Second-Life-Subreddit</a> zu Gemüte führen.</p>

<h2 id="ageplay">Ageplay?</h2>

<p>Zunächst einmal: Worum geht es hier eigentlich? Was ist dieses Ageplay?</p>

<p>Gemeint ist hier sexuelles Ageplay. Im Klartext: Erwachsene Avatare, die von erwachsenen Nutzern gesteuert werden, führen sexuelle Handlungen durch mit Kinderavataren, die von erwachsenen Nutzern gesteuert werden. Und ja, das ist in Second Life eigentlich komplett verboten, und zwar auch auf Sims mit Adult-Rating.</p>

<p>Fakt ist aber: Das gibt es trotzdem. Einige der ältesten Sims in Second Life spezialisieren sich geradezu auf so etwas – zwar nur hinter vorgehaltener Hand, aber wer weiß, wo man sich wie informieren kann, der findet das. Und es macht den Anschein, als hätten ausgerechnet die Lindens es in mehr als anderthalb Jahrzehnten nicht geschafft, das zu entdecken.</p>

<p>Dabei kann es so undergroundig gar nicht sein. Es gibt ja tatsächlich Content, der ziemlich eindeutig genau dafür erschaffen wurde. Ich bin zwar selbst nicht in Second Life, geschweige denn in dieser Szene. Aber daß es diesen Content gibt, weiß ich daher, daß er zum einen immer wieder genannt wird, wenn es um das Problem Ageplay geht, und zum anderen es genau diesen Content auch in OpenSim gibt.</p>

<h2 id="gibt-es-das-wirklich">Gibt es das wirklich?</h2>

<p>Annähernd alles, was seit ca. 2015 in OpenSim neu an Kindercontent aufgetaucht ist, wurde aus Second Life geklaut. Und damit es aus Second Life geklaut werden kann, muß es folgerichtigerweise in Second Life existieren.</p>

<p>Gut, zunächst einmal kann man daran, daß es Sachen gibt, mit denen man seinen Avatar als Kind ausstaffieren kann, nichts Verwerfliches finden. Kann ja mal sein, daß jemand eine unbeschwerte Kindheit, die man selbst nie hatte, spielen will. Oder daß sich ein paar Leute zusammentun und eine Familie spielen wollen. Oder so.</p>

<p>Aber dann guckt man sich den Content, den es in den Kinderläden auf einigen Freebie-Sims so gibt, mal genauer an. Da gibt es dann Kinder-Meshbodys. Mit dazugehörigen Skin-Appliern, denn das ist alles noch aus Vor-BoM-Zeiten. Und auf der Box ist dann eben so ein Kinderavatar mit diesem Meshbody abgebildet.</p>

<p>Nackt.</p>

<p>Standardmäßig ist da ein Mädchen zu sehen. Bei älteren Ausgaben der Box ist der Genitalbereich des Mädchens komplett unbedeckt. Diese Textur im Viewer-Cache zu haben, kann eigentlich schon den Straftatbestand des Besitzes von Kinderpornographie erfüllen, zumal es da bis heute keine juristischen Entscheidungen darüber gibt, wo die in virtuellen Welten anfängt und aufhört. Neuere Ausgaben derselben Box haben einen Querbalken mit dem Namen des Body über den Genitalbereich gelegt – und zwar ganz knapp, daß gerade eben so überdeckt wird, was unbedingt überdeckt werden muß.</p>

<p>Da fragt man sich: Wofür muß ein Kinderavatar überhaupt die Möglichkeit haben, nackt zu sein? Kann man auf die Skin nicht zumindest einen Schlüpfer fest aufbaken, wie es ja teilweise tatsächlich praktiziert wird? Und auch Mesh-Badesachen können so zugeschnitten werden, daß sie den aufgebaketen Schlüpfer komplett überdecken, so daß man den nicht sieht.</p>

<p>Wer so etwas in einem Laden anbietet, kuratiert entweder die Sachen nicht, die er an die Wände ballert, und guckt auch selbst nie nach, was da so hängt. Oder er will ganz einfach möglichst viel Content anbieten, egal, was es sein möge. Oder … denken wir lieber nicht darüber nach.</p>

<p>Wenn man sich in so einem Kinderavatarladen etwas genauer umguckt, wird man auch auf mindestens eine Box stoßen mit – jetzt kommt’s – einem Kinderpimmel. Einem geskripteten, also mit gewissen Funktionen.</p>

<p>Gut, jetzt kann man sagen: Die Nacktskins und den Schniepel braucht man z. B. für einen Nacktbadestrand oder eine FKK-Sim oder so. Oder vielleicht will die Familie ihr Kind ja auch mal baden. Ist doch eigentlich alles ganz harmlos.</p>

<p>Zunächst einmal: Nein, in virtuellen Welten ist das nicht harmlos. Wie gesagt: Es gibt noch keine eindeutige, allgemeingültige juristische Entscheidung darüber, ob nackte Kinderavatare in virtuellen Welten Kipo sind oder nicht. Und solange es keine solche Entscheidung gibt, ist davon auszugehen, daß es als Kipo angesehen und entsprechend geahndet werden kann. Will sagen: Du kannst buchstäblich in den Knast dafür gehen, daß du einmal auf einer FKK-Sim warst.</p>

<p>Vom Juristischen mal ganz abgesehen, ist da immer noch der Umstand, daß dieser Kinderschniepel <em>geskriptet</em> ist. Der hat also Funktionen, die auch Erwachsenenpimmel haben – möglicherweise vom Samenerguß abgesehen, der in dem Alter noch nicht möglich ist. Aber sonst alles. Jetzt kann man das Pipimachen als notwendigen Teil eines harmlosen Rollenspiels einer Familie oder gar einer Kinderbande auf einem FKK-Zeltplatz zu rechtfertigen versuchen, aber schon damit begibt man sich auf dünnes Eis. Und wofür, bitteschön, muß so ein Kinderschniepel zu <em>Erektionen</em> fähig sein? Wie will man das ohne sexuellen Kontext rechtfertigen?</p>

<h2 id="präzedenzfälle-in-opensim">Präzedenzfälle in OpenSim</h2>

<p>Nun könnte man sagen: „Okay, es gibt all diese Sachen. Aber das benutzt doch keiner. Und sexuelles Ageplay macht doch auch keiner. Das kann ich mir nicht vorstellen.“</p>

<p>Ich konnte mir bis 2021 auch nicht vorstellen, daß jemand die Sexanimationen in damit ausgestatteten Möbelstücken tatsächlich benutzt, bis ich das erste Mal in-world verführt worden bin.</p>

<p>Und ja, Ageplay gibt es. Und ja, es gibt auch Pädophile in OpenSim. Eigentlich könnte man sagen, in Second Life haben die nicht viel zu verlieren, weil die Lindens auf dem Auge, das die einschlägigen Ageplay- und Pädo-Sims sehen könnte, blind sind. Aber es gibt eben die, denen das nicht reicht, die also ein Umfeld brauchen, in dem sie sich noch sicherer fühlen. Und OpenSim, das ja keinerlei wie auch immer geartete zentrale Administration hat, ist für sie genau das.</p>

<p>Ich möchte mal zwei Beispiele aufführen.</p>

<h3 id="travesty-winesmith">Travesty Winesmith</h3>

<p>Das eine war Travesty Winesmith, ein Texaner mit durchweg erwachsenen männlichen Avataren. Später agierte er auch unter den Namen Trav Gambino und Paul Jones. Seine eine Eigenart waren ständige Versuche, geltende Regeln als für ihn selbst ungültig zu erachten und durch seine eigenen zu ersetzen. Wenn er das nicht konnte, versuchte er sie zu umschiffen.</p>

<p>So setzte er teilweise auf sogenanntes Daddyplay. Dafür trieb er sich auf Adult-Sims herum, auf denen die Wahrscheinlichkeit groß genug war, auf einzelne weibliche Avatare zu treffen, die idealerweise sogar nackt waren. Das Daddyplay, das er vorhatte, sollte ein Rollenspiel sein, in dem sein erwachsener männlicher Avatar den Papa spielt und ein erwachsener (!) weiblicher Avatar seine implizit oder gar explizit minderjährige (!) Tochter (!).</p>

<p>Er wußte ganz genau, daß man ihn dafür nicht sanktionieren konnte. Immerhin hätte es sich de facto immer noch um ein sexuelles Rollenspiel zwischen zwei erwachsenen Avataren gehandelt, von denen einer eben nur eine minderjährige Person gespielt hätte. Wohlgemerkt, in beiderseitigem Einvernehmen. Das hätte nicht gegen die jeweiligen Simregeln verstoßen, das hätte nicht gegen die jeweiligen Gridregeln verstoßen, das hätte auch nicht gegen geltendes Real-Life-Recht verstoßen, zumindest nicht in der westlichen Welt, in der fast alles in OpenSim läuft. Jeglicher Versuch, das zu ahnden, wäre laut ihm nichts weiter gewesen als Teil einer Hexenjagd und Verleumdungskampagne gegen ihn.</p>

<p>Manchmal reichte ihm aber auch das nicht aus. Es gab mindestens einmal einen Fall, in dem öffentlich ein Bild gepostet wurde, das ihn auf einer Sim mit Kinderthema und General-Rating zeigt, wie er nackt neben einem angezogenen Kinderavatar steht. Wohlgemerkt, das Bild wurde nicht mit der Fotofunktion gerendert, sondern es war tatsächlich ein Screenshot mit Namen über den Avataren. Der Name des Kinderavatars wurde unkenntlich gemacht, ebenso Travs Gemächt, aber was da zu sehen war, war eindeutig. Travs Reputation wurde dadurch nicht geschädigt, sondern eher bestätigt, aber die Sim und ihre Betreiberin standen in einem sehr schlechten Licht da.</p>

<p>Nachdem die Identität „Travesty Winesmith“ komplett verbrannt war, kehrte er zurück als Trav Gambino. Als solcher führte er sich aber wieder genauso auf, und es war in nullkommanix klar, daß das Travesty Winesmith mit neuem Namen war. Daraufhin legte er sich die Identität Paul Jones zu, die zum einen weniger offensichtlich sein sollte, und die er zum anderen nur in-world verwendete, aber nicht auf wie auch immer gearteten Websites. Aber auch hier blieb nicht lange unklar, wer das war.</p>

<h3 id="der-engländer-mit-den-vielen-kleinmädchenavataren">Der Engländer mit den vielen Kleinmädchenavataren</h3>

<p>Das andere war ein wegen pädophiler Straftaten bereits vorbestrafter Engländer. Der ging anders vor: Statt jeweils immer nur eines einzigen erwachsenen Männeravatars hatte er etliche Avatare in Gestalt kleiner Mädchen. Er hatte dafür eine ganze Liste an Identitäten, mindestens ein halbes Dutzend davon. Er legte Avatare mit diesen Identitäten jeweils auf etlichen Grids an. Und er hatte mit Sicherheit immer eine und dieselbe Avatar-Grundausstattung, die er von Avatar zu Avatar weitergab, um die Ausgestaltung der Avatare zu beschleunigen.</p>

<p>Dann nahm er einen dieser Mädchenavatare und schickte ihn auf eine Sim mit mindestens einem weiteren Avatar darauf. Diese Sim mußte er sicherlich vorher auskundschaften, denn sie durfte nicht die Kombination eines Landepunktes direkt neben einer aktiv genutzten Partylocation mit einem Verbot von Kinderavataren haben. Oder er riskierte es einfach, daß einer seiner Avatare ungünstig landete und damit für diese Sim oder das ganze Grid verbrannt war – egal, er hatte ja dutzendweise Ersatzavatare und konnte jederzeit mit minimalem Aufwand neue machen.</p>

<p>Der nächste Schritt war dann, die Liste der auf der Sim befindlichen Avatare zu öffnen und einen männlichen Avatar herauszusuchen – oder einen, dessen Name männlich erschien. Er war nämlich nicht die hellste Kerze auf der Torte und hielt „Juno“ für einen Männernamen.</p>

<p>Diesen Avatar schrieb er dann per PN an. Dabei schrieb er immer exakt denselben Wortlaut. Zumindest die Zeilen fürs Anschreiben hatte er auf einer Notecard oder in einer Textdatei oder einem Word-Dokument oder so und copy-pastete sie immer in den Chat, statt sie neu zu tippen.</p>

<p>Als erstes winkte er dem anderen Avatar zu – selbst wenn das über eine Distanz von über 100 Metern war mit etlichen Sichtbarrieren dazwischen. Auch wenn man nicht darauf einging, schob er eine Frage nach dem werten Befinden hinterher, die er <em>immer</em> „How is you“ schrieb. Wenn man dann darauf einging, kam als nächstes die Ansage dieses Mädchens, daß ihr Papa gerade nicht zu Hause ist, und ob man mit ihr nach Hause kommen möchte. Wie gesagt, immer 100% identischer Wortlaut.</p>

<p>Wenn er das auf einer Partysim tat, schrieb er auf diese Art mitunter gleich mehrere Avatare gleichzeitig an in der Hoffnung, einer würde anbeißen.</p>

<p>Der Kerl war damals derart aktiv, daß es nicht lange dauerte, bis man von ihm mehrfach angeschrieben worden war. Er führte ja nie Buch darüber, wo er schon war und wen er schon angeschrieben hatte. Nach ein paarmal erkannte man ihn sofort an seiner gecopypasteten Schreibweise, ohne seinen Avatar auch nur zu sehen. Nach ein paarmal mehr kannte man auch zumindest ein paar der Namen, die seine Avatare trugen. Wie gesagt, denselben Namen gab es durchaus auf zwei, drei oder noch mehr Grids.</p>

<h2 id="gegenmaßnahmen">Gegenmaßnahmen</h2>

<p>Die beiden waren allerdings keine Einzelfälle und schon gar nicht die einzigen. Wer nicht gerade in einer winzigen Blase sitzt und diese nie verläßt, weiß, daß es in OpenSim einiges an Pädophilie gibt. In Ermangelung einer zentralen Administration, einer zentralen Definition von Regeln und einer zentralen Durchsetzung dieser Regeln obliegt es der Community, dagegen etwas zu unternehmen. Und angesichts des Berichts über Ageplay in Second Life ist nicht nur davon auszugehen, daß dies noch verschärft wird – es passiert bereits.</p>

<p>Die Konsequenzen dieser Maßnahmen, die harmlosen Avataren in Gestalt Minderjähriger ebenso wie auch manchen eigentlich erwachsenen Avataren das Leben schwer machen, möchte ich im zweiten Teil schildern.</p>

<p><a href="/jupiter-rowland/tag:OpenSim" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">OpenSim</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:SecondLife" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">SecondLife</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:F%C3%BCrFortgeschrittene" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">FürFortgeschrittene</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:News" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">News</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:Drama" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Drama</span></a> <a href="/jupiter-rowland/tag:NSFW" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">NSFW</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://publish.ministryofinternet.eu/jupiter-rowland/der-second-life-ageplay-skandal-und-opensim-teil-1-die-situation</guid>
      <pubDate>Sun, 03 Mar 2024 17:05:39 +0100</pubDate>
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